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2. Halbzeit von Kiel soll der Maßstab sein

Im Handballtempel Ostseehalle verpaßte der ThSV Eisenach am Mittwochabend die Sensation. Der «große» THW Kiel zitterte sich zu einem 22:21 Sieg über die Wartburgstädter. Eine verkorkste 1. Halbzeit (14:5 für Kiel) war letztendlich dafür ausschlaggebend, dass die Schützlinge von Peter Rost trotz eines 16:8 Vorteiles in den zweiten 30 Minuten letztendlich leer ausgingen. Das soll am Freitagabend jedoch anders werden. In der Sporthalle Dutenhofen steigt um 20 Uhr das hessisch-thüringische Nachbarschaftsderby zwischen der gastgebenden HSG Dutenhofen/Münchholzhausen Wetzlar und dem ThSV Eisenach. «Was uns in Kiel nicht gelungen ist, wollen wir heute schaffen, auswärts zwei Pluspunkte einfahren», umreißt ThSV-Coach Peter Rost die Zielvorgabe. Der Olympiasieger von 1980 weiß, im «Handballdorf» Dutenhofen hängen die Trauben auch verdammt hoch. «Wir müssen von der ersten Minute konzentriert und engagiert im Angriff und in der Abwehr operieren. Die zweite Halbzeit von Kiel muss unser Maßstab über 60 Minuten sein. Stellen wir die Fehler vom Mittwoch ab, haben wir gute Chancen», blickt Peter Rost auf den heutigen Abend. Er kann die zuletzt erfolgreiche Formation aufbieten. Preben Vildalen und Sergio Casanova setzten in Kiel im Vorwärtsgang die Akzente. Torjäger Stephan Just rieb sich in der 1. Halbzeit mit «Nebensächlichkeiten» auf, kassierte frühzeitig seine zweite Zeitstrafe und verfolgte die zweite Halbzeit von der Bank. Till Bitterlich nahm die Kreisposition ein und schuf vor allem Platz für die Rückraumreihe, die in der Besetzung Vildalen (Rückraum links), Casanova (Rückraum Mitte) und Hrovje Sostaric (Rückraum rechts) für Power und Schwindelanfälle bei den Gastgebern sorgte. Da auch Kapitän Martin Reuter nicht seinen besten Tag erwischte, besitzt der ThSV Eisenach für den morgigen Abend noch Reserven in der Offensive. Mehr Torgefahr von den Außenpositionen ist zudem durchaus möglich und notwendig. Disziplinierte Angriffsgestaltung ist in Dutenhofen erforderlich, um nicht die Kontermaschinerie der Gastgeber in Gang zu setzen. Den Grundstein des Erfolges soll jedoch die Abwehr legen, hinter der ein sich derzeit prächtig ergänzendes Torhüterduo Jerkovic/Lehmann steht. Brillierte Dragan Jerkovic nach seiner Einwechslung beim 24:19 Heimerfolg über Gummersbach, glänzte Lehmann jeweils nach seiner Einwechslung beim Pokalauftritt und am Mittwoch zum Punktspiel beim THW Kiel.

Die HSG D/M Wetzlar, gestärkt durch einen 32:28 Sieg in Solingen, will sich mit einem vollen Erfolg gegen Eisenach, ähnlich wie die Thüringer, im Mittelfeld festsetzen und gehörig Abstand zu den «gefährdeten» Tabellenrängen verschaffen. Auch ohne ihren vor Saisonbeginn nach Lemgo abgewanderten «Star» Markus Baur überzeugen die Hessen mit mannschaftlicher Geschlossenheit. Im Jugoslawen Nebosja Golic fand das Team um Trainer Velimir Petkovic einen neuen exzellenten und zugleich torgefährlichen Regisseur. Obwohl eigentlich aufs «Altenteil» verabschiedet, Kreisläufer Wolfgang Klimpke ist seit einigen Wochen wieder dabei, bringt all seine Routine zum Tragen. Die Eisenacher sind zusätzlich motiviert, die Scharte von der 28:34 Heimniederlage aus der Hinrunde auszuwetzen. Für Spannung und Dramatik dürfte zwischen den langjährigen Rivalen, schon aus gemeinsamen Zweitligazeiten, erneut gesorgt sein. Wer noch keine Eintrittskarte reserviert hat, sollte rechtzeitig an der nur 1800 Zuschauer faßenden Sporthalle Dutenhofen sein. Im ThSV-Fanbus der KVG Eisenach, Abfahrt um 16 Uhr vom Parkplatz Katzenaue, sind noch Plätze frei.

Rainer Beichler | | Quelle:

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