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 | Bildquelle: © Archiv Th. Levknecht

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Bildquelle: © Archiv Th. Levknecht

Die Luft wird für den ThSV Eisenach dünner

Wartburgstädter rutschten nach 20:26-Niederlage bei der HSG Wetzlar auf einen Abstiegsplatz/ Focus nun auf das Derby gegen den SC DHfK Leipzig

ThSV-Rückraumspieler Dusko Celica wurde in der Vorwoche Papa. Ein kleiner Leon erblickte im Eisenacher St. Georg-Klinikum das Licht der Welt. Wenige Tage darauf rutschte Dusko Celica mit dem ThSV Eisenach in der DKB Handball-Bundesliga auf einen Abstiegsplatz. Im hessisch-thüringischen Nachbarschaftsvergleich bezwang die HSG Wetzlar in der mit über 4.400 Zuschauern ausverkauften Rittal-Arena das Team von der Wartburg, das auf die verletzten Azat Valiullin und Nick Heinemann verzichten musste,  mit 26:20 (15:7). Zeitgleich feierte der ebenso abstiegsgefährdete Bergische HC einen 28:26-Auswärtserfolg beim TBV Lemgo und überholte damit den ThSV Eisenach.

Wir agierten in der ersten Halbzeit viel zu ängstlich, kassierten einfache Tore im Gegenstoß,

blickte Velimir Petkovic, der Coach des ThSV Eisenach, auf die ersten 30 Minuten. Seine Offensive biss sich an der vom Ex-Eisenacher Evars Klesniks bestens organisierten Abwehr der Hessen die Zähne aus. Europameister Andreas Wolf im Kasten der HSG Wetzlar präsentierte sich zudem in bester Form.

Wir lieferten eine überragende erste Halbzeit, bestens unser Gegenstoßspiel. Auch den Positionsangriff brachten wir auf den Punkt,

strahlte Kai Wandschneider, seit 2012 Coach der HSG Wetzlar.  Nach dem zwischenzeitlichen 5:4 (13.) dominierten die Hausherren. Binnen 17 Minuten gelangen dem ThSV Eisenach noch gerade einmal drei Tore. Velimir Petkovic versuchte es mit personellen und taktischen Mitteln, wie einer offensiveren Deckungsvariante gegen Rückraum-Shooter und Europameister Steffen Fäth, aber ohne sichtbaren Erfolg. Mit einem 13:7 für die Gastgeber ging es in die Halbzeitpause.

Angst vor dem großen Wolff,

so könnten die ersten Nachpausenminuten der Eisenacher bezeichnet werden. Europameister Andreas Wolf im Kasten der Hessen war immer wieder zur Stelle. Sein Team, mit Florian Laudt als umsichtigen Spielgestalter, und Torgefahr auch von den Kreispositionen, erhöhte auf 20:11 (36.). Erst jetzt legten die Eisenacher nach und nach ihren Respekt ab, zeigten ihr durchaus vorhandenes handballerische Können. Borut Mackovsek, der am Freitag das Training wegen Problemen im Wurfarm abbrechen musste, erst zum Ende der ersten Halbzeit eingewechselt, übernahm Verantwortung beim Torwurf. Das Kombinationsspiel kam langsam auf Touren. Olafur-Bjarki Ragnarsson und Marcel Schliedermann, mit zwei Patzern zum Auftakt der Partie,  kurbelten es an. Viele gelungene Aktionen, die zu Treffern durch Adrian Wöhler (45. im Gegenstoß). Marcel Schliedermann (48.im Zweikampf), Olafur Bjarki Ragnarsson (52., leichtfüßigem Solo) und Tomas Urban (53., Wurf von Rechtsaußen) führten.

Ein schwacher Trost, die zweite Halbzeit ging mit 13:11 an uns, wir hatten auch Chancen für ein 16:11.  Das war gut für unser Selbstvertrauen,

erklärte Velimir Petkovic und führte das zugleich als Beleg für den guten Zustand der Mannschaft an.

Ab einen bestimmten Zeitpunkt haben wir nur den Sieg verwaltet. Bei einer Vielzahl grippekranker Spieler ließ die Kraft nach. Das gab den nie aufgebenden Eisenachern die Chance, noch mal zu powern,

resümierte Kai Wandschneider, der im Schlussgang zudem den Wechselspielern Einsatzzeiten einräumte. Vorbildlich die blau-weiße Anhängerschaft aus Thüringen, die ihre Mannschaft bis zum Schlusspfiff anfeuerte. Die Gastgeber bauten ihre Heimbilanz auf 18:4 Punkte aus, durften sich zudem über eine erneut restlos ausverkaufte Rittal-Arena freuen.

Die HSG Wetzlar untermauerte mit diesem Sieg ihre Ambitionen auf einen Europapokal-Startplatz.

Sie hat sich sportlich und strukturell vortrefflich entwickelt,

betonte Velimir Petkovic, von 1998 bis 2004 selbst Trainer bei der HSG Wetzlar, die damals noch HSG Dutenhofen/Münchholzhausen hieß.

ThSV Eisenach war einst das Vorbild für die HSG Wetzlar
Sie war 1998 ins Oberhaus aufgestiegen, spielte in der kleinen Sporthalle Dutenhofen  und sah seinerzeit den ThSV Eisenach als Vorbild. Die Straßen der kleinen Kommunen waren zu Bundesligaspielen mit parkenden Autos zugestellt. Mutter, Oma und Schwiegermutter schmierten die Fettflädchen mit Gurke im kleinen Foyer. Nach dem Abpfiff gab es die größte hessische Theke, wurde das Licher-Bier auf dem Parkett ausgeschenkt. Rainer Dotzauer, Mister Handball, leistete Kärnerarbeit. Velimir Petkovic schaffte mit bescheidenen Mitteln mit seinem Team zumeist frühzeitig den Klassenerhalt. (Jetzt, Jahre später, wurde er noch immer mit kräftigem und dankbarem Applaus begrüßt.) Der ThSV Eisenach war  1997 in die 1. Handballbundesliga aufgestiegen. Es gab prächtige Derbys! Die Mittelhessen gehören seit 1998 – im Gegensatz zum ThSV Eisenach – ohne Unterbrechung der Eliteliga an. Besonders in den letzten Jahren vollzogen sie auf allen Gebieten eine kontinuierliche Aufwärtsentwicklung. Mit dem Umzug in die moderne Rittal Arena in Wetzlar eröffneten sich neue Vermarktungsmöglichkeiten, die zu einem stetigen Anwachsen des Etats führten. Die Eisenacher können von einer Heimstätte solchen Kalibers nur träumen! Auch die Nachwuchsarbeit wurde bei den Hessen forciert. Ein Beleg sind sicherlich drei junge Wetzlaer im deutschen Europameisterteam! Die 17/18-jährigen Talente bilden als HSG Dutenhofen/Münchholzhausen  in der Jugendbundesliga Ost neben dem SC DHfK Leipzig das Führungsduo. Auch der Nachwuchs des ThSV Eisenach spielt in dieser Liga, rangiert derzeit auf dem 8. Tabellenplatz. Die HSG Wetzlar ist ihrem eigenen Vorbild sportlich und strukturell inzwischen um Längen enteilt!

Focus nun auf das Derby gegen den SC DHfK Leipzig

Dass wir bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt kämpfen müssen, war von Beginn zu erwarten,

betont Velimir Petkovic immer wieder. Doch die Bilanz seiner Schützlinge ist mit bisher 8 Pluszählern sehr mager. In den nächsten Partien muss gepunktet werden. Im nächsten Heimspiel am Samstag, 19.03.2016 empfängt der ThSV Eisenach um 19.00 Uhr Mitaufsteiger SC DHfK Leipzig, der sich mit 19 Pluszählern wohl bereits aller Abstiegssorgen entledigt hat.

Ein Doppelpunktgewinn in diesem Derby muss für den ThSV Eisenach her! Der Ticketverkauf läuft auf Hochtouren, online unter www.thsv-eisenach.de, in der ThSV-Geschäftsstelle und in allen Pressehäusern der Mediengruppe Thüringen.

Statistik: HSG Wetzlar – ThSV Eisenach 26:20 (13:7)
HSG Wetzlar: Wolff (1.-60./ 17 Paraden),Weber (n.e.);  Prieto Martos, Lipovina, Ferraz (3), Weber (1), Laudt (3), Holst (8/5), Fäth (4), Hahn (3), Blinac (1), Klesniks, Kohlbacher (2), Mirkuloaski, Rompf
ThSV Eisenach: Verkic 1.-21./ 31.-60. – 8 Paraden), Reditz (21,-30. – 0 Paraden); Wöhler (1), Luther, Celica (1), Ragnarsson (3), Schliedermann (2), Hansen, Urban (5/2), Holzner, Koloper (2), Mackovsek (2), Criciotoiu (3)
Siebenmeter: HSG Wetzlar 5/5 – ThSV Eisenach 4/2
Zeitstrafen: HSG Wetzlar 3 x 2 Min. – ThSV Eisenach 3 x 2 Min.
Schiedsrichter: Behrens/Fasthoff
Zuschauer: 4.422

Foto: Susko Celica genießt gerade Vaterfreuden, Sohn Leaon erblickte das Licht der Welt. Der ThSV Eisenach verbreitet indes nicht viel Freude. 

Andrea T. 

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