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Benjamin Trautvetter rettet ThSV einen Zähler

Einen Doppelpunktgewinn im Heimspiel gegen den Bergischen HC hatte der ThSV Eisenach als klares Ziel ausgegeben. Beim Abpfiff jubelten die Wartburgstädter über einen Zähler.
Benjamin Trautvetter rettete fünf Sekunden vor der Sirene mit seinem sechsten Treffer zum 32:32 (16:12) seinem Team wenigstens ein Remis. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel schienen die Eisenacher beim 19:14 (34.) ihrer Zielstellung ganz nahe. Schwungvolle Angriffsaktionen, initiiert durch die neue Aufbaureihe vom Tomas Sklenak auf der Regieposition, dem in den Kader zurückgekehrten Routinier Krisztian Szep-Kis im rechten und Pavel Prokopec im linken Rückraum im Zusammenspiel mit allen drei Kreispositionen heizten den Gästen gehörig ein. «In der Folge bauten wir über die schnelle Mitte viel Druck auf», frohlockte Raimo Wilde, der Coach des Bergischen HC. Eisenachs Abwehr bröckelte. «Wir nahmen die Zweikämpfe nicht an, vermochten den Spielfluss der Gäste nicht mehr zu stoppen», analysierte Eisenachs Trainer Hans-Joachim Ursinus. Die «Kraftpakete» des Bergischen HC, angetrieben vom starken Alexander Oelze, marschierten nun unaufhörlich in Richtung ThSV-Kasten, seit der 14. Spielminute vom jungen Sven Luckert gehütet.
Torerfolge wurden vielfach mit einem «Urschrei» garniert. Binnen zehn Minuten nahm die Partie eine andere Richtung: vom 19:14 (34.) zum 20:21 (44.). «Im Positionsspiel habe ich zudem Vorteile für uns gesehen», merkte Gästetrainer Raimo Wilde an, der Linkshänder Jiri Vitek nach langer Verletzungspause wieder aufbieten konnte. ThSV-Kapitän Timo Meinl kehrte ins Gehäuse zurück. Seine Vorderleute vermochten die Angriffsflut des Tabellen-Fünften nicht zu stoppen. Die Gäste schienen das richtige Rezept gefunden zu haben (26:28, 53. Minute).

Handballkrimi in der Schlussphase
Eine Schlussphase war nichts für schwache Nerven. Im Nachsetzen hatte Stephan Mellack den 30:31 Anschlusstreffer markiert (58.). Beim Abwehrversuch verdrehte sich BHC-Schlussmann Ivan Zoubkoff das Knie, humpelte vom Parkett. Auf der Gegenseite Siebenmeter. ThSV-Keeper Timo Meinl, wenige Minuten zuvor sich bei einer Parade eine schmerzhafte Verletzung zuziehend, kauft Elvir Selmanovic das Leder ab. Die über 1400 Zuschauer hält es nicht auf den Sitzen. Der ThSV Eisenach auf dem Weg zum Ausgleichstreffer? Ein ungenaues Prokopec-Abspiel bringt den Bergischen HC in Ballbesitz. Sebastian Hinze trifft vom Kreis zum 30:32 (59.). Wenige Augenblicke später liegt das Leder erneut im Gästekasten. Doch die Unparteiischen Thöne/Zupanovic (Berlin) haben Karsten Wöhler beim Wurf im Kreis gesehen. Der Treffer findet keine Anerkennung. Die Zeit rinnt den Eisenachern davon. Sie fighten leidenschaftlich, attackieren die Gäste frühzeitig. Der Lohn, Ballgewinn. Rechtshänder Adrian Wöhler setzt sich Rechtsaußen mit vollstem Einsatz durch, trifft zum 31:32. Doch es sind nur noch 22 Sekunden zu spielen. Auszeit für die Gäste. Die Hallenuhr zeigt eine Spielzeit von 17 Sekunden an. Ballbesitz für den Bergischen HC. Der mitgereiste Anhang feierte bereits den Auswärtssieg. Statt das Leder in den eigenen Reihen zu halten, setzen die Gäste zum Torwurf an. Mit schmerzverzerrtem Gesicht wehrt Timo Meinl den Wurf ab. Benjamin Trautvetter lauert in der gegnerischen Hälfte. Der Ball gelangt blitzschnell zum Schwarzschopf, der von Linksaußen fünf Sekunden vor Ultimo zum Ausgleichstreffer versenkt. Riesenjubel und Aufatmen im Lager des ThSV Eisenach.

Hans-Joachim Ursinus hatte große Unterschiede in der Qualität der Angriffsleistung und der Abwehrarbeit ausgemacht. «Erstmals in dieser Formation bot die Aufbaureihe eine bemerkenswerte Leistung», betonte Eisenachs Trainer. War das schon die Rückraumbesetzung der kommenden Spielzeit? Routinier Krisztian Szep-Kis war eine augenscheinliche Bereicherung. Zumeist nur im Angriff auf dem Parkett, für Abwehraufgaben kam Stephan Mellack, war der 35-jährige Ungar an vielen Ballstafetten maßgeblich beteiligt, zog aber auch selbst erfolgreich ab. Tomas Sklenak brachte seine individuellen Vorzüge ein, ist aber nicht der Spielgestalter. Bei Pavel Prokopec hatte Trainer Hans-Joachim Ursinus eine Leistungssteigerung gegenüber der jüngsten Zeit ausgemacht. Licht und Schatten wechselten allerdings beim weiter durch eine Verletzung der Hand gehandicapten 28-jährigen Tschechen. Eisenachs Trainer vertraute bis Mitte der zweiten Halbzeit ausschließlich der Stammformation dieser Partie. Adrian Wöhler erhielt auf Rechtsaußen den Vorzug vor Martin Hoffmann, bot wieder eine beherzte Partie. Bruder Karsten überzeugte einmal mehr mit seinen ausgeprägten Qualitäten auf Linksaußen. Benjamin Trautvetter, wenn vom Rückraum «gefüttert», versenkt auch unter größter Bedrängnis das Leder. In der Abwehr fehlte der ThSV-Crew allerdings die Stabilität und Kompaktheit.

Traditionsderby am Mittwoch
Bereits am Mittwoch, 23.04.08 reist der ThSV Eisenach zum ewig jungen Traditionsderby ins Erzgebirge. Der EHV Aue, am Samstag mit einem ganz wichtigen 25:22-Auswärtserfolg bei Tuspo Obernburg, ist um 19.30 Uhr Gastgeber für die Ursinus-Schützlinge.

Saison-Abschlussparty im Vergleich mit Aufsteiger Bayer Dormagen
Das letzte Heimspiel der Saison 07/08 bestreitet der ThSV Eisenach am Samstag, 26.04.08, wenn der als Aufsteigere in die 1. Bundesliga feststehende TSV Bayer Dormagen in die Werner-Aßmann-Halle kommt. Anpfiff ist dann bereits um 18.00 Uhr. Doch bereits ab 15.00 Uhr lockt eine bunte Saison-Abschlussparty, musikalisch ausgestaltet von Antenne Thüringen. Als Gast begrüßt der ThSV Eisenach den amtierenden Vizeweltmeister im Kickboxen Michael Berk. Tickets sind im Vorverkauf bereits erhältlich. Die Nachfrage ist ausgesprochen groß. Der ThSV Eisenach empfiehlt vom Vorverkauf regen Gebrauch zu machen! Reservierungen möglich unter Tel. 03691/82800 oder 72360.

Statistik
ThSV Eisenach: Meinl, Luckert (14.-45.); Hoffmann, Trautvetter (6), Sklenak (2), A. Wöhler (4), Riehn (1), Luther, Mellack (2), K. Wöhler (6/2), Kastelic, Jauernik, Prokopec (6), Szep-Kis (5)
Bergischer HC: Zoubkoff, S. Nippes (24.-30./58.-60.); Hoße (2), Vitek (5), Hinze (4), Krosch, Kluge (5), Kenyah, Oelze (3/1), Selmanovic (6/3), Aschenbroich (4), Reinarz (3), Quade
Zeitstrafen: Eisenach 4 x 2 Min.; Bergischer HC 5 x 2 Min.
Siebenmeter: Eisenach 3/2; Bergischer HC 6/4

Benjamin Trautvetter (l.) in Aktion

Rainer Beichler | | Quelle:

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