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Bildquelle: sportfotoseisenach

Die letztlich erwartete Niederlage

Positive Ansätze zu wenig. Wartburgstädter kassieren klare 22:32 (11:16)-Niederlage beim vom Ex-Eisenacher Runar Sigtryggsson trainierten HBW Balingen-Weilstetten

Der ThSV Eisenach vermochte es nicht – trotz einiger positiver Ansätze – den Abwärtstrend zu stoppen. Erstbundesliga-Absteiger HBW Balingen-Weilstteten, den sofortigen Wiederaufstieg auf der Agenda und mit seiner bekannten kompromisslosen Deckungsarbeit, bezwang erwartungsgemäß die Wartburgstädter, feierte mit knapp 2.000 Zuschauern einen klaren 32:22 (16:11)- Erfolg. Die 6. Niederlage in Folge für die Männer aus der Werner-Aßmann-Halle.

„Der Saisonstart und die daraus resultierende Tabellen-Platzierung spiegeln in keinster Weise die im Eisenacher Kader vorhandene Qualität wieder“, erklärte Runar Sigtryggsson, der Coach der HBW Balingen-Weilstetten. Der Isländer war von 2004 bis 2005 beim ThSV Eisenach, erst als Spieler, dann als Trainer, genießt unter der Wartburg noch immer große Sympathie. „Wir machten ein richtig gutes Spiel. Ich erwarte, dass meine Mannschaft diese Leistung nun kontinuierlich abruft“, lautet die klare Ansage von Runar Sigtryggsson an seine Schützlinge. Beim 10:5 (14.), nach einem 5:5-Gleichstand (8.) und erfolgreichen Angriffszügen über Rechtsaußen (Gregor Thomann) hatten die Galier schon mal die Weichen gestellt. „Mit Engagement und verschiedener personeller Zusammensetzung haben wir im zweiten Abschnitt versucht, die Niederlage beim heißen Aufstiegsanwärter im einstelligen Bereich zu halten. Das misslang“, konstatierte Eisenachs Coach Christoph Jauernik. Ab dem 24:16 (44.) ging es nur noch um Schadensbegrenzung. Eine Angriffseffektivität von unter 50 Prozent stand dem entgegen. Lediglich das Torhüterduell endete Remis. Marouen Maggaiz (Balingen) und das ThSV-Keeper Duo Jan-Steffen Redwitz und Stanislaw Gorobtschuk wurde mit je 12 parierten Bällen notiert. Letztendlich nur ein statistischer Wert. Nicht gefährlich genug, zu einseitig, zu sehr über die Mitte, gestaltete sich die Eisenacher Offensive. Der Eisenacher Trainer und sein Manager Karsten Wöhler wollen die positiven Ansätze nutzen, „um nach vorn zu blicken, sich nun auf das schwere Heimspiel gegen Tabellenführer Bergischer HC zu konzentrieren“.

„Marcel Niemeyer brachte Leben an den Eisenacher Kreis!“
Daniel Luther hätte sich bessere Rahmenbedingungen für sein Comeback gewünscht. Der Eisenacher Kapitän zog sich am 10. Dezember des Vorjahres beim Auswärtsspiel in Hüttenberg einen Archillessehenriss zu. Er kämpfte sich zurück. Wenige Tage nach seinem 30. Geburtstag stand er in der Sparkassen-Arena in Balingen erstmals wieder in einem Pflichtspiel auf dem Parkett, kam zu Abwehraufgaben. Auf Daniel Luther und dem auch gerade nach langer Zwangspause aufgrund eines schweren Autounfalls zurückgekehrten Marcel Schliedermann gründen sich beim ThSV Eisenach die Hoffnungen auf eine Trendwende. Positiv zu notieren, der starke Auftritt des zuletzt in die Kritik geratenen Marcel Niemeyer. „Bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden lieferte er ein Top-Spiel“, unterstrich Eisenachs Trainer Christoph Jauernik. „Mit ihm kam Leben ins Eisenacher Spiel“, zollte auch Runar Sigtryggsson dem Eisenacher Kreisspieler ein Lob. Die Eisenacher Spielsteuerung sei, im Gegensatz zu seinem Team, nicht optimal gewesen.

Nichts Neues: Der Grundstein wird in der Abwehr gelegt
„Eine alte Weisheit, Spiele werden über die Deckung gewonnen, bewahrheitete sich einmal mehr“, unterstrich Runar Sigtryggsson, der Coach der Hausherren. Eine aggressive 5:1-Abwehr störte den Spielfluss der Gäste erheblich, denen unter Druck 12 technische Fehler unterliefen. „Wir wussten von der starken linken Angriffsseite der Eisenacher mit Matthias Gerlich und Adrian Wöhler. Beiden gelangen zusammen nur 3 Tore, was für unsere Abwehrarbeit spricht“, freute sich Runar Sigtrygsson. Sein Eisenacher Kollege strich seine rechte Angriffsseite mit Alexander Saul und Jonas Richardt (zusammen 10 Treffer) positiv heraus. Das Angriffsspiel der Gastgeber lebte von einer vorzüglichen Spielsteuerung, einer Gemeinschaftsproduktion von einem „alten Hasen“ und einem „jungen Dachs“. Ex-Nationalspieler Martin Strobel (31 Jahre), 2013 vom TBV Lemgo, und Dadi Runarsson (21), kürzlich vom EHV Aue gekommen, initiierten ein kreatives Angriffsspiel mit viel Power und körperlichem Einsatz. „Mit beiden zusammen auf dem Parkett gewinnen wir an Sicherheit, unterlaufen uns nur wenige technische Fehler“, erklärt Runar Sigtryggsson. Dass mit Dadi Runarsson der eigene Sohn zu diesem erfolgreichen Tandem gehört, erwähnt der stets bescheidene 45-jährige Trainer nicht. Sein Filius überzeugte zudem als vorgezogene Deckungsspitze und resoluter Vollstrecker beim Gegenstoß.

Alexander Saul bestätigt Aufwärtstrend
Der Gastgeber setzte zu Beginn gleich mal zwei nichts an Deutlichkeit vermissende Duftmarken. Ibai Meoko (4.) und der für den Spanier eingewechselte Marcel Schliedermann (bekamen die kompromisslose Abwehr schmerzhaft zu spüren. Eisenachs Linkshänder Alexander Saul, von Beginn im Angriff im rechten Rückraum, unterstrich erneut seinen Aufwärtstrend, bediente Justin Mürköster am Kreis zum 5:5 (8.). Daas Signal für die Hausherren, das bekannte Tempogegenstoßspiel zu forcieren. Beeindruckt von der aggressiven Abwehr verloren die Eisenacher das Leder. Die ob des Punktverlustes der Vorwoche in Dessau bis in die Haarspitzen motivierten Gastgeber, vom eigenen Publikum – ohne Murren nach misslungenen Aktionen! – nach vorn gepeitscht, vollendeten zum 10:5 (14.) ThSV-Coach Christoph Jauernik zückte bereits zum zweiten Mal die grüne Karte, versuchte mit dem großgewachsenen Deckungsinneblock mit Daniel Luther, Duje Miljak und Marcel Niemeyer die Abwehr zu stabilisieren. Auch im Angriff zog mehr Power ein. Adrian Wöhler (von Linksaußen), Alexander Saul (per Strafwurf nach Foul an Ibai Meoki) und Marcel Niemeyer (vom Kreis) netzten ein. Doch die Galier antworteten prompt und gingen mit einer 16:11-Führung in die Halbzeitpause.

Wenige Lichtblicke: Jonas Richardt und Marcel Popa mit beherzten Aktionen
Die Hausherren dominierten auch nach Wiederanpfiff. Ihre Neuzugänge Gregor Thomann (HSG Konstanz), Valentin Spohn (SG Leutershausen) und Oddur Gretarsson (TV Emsdetten) meldeten sich nachdrücklich zu Wort. Drei aus dem rechten Rückraum ins Netz zischende Bälle vom jungen Jonas Richardt (20:16, 39.) waren positiv aus den Eisenacher Reihen zu vermelden. Ihre Qualitäten einbringend, mit dem seine Erfahrung einsetzenden Martin Strobel (5 Würfe – 5 Tore), erhöhte der HBW Balingen-Weilstetten zum 24:16 (44.) und 27:18 (50.). Zwei beherzte Aktionen mit Torerfolg durch Marcel Popa waren von den Gästen zu vermelden, die letztendlich um eine Niederlage im zweistelligen Bereich nicht herumkamen.

Hier fühlen sich die Besucher wohl!
Freundliche und dennoch Einweiskräfte mit klaren Ansagen auf den Zufahrten zum Parkplatz, freundliche Kräfte im Kassen- und Ticketbereich, zuvorkommende Ordner, die raum- oder platzsuchende Gäste begleiteten, freundliche Bedienung an den Versorgungsständen, saubere Sitzplatzreihen und Toiletten mit Wasser aus den Wasserhähnen, das waren die organisatorischen Rahmenbedingungen für die Besucher. Auch das ist ein wichtiger Faktor, damit sich der zahlende Zuschauer wohlfühlt. Der HBW Balingen-Weilstetten liefert bestens Anschauungsunterricht!

Statistik
HBW Balingen-Weilstetten: Maggaiz, Mirkova; Schönningsen (2), Foth (2), Wagner, Flohr, Hausmann, Thomann (6/1), Friedrich (1), Nothdurft, Runarsson (4), Gretarsson (7/5), mM. Strobel (5), Stegefelt, Schoch (2), Spohn (3)

ThSV Eisenach: Redwitz, Gorobtschuk (38.-48.); Iffert, Wöhler (1), Meoki, Luther, Gerlich (2), Miljak, Schliedermann (1), Richardt (3), Streckhardt, Popa (2), Mürköster (1), Niemeyer (3), Weyhrauch (2), Saul (7/3)

Zeitstrafen:
HBW Balingen-Weilstetten 3 x 2 Min. (Foth, Runarsson, Strobel)
ThSV Eisenach 1 x 2 Min. (Schliedermann)

Siebenmeter: HBW Balingen/Weilstetten 7/6 – ThSV Eisenach 3/3

Schiedsrichter: Fedtke/ Wienrich

Zuschauer: 1.993

Th. Levknecht

Steffen E. | | Quelle:

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