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Löwen-Kraftpaket Rafal Baena am Kreis gegen Marcel Popa und Matthias Gerlich | Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Beschreibung: Löwen-Kraftpaket Rafal Baena am Kreis gegen Marcel Popa und Matthias Gerlich
Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Der deutsche Meister war erwartungsgemäß eine Nummer zu groß

ThSV Eisenach scheidet dennoch überaus respektabel aus dem DHB-Pokal aus • Rückraumspieler Matthias Gerlich netzt Rhein-Neckar Löwen 12 Bälle ein

Eine Woche vor dem Punktspielstart absolvierten die Handballbundesligisten die 1. DHB-Pokal-Runde, im Turnierform im Final-Four-Modus ausgetragen. Eine davon wurde in Darmstadt ausgetragen. Der Pokal hat bekanntlich sine eigenen Gesetze, lebt von Überraschungen. In der Halle am Böllenfalltor lief alles nach Plan. Am Samstag bezwang Zweitbundesligist ThSV Eisenach den gastgebenden Drittligisten NSG Groß Bieberau/Modau klar mit 31:20 (18:11). Im nschluss wies der deutsche Meister Rhein Neckar Löwen den vom ehemaligen Eisenacher Spieler und Trainer Runar Sigtryggsson betreuten Erstliga-Absteiger HBW Balingen-Weilstetten mühelos mit 41:28 (18:11). Der ThSV Eisenach lieferte am Sonntag den Rhein Neckar Löwen einen beherzten Fight, doch diese waren erwartungsgemäß eine Nummer zu groß. Das mit Weltklassespielern gespickte Team aus Mannheim, vor Jahren aus den „Kröstis“, der SG Kronau/Östringen hervorgegangen,  siegte 41:30 (21:13) und zog planmäßig in die nächste Runde ein. Eisenachs Rückraumspieler Matthias Gerlich setzte 12 Duftmarken, lie0 12 Bälle im Löwen-Kasten zappeln.

Wartburgstädte bestimmten die Partie gegen den Drittligisten
Der hessische Drittligist MSG Groß Bieberau/Modau begann hochmotiviert, nach einer Viertelstunde (7:7) übernahmen jedoch die Wartburgstädter vor 1.070 Zuschauern die Spielkontrolle, sorgten bis zur Halbzeitpause für eine Vorentscheidung. Nach Spielzügen zur Kreismitte, zu Marcel Niemeyer und Justin Mürköster, die der Drittligist nicht regelkonform zu verhindern wusste, versenkte Tomas Urban auch nach dem Seitenwechsel mit stoischer Gelassenheit alle 6 dem ThSV Eisenach zuerkannten Siebenmeter. Aus dem rechten Rückraum schlossen Alexander Saul und Jonas Richardt mit präzisen Würfen ab. Jonas Richardt besorgte mit seinem Treffer zum 25:15 (46.) für die erstmalige 10-Tore-Führung. Die Linkshänder Tomas Urban, Willy Weyhrauch, Alexander Saul und Jonas Richardt netzten zusammen 20 Bälle ein.

Das erste Pflichtspiel der Saison haben wir ordentlich gelöst. Nach anfänglichen Abstimmungsproblemen hielten wir uns konsequent an Abläufe und Absprachen. Nach dem Seitenwechsel haben wir keine Luft mehr dran gelassen, ohne die letzten Körner zu aktivieren. Marcel Niemeyer, Justin Mürköster und Duje Miljak boten im Deckungszentrum eine überaus engagierte Leistung, bilanzierte ThSV-Coach Christoph Jauernik.

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Foto 2: Matthias Gerlich findet in der Löwen-Abwehr die Lücke zu einem seiner 12 Treffer.

Rhein-Neckar Löwen von Beginn hochkonzentriert gegen das Team von der Wartburg
Die Rollen für das Endspiel dieser Pokalgruppe – ThSV Eisenach gegen die Rhein Neckar Löwen – waren klar verteilt. Das erwartete Endresultat leuchtete mit einem 30:41 (13:21) auch am Ende auf der Anzeigetafel, doch der Underdog von der Wartburg verkaufte sich gegen den mit nationalen und internationalen Stars gespickten deutschen Meister überaus respektabel. Neben großem kämpferischem Einsatz gefielen die Thüringer auch mit vielen guten spielerischen Aktionen. Rückraumspieler Matthias Gerlich setzte 12 Duftmarken, schmetterte 12 Bälle ein.

Er und Marcel Popa überzeugten zugleich in der Abwehr, konstatierte Christoph Jauernik. Das europäische Topteam zeigte uns natürlich die Grenzen auf, ergänzte der Eisenacher Trainer.

Regisseur Andi Schmid, Kreisspieler Rafael Baena Gonzales, Rückraumspieler Harald Reinkind und Torhüter Andreas Palicka bestimmten mit ihrer Klasse von Beginn die Partie. Doch die Thüringer agierten über die gesamte Distanz keinesfalls ängstlich. Im Gegenteil, sie nahmen beherzt die Zweikämpfe an, verließen erhobenen Hauptes unter mit viel Beifall der knapp 1.000 Zuschauern  das Parkett. „Ich hatte wohl den schwersten Job, flogen die scharf platzierten Bälle aus dem 7-Meter-Bereich auf mich zu“, stellte ThSV-Keeper Jan-Steffen Redwitz zur Pause fest. Das Eisenacher Trainergespann Jauernik/Kühr sorgte dafür, das alle Spieler in den Genuss eines längeren Einsatzes gegen die Rhein Neckar Löwen kamen. Wann spielt man schon in einem Pflichtspiel gegen die Rehein-Neckar Löwen?  „Diese zwei ersten Wettkampfspiele stimmen uns optimistisch für die Punktspielsaison“, erklärte Christoph Jauernik.

Andi Schmid mit Zungenschnalzern
Erwartungsgemäß übernahm der deutsche Meister und Pokalsieger sofort die Kontrolle (1:4, 7./4:9, 12.). Die Eisenacher versteckten sich nicht. Marcel Niemeyer traf im Nachsetzen (13.), verwandelte einen Redwitz-Steilpass (17.). „Garniert“ wurde die erste Halbzeit von „Zungenschnalzern“ des Weltklasse-Spielers Andi Schmid, der mit Bodenpässen seine Kreisspieler bediente, leichtfüßig losspazierte, auch mit spektakulärem Rückhandtreffer einnetzte (23.). Raunen ging allerdings durch das Rund, wenn Eisenachs Shooter Matthias Gerlich abzog, wie beim 12:19 (28.).

Alle ThSV-Spieler erhielten längere Einsatzzeiten
Einer Dublette Gerlich- Niemeyer entsprang das 16:22 (33.). Die Rhein Neckar Löwen, nicht alle Stammkräfte einsetzend,  zogen wieder an, nutzten nahezu jeden Eisenacher Fehlwurf zu rasantem Umschaltspiel zum 16:26 (38.). Doch die Wartburgstädter meldeten nicht „Land unter“. Trainer Christoph Jauernik brachte neues Personal, das sich mit ganz viel Herzblut gegen die Weltstars stemmte. Jeder Torerfolg wurde bejubelt. Nach kurzer Verschnaufpause kehrte Matthias Gerlich zurück, gab erfolgreich Kostproben seines Wurfrepertoires, unterstrich seine herausragende Rolle für die Eisenacher Offensive. Der zur Halbzeit ins ThSV-Gehäuse eingewechselte Sebastian Brand parierte gegen den freien Bogdan Radivojevic (50.), parierte auch einen Siebenmeter von Jerry Tollbring (56.). Dazwischen lagen handballerische Delikatessen der Rhein-Neckar Löwen.  Sie zelebrierten, sehr zur Freude ihres zahlreich mitgereisten Anhanges, Handball bester Güte. Willy Weyhrauch markierte den 30. Treffer des ThSV Eisenach. Die blau-weißen ThSV-Fans waren über den Auftritt ihres Teams hoch zufrieden.

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Foto 3: Auch Youngster Jonas Richardt durfte in beiden Pokalspielen ran.

Statistik: ThSV Eisenach – Rhein Neckar Löwen 30:41
ThSV Eisenach: Redwitz, Brand; Iffert, Wöhler (2), , Meoki (2), Gerlich (12/1), Miljak (2), Urban (1/1), Richardt (1), Popa (2), Mürköster (1), Niemeyer (4), Weyhrauch (1), Saul (2)
Rhein Neckar Löwen: Apelgren, Palicka; Schmid (4), Blinac, Sigurdsson, Radivojevic (4), Baena (5), Tollbring (7), Rnic (5), Larsen (2), Pekeler (2), Groetzki, Reinkind (9), Taleski, Guardiola (3), Petersson
Zeitstrafen: ThSV Eisenach 2 x 2 Min. – Rhein Neckar Löwen 1 x 2 Min.
Siebenmeter: ThSV Eisenach 2/2 – Rhein Neckar Löwen 1/0
Schiedsrichter: Brodbeck/Reich
Zuschauer: 950

Statistik: ThSV Eisenach – MSG Groß Bieberau/Modau
ThSV Eisenach: Redwitz, Brand (ab 50.); Iffert, Wöhler, Meoki (1), Gerlich (3), Urban (7/6), Richardt (3), Popa (3), Mürköster (2), Niemeyer (4), Weyhrauch (2), Saul (4)
MSG Groß Bieberau/Modau: Juzbasic, Khan (ab 31.); F. Bauer, Büttner (1), L. Bauer (3), Rivic, Lebherz (2), Weber (3/1), Löffler, von Stein (4), Batinovic (4), Dambach (3), Schellhaas
Siebenmeter: ThSV Eisenach 6/6 – MSG Groß Bieberau/Modau 1/1
Zeitstrafen: ThSV Eisenach 4 x 2 Min. – MSG Groß Bieberau/Modau 3 x 2 Min.
Schiedsrichter: Christian Hannes/Daniel Hannes
Zuschauer: 1.070 in Darmstadt, Halle am Böllenfalltor

Andrea T. | | Quelle:

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