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 | Bildquelle: ThSV

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Bildquelle: ThSV

Aufwärtstrend erkennbar

Am vergangenen Wochenende nahm die Auswahl des Thüringer Handballverbandes des Jahrgangs 1995 und jünger am Vorrundenturnier zum DHB Länderpokal in Dormagen teil. Auch wenn es noch zu keinem Erfolg reichte, kehrte das Team um die verantwortlichen Trainer Christian Roch und Christoph Jauernik (beide ThSV Eisenach) doch mit vielen positiven Eindrücken vom Turnier zurück. Alle eingesetzten Spieler konnten zudem große Rückschlüsse für ihre weitere sportliche Entwicklung mitnehmen.

Nachdem das Team am Freitag in der Jugendherberge Neuss eingecheckt und Abendbrot gegessen hatte, machten sich die 14 Spieler in 2 Kleinbussen auf nach Dormagen, wo im dortigen Sportcenter des DHC Rheinland um 20.00 Uhr noch eine einstündige Trainingseinheit auf dem Plan stand. Dem folgte noch eine organisatorische Besprechung aller Trainer der Landesverbände mit dem Ausrichter sowie dem DHB-Jugendkoordinator Christian «Blacky» Schwarzer.

Am nächsten Morgen ertönte um 10.00 Uhr der Anpfiff zur ersten Partie, welche der HV Niedersachsen mit Trainer Klaus-Dieter Petersen am Ende deutlich mit 27:17 gegen die ARGE Rheinland/Pfalz für sich entschied. Im Anschluss daran wurde es für die Jungs aus Thüringen erstmals Ernst, und das gleich im ersten von insgesamt vier Turnierbegegnungen (Spielzeit 2 x 25 Minuten!) gegen den Turnierfavoriten vom gastgebenden HV Mittelrhein. Schon das äußere Erscheinungsbild beider Teams konnte unterschiedlicher nicht sein. Gegenüber den Hünen aus Dormagen und Gummersbach erschien die Thüringer Auswahl Körperhöhe und das Körpergewicht betreffend in der falschen Altersklasse angekommen.

Dank großem Einsatz konnte die Parte jedoch erstaunlich lange offen gehalten werden (5:5 nach 10 Minuten), doch in der Folge setzte sich das mit mehreren DHB-Auswahlkadern angetretene Heimteam stetig ab. Vor allem Tim Rodrian (ThSV Eisenach) vermochte mit seinen zehn Toren gut dagegen und auch der kleine Maxi Jäschke (ThSV Eisenach) hinterließ mit drei Treffern von Rechtsaußen und einer überaus soliden Abwehrleistung einen positiven Eindruck. Letztlich lief die THV-Crew aber einem stetig wachsenden Vorsprung der Hausherren hinterher. Einem Treffer der THV-Auswahl standen stets zwei der Mittelrheinischen entgegen, so dass die Thüringer am Ende über eine deutliche und etwas zu hoch ausgefallene 20:37-Niederlage quittieren mussten.

In der zweiten Partie des Tages hieß nach knapp dreistündiger Pause der zuvor stark eingeschätzten Auswahlmannschaft aus Rheinland/Pfalz der Kontrahent. Aber die Thüringer machten auch hier ihre Sache sehr ordentlich, hielten das Spiel über die gesamten 50 Minuten offen. Vor allem Philipp Hempel (ThSV Eisenach) wusste hier mit viel Zug zum Tor zu gefallen, erzielte insgesamt acht Treffer aus dem Rückraum. Dass es am Ende nur zu einer 22:24-Niederlage reichte, ist an zehn (!!!) vergebenen hundertprozentigen Torchancen festzumachen. Hier fehlte im Team wohl auch etwas der Glaube an die eigene Siegchance. Ein Funken mehr Willen und Emotionen, wäre mehr möglich gewesen

Am nächsten Morgen stand vor dem Anpfiff um 9.00 Uhr bereits der Auszug aus der Jugendherberge auf dem Plan. Pünktlich um 8:15 Uhr versammelte sich das Team in der Kabine, um sich auf das Spiel gegen den HV Niedersachsen vorzubereiten. Einem verschlafenen Start (0:4 / 2:7) stand eine gelungene Spielphase zum 6:10 gegen den ebenfalls körperlich weit überlegenen Kontrahenten entgegen. Auch im zweiten Abschnitt gelang es phasenweise, über Tore von Philipp Hempel, Ardit Ukaj und Armend Alaj (alle drei vom ThSV Eisenach) erfolgreich dagegen zu halten. Vor allem aber die vielen Gegenstoßtore der Niedersachsen raubten dem Team doch zusehends die Moral, so dass eine viel zu deutliche 18:33-Niederlage verbucht werden musste.

In der letzten Partie am Sonntag trafen die Thüringer auf die Auswahl des HV Berlin. Im Vorfeld war klar, nur mit einer überdurchschnittlichen Leistung war Paroli zu bieten. . Dass dies jedoch letztlich bis zur 40. Minute gelang, war der Torgefahr von allen Positionen zu verdanken. Christopher Gladis von Linksaußen, Moritz Rahn und Christian Fritschek aus dem Rückraum sowie Armend Alaj vom Kreis (alle ThSV Eisenach) bewiesen Moral und Torinstinkt, während Tim Rodrian und Maxi Jäschke ihrem Team verletzungsbedingt fehlten. Vor allem im Abwehrverband klappte die Abstimmung nicht mehr so gut, so dass die Berliner letztlich noch einen sicheren 32:23-Erfolg herausspielten und sich neben dem Turniersieger HV Mittelrhein für die Endrunde im Hessischen Rotenburg an der Fulda qualifizieren konnten.

Fazit des Trainergespanns Christian Roch/Christoph Jauernik:
«Insgesamt haben wir uns in den letzten 2 Jahren spürbar an die anderen Verbände herangepirscht. Das blieb auch DHB-Trainer Christian «Blacky» Schwarzer nicht verborgen, der unsere sportliche Entwicklung in den letzten beiden Jahren ausdrücklich gelobt hat. Er sieht aber auch unsere körperlichen Nachteile als Hauptursache für die noch ausbleibenden Erfolge. Hinzu kommt sicherlich auch, dass wir mit fünf Spielern des jüngeren 96er Jahrganges in Dormagen spielten, was die athletischen Unterschiede freilich noch untermauerte.
Dennoch stimmt die Tendenz: Den 75 bzw. 59 Differenz-Minustoren in nur 3 Spielen 2010 und 2011 (im Schnitt also die Spiele mit 25 bzw. 20 Toren Unterschied verloren) können wir dieses Jahr nun also 44 Differenz-Minustore in 4 Spielen (im Schnitt 11 Tore Unterschied) gegenüberstellen. Das ist eine positive Entwicklung, wenn auch im Ergebnis freilich noch längst nicht befriedigend.
Aus dieser Entwicklung ziehen wir als Trainer die notwendige Motivation, unseren Weg im Stützpunktsystem des Thüringer Handball Verbandes weiter zu gehen. Für die Spieler bedeuten Spiele auf Auswahlniveau immer eine sportliche Gradmessung, die man auch als Eisenacher B-Jugend in der MHV-Liga nicht unbedingt jedes Wochenende hat. Dieser Gradmesser ist aber wichtig, um sich individuell besser einschätzen zu können. Auch unsere Auswahlspieler werden nun noch besser wissen, an welchen Defiziten sie ggf. noch härter zu arbeiten haben, um ihre Ziele zu erreichen.»

Für die Auswahl des Thüringer Handballverbandes waren dabei:
Lukas Frohmüller, Marcus Römer (ThSV Eisenach), Toni Hempel (Post SV Gera) -Christopher Gladis (m96), Ardit Ukaj (m96), Maxi Jäschke (m96), Lucas Zemann (m96), Florian Leinhos (m96), Philipp Hempel, Tim Rodrian, Tim Voigt, Armend Alaj, Moritz Rahn, Christian Fritschek (alle ThSV Eisenach), Moritz Reichenbach (LSV Ziegelheim)

Hier die Resultate:

HV Niedersachsen – ARGE Rheinland/Pfalz 27 : 17
Thüringer HV – LV Mittelrhein 20 : 37
HV Berlin – HV Niedersachsen 19 : 17
ARGE Rheinland/Pfalz – Thüringer HV 24 : 22
HV Mittelrhein – HV Berlin 26 : 20
HV Niedersachsen – Thüringer HV 33 : 18
ARGE Rheinland/Pfalz – HV Mittelrhein 25 : 36
Thüringer HV – HV Berlin 23 : 32
HV Mittelrhein – HV Niedersachsen 35 : 24
LV Berlin – ARGE Rheinland/Pfalz 31 : 20

Rainer Beichler | | Quelle:

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