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 | Bildquelle: Th. Levknecht

Beschreibung:
Bildquelle: Th. Levknecht

Demontage in eigener Halle

ThSV Eisenach wird von der TSV Hannover-Burgdorf mit 24:36 (12:15) überrollt / Trainer Velimir Petkovic kündigt personelle Konsequenzen an

Eine der schlechtesten Leistungen einer von mir in 27 Trainerjahren betreuten Mannschaft,

rang Eisenachs Trainer Velimir Petkovic nach dem 24:36 (12:15)-Heimdebakel gegen die TSV Hannover-Burgdorf um Fassung. Trotz der Niederlagen in der jüngsten Zeit bekam der Aufsteiger immer wieder einen Aufwärtstrend bescheinigt. Und dann das! Velimir Petkovic, ein Mann mit großem Kämpferherz, stets mit 100.000 Volt bei der Sache, kündigte personelle Konsequenzen nach dem Desaster an.

Die Mitspieler haben die Verantwortung Neuzugang Borut Mačkovšek übertragen, bilanzierte der Eisenacher Coach.

Der slowenische Nationalspieler, zu Wochenmitte vom französischen Spitzenklub Montpellier gekommen, war der einzige Lichtblick beim Gastgeber.

Wir haben kaum Widerstand geleistet, uns kaum gewehrt, erklärte ein enttäuschter  Velimir Petkovic und fragte, was geht im Kopf meiner Spieler vor.

Der Trainer-Haudegen sinnierte:

Einige Spieler müssen sich ändern. Wer dazu nicht in der Lage ist, muss gehen. So geht es nicht weiter.

Petkovic wäre nicht Petkovic, wenn er im Augenblick des Niederschlags nicht nach vorne blicken würde:

Ich werde kämpfen!

Bewundernswert, wie die Zuschauerkulisse das Desaster über sich ergehen ließ.

Ich entschuldige mich bei unseren Fans. Wenn unsere Fans schon vor dem Abpfiff die Halle verlassen, ist das eine Blamage für die Spieler, so Velimir Petkovic.

Im zweiten Abschnitt brachen sämtliche Dämme
Nach der 10:9-Führung der Eisenacher (19.) übernahm die TSV-Hannover-Burgdorf das Sagen. Die Hausherren bissen sich an Gästekeeper Martin Ziemer (parierte 17 Bälle) die Zähne aus. Die Gäste hingegen netzten mit kreativen Angriffsaktionen ein. Ihr Selbstbewusstsein stieg im zweiten Abschnitt von Minute zu Minute. Egal welches Personal Velimir Petkovic auf das Parkett schickte oder welches taktische System er anordnete, nach dem 17:20 (39.) brachen alle Dämme. Sein Team wurde ein Torso. Die Gäste zogen vom 18:22 (41.) auf 22:34 (55.) davon, kombinierten nach Herzenslust, ließen mit einfachen Finten die Gastgeber ins Leere laufen. Kreisläufer Erik Schmidt nutzte die Freiheiten an der Kreismitte. Der Aufsteiger erfüllte nicht einmal die Rolle eines Trainingspartners. . Die Eisenacher Spieler kauerten versteinert in ihrer Kabine, in der noch ganz lange Licht brannte. Rede- und Klärungsbedarf! . Die schon vorab für Sonntag geplante Mannschafts-Weihnachtsfeier in der Gaststätte „Waldbad“ in Mosbach (Ortsteil von Wutha-Farnroda) dürfte in frostiger Atmosphäre stattgefunden haben. Auf „Wolke Sieben“ schwebte Jens Bürkle, der Coach der Niedersachsen, nach dem 12 (!)-Tore-Sieg in Eisenach. „Ich bin stolz auf mein Team. Da passte alles. Die Konterquote stimmte. Der Torwart war gut. Der Kreisläufer war gut. Der Rückraum war gut. Die Außen waren gut.“ Die per voll besetzten Sonderbus angereisten Gästefans jubelten noch lange nach dem Abpfiff.

Trotz mageren Punktbilanz Chancen auf den Ligaverbleib
Aufsteiger ThSV Eisenach schließt die Hinrunde mit der mageren Bilanz von 5:29 Punkten ab, hat als Tabellen-Vorletzter aber nur einen Zähler Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Aus fünf Teams im Tabellenkeller rekrutieren sich die drei Absteiger. Am Freitag, 18.12.2015 reisen die Eisenacher zur ersten Rückrundenbegegnung zum direkten Aufeinandertreffen von zwei akut abstiegsgefährdeten Teams in die schwäbische Landeshauptstadt,  gastieren beim TV Bittenfeld Stuttgart.

Zu oft Endstation bei Torwart Martin Ziemer
Der ThSV Eisenach, der neben seinem verletzten Rückraum-Shooter Azat Valiullin auch kurzfristig auf Marcel Schliedermann (Leistenprobleme) verzichten musste, nahm einfach keine Fahrt auf. Zu pomadig, zu vorausrechenbar, ohne Esprit das Angriffsspiel. Die indsividuellen Qualitäten von Neuzugang  Borut Mačkovšek (Rückraum links) und Bogdan Chriciotoiu (Rückraum rechts) sorgten zunächst für ein annäherndes Gleichgewicht. Die bessere Spielanlage zeigten die Gäste. Mait Patrail traf per technisch gekonntem Wurf zum 3:5 (9.). Die Eisenacher, angetrieben durch ihre stimmgewaltige Kulisse, glichen aus und gingen sogar in Führung. Nicolai Hansen schüttelte seinen Gegenspieler ab. Borut Mačkovšek versenkte doppelt. Einen Ballgewinn mit anschließender Steilvorlage von Nick Heinemann nutzte Tomas Urban zum 9:8 (17.). Die Niedersachen, mit einem immer wieder erfolgreich abschließenden Lars Lehnhoff trafen zum 11:12 (23.). Nicolai Hansen war kurz zuvor an Schlussmann Martin Ziemer gescheitert, ein Wöhler-Ball landete am Holz. Der Gäste-Keweper lief zur Hochform auf. Auch mit zwei Kreisläufern (Koloper. Hansen) vermochten die Wartburgstädter keine Richtungsänderung einzuleiten. Erik Schmidt traf zum 11:14 (27.)

Leckgeschlagenes ThSV-Schiff ging unter
Auch mit einer offensiveren Deckung der Eisenacher nach Wiederanpfiff und verschiedenen personellen Wechsel änderten sich die Kräfteverhältnisse nicht. Zu wenig Kreativität und Durchschlagskraft bestimmte das Eisenacher Angriffsspiel. Ein gutes Zusammenspiel, Bogdan Criciotoiu zu Branimr Koloper (39. zum 17:20) besaß Seltenheitswert. Olafur Ragnarsson patzte. Sören Christophersen nutzte sein Wurfrepertoire zum 18:23 (41.). Verunsicherung pur war beim ThSV Eisenach angesagt. Auch der eingewechselte Kapitän Daniel Luther konnte trotz allen  spürbaren Bemühens das Ruder nicht mehr herumreißen. Schlimmer, das ThSV-Schiff kenterte und ging unter! Die Niedersachsen stempelten die Eisenacher zu Statisten, nutzten deren kapitale Fehler zum 21:31 (52.). Sorgenvoll blickten die blau-weißen Anhänger zur Anzeigetafel und zur Hallenuhr. Die Gäste hatten kein Erbarmen. Die Schluss-Sirene wurde bei den Gastgebern herbeigesehnt…

Statistik
ThSV Eisenach: Redwitz (1.-18./ 38.-44. – 1 Parade/15 Gegentore), Verkic ( 6 Paraden/ 21 Gegentore); Wöhler (2), Luther, Celica (2), Ragnarsson, Hruscak, Hansen (3), Urban (4), Holzner (3/3), Heinemann, Koloper (3), Mačkovšek (4), Criciotoiu´(3)
TSV Hannover-Burgdorf: Ziemer (1.- 53. – 17 Paraden/ 21 Gegentore), Semisch (2 Paraden – 3 Gegentore); Patrail (3), Hykkerud (4), Lehnhoff (5/1), Häfner (2), Karason (2), Dräger, Schmidt (6), Olson (1), Hinz (2/1), Christophersen (6), Kastening (5)
Zeitstrafen: ThSV Eisenach 2 x 2 Min. (Hansen u. Koloper je 2 Min.) / TSV Hannover-Burgdorf 4 x 2 Min. (Schmidt 2 x 2 Min, Lenhoff u. Christophersen je 2 Min.)
Siebenmeter: ThSV Eisenach 4/3 (Urban scheitert 1x an Ziemer, Holzner verwandelt 2x gegen Ziemer u. 1x gegen Semisch) / TSV Hannover-Burgdorf 2/2 (Lehnhoff und Hinz verwandeln je  1x gegen Verkic)
Schiedsrichter: Blümel/ Loppaschewski
Zuschauer: 2.354
Beste Spieler: ThSV Eisenach: — / TSV Hannover-Burgdorf: Ziemer, Patrail, Christophersen
Spielfilm: 4:6 (11.), 9:8 (17.), 11:11 (22.), 12:15 (28.), 17:20 (39.), 18:26 (43.), 21:31 (52.), 24:36 (60.)

Andrea T. 

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