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Sozialkaufhaus AkiE schließt

Seit 2005 betreibt die Diako Thüringen gem. GmbH das Sozialkaufhaus AkiE am Standort August-Rudloff-Straße. Ursprünglich als Kooperationsprojekt verschiedener diakonischer Träger der Region gegründet, verband sich damit das Anliegen, die Folgen der damals gerade etablierten Hartz IV Gesetzgebung für Menschen mit geringem Einkommen abzufedern. Zum einen konnten in Kooperation mit Arbeitsagentur und später Jobcenter vorübergehende Arbeitsplätze zur beruflichen Orientierung und Eingliederung angeboten werden. Zum anderen ermöglichte das AkiE Menschen mit geringem Einkommen den Erwerb preisgünstiger Waren. Nicht zuletzt aus ökologischer Sicht sinnvoll erfolgte auch eine Reduzierung des Sperrmüllaufkommens durch Wiederverwertung und längere Nutzungsdauer gut erhaltener Gebrauchsgüter.

Inzwischen haben sich die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen weitreichend verändert – mit einschneidenden Folgen auch für das Sozialkaufhaus. Gab es bis Ende 2011 noch die Möglichkeit der Zuweisungen von Mitarbeitenden über Arbeitsgelegenheiten, arbeitet das Kaufhaus seitdem mit einer hauptamtlichen und 4-5 ehrenamtlich tätigen Mitarbeitenden. Das führte letztendlich dazu, dass Öffnungszeiten reduziert werden mussten, das Kaufhaus bei Urlaub/Krankheit geschlossen blieb und insbesondere in den vergangenen beiden Jahren auch für Möbeltransporte keine ausreichenden Personalkapazitäten mehr zur Verfügung standen.

Nur dem hohen Engagement der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden ist es zu verdanken, dass das AkiE unter den beschriebenen Bedingungen die vergangenen vier Jahre noch gehalten werden konnte. Allerdings kann dies keine Dauerlösung sein.

Rückläufige Umsatzzahlen und ein inzwischen erhebliches finanzielles Defizit zwingen jetzt zum Handeln. Geschäftsführung und Mitarbeitende bedauern es in hohem Maß, dass das AkiE nun zum 31. März 2017 schließen muss.

Andrea T. | | Quelle:

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  • Ehrenamt

    Man fragt sich, dass Menschen überhaupt noch Zeit für ehrenamtliches Engagement haben?. Bei den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen steht doch die finanzielle Absicherung der eigenen Familie an erster Stelle und will man weitergedacht beispielsweise als bedürftige Seniorin, Senior nicht im budgetierten Pflegeheim seinen Lebensabend verbringen. Daher Hochachtung dem Ehrenamt, nur ob man diese Leistungen bei eigener Bedürftigkeit anerkannt bekommt?

  • Kristin

    Ich empfinde es in einer Zeit in der laut TLZ jedes 5 Kind in Eisenach arm gilt als eine Schande für die kirchlichnahe Einrichtung Diakonie das so eine Einrichtung geschlossen wird! Ich brauche keine Lippenbekenntnisse von Barmherzigkeit und Nächstenliebe, wenn es nicht gelebt wird! Das so eine Einrichtung ein Zuschußgeschäft ist, ist nachvollziehbar. Man sollte aber die Folgen bedenken sozialschwachen Menschen egal welchen Alters, Glaubens oder Nationalität wird ein Stück Teilnahme an der Gemeinschaft genommen und unsere Umwelt wird weiter mit noch brauchbaren Sachen zugemüllt.

    • Rentner

      100 %ige Zustimmung!

      • Meinungsäußerer

        Wie kommt dann die stark gesunkene Nachfrage? Sind die Menschen Ihrer AUffassung nach selbst für Sozialkaufhäuser zu arm oder stellen Sie sich endlich der Realität, dass die Zahl der Menschen, die arbeitslos/auf Hartz IV angewiesen sind in den letzten Jahren signifikant zurückgegangen ist? Man muss nicht immer alles schlechter reden, als es ist.

        • Kristin

          Ich kann jede Befragung und jede Statistik so auswerten, wie ich es benötige! Dann erklären Sie mir bitte mal woher die hohen Sozialausgaben im Haushalt der Stadt kommen? Warum ist die Zahl der bedürftigen Kinder , die an der Kinderweihnachtsfeier der Stadt jedes Jahr teilnehmen von der Gründung von 50 auf über 500 Stück gestiegen? Diese Zahlen sind Fakten!!! Sie können nicht die Zahlen des Bundes auf Eisenach runterbrechen. Nur, weil es dort weniger Hartz IV Empfänger gibt, heißt das nicht, daß es in Eisenach auch so ist. Es hätte wieder mehr die Werbetrommel gerührt werden müssen und man hätte über neue Fördermöglichkeiten sich Gedanken machen müssen. Was nicht gewollt ist, soll auch nicht sein!!!

          • Jakob

            Warum kaufen Sie nicht einfach künftig im Sozialkaufhaus „Menschen helfen Menschen“ an der Breitscheidstraße ein?

  • Stadtbewohner

    Elf Jahre lang eine tolle Sache, doch die Zeiten und die Ansprüche der Menschen haben sich geändert. Mein Respekt gilt allen Unterstützern dieser sinnvollen Einrichtung!

  • Felix Berg

    Der obige Beitrag ist nicht vom echten Felix Berg, der kommt gerade aus dem Urlaub. Bleibt die Frage an die Moderation. Zeigt aber wie verlogen und hinterhältig hier ein User sein Unwesen treibt. Zur Realität, Arm ist kein Statistischer Wert sondern Tatsache. Jedes 5. Kind lebt unter H4 und jeder 5. Produktiv tätige arbeitet für unter 10 Euro. Auch nur durch den eingeführten Niedriglohnsektor kann D in Europa mit Gewinnen auf Vorzeigeposition gehen. Arg getroffen von Anti Humanitären Produktionsbedingungen sind die neuen Länder und weit vorne, von der CDU eingeführt, Thüringen. Die Ursache das dieses Kaufhaus für Arme keinen Umsatz macht dürfte unter der von Schröder angeordneten Zwangsdeportation der Hartzer liegen, in Minipferchen braucht man kaum Möbel.

    • eisenachonline

      Entschuldigen Sie die Freigabe des Kommentars.
      Wir haben entsprechende Maßnahmen getroffen.

      • Felix Berg

        Keine Ursache, alles ok

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