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 | Bildquelle: Th. Levknecht

Beschreibung:
Bildquelle: Th. Levknecht

Ein Sieg des Willens und der Leidenschaft

ThSV Eisenach feiert nach 18:22-Rückstand 33:31-Sieg über die Gallier von der Alb und verlässt die Abstiegsränge

Ein stets mit seinem Team kritisch umgehender Velimir Petkovic strahlte, zollte seiner gesamten Mannschaft ein Lob. Allen Widrigkeiten im Vorfeld zum Trotz (Erkrankungen und Verletzungen) feierte der ThSV Eisenach nach einem 18:22-Rückstand noch einen 33:31 (18:20)-Erfolg über HBW Balingen-Weilstetten. Ein Sieg des Willens und der Leidenschaft, unterstützt durch das besondere Fluidum der Werner-Aßmann-Halle. Zwei ganz wichtige Punkte, war es das direkte Aufeinandertreffen von zwei wahrscheinlich um den Ligaverbleib ringenden Teams. Mit dem zweiten Saisonsieg verließ der ThSV Eisenach die Abstiegsränge.

Wir haben völlig verdient zwei Pluszähler eingefahren. Nach 20 Gegentoren im ersten Abschnitt mussten wir was in der Deckung unternehmen, setzten dann auf verschiedene offensive Abwehrvarianten, um den Druck auf den Rückraum der Gäste zu erhöhen. Mit vorbildlicher Einstellung konnten wir manches kompensieren und den sogenannten Pflichtsieg verbuchen. Wer herauszuheben ist? Mehrere Spieler verdienen ein Lob, doch gewonnen hat die Mannschaft,

unterstrich Velimr Petkovic, während die 2.150 Eisenacher Fans inbrünstig Thüringens Nationalhymne „Das Rennsteiglied“ intonierten und Adrian Wöhler bei Funk, Fernsehen und schreibender Zunft heiß begehrt war.

Adrian Wöhler mit big points
Adrian Wöhler, nach 10-tägiger vom Arzt verordneter Trainingspause, zur Halbzeitpause eingewechselt, zündete im Angriff auf Linksaußen ein wahres Feuerwerk, trumpfte kess und selbstbewusst auf, markierte mit Power per Gegenstoß das 30:29 (55.), konnte kurz darauf von Yves Kunkel nur regelwidrig gestoppt werden, der Sünder kassierte folgerichtig eine Zeitstrafe, Tomas Urban versenkte den fälligen Strafwurf zum 31:29 (55.). Die Gallier von der Alb stellten auf eine 3:3-Abwehr um, wollten mit Ballgewinnen die drohende Niederlage abwenden. Der auf das Parkett zurückgekehrte Ex-Mindener Yves Kunkel netzte zum Anschlusstreffer der Gäste ein (59.). Die Hausherren behielten kühlen Kopf, spielten Bogdan Criciotoiu links frei, der zum 32:30 einlochte. Da waren noch 29 Sekunden zu absolvieren. Gäste-Trainer Markus Gaugisch rief seine Schützlinge zur Besprechung. Olivier Nyokas beförderte das Leder in den Eisenacher Kasten. Da zeigte die Hallenuhr noch 12 Sekunden Spielzeit an. Was tun? Angriff ist die beste Verteidigung! Adrian Wöhler marschierte über links durch und traf zum 33:31 und zur vollendeten Eisenacher Glückseeligkeit.

Eisenach mit Gegenstoßtreffern nach Ballgewinnen
Beide Abwehrreihen bekamen weiter Strecken keinen Zugriff. „Bei der erwarteten Abwehrschlacht hätte das 20:18 der Endstand sein können. Doch es war keine Abwehrschlacht und das 20:18 war der Halbzeitstand. Wir offenbarten Schwächen in der Abwehr inklusive der Torhüter. Eisenachs Azat Valiullin konnten wir in der zweiten Halbzeit nicht entscheidend stoppen.  Ausgerechnet in Überzahl haben wir 3-mal gepatzt, sodass der 4-Tore-Vorsprung schnell wieder schmolz. Der knappe Spielausgang war ein Sieg des Heimvorteils“, bilanzierte Ex-Nationalspieler Christoph Theuerkauf, der mit einem Doppelpack zum 28:29 (53.) HBW Balingen-Weilstetten nochmals hoffen ließ. Vor und nach der Pause schienen die Schwaben die besseren Karten zu haben, wähnten sich beim 18:22 (34.) und 21:24 (40.) auf gutem Weg zum Auswärtssieg. „Die 22:18-Führung haben wir zu schnell aus der Hand gegeben. Der ThSV Eisenach kam mit der Unterstützung der Halle – und wir verloren die Ruhe. Das war ausschlaggebend“, befand Wolfgang Strobel, der HBW-Geschäftsführer. Mit der Umstellung auf eine offensivere Abwehr, wechselweise Tomas Urban, Dusko Celica und Olafur Bjarki Ragnarsson vorgezogen, setzten die Hausherren die Gäste unter Druck, kamen zu Ballgewinnen. Nicht unwichtig, nun parierte auch Eisenach Torwart-Routinier Svetislav Verkic einige Bälle. „Das bessere Gegenstoßspiel gab dann den  Ausschlag für Eisenach“, konstatierte HBW-Trainer Markus Gaugisch. In dieser Phase  übernahm aber auchder ThSV Eisenach  das Kommando, weil der junge 2,05-Meter-Mann Azat Valiullin aus dem Rückraum alle Bremsen löste, keinen Zweikampf scheute, mit 8 Treffern auch bester Werfer seines Teams war.

Alexandros Vasilakis trifft für Gallier nach Belieben
Dabei sah es für die Schwaben in der Wartburgstadt über lange Zeit ausgesprochen gut aus. Sie brachten ihren Rückraum-Recken Alexandros Vasilakis  in Position und der ließ das Leder immer wieder (7-mal im ersten Abschnitt!) im Eisenacher Kasten zappeln. Martin Strobel führte umsichtig Regie. Trainer Markus Gaugisch stellte die Gastgeber mit personellen Wechseln vor neue Aufgaben. Die Bälle zappelten in Sekundenabständen in beiden Tore, auch weil alle vier Schlussleute kaum einen Ball zufassen bekamen.
Der ThSV Eisenach, mit Jan-Steffen Redwitz im Tor, Dusko Celica in der Rolle des Spielgestalters (später durch den grippegeschwächten Olafur Bjarki Ragnarsson abgelöst), Bogdan Criciotoiu im rechten und Azat Valiullin im linken Rückraum, Nicolai Hansen am Kreis (im Wechsel mit Branimir Koloper), Dirk Holzner auf Links- und Nick Heinemann auf Rechtsaußen vollendete zwar zum 7:5 (10.), doch dann ihres Goalgetters der ersten Halbzeit trafen die Schwaben zum 9:11 (16.). Das rief Eisenachs Trainer Velimir Petkovic auf den Plan. Er formierte die Abwehr um. Nick Heinemann erlief sich eine präzise Steilvorlage und vollendete zum 11:11 (18.). Der 12:12-Ausgleichstreffer resultierte aus einem sehenswerten Zusammenspiel zwischen Bogdan Criciotoiu und Olafur Bjarki Ragnarsson (19.). Azat Valullin bediente Nicolai Hansen zum 14:13 (22.). Die Gäste hatten die Antwort in Form von Alexandros Vasilakis zur Hand, der das Netz zum  17:19 zappeln ließ (29.). HBW Balingen-Weilstetten bekam vor und nach der Pause leichtes Oberwasser.

Deckungsumstellung fruchtete mit Spätzündung
Mit „Spätzündung“ erwies sich die von Velimir Petkovic verordnete Deckungsumstellung als Volltreffer, vom 21:24 (40.) zum 26:25 (47.) und einem letztendlich erfolgreichen Finish.

Stimmen nach dem Spiel
Velimir Petlkovic (Trainer ThSV Eisenach)
Wir haben völlig verdient zwei Pluszähler eingefahren. Nach 20 Gegentoren im ersten Abschnitt mussten  wir was in der Deckung unternehmen, setzten dann auf verschiedene offensive Abwehrvarianten, um den Druck auf den Rückraum der Gäste zu erhöhen. Mit vorbildlicher Einstellung konnten wir manches kompensieren und den sogenannten Pflichtsieg verbuchen. Wer herauszuheben ist? Mehrere Spieler verdienen ein Lob, doch gewonnen hat die Mannschaft!
Christoph Theuerkauf (HBW Balingen-Weilstetten)
Bei der erwarteten Abwehrschlacht hätte das 20:18 der Endstand sein können. Doch es war keine Abwehrschlacht und das 20:18 war der Halbzeitstand. Wir offenbarten Schwächen in der Abwehr inklusive der Torhüter. Eisenachs Azat Valiullin konnten wir in der zweiten Halbzeit nicht entscheidend stoppen.  Ausgerechnet in Überzahl haben wir 3-mal gepatzt, sodass der 4-Tore-Vorsprung schnell wieder schmolz. Der knappe Spielausgang war ein Sieg des Heimvorteils.
Markus Gaugisch (Trainer HBW Balingen-Weilstetten)
Das war beide Teams ein eminent wichtiges Spiel. Da war von Beginn Feuer drin, aber keime Unfairness. Die Abwehrreihen bekamen kaum einen Zugriff, was 64 Tore belegen. Von uns erzielte 31 Treffer sind ein guter Wert, nicht aber die 33 Gegentore. Das bessere Gegenstoßspiel gab den Ausschlag für Eisenach. Beim 22:18 hatten wir die Halle ruhig, trumpften auf. Dann unterliefen uns defensiv und offensiv zu viele Fehler.
Wolfgang Strobel (Geschäftsführer HBW Balingen-Weilstetten)
Die Mannschaft hat nach der Heimniederlage gegen Göppingen die richtige Reaktion gezeigt. Die 22:18-Führung haben wir zu schnell aus der Hand gegeben. Der ThSV Eisenach kam mit der Unterstützung der Halle – und wir verloren die Ruhe. Das war ausschlaggebend. Wir hätten zumindest einen Punkt verdient, so gab es eine ganz bittere Niederlage.

Statistik
ThSV Eisenach: Verkic (25.-29./ 31.-60.- 8 Paraden / 15 Gegentore), Redwitz (1.-25./29.-30. und bei einem Siebenmeter – 3 Paraden/16 Gegentore); Wöhler (4), Luther, Celica (3), Ragnarsson (2), Schliedermann, Hansen (2), Urban (5/3), Holzner (1), Heinemann (1), Koloper (1), Valiullin (8), Criciotoiu (6) / HBW
Balingen-Weilstetten: Ristanovic (1.-23./ 31.-60. – 6 Paraden/ 29 Gegentore), Asanin (23.-30. – 0 Paraden/ 4 Gegentore); Böhm (6), Foth (1), Nyokas (4), Hausmann (4/1), Wilke, Vasilakis (7), Theuerkauf (2), M. Strobel (2), Kunkel (4/1), Krieg, Ilitsch, Ruß (1)
Zeitstrafen: ThSV Eisenach 6 x 2 Min. (Valiullin 2 x 2 Min., Wöhler, Celica, Heinemann, Criciotoiu  je 2 Min.) / HBW Balingen-Weilstetten  6 x 2 Min. (Ruß 2 x 2 Min., Böhm, Vasilakis, Strobel, Kunkel je 2 Min.)
Siebenmeter: ThSV Eisenach 4/3 (Holzner scheitert an Ristanovic, Urban verwandelt 3 x gegen Ristanovic
HBW Balingen-Weilstetten 3/2 (Kunkel verwandelt 1 x gegen Redwitz und wirft 1 x gegen Verkic ans Holz, Hausmann verwandelt 1 x gegen Verkic)
Schiedsrichter: Behrens/Fasthoff
Zuschauer: 2.180
Spielfilm: 9:9 (14.), 9:11 (16.), 14:13 (22.), 16:18 (28.), 18:22 (34.), 24:24 (44.), 27:26 (50.), 28:29 (53.), 31:29 (55.), 31:30 (59.), 32:30 (60.), 33:31 (60.)
Beste Spieler: ThSV Eisenach: Valiullin, Wöhler, Criciotoiu / HBW Balingen-Weilstetten: Strobel, Böhm

Th. Levknecht

Foto: Th. Levknecht

Fotos: Zwei der Matchwinner – Adrian Wöhler (Titelfoto) und Azat Valiullin

Andrea T. | | Quelle:

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