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 | Bildquelle: ThSV

Beschreibung:
Bildquelle: ThSV

Der ThSV Eisenach auf dem letzten Schritt zur 1. Bundesliga

Im letzten Heimspiel der Saison will der ThSV Eisenach alles klar machen, den einen theoretisch noch fehlenden Zähler zum Aufstieg in die 1. Bundesliga erobern. Die Wartburgstädter empfangen am Samstag, 01.06.2013 um 19.30 Uhr in einer proppenvollen Werner-Aßmann-Halle das Team von Eintracht Hildesheim.

Im Vorfeld sprachen wir mit Gero Schäfer, dem Präsidenten des ThSV Eisenach:

Herr Schäfer, wie fühlt man sich als Präsident eines voraussichtlichen Handballerstbundesligisten?
Schäfer:
Der Aufstieg ist noch nicht zu 100 Prozent geschafft. Noch fehlt ein Punkt! Ich glaube fest, diesen einen noch fehlenden Zähler holen wir am Samstagabend. Danach werde ich mich wie bisher fühlen. Vielleicht kommt es etwas später, das dann hoffentlich Erreichte Revue passieren zu lassen. Schaffen wir es, können wir alle sehr stolz darauf sein. Doch ich betone, der noch fehlende Punkt muss erst noch geholt werden!

Gab es schon Glückwünsche, auch wenn theoretisch ja noch ein Zähler fehlt?
Schäfer:
Einige vorzeitige gab es schon. Warten wir erst einmal den Samstagabend ab.

Wenn Sie schon einmal die Saison Revue passieren lassen, was waren aus Ihrer Sicht die Knackpunkte, die Highlights?
Schäfer:
Knackpunkte gab es einige: Die Krankheit von Hannes Jon Jonsson, der uns ein Drittel der Saison fehlte. Das hat die gesamte Mannschaft hart getroffen. Es folgten die Verletzungen und Erkrankungen unserer beiden Torhüter sowie unseres torgefährlichen Rechtsaußen. Waren endlich alle zurück, zog sich Tomas Sklenak im Februar einen Handbruch zu. Ein dickes Kompliment an die Mannschaft, wie sie das alles weggesteckt hat!
Highlights gab es ebenso einige: Die Vielzahl der Auswärtssiege, elf in siebzehn Auswärtsspielen, die Souveränität, mit denen wir in fremden Hallen aufgetreten sind. Highlights die Heimsiege im DHB-Pokal über den TV Großwallstadt und HC Erlangen, eine seit über neun Jahren erstmals wieder ausverkaufte Werner-Aßmann-Halle im DHB-Pokal-Viertelfinale gegen MT Melsungen, die in der zweiten Saisonhälfte stetig steigende Zuschauerresonanz bis zu einer erstmals in einem Zweitbundesligaspiel restlos ausverkauften Werner-Aßmann-Halle, im letzten Heimspiel der Saison gegen Eintracht Hildesheim.

Hand aufs Herz, wann verfestigte sich bei Ihnen die Auffassung, «das Team kann den Aufstieg in dieser Saison schaffen»?
Schäfer:
Nach den souveränen Auswärtssiegen in Saarlouis und in Bittenfeld reifte die Hoffnung, die Mannschaft könne diese Leistungen konservieren und fortführen, dass Platz 3 möglich sei. Seit dem ersten Spiel der Rückrunde, dem Derbysieg über den ambitionierten SC DHfK Leipzig, stehen wir auf dem dritten Tabellenplatz, starteten nach der unerwarteten Heimniederlage gegen Rostock eine kleine Erfolgsserie, steckten den Handbruch von Tomas Sklenak weg. Unsere Mannschaft hat eine überzeugende Rückrunde gespielt. Mit dem Auswärtssieg in Hamm und dem folgenden Heimsieg über Nordhorn verstetigte sich die Hoffnung, dass es klappen kann.

Sie sind ein erfolgreicher Geschäftsmann, betreiben ein großes und modernes Möbelhaus, ist der von Ihnen im Ehrenamt geführte ThSV Eisenach sportlich, wirtschaftlich und strukturell für das Unternehmen 1. Bundesliga gerüstet?
Schäfer:
In den vergangenen 3 ½ Jahren, seit dem ich an der Spitze des Vereinsvorstandes stehe, wurde in Zusammenarbeit mit den Gesellschaftern großer Wert auf die wirtschaftliche Konsolidierung der ThSV-Marketing GmbH gelegt, vielfältige Maßnahmen ergriffen. Großen Anteil an der sportlichen und wirtschaftlichen Entwicklung hat Karsten Wöhler, der Geschäftsführer der ThSV-Marketing GmbH, der ebenso lange im Amt ist. Eindeutiger Beleg für diese erfolgreiche Arbeit, wir erhielten kürzlich die Lizenz sowohl für die zweite – und bei sportlicher Qualifikation – auch für die erste Bundesliga. Zum vierten Male und ohne jegliche Auflagen, trotz verschärfter Richtlinien und Kriterien der HBL für alle Vereine! Ich glaube, wir können das Abenteuer 1. Handballbundesliga angehen, wohlwissend, dass wir noch viele Dinge im Umfeld des Vereins verbessern können und verbessern werden.

Wir haben einen tollen Sponsorenpool mit etwa einhundert Partnern. Unser langjähriger Hauptsponsor, die Thüringer Energie AG, ab Sommer unter neuem Namen, hat den ThSV Eisenach als einzigen Verein mit einem Zwei-Jahres-Vertrag bedacht. Die Sponsoren- und Zuschauereinnahmen müssen gesteigert werden, um in der stärksten Liga der Welt bestehen zu können.

Sie sprachen jetzt hauptsächlich vom wirtschaftlichen Fundament, wie sieht es mit dem sportlichen aus?
Schäfer:
Das Gerüst der Mannschaft spielt seit einigen Jahren zusammen. Unser Trainer arbeitet seit über drei Jahren mit dem Team. Durch die Verpflichtung von Hannes Jon Jonsson im Sommer des Vorjahres hat die Mannschaft deutlich an Stabilität gewonnen. Mit unseren drei Neuverpflichtungen, Torhüter Rene Villadsen vom dänischen Erstligisten Sonderjyske sowie die Rückraumspieler Aivis Jurdzs vom TSV Hannover-Burgdorf und Dener Jaanimaa vom EHV Aue, glaube ich, dass wir auch sportlich das Abenteuer 1. Bundesliga angehen können. Wir werden – vorausgesetzt, wir holen den einen zum Aufstieg noch fehlenden Punkt, in jeder Partie versuchen, das Maximale zu erreichen. Wir werden sehen, was am Ende dabei herauskommt. Wir werden mit großen Stolz und ebenso großer Freude die 1. Handballbundesliga als absolute Herausforderung angehen.

Wir kommen nicht umhin, die Problematik der Spielstätte anzusprechen. Die Werner-Aßmann-Halle erfüllt derzeit nicht die Anforderungen der HBL. Wie ist der aktuelle Stand?
Schäfer:
Ich fasse die Lage zusammen: Wir haben bei der HBL einen von 17 Vereinen unterstützten Antrag gestellt, dass die Bundesliga-Hallenstandards in einigen Punkten für Aufsteiger für zwei Jahre außer Kraft setzt, um den Aufsteigern eine Übergangsfrist einzuräumen. Diesen Antrag hat das HBL-Präsidium abgelehnt. Er wird aber auf der Tagesordnung der HBL-Mitgliederversammlung am 4. Juli stehen. Beauftragte der HBL-Geschäftsleitung haben die Gegebenheiten vor Ort in Eisenach in Augenschein genommen. Es geht darum, einen Kompromiss zu finden. Wir haben unseren Antrag überarbeitet. Wir wissen, wir müssen verschiedene Maßnahmen in der Werner-Aßmann-Halle umsetzen (Linienführung auf dem Parkett ausschließlich für ein Handballfeld, Kameraführung für TV-Übertragungen von der Nord-Seite, Beleuchtung, erstbundesligataugliche Anzeigetafel). Wir sind hierzu mit der Stadt Eisenach, dem Eigentümer der Halle, und dem Land Thüringen im Gespräch. Unsere Ministerpräsidentin ließ sich erst kürzlich vom einzigartigen Fluidum begeistern. Zur Partie gegen Hildesheim heißen wir Thüringens Sozialministerin Heike Taubert willkommen. Wir brauchen die Unterstützung von Stadt und Land, damit es in der Saison 2013/2014 in Eisenach Erstbundesligahandball gibt!

Rainer Beichler | | Quelle:

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