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Marcel Schliedermann ging im ersten Abschnitt beherzt in die Zweikämpfe, wurde nach dem Seitenwechsel zunehmend gestoppt. | Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Beschreibung: Marcel Schliedermann ging im ersten Abschnitt beherzt in die Zweikämpfe, wurde nach dem Seitenwechsel zunehmend gestoppt.
Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Die 7. Heimniederlage im 8. Heimspiel

Desolate Schlussviertelstunde koste Eisenach den greifbaren Heimsieg • Nach 28:31 (16:13) gegen den Dessau-Roßlauer HV schrillen die Alarmglocken

Und wieder jubelten die Gäste in der Werner-Aßmann-Halle. Der ThSV Eisenach bezog beim 28:31 (16:13) gegen den Dessau-Roßlauer HV die 7. Heimniederlage im 8. Heimspiel. Die Leidensfähigkeit der ihre Mannschaft unaufhörlich anfeuernden Anhängerschaft wird ins Unermessliche strapaziert.

Mit einer solchen Unterstützung für ein Team mit dieser Heimbilanz hatte ich nicht gerechnet, bekannte Uwe Jungandreas, der Coach des Dessau-Roßlauer HV.

Ihm, seinem Team und den vielen mitgereisten Fans schmeckte der Derbysieg am Vorabend des 1. Advents zuckersüß. Für den ThSV Eisenach schrillen die Alarmglocken lauter den je. Auf Tabellenplatz 18 beträgt der Rückstand zum rettenden Ufer, zum ersten Nichtabstiegsplatz, schon vier Punkte. Die magere Bilanz von bisher 6 Pluszählern muss in den noch anstehenden 4 Spielen bis zum Jahreswechsel in den zweistelligen Bereich aufgestockt werden: in den Auswärtsspielen am Sonntag. 10.12. in Hildesheim und Freitag, 22.12.  in Saarlouis sowie in den Heimspielen am Samstag, 16.12 gegen den ASV Hamm-Westfalen und am 2. Weihnachtsfeiertag gegen den EHV Aue.

ThSV Eisenach: Kompakte Abwehr und effizienter Angriff
Die so dringend benötigten Punkte in der Neuauflage eines alten Derbys schienen so nahe. Der ThSV Eisenach bot seine beste Heimleistung dieser Saison, führte eingangs der Schlussviertelstunde 24:20. Die Gäste, die „Mannschaft der Stunde“, schien überrascht von der Stärke der Gastgeber, sah sich auf der Verliererstraße. „ Wir verloren nahezu alle Zweikämpfe“, urteilte Uwe Jungandreas. Das bedeutete im Gegenzug, der ThSV Eisenach entschied nahezu alle Zweikämpfe für sich.

Eine kompakte Abwehr, trotz der frühzeitigen roten Karte für Duje Miljak, Ballgewinne und Treffer nach Gegenstößen, ein effizienter Positionsangriff, konstatierte ThSV-Coach Christoph Jauernik, der den nach dem frühen Aus für Duje Miljak jungen Jonas Richardt im rechten Rückraum brachte.

Alexander Saul konnte verletzungsbedingt nur kurzzeitig mitwirken, Marcel Schliedermann ging beherzt in die Zweikämpfe, Matthias Gerlich zog platziert aus dem Rückraum ab. Nach Ballgewinn von Daniel Luther vollendete Adrian Wöhler zum 7:3 (13.), versenkte Marcel Schliedermann zum 15:10 (26.). Egal in welcher Rückraumbesetzung, der Motor des Dessau-Roßlauer HV stotterte, weil die Eisenacher erheblich Sand ins Getriebe steuerten.

Schlussviertelstunde geht mit 11:4 an den Dessau-Roßlauer HV
Die Anfangsoffensive der Gäste im zweiten Abschnitt zum Anschlusstreffer (18:17, 36.) wehrten die Eisenacher erfolgreich ab. Daniel Luther schmetterte mit seinem 5. Treffer zum 24:20 ein (44.). Der Angriffs- und Deckungswechsel, Matthias Gerlich und Marcel Schliedermann wurde zumeist von Daniel Luther und Marcel Popa in der Deckung abgelöst, ging zunächst voll auf. Kaum zu glauben, die Schlussviertelstunde ging mit 11:4 an die Gäste. Warum? Die Wartburgstädter stellten sich selbst ein Bein! ThSV-Coach Christoph Jauernik begründete das mit „Disziplinlosigkeiten“. Als er bei eigener Unterzahl für den Torhüter einen zusätzlichen Feldspieler brachte, patzten seine Schützlinge im Angriff, die Gäste dankten mit Treffern in den verwaisten Eisenacher Kasten, kippten plötzlich die Partie.

Gegen die schnellen Dessauer waren wir im Spiel Mann gegen Mann nicht frisch genug, konstatierte Christoph Jauernik. Wir entschieden nun fast alle Zweikämpfe in der Abwehr und im Angriff, gestalteten alle 1:1-Situationen erfolgreich, freute sich Uwe Jungandreas.

Er bewies zudem ein glückliches Händchen auf der Torhüterposition. Philipp Ambrosius, glücklos im ersten Abschnitt nach 16 Minuten ausgewechselt, kam nach dem Seitenwechsel zurück, parierte in den zweiten 30 Minuten 13 Bälle.

Das Torhüterduell ging klar an die Gäste, bekannte Christoph Jauernik.

Sein Torhütertrio Redwitz/Brand/Gorobtschuk parierte zusammen nur 4 Bälle. Aus dem 24:20 (44.) wurde ein 27:29 (55.). Kurz darauf parierte Philip Ambrosius binnen kurzer Zeit gleich 2 Mal gegen den frei am Kreis zum Torwurf kommenden Marcel Niemeyer. Der ThSV Eisenach setzte in Überzahl auf den zusätzlichen Feldspieler und kassierte das 27:31 durch Vincent Sohmann (59.).

Kapitän Daniel Luther: Bis zur 44. Minute lief alles bestens
Daniel Luther, seit 1998 das Trikot des ThSV Eisenach tragend, viele Höhen und Tiefen beim Traditionsverein miterlebend, am Samstagabend Verantwortung übernehmend und zweifellos einer der Besten, versuchte am Tag danach Ursachenforschung:

Bis zur 44. Minute lief alles bestens. Dann häuften sich die Fehler im Angriff. Die 0:3-Tore-Phase gab uns den Knacks. Wir gingen nicht mehr so resolut wie im ersten Abschnitt in die Zweikämpfe. Nachteilig, die fehlende Alternative für Marcel Schliedermann auf der Spielmacherposition. Im Schlussgang machte sich die frühe rote Karte für Duje Miljak bemerkbar. Wir hatten für den Innenblock keine Wechselmöglichkeit.

Dessau-Roßlauer HV da, wo der ThSV Eisenach eigentlich stehen wollte
„Wir haben uns mit harter Arbeit individuell und damit als Mannschaft weiter entwickelt“, begründete Uwe Jungandreas,  der Trainerfuchs, die Aufwärtsentwicklung seiner Mannschaft nach einem 0:6-Punktestart zu aktuell 22:10 Zählern und einem Platz im obersten Tabellen-Drittel. Da, wo der ThSV Eisenach eigentlich stehen wollte.

Statistik
ThSV Eisenach: Redwitz (1.-17.,49.-60./ 2 Paraden – 12 Gegentore), Brand (17.-49./ 2 Paraden – 17 Gegentore), Gorobtschuk (bei 2 Siebenmetern/ 0 Paraden); Iffert, Wöhler (4), Luther (5/1), Gerlich (8/4), Miljak, Manys, Schliedermann (3), Richardt (2), Streckhardt, Popa, Niemeyer (3), Weyhrauch (2), Saul
Dessau-Roßlauer HV: Ambrosis (1.-16., 31.-60./ 14 Paraden – 21 Gegentore), Döhler (16.-30./ 0 Paraden – 7 Gegentore); Pavlicek (8/5), Vanco (2), Sohmann (3), Pfeiffer (2), Hanisch (5), Wasielewski (2), Schmidt, Hönicke (2), Zimmermann, Stryc, Hanner (1), Zahradnicek (1), Scheithauer (5)
Siebenmeter: ThSV Eisenach: 6/5 (Gerlich verwandelt 2 x gegen Pöhler, verwandelt 2 x gegen Ambrosius und scheitert 1x an Ambrosius, Luther verwandelt 1 x gegen Ambrosius)  /  Dessau-Roßlauer HV:  5/5 (Pavlicek verwandelt 2 x gegen Gorobtschuk, 2 x gegen Brand und 1 x gegen Redwitz)
Zeitstrafen: ThSV Eisenach: 2 x 2 Min (Niemeyer, Weyhrauch), Rot gegen Miljak (3.) nach Foulspiel  /  Dessau-Roßlauer HV: 5 x 2 Min. (Wasielewski 2 x 2 Min., Pfeiffer, Hanisch u. Zahradnicek je 2 Min.)
Schiedsrichter: Fratcak, Ribeiro
Zuschauer: 1.632
Beste Spieler: ThSV Eisenach: Luther, Gerlich  /  Dessau-Roßlauer HV: Ambrosius, Pavlicek, Scheithauer
Spielfilm: 7:3 (13.), 15:10 (26.), 16:13 (30.), 18:17 (36.), 24:20 (44.), 25:27 (52.), 27:31 (59.), 28:31 (60.)

Andrea T. | | Quelle:

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  • Roman Lange

    Wann tritt dieser Trainer endlich zurück???

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