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Eisenacher Angriffsexpress überrollt Aufsteiger aus dem Rheinland

Der ThSV Eisenach setzte mit einem 38:30 (20:12)-Erfolg über den Aufsteiger Leichlinger TV seinen positiven Trend fort und glich sein Punktekonto auf 5:5 Zähler aus, befindet sich in Sichtweite des Vorderfeldes.
Nach 44 Minuten zelebrierten die über 1350 Zuschauer die Laola-Welle über die Ränge der Werner-Aßmann-Halle Tomas Sklenak hatte gerade wieder einmal den Turbo gezündet, erfolgreich zum 31:20 für den ThSV Eisenach abgezogen. Vom Tempospiel der Hausherren waren die Gäste vom Leichlinger TV völlig überfordert. Pavel Prokopec schlüpfte über weite Strecken in die Rolle des Spielmachers, fand sich immer wieder mit dem glanzvoll am Kreis und nach Tempogegenstößen auftrumpfenden Benjamin Trautvetter zum Duett. Tomas Sklenak nahm stattdessen die Position im linken Rückraum ein und brillierte hier mit seinen individuellen Stärken, die in neun Treffern ihren Ausdruck fanden. «Klare Konturen und eine Vorwärtsentwicklung in der Mannschaft sind nach dem 5. Spieltag unverkennbar», freute sich Eisenachs Trainer Hans-Joachim Ursinus. Die Abwehr mit einem erneut bestens aufgelegten Torhüter Radek Musil, der 40 % aller Bälle abwehrte, schaltete mit Ballbesitz blitzschnell auf Angriff um, initiierte 18 Tempogegenstöße, von denen 14 erfolgreich abgeschlossen wurden. Der 18-jährige Nils Weidner erfüllte couragiert und mit Bravour ihm zugedachte Abwehraufgaben. Erneut in der Jokerrolle sorgte Adrian Wöhler für spektakuläre Treffer; von der ihm als Rechtshänder nicht auf den Leib geschneiderten Rechtsaußenposition. Für die Qualität der Offensiveabteilung sprechen 38 Treffer aus 62 Würfen. Die Trefferausbeute hätte weitaus höher ausfallen können, in der Schlussetappe schluderten die mit einigen Wechselspielern auf dem Parkett stehenden Eisenacher jedoch, sodass den Gästen ein Debakel erspart blieb. Die rote Laterne der 2. Liga Süd hängt jedoch nun beim Aufsteiger aus dem Raum Köln. Frank Lorenzet, der Coach des Leichlinger TV, das Team vor 5 Jahren in der Oberliga übernehmend, informierte über bereits weit gediegene Aktivitäten auf dem Transfermarkt, um rasch die gefährdeten Tabellenränge zu verlassen.

Fulminanter Zwischenspurt unmittelbar vor der Pause
Nach der Verabschiedung von Detlef Henkel brannten die Eisenacher gleich ein Feuerwerk ab. Routinier Krisztian Szep-Kis, im rechten Rückraum beginnend, wuchtete nach nicht einmal 30 Sekunden zum 1:0 ein. Der tatendurstige Benjamin Trautvetter erhöhte im Doppelpack auf 4:1 (4.). Maßarbeit von Tomas Sklenak, mit Pavel Prokopec zwischen der mittleren Aufbauposition und dem linken Rückraum rotierend, beim Treffer zum 7:3 (11.). Eine Steilvorlage von Benjamin Trautvetter versenkte Karsten Wöhler zum 9:5 (15.). Die temposcharfen Angriffszüge de Eisenacher vermochten die Gäste nur auf Kosten von Strafwürfen zu unterbinden. Frank Lorenzet, der Coach des Leichlinger TV, fühlte sich von den Unparteiischen ungerecht behandelt und tat dies auch lautstark kund, was ihm unmittelbar vor der Pause sogar eine Zeitstrafe einbrachte. Die Gäste, beeindruckt von der Halle und dem Flair («Vor solch einer Kulisse spielen wir höchst selten», so Trainer Frank Lorenzet), wurden kesser, die Eisenacher etwas unkonzentrierter. Der bullige Christian Born (insgesamt 6 Treffer) und Bastian Schlierkamp hielten den Aufsteiger bis zum 13:11 (23.) auf Tuchfühlung. Doch dann drehten die Wartburgstädter mächtig auf. In Unterzahl traf der vorzüglich frei gespielte gerader eingewechselte Alexander Schiffner zum 15:11 (24.). Endstation für die Angriffsbemühungen der Gäste spätestens bei ThSV-Keeper Radek Musil, der blitzschnell den nächsten Tempogegenstoß einleitete. Eine Tippvorlage von Pavel Prokopec nutzte Benjamin Trautvetter zum 17:11 (27.), schloss per Konter zum 18:11 (28.) und 20:11 (30.) ab. Die Pausensirene erlöste die Gäste aus dem Rheinland, deren erstligaerfahrener Torjäger Erik Kaluzinki bestens abgeschirmt wurde.

Spektakulär von Rechtsaußen: Adrian Wöhler
Nach dem Seitenwechsel taute der nun in den rechten Rückraum gerückte Girts Lilienfelds auf, fackelte nicht lange zum 21. Treffer für seine Farben. Die Spielweise zum 24:17 (36.) schmeckte Eisenachs Trainer jedoch nicht. Klare Worte während einer Auszeit. Der eingewechselte Adrian Wöhler führte sich mit seinem Treffer zum 25:17 (37.) bestens ein. Auch wechselweise Sonderbewachungen für Tomas Sklenak und Pavel Prokopec vermochten die Angriffsflut der Hausherren nicht zu stoppen. Der ThSV hatte Fahrt aufgenommen. Temposcharfe Kombinationen sahen die Gäste als Statisten. Karsten Wöhler versenkte von Linksaußen zum 27:20 (41.) und 30:20 (44.). «Jetzt ging es für uns nur darum, die Niederlage in Grenzen zu halten», gestand Leichlingens Trainer, der die Moral seines Teams lobte. «Die zweite Halbzeit haben wir vom Resultat (18:18) ausgeglichen gestaltet», wertete er als Beleg für die gute Moral seiner Schützlinge. Für die Glanzpunkte auf ThSV-Seite sorgte Adrian Wöhler. Dieses Mal von Rechtsaußen. Er hob das Leder, wie beim 34:25 (53.), über den Torhüter oder zog platziert ins lange Eck, wie beim 35:25 (55.).
Eisenachs Coach Hans-Joachim Ursinus zeigte sich mit den letzten Minuten nicht zufrieden. «Die Gelegenheit, unbeschwert aufzuspielen, ließen wir ungenutzt verstreichen». Mit der Hereinnahme einiger Wechselspieler ging doch merklich die Harmonie verloren, unterliefen gleich drei Patzer in Folg in der Vorwärtsbewegung. Philipp Emmelmann scheiterte an seinem 25. Geburtstag völlig frei an Gästeschlussmann Marc Roos (59.). Kaltblütig ließ Heißsporn Adrian Wöhler dem Keeper beim 38:28 (59.) keine Abwehrchance. In der Schlussminute gelang den Gästen noch etwas Ergebniskosmetrik.

Hoffman und Jauernik aus Verletzungsgründen nur auf der Bank
Martin Hoffmann und Christoph Jauernik verfolgten, weil angeschlagen, die Partie nur von der Wechselbank. Am Freitag, 10.10.08, beim Auswärtsspiel in Bietigheim, sollen auch sie wieder einsatzbereit sein.

Statistik
ThSV Eisenach: Musil, Nositschka; Hoffmann, Trautvetter (8), Sklenak (9), A. Wöhler (5), Luther, Emmelmann, Schiffner (1), K. Wöhler (7/3), Lilienfelds (4), Weidner, Prokopec (3/1), Szep-Kis (1)
Leichlinger TV: Nippes, Roos; Schlierkamp (4/1), Fietze (1), Schumacher (2), Kaluzinski (2), Scherer (4), Zamekov (3), Staub (1), Born (6), Kreckler (7/4), Rechlin
Siebenmeter: Eisenach 6/4 – Leichlingen 7/5
Zeitstrafen: Eisenach 5 x 2 Min. – Leichlingen 5 x 2 Min.
Schiedsrichter: Blümel/Lopaschewski (Berlin)

Rainer Beichler | | Quelle:

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