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 | Bildquelle: pupä

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Der Pummpälz muss wohl ein Herrgöttchen gewesen sein

Warum Staffelrennen sehr im Kommen sind, wurde bei der letzten Leichtathletikweltmeisterschaft in Berlin eindrucksvoll demonstriert. Deshalb verwundert es nicht, dass beim 2.Wartburgstaffelmarathon fast dreimal soviel Staffeln antraten als bei seiner Premiere vor einem Jahr. Die Organisatoren hatten einen Wettkampf zusammengestellt, der für jeden etwas auf einer vorbildlich präparierten Strecke bereithielt.

In den drei Kategorien Lauf, Crossbike und Nordic Walking musste jeder Staffelläufer bzw. Staffelläuferin einen Streckenabschnitt von ca. 11 km zurücklegen, ehe der Staffelstab, in diesem Fall ein Pummpälzchen mit Zeitmessstick, weitergegeben wurde.

Spannung versprach schon der erste Staffelwechsel, der die Aktiven beim Start vom Pummpälzsteg über den Frankenstein wieder zurück an den Pummpälzsteg führte. Unter dem Beifall der vielen Zuschauer und Begleitpersonen deutete sich hier bereits eine Vorentscheidung bei den Laufstaffeln der Männer an. Das favorisierte Sportteam Steinbach aus Meiningen kam mit einem Vorsprung von knapp einer Minute vor den Vorjahressiegern «bockengineering» ein, wobei sich die Werratalrunners und die beiden Wartburg-Sparkassen Teams ebenfalls noch gut platzieren konnten. Eine erstaunlich gute Leistung vollbrachte Doris Hoppstock des einzigen Frauen Power Team Alea Sanitas, die sogar einige Männerstaffeln hinter sich ließ. Was danach folgte, war für die Staffeln Schwerstarbeit mit der Überwindung des Rennsteigs und zurück mit ca. 1200 Höhenmetern. Am besten kam das Sportteam Steinbach mit dieser anspruchsvollen Strecke zurecht und siegte mit einer Rekordzeit von 03:49:02 h. Und dabei hatte ihr Staffelwechsler auf der Wartburg auch noch an der verkehrten Stelle gewartet.

Anders bei den Crossbikern. Hier wurde es richtig spannend, als vier Teams fast zeitgleich am ersten Staffelwechsel ankamen. Die Entscheidung fiel auf der zweiten Distanz mit ihrem Königsanstieg. Die ebenfalls für Alea Sanitas bei den Männern startende Daniela Völker machte es dem später in 02:19:53 h siegenden Ritzbach Team mit der zweitbesten Zeit unter Männern mehr als schwer. Das Team Ritzbach erwies sich aber als absoluter Ritter im Sattel und würdig, als sofort das defekte Rad der Frauenstaffel von Alea Sanitas ausgetauscht und vom Männerteam zur nächsten Wechselstelle zurückgeschoben wurde.
Naturgemäß brauchten die Nordic Walker die längste Zeit, deren vier Staffeln sie jedoch tapfer durchstanden. Es zeugt von großem Sportgeist, dass nach acht Stunden auch noch die letzten Staffeln in einer Siegergasse mit Laola und frenetischem Beifall begrüßt wurden, was der Zielsprecher Siggi Weibrecht perfekt zu inszenieren wusste.
Der Sofortausdruck der Zeitmessung von sportIdent von allen Staffelmitgliedern war danach aber das wichtigste Dokument, was es zu studieren gab.

Die Kinder machten sich mit der Staffelstrecke im Einzelrennen vertraut, um im nächsten Jahr die KiO – Staffeln daraus entstehen zu lassen.

Dass es eine Königsstrecke war, wussten die Teilnehmer spätestens beim Zieleinlauf, dass Kaiserwetter war, brachte eine Zuschauerin zur Vermutung, dass der Pummpälz wohl ein Herrgöttchen gewesen sein musste, dass bei der Siegerehrung die Keltenfürstin Kristin und die zwei erfolgreichen Weltmeisterteilnehmerinnen im Kickboxen aus Orlando/Florida Tanja und Marie Therese von der Kampfsportschule Berk noch Küsschen an die Sieger verteilte, sorgte sicher für manch Herzklopfen.

Gleichzeitig gab es das große Halali beim FirmenTriskel09, bei dem Firmen mit ihrer Beteiligung beim Lauf im Juni, dem Tritrekk im August und jetzt beim 2. Wartburgstaffelmarathon für die Aktion Sportler für Organspende Kilometer sammelten. Eindrucksvoll siegte hier Alea Sanitas, deren Macherin Ursula Reinhard den vom ehemaligen Olympiasieger Hartwig Gauder gestifteten und vom Holzbildhauermeister Helmut König geschnitzten Wanderpokal erstmals in Empfang nehmen konnte, gefolgt von Asklepios Bad Salzungen mit 739 Km und der Wartburg-Sparkasse mit 364 Km.

In der Kulturscheune von Gumpelstadt gingen dann die Feiern und Gespräche bis tief in die Nacht hinein und manche Gedanken und Termine schweiften bereits zum absoluten Laufhöhepunkt des Jahres 2009, dem Via Solutions Thüringen A4-LAUF, der am 08. November, also einen Tag vor der 20-jährigen Wiederkehr der Grenzöffnung auf der Autobahn stattfindet, auf ungezählte Menschen den Fall der Grenze feierten und vor Weihnachten 2009 auf einer neuen sechsspurigen Autobahn der Verkehr auf der sicherlich wichtigsten und meist frequentierten Ost – West – Magistrale rollen wird.

Foto: ©pupä

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Rainer Beichler | | Quelle:

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