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 | Bildquelle: Th. Levknecht

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Bildquelle: Th. Levknecht

Auch Göppingen hat nur sieben Spieler auf dem Parkett

Eisenachs Kreisspieler Nicolai Hansen gibt sich vor der schweren Auswärtsaufgabe betont locker • Für Velimir Petkovic ein besonderes Spiel

Wir fahren nach Göppingen, um zu gewinnen. Die Schwaben haben wie wir nur sieben Spieler auf dem Parkett,

gibt sich Eisenachs Kreisspieler Nicolai Hansen betont locker. Zum ersten Auswärtsspiel gastiert Aufsteiger  ThSV Eisenach am Samstag, 29.08.2015 um 20.15 Uhr bei Frisch Auf Göppingen. Die knapp 6.000 Zuschauer fassende EWS Arena Göppingen ist nahezu ausverkauft.

Petko – zurück in der 1. Liga, zurück in Göppingen
Für einen aus dem Eisenacher Aufgebot ist es zweifellos eine besondere Partie.

Die 60 Minuten auf dem Parkett nicht, dafür bin ich Profi, doch wenn ich die Halle betrete,

zeigt der „harte Hund“ auf der Eisenacher Trainerbank Gefühle. Velimir Petkovic war nahezu 10 (!) Jahre Trainer bei Fisch Auf Göppingen. Unter seiner Leitung wurde der Traditionsverein EHF- Pokalsieger (2011 und 2012), stand 2006 im EHF-Pokal-Finale. Im Jahr 2005 wurde Velimir Petkovic zum „Trainer der Saison“ gekürt. „Riesenerfolge, große Momente, bleibende Freundschaften“, lässt Velimir Petkovic seine Göppinger Zeit aufleben. „Es ist schön, dass die Menschen  nicht vergessen haben, was ich für Frisch Auf geleistet habe“, fügt der 59-jährige Coach mit Verweis auf die vielen positiven Anrufe aus der Region Göppingen an. Er wird sicherlich unzählige Hände zu schütteln haben, von vielen freundschaftlich umarmt werden. Velimir Petkovic taucht ein in die eigene Vergangenheit, er ist zugleich stolz auf die Gegenwart. Er hat mit dem ThSV Eisenach den Aufstieg ins Handballoberhaus geschafft, nach 7:9 Punkten bei seinem Amtsantritt. „Petko, Du gehörst einfach in die 1. Liga“, hatte kürzlich Deutschlands Top-Schiedsrichtergespann Geipel/Helbig zum Vollblut-Trainer gesagt. Und dieser emotionale so unnachahmliche Vollblut-Trainer gehört auch einfach in die 1. Liga!  Für den ThSV Eisenach war die Verpflichtung von Velimir Petkovic im Oktober 2014 ein absoluter Glücksgriff. Der Trainer-Haudegen steht allerdings vermutlich vor seiner schwierigsten Aufgabe. Das Eisenacher Team wurde – unter Federführung von Velimir Petkovic – völlig umgekrempelt. Neun Neuzugänge aus vielerlei Ländern vermeldeten die Wartburgstädter im Sommer. Eine gewaltige Herausforderung, diese zu integrieren, für den Eisenacher Coach! „Ich bin ein erfahrener Trainer, aber kein Zauberer“, hatte er bei seinem Amtsantritt in Eisenach im Oktober 2014 erklärt.

ThSV Eisenach: Mit niedrigstem Etat die Liga halten
Die Vorbereitung auf die Erstligasaison 2015/20165 verlief durchwachsen. „Ich hätte mir gewünscht, weiter zu sein“, erklärte Velimir Petkovic unmittelbar vor dem ersten Pflichtspiel. Das wurde dann gleich ein harter Aufschlag. Im DHB-Pokal unterlag der ThSV Eisenach in eigener Halle MT Melsungen mit 18:30. „Die Hessen sind aber kein Team unserer Kragenweite, sie spielen um Platz 4“, argumentierte Velimir Petkovic. Er will mit dem Team mit dem geringsten Saisonetat, dem einzigen mit einem Budget von unter 2 Mio. €, den Ligaerhalt schaffen. Diese Zielstellung formuliert er auf  seine eigene Art: „Wir wollen auch in der Saison 2016/2017 in der DKB Handball-Bundesliga spielen.“  Dass der ThSV Eisenach durch den Bau einer provisorischen Zuschauertribüne an der zweiten Längsseite von der HBL grünes Licht für „echte Heimspiele“ bekam, nährt zweifellos die Hoffnung gewaltig. Und im ersten Punktspiel, bauend auf die besondere Atmosphäre in der nun 3.300 Zuschauern platzbietenden Werner-Aßmann-Halle, wurde der TuS Nettelstedt-Lübbecke mit 31:30 bezwungen. „Nicht nur zwei wichtige Punkten, wir haben enorm viel Selbstvertrauen getankt“, erklärte der Chef der „blau-weißen Wundertüte“ ThSV Eisenach. Mit diesen zwei Pluszählern lässt es sich für ihn und seine Mannschaft in den nächsten Wochen viel leichter arbeiten.

Die Gastgeber stehen gewaltig unter Druck
Die Wartburgstädter können in Göppingen völlig gelöst aufspielen. Die Hausherren stehen unter Druck, zumal sie zum Saisonauftakt beim TSV Hannover-Burgdorf eine 13:8-Führung nicht behaupten konnten und über eine 23:26-Niederlage quittieren mussten. „Läuft es bei Frisch Auf nicht wie gewünscht, wird der Druck von Außen höher“, weiß Velimir Petkovic. Die einheimischen Fans werden die Partie gegen den Aufsteiger vermutlich als Selbstläufer einordnen. Ein Blick auf das spielende von vielen Erfahrungen profitierende Personal verdeutlicht die Rollenverteilung. Die Regisseure Michael Kraus (129 Länderspiele für Deutschland) und Tim Kneule, der von der SG Flensburg-Handewitt zurückgekehrte Kanonier Lars Kaufmann (133 Länderspiele) sowie die Rückraumspieler Zarko Sesum (126 Länderspiele) und Kevyn Nyokas stehen im Aufgebot des von Magnus Andersson betreuten Team von Fisch Auf Göppingen.  „Aber keine Übermannschaft“, betont Velimir Petkovic.
Der ThSV Eisenach ist der Außenseiter. Die Mannschaft mental auf die heiße Atmosphäre vorzubereiten, darin sieht Velimir Petkovic eine seiner Hauptaufgaben der Woche. Er wird die Formation vom Auftaktsieg über den Tus Nettelstedt-Lübbecke zur Verfügung haben. Auch der an Verletzungen laborierende Marcel Schliedermann steht für Einsätze bereit. Eine Leistungssteigerung erhoffen sich nicht nur die Mitspieler sondern auch beide Torhüter selbst. Routinier Svetislav Verkic und Mittzwanziger Jan-Steffen Redwitz, der sich auch noch einen Finger auskugelte (aber wieder fit ist),  haderten in der Vorwoche am meisten mit ihrer eigenen Quote.

Das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torwart ist enorm wichtig,

betonte Eisenachs Manager Karsten Wöhler.

Foto: Eisenachs Trainer Velimir Petkovic kann auf zehn erfolgreiche Jahre bei Frisch Auf Göppingen zurückblicken. So kennt ihn Handball-Deutschland: Mit Sachverstand und viel Emotionen an der  Seitenlinie

Andrea T. | | Quelle:

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