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Bitterlich: «War nie so ganz richtig weg!»

Von 1998 bis 2004 spielte er mit dem ThSV Eisenach in der 1. Handballbundesliga, wechselte dann zur SG Willstätt-Schutterwald und kehrte nach 5-jährigem Intermezzo im Sommer wieder unter die Wartburg zurück, soll mit seiner Erfahrung vor allem die Abwehr stärken. Die Rede ist von Till Bitterlich. «So richtig weg, war ich eigentlich nicht», bekennt der 100-Kilo-Mann. Eine neue sportliche Perspektive und das private Umfeld haben den 32-Jährigen zur Rückkehr bewegt. «Eine ausgesprochen anspruchsvolle Zielstellung für diese Saison mit der Bestätigung der Vorjahresplatzierung, die fest angepeilte Qualifizierung, der de facto Aufstieg in die eingleisige zweite Bundesliga, waren sportlich ausschlaggebend», so Till Bitterlich, dessen Frau in Bad Hersfeld arbeitet. Vorbei die Zeit der 5-jährigen Wochenendbeziehung! Und für Mitte November hat sich im Hause Bitterlich Nachwuchs angekündigt! «Das wird das Familienleben natürlich verändern», berichtet Till Bitterlich mit funkelnden Augen. Dann wird kaum noch Zeit für Golf bleiben. Die Zeit für ein gutes Steak wird er sich dennoch nehmen, bei Musik aller Genres. «Ich komme aus einer kulturell sehr bewanderten Familie, ich höre auch klassische Musik», ergänzt der Handballer Till Bitterlich, auf dem Parkett resolut zupackend.
Till Bitterlich wurde am 25.02.1977 in Dresden geboren. Das ist auch heute noch sprachlich nicht zu überhören. Dort besuchte er bis zur 8. Klasse die Schule, bevor er an die Sportschule nach Leipzig wechselte, dort erfolgreich sein Abitur ablegte. Dann zog es den jungen Till Bitterlich ins Thüringische, zum handballerisch aufstrebenden HSV Suhl, der versuchte, dem Traditionsverein ThSV Eisenach den Rang abzulaufen. Vergeblich! Im Jahr 1998, der ThSV Eisenach hatte gerade im Jahr 1 nach dem Aufstieg die Erstbundesligazugehörigkeit gesichert, wechselte Till Bitterlich, der 25 Junioren-Länderspiele absolvierte, in die Wartburgstadt. Zur gleichen Zeit kam der Dingelstädter Karsten Wöhler vom THW Kiel zu den von Rainer Osmann trainierten Eisenachern. Zwischen beiden entstand eine feste Freundschaft. «Das waren geradezu fantastische Jahre. Woche für Woche standen wir mit den weltbesten Handballern auf dem Parkett. Wir haben den Großen der Liga, wie THW Kiel, VfL Gummersbach, SC Magdeburg in der Werner-Aßmann-Halle gehörig Punkte abgeknöpft. Das vergisst man nicht», schwärmt Till Bitterlich noch heute. Im Frühjahr 2004 folgte das Ende der siebenjährigen Erstligazeit des ThSV Eisenach. «Ich sah für mich in Eisenach damals keine Zukunft. Das Angebot der SG Willstätt-Schutterwald war für mich die beste Alternative, sportlich und im Hinblick auf ein Studium», erinnert sich der stets aufgeschlossen auftretende Lockenkopf. «Fünf Jahre in der Nähe zur Schweiz, auf einem schönen Fleckchen Erde, eine andere Art des Lebens zu verbringen, möchte ich nicht missen», betont Till Bitterlich mit Nachdruck. «Wir haben mit der SG Willstätt-Schutterwald und später der HR Ortenau auf sehr gutem Niveau Handball gespielt. Mit der Gründung der HR Ortenau wurden mit dem Ziel Erstbundesligahandball die Kräfte der Region gebündelt. Leider sind diese Zukunftspläne zerplatzt», erklärt Till Bitterlich, der zuletzt das Team der HR Ortenau als Kapitän anführte. Während dieser Zeit absolvierte Till Bitterlich ein Studium Medien- und Informationswesen, das er, drei Tage bevor der Möbelwagen für den Rücktransport nach Eisenach vor der Tür stand, erfolgreich abschloss. Auf diesem Studium aufbauend will er sich ein berufliches Standbein in Eisenach schaffen, zunächst in Verbindung mit dem Handballsport. Und was bleibt noch aus jener Zeit? Natürlich, die Hochzeit am 20.06.2008, mit Karsten Wöhler als Trauzeuge!
Obwohl im etwas «gereifteren» Handballalter, Till Bitterlich, der Abwehrspezialist, hat mit dem ThSV Eisenach noch einiges vor. «Ich bemühe mich, ein kompletter Spieler, für Abwehr und Angriff, zu sein», unterstreicht er. Herauszuhören, er hat den Ehrgeiz auf mehr als «nur» Einsätze in der Abwehr. «In der Offensive brauche ich noch Zeit der Eingewöhnung, um das Timing im Zusammenspiel mit Pavel Prokopec, Tomas Sklenak und Girts Lilienfelds zu verfeinern», gibt Till Bitterlich ehrlich zu. «Wir haben als Mannschaft hohe Ziele. Da ist es wichtig, dass kein Bruch entsteht, wenn gewechselt wird», sieht sich Till Bitterlich auch in der Verantwortung. Die Fans des ThSV Eisenach wird`s freuen!

Am Samstag, 26.09.09 empfängt der ThSV Eisenach mit Till Bitterlich zum thüringisch-hessischen Nachbarschaftsvergleich, einem Aufeinandertreffen von zwei echten Traditionsvereinen, um 19.30 Uhr den TV Hüttenberg. Till Bitterlich wird sein Bestes geben, damit beide Punkte in Eisenach bleiben!

Rainer Beichler | | Quelle:

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