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Foto: © Fotostudio Gräbedünkel / ThSV Eisenach

Als Tomas Urban in den rechten Rückraum wechselte…

ThSV Eisenach feiert mit 28:26-Erfolg über den TuS Ferndorf den 9. Heimsieg im 10. Heimspiel / Linkshänder Tomas Urban und Nick Heinemann mit wichtiger Rolle

Der ThSV Eisenach untermauerte seine Heimstärke, bejubelte mit einem 28:26 (14:15) über den TuS Ferndorf den 9. Heimsieg im 10. Heimspiel. „Ein Arbeitssieg“, bekannte Eisenachs Rückraum-Recke Matthias Gerlich, der mit 8 Treffern (bei 12 Würfen) erheblichen Anteil hatte. Beide Teams boten den über 1.700 Zuschauern – darunter der seit vielen Jahren in Hamburg lebende Ex-Motor-Eisenach-Außen Victor Eiser – spannende und ansehnliche Handballkost. Beide Trainer sprachen von einem „intensiv geführten Spiel“. Die aus dem Siegerland angereisten Fans trugen zu einer stimmungsvollen Atmosphäre bei. Die Schiedsrichterleistung von Nils Blümel und Jörg Loppascheski wurde von beiden Trainern, die wegen Reklamierens Gelb sahen, kritisch bewertet. Matthias Lerscht, der Coach des TuS Ferndorf, hatte in Richtung der Spielleiter gar harten Tobak bereit:

Wir hätten 5 oder 8 Tore besser sein müssen, um zu gewinnen.

Der entscheidende Schachzug des Eisenacher Trainers
Mann des Abends war Tomas Urban. Aber nur, weil Nick Heinemann trotz grippalen Infektes sich über weite Strecken auf Rechtsaußen durchbiss. Tomas Urban wurde beim Stand von 6:10 (19.) von Rechtsaußen in den rechten Rückraum beordert. Damit gelang Eisenachs Trainer Christoph Jauernik der entscheidende taktische Schachzug. „Wir haben uns im Positionsangriff einfach zu schlecht bewegt“, bekannte Christoph Jauernik mit Blick auf die ersten 20 Minuten. „Wir haben im Angriff einfach zu viele Fehler gemacht, den Gästen zahlreiche Tempogegenstoßtreffer erlaubt“, analysierte Tomas Urban. Wie auf dem Reißbrett trug der TuS Ferndorf seine Tempogegenstöße vor, mit 7 Treffern von Rechtsaußen Miroslav Volentics zum besagten 6:10. Mit Tomas Urban, dessen Spielfähigkeit, dessen Elan und dessen Treffsicherheit,  gewann Eisenachs Angriffsspiel deutlich an Schärfe. Beeindruckend seine Quote bis zur 55. Minute: 9 Würfe – 9 Tore. Erst als der Doppelpunktgewinn unter Dach und Fach war brachte der 27-jährige Linkshänder zwei Bälle nicht unter. „Nach dem 4-Tore-Rückstand haben wir gleich zwei Gänge höher geschaltet, trotz unseres erneut zahlenmäßig kleinen Kaders“,  betonte Tomas Urban.

Mit zunehmender Spielzeit bekamen wir deutlich mehr Zugriff in der Abwehr. Das war letztendlich der Schlüssel zum Erfolg, resümierte Matthias Gerlich, der hierbei das Wiedermitwirken vom Marcel Niemeyer herausstrich.

„Zunächst vermochten wir bei den Gästen die Kooperation mit dem Kreisläufer nicht zu unterbinden“, merkte Christoph Jauernik an.  Im ersten Abschnitt konnte sich der ThSV Eisenach nur beim 13:12 einer eigenen Führung erfreuen (28.).  Nicolai Hansen hatte das Leder in den leeren Gästekasten gezirkelt. Beim Pausenpfiff hatten die in der Vorwoche beim Dessau-Roßlauer HV 33:30 siegenden Gäste die Nase knapp vorn (14:15).

Foto: © Fotostudio Gräbedünkel / ThSV Eisenach

Foto 2: Mit Willenskraft und Trikotfestigkeit: Eisenachs Spielgestalter Olafur-Bjarki Ragnarsson.

Keeper Jan-Steffen Redwitz leitet Schlussoffensive ein
Eisenachs Abwehr, insbesondere der Deckungsinnenblock, war nach Wiederbeginn so richtig auf Betriebstemperatur. „Wichtig, wir spielten Überzahlphasen effektiver. Die Abwehr im Zusammenspiel mit dem Torhüter wurde stärker, Jan-Steffen Redwitz kam rein und parierte gleich wichtige Bälle“, betonte Tomas Urban. Der Eisenacher Keeper parierte gleich zwei Bälle aus Nahdistanz, sendete damit an die eigenen Vorderleute und auch die eigene Anhängerschaft das Signal zur Schlussoffensive. Aus dem 19:20 (42.) wurde ein 26:22 (50.). Mit sehenswerten Treffern! Nick Heinemann versenkte im Nachwurf, Dirk Holzner verwertete eine Steilvorlage. Tomas Urban demonstrierte seine Stärke von der Siebenmeterlinie, bediente den sich am Kreis anbietenden Marcel Niemeyer lehrbuchreif zum 25:22. Dann gab es Sonderbeifall für Dirk Holzner. Kurz vor dem eigenen Wurfkreis entschloss er sich nach einer Balleroberung zum direkten Wurf in den verwaisten Gästekasten – und es stand 26:22 (51.). Als die Gäste in Überzahl auf dem Parkett standen, nutzten sie diese zu zwei Treffern, durften nochmals hoffen (26:24, 53.). Matthias Gerlich schmetterte eine Freiwurfblage ein (55.). Andreas Heyme scheiterte völlig frei an Eisenachs Schlussmann Jan-Steffen Redwitz (56.). Nick Heinemann schloss eine Ballstafette von Rechtsaußen zum 28:24 ab (57.). Das vorzeitige Aus (nach der 3. Zeitstrafe) von Duje Miljak hatte letztendlich nur statistischen Wert. Er wurde mit „Duje-Duje“-Sprechchören gefeiert. Dem TuS Ferndorf gelang noch etwas Ergebniskosmetik.

ThSV Eisenach bestätigt bevorstehende Neuverpflichtung
Auf Nachfrage bestätigte der ThSV Eisenach eine bevorstehende Neuverpflichtung, die bereits durch die sozialen Medien geistert. Wenn alle Formalitäten erledigt und die Unterschrift getrocknet sei, werde man zu Wochenbeginn informieren.

Doppelspieltag
Auf die Teams in der 2. Handballbundesliga wartet ein Doppelspieltag. Der ThSV Eisenach gastiert am Freitag, 17.02.2017 bei der HSG Nordhorn-Lingen (Anwurf um 19.30 Uhr um Euregium Nordhorn) und empfängt am Sonntag, 19.02.2017 um 17.00 Uhr den VfL Bad Schwartau.

Foto: © Fotostudio Gräbedünkel / ThSV Eisenach

Foto 3: Eisenachs Rückraumspieler Matthias Gerlich mal nicht mit Wucht, sondern „technisch feinem Händchen.“

Statistik
ThSV Eisenach: Gorobtschuk (1.-42./ 11 Paraden – 20 Gegentore), Redwitz (42.-60./ 4 Paraden – 6 Gegentore). Brand (n.e.); Iffert, Wöhler (1), Gerlich (8/1), Ragnarsson (2), Miljak (1), Hansen (2), Urban (9/3), Holzner (2), Heinemann (2), Kaufmann, Niemeyer (1),
TuS Ferndorf: Rottschaefer (1.-60./ 10 Paraden – 27 Gegentore), Meinicke (bei 1 Strafwurf – 0 Paraden – 1 Gegentor); John, Stojcevski (1), L. Schneider (1), Celestin (2), Neuteboom, Heyme (5), Volentics (10/1), J. Schneider (1), Kastening (2), Mestrum (4), Brauer, Sartisson
Siebenmeter: ThSV Eisenach 4/4 ( Gerlich verwandelt 1 x gegen Rottschaefer, Urban verwandelt 2 x gegen Rottschafer u. 1 x gegen Meinicke) / TuS Ferndorf 2/1 (Volentics verwandelt 1 x gegen Gorobtschuk, Kastening scheitert 1 x an Gorobtschuk
Zeitstrafen: ThSV Eisenach 4 x 2 min. (Urban 2 Min, Miljak 3 x 2 Min. –Rot 59.) / TuS Ferndorf 4 x 2 Min. (Heyma 2 x 2 Min., Brauer u. Sartisson je 2 Min.
Schiedsrichter: Blümel/ Loppaschewski
Zuschauer: 1.704
Beste Spieler: ThSV Eisenach Urban, Gerlich, Hansen / TuS Ferndorf Volentcis, Rottschaefer
Spielfilm: 5:5 (13.), 6:10 (19.), 11:11 (26.), 14:15 (30.), 17:15 (36.), 19:20 (42.), 22:21 (46.), 26:22 (50.), 26:24 (53.), 28:24 (57.), 28:26 (60.)

Titelbild: Parierte nach seiner Einwechslung wichtige Bälle: Eisenachs Keeper Jan-Steffen Redwitz.

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Foto 4: Im Gleichschritt: Tomas Urban (li.) konnte im rechten Rückraum glänzen, weil sich der mit grippalem Infekt herumplagende Nick Heinemann auf Rechtsaußen durchbiss.

Andrea T. | | Quelle:

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