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 | Bildquelle: Th. Levknecht

Beschreibung:
Bildquelle: Th. Levknecht

Alte Schwächen und neue Stärken

ThSV Eisenach überspringt schwere Pokalhürde: 29:27 (12:13)-Erfolg bei DJK Rimpar Wölfe / Im Finish stachen die Trümpfe  

Mit alten Schwächen und neuen Stärken meisterte der ThSV Eisenach seine schwere Auswärtsaufgabe im DHB-Pokal. Bei Ligakonkurrent DJK Rimpar Wölfe, gemeinsam mit dem SC DHfK Leipzig die Tabelle der 2. Handballbundesliga anführend, feierten die Wartburgstädter mit ihrem neuen Trainer Velimir Petkovic nach einem packenden Fight einen 29:27 (12:13)-Erfolg und stehen damit in der 3. DHB-Pokal-Hauptrunde,  die am 17. 12.2014 ausgetragen wird (Auslosung 29.10.2014).
Knapp vier Wochen zuvor hatten die Franken um Punkte noch mit 24:22 über die Thüringer triumphiert. Die Neuauflage bestritten beide Teams in identischer Aufstellung. Die Eisenacher hatten ihr zuletzt durch Verletzungen pausierendes Torhüterduo Rene Villadsen/Stanislaw Grobtschuk zur Stelle, welches sich prächtig ergänzte. Das Aufeinandertreffen im Pokal fand nicht in Würzburg statt, wo am 28.09.2014 nahezu 3.000 Zuschauer eine imposante Kulisse bildeten, sondern in der kleinen Dreifachsporthalle Rimpar vor offiziell 588 Zuschauer. Wie im Meisterschaftstreffen gaben die Eisenacher auf der Zielgeraden zunächst eine 3-Tore-Führung (25:22, 50.) aus der Hand. Die Hausherren glichen zum 25:25 (53.) aus. Im Finish stachen die Eisenacher Trümpfe. Keeper Rene Villadsen parierte nach dem 26:26 (55.) gleich drei Bälle. Seine Vorderleute schlossen konsequent ab. Im Nachsetzten versenkte Bjarki Elisson von Linksaußen zum 27:26 (56.). Aivis Jurdzs schmetterte das Leder mit seinem 8. Treffer zum 28:26 ins Netz (58.). Bjarki Elisson sorgte mit seinem 10. Treffer zum 29:26 (59.) für Eisenacher Glückseeligkeit. Für Rimpar blieb nur noch Ergebniskosmetik. „Meine Mannschaft hat Moral gezeigt, mit kämpferischem Einsatz überzeugt. Ich habe ebenso Schwächen gesehen, wie Unstimmigkeiten in der Deckung, durch die wir leichte Gegentore kassiert haben. Wir müssen das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter unbedingt verbessern“, resümierte Velimir Petkovic, der neue Coach des ThSV Eisenach, der im zweiten Pflichtspiel den zweiten Sieg mit seiner neuen Crew feierte. Die neun Treffer von Rimpars Rückraum-Rechten Steffen Kaufmann lagen dem 58-jährigen Serben sicherlich im Magen. Über das Erreichen der 3. DHB-Pokal-Hauptrunde zeigte er sich zufrieden. „Im Pokal Selbstvertrauen tanken“, hieß die Losung der Wartburgstädter. Das ist ihnen gelungen. „Das war ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Jetzt gilt unsere Hauptkonzentration dem kommenden Samstag“, fügte Velimir Petkovic hinzu. „Natürlich wollen wir auch im Pokal erfolgreich bestehen“, hatte Jens Bürkle, der Coach der DJK Rimpar Wölfe unmittelbar vor dem Anpfiff erklärt. Für eine „Fortsetzung des Herbstmärchens“ will sein Team in der Liga sorgen und am Wochenende beim TV Neuhausen Zählbares holen.
Um Punkte in der 2. Handballbundesliga reist der ThSV Eisenach am Samstag, 25.10.2014 nach Mittelhessen. Der TV Hüttenberg ist um 19.30 Uhr Gastgeber. „Danach haben wir zehn Tage punktspielfrei, um uns intensiv auf die anstehenden schweren Meisterschaftsspiele vorzubereiten“, richtet Velimir Petkovic schon einmal den Blick nach vorn. Am Mittwoch, 05.11.2015 empfängt der ThSV Eisenach mit dem TV Bittenfeld ein Topteam der Liga. Im Tor steht mit Oldie Dragan Jerkovic ein ehemaliger Erstligatorhüter des ThSV Eisenach. Eintrittskarten sind bereits online unter www.thsv-eisenach.de und in der ThSV-Geschäftsstelle erhältlich.

Beide Teams mit zahlreichen Technik- und Regelfehlern
Jan Forstbauer, der im rechten Rückraum erneut das Vertrauen seines Trainers bekam, traf zwar nach 25 Sekunden zur Eisenacher Führung, die Startphase ging jedoch an die Hausherren. Sie nutzten die zu inaktive linke Eisenacher Deckungsseite, um durch ihren Torjäger Steffen Kaufmann zum 6:3 (9.) einzunetzen. ThSV-Keeper Rene Villadsen bekam auch keine Hand ans Leder. Velimir Petkovic rief seine Mannen zur Besprechung und schickte Stanislaw Gorobtschuk ins Gehäuse, der mit abgewehrten Bällen wichtige Signale an seine Vorderleute sendete. Eisenachs Angriffsspiel gewann an Schärfe, Aivis Jurdzs und Bjarki Elisson (zusammen 18 Tore) schlossen konsequent ab. Da hatte sogar der gut aufgelegte Max Brustmann im Rimparer Kasten das Nachsehen. Nach Regelwidrigkeit an Bjarki Elisson verwandelte Hannes Jon Jonsson den fälligen Strafwurf zum 7:7 (13.). Nick Heinemann versenkte von Rechtsaußen zum 7:8 (15.) und wenig später das 7:9 auf der Hand, doch sein Siebenmeter (nach Regelwidrigkeit an Hannes Jon Jonsson) landete ein gehöriges Stück über dem Kasten der Gastgeber (16.). Beide Teams brachten frisches Personal. Beim ThSV Eisenach kamen Daniel Luther (im Rückraum) und Nicolai Hansen (am Kreis) und bildeten zugleich den Deckungsinnenblock. Bei den Gastgebern übernahm Tom Spieß die Spielführung. Eine 9:8-Führung (19.) der Hausherren beantworteten die Gäste mit zwei Elisson-Treffern über Linksaußen zum 9:10 (22.). Zur Stabilisierung der Deckung uud für die Aufgabe des Regisseurs kam Marcel Schliedermann beim ThSV Eisenach. Beide Teams fabrizierten zahlreiche Technik- und Regelfehler. Dann scheiterte der auf das Parkett zurückgekehrte Aivis Jurdzs am blitzschnell reagierenden Schlussmann Max Brustmann (26.). Bjarki Elisson kassierte eine Zeitstrafe. Zwei Treffer von Jan Winkler brachten DJK Rimpar mit 12:10 in Vorhand (27.). Die Eisenach blieben trotz zwei Patzern bei eigenem Ballbesitz in Tuchfühlung.

Im Finish kühlen Kopf bewahrt
Der ThSV Eisenach startete in den zweiten Abschnitt mit der Anfangsformation, mit Hannes Jon Jonsson auf der mittleren Aufbauposition und Branmir Koloper am Kreis. Velimir Perkovic blieb seiner Maxime, kein Angriffs- und Deckungswechsel treu. Die Franken trafen zum 16:13 (33.). Stanislaw Gorobtschuk musste zur Behandlung des linken Fußes durch Physiotherapeut Martin Münzberg auf die Bank. Rene Villadsen kehrte zurück. Der 28-jährige Däne lief zur Hochform auf, war mit fortan abgewehrten 14 Bällen ein ganz starker Rückhalt. Sein Gegenüber Max Brustmann, einer der Hauptakteure des Höhenfluges der DJK Rimpar Wölfe, musste die Mehrzahl der Bälle passieren lassen. Bjarki Elisson (11 Würfe – 10 Treffer) hatte das richtige Rezept zur Hand. Nick Heinemann bediente mit exakter wohl temperierter Steilvorlage Bjarki Elisson, der zum 17:18 vollendete (39.). Eisenachs Trainer Velimir Petkovic nahm mit Personalwechseln weiter Einfluss. Auch die Gastgeber versuchten durch neues Personal Akzente zu setzen. Hannes Jon Jonsson, Eisenachs Rückraumstratege, immer wieder mit Solis die Deckung der Hausherren in Alarmstimmung versetzend, seine Nebenspieler zugleich vortrefflich in Szene setzend, verwandelte nach Regelwidrigkeit an Nicolai Hansen von der Siebenmeterlinke zum 21:22 (46.) Girts Lilienfelds bediente Nicolai Hansen, der zum 21:23 vollendete (47.), Bjarki Elisson schloss einen Tempogegenstoß zum 21:24 ab (48.). Die Eisenacher schienen – wie vor 3 ½ Wochen –  Oberwasser zu haben. Die jungen Franken (Durchschnittsalter 23 Jahre) setzten zur Schlussoffensive an. Steffen Kaufmann, der sich nicht an die kurze Leine legen ließ, traf mit seinem 9. Treffer zum 26:26-Gleichstand (55.). Die Stimmung in der kleinen Halle war auf dem Siedepunkt. Die Eisenacher behielten als Mannschaft kühlen Kopf, durften sich auf ihren Schlussmann Rene Villadsen verlassen. Als Rene Villadsen auch Julian Sauer das Leder abkaufte und Bjarki Elisson im Gegenzug zum 26:29 einlochte (59.) war die Entscheidung gefallen.

Statistik:
DJK Rimpar Wölfe: Brustmann, Madert; L.Spieß (1), Kraus (6/4), Schmitt (3), Schörnig, Bötsch (2), Schäffer (2), Kaufmann (9), Büttner (1), T. Spieß, Winkler (2), Brielmeier (1), Sauer
ThSV Eisenach: Villadsen, Gorobtschuk; Elisson (10), Wöhler, Jurdzs, Jonsson (5/2), Luther, Forstbauer (1), Schliedermann, Hansen (1), Heinemann (2), Lilienfelds (1), Koloper (1), Seifert
Siebenmeter: Rimpar 4/4 – Eisenach 3/2
Zeitstrafen: Rimpar 2 x 2 Min. – Eisenach 3 x 2 Min.
Schiedsrichter: Moles/Pittner
Zuschauer: 588

Foto: Bjarki Elisson netzte gleich zehn Bälle für den THSV Eisenach ein

Andrea T. | | Quelle:

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