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 | Bildquelle: ThSV Eisenach

Beschreibung:
Bildquelle: ThSV Eisenach

Ernüchterung pur beim ThSV Eisenach

Damit hatte im Eisenacher Lager keiner gerechnet! Mit der erstmaligen Favoritenrolle kamen der Wartburgstädter überhaupt nicht zurecht, kassierten eine völlig unerwartete 26:28 (11:15)-Heimpleite gegen Schlusslicht TV Emsdetten. Im Gegensatz zum Mittwoch hatten die unmittelbaren Mitkonkurrenten am Samstagabend (Göppingen mit 32:33 Heimniederlage gegen den TBV Lemgo und der Bergische HC setzte seine Talfahrt mit einer 29:34 Pleite in Melsungen fort) Federn gelassen. Der ThSV Eisenach hätte mit einem Doppelpunktgewinn bis auf zwei Zähler zu den Nichtabstiegsplätzen aufrücken können. Nach 23 von 34 Spieltagen beträgt der Rückstand zum rettenden Ufer aktuell vier Zähler. Lösbar ist das noch!

Bjarki Elisson: «Wir operierten in der Deckung und im Angriff einfach schlecht.»
Von einem «kollektiven Aussetzer» wollte Eisenachs Trainer Adalsteinn Eyjolfsson jedoch nicht sprechen, das würde der guten Leistung des TV Emsdetten nicht gerecht. «Wir haben die Abwehrarbeit der Eisenascher aus dem siegreichen Spiel gegen den Bergischen HC genau analysiert, die richtigen Antworten gefunden und das gesamte Spiel kontrolliert», frohlockte Gennadij Chalepo, der Coach des TV Emsdetten. Mit Ballstafetten zu allen drei Kreispositionen, von Olafur Ragnarsson eingeleitet, von Stefan Thünemann vielfach abgeschlossen, trafen die Gäste zum 0:4 (5.) und 8:14 (22.). «Wir agierten in der Deckung zu passiv, kamen oft einen Schritt zu spät, sodass die Gäste das Leder bis zu den Außenpositionen brachten», konstatierte Adalsteinn Eyjolfsson. Bereits in der 13. Minute hatte er die zweite Auszeit genommen. Allerdings ohne durchschlagenden Erfolg. Auch Neuzugang Mikel Aguirrezabalaga vermochte bei den Gastgebern keine Akzente zu setzen. Ihre Würfe wurden immer wieder eine Beute von Emsdettens Keeper Nils Babin, der im Anschluss verschmitzt erklärte: «Besonders im ersten Abschnitt kamen die Wurfbilder der Eisenacher mir auch entgegen.» Ausgesprochen zähflüssig verlief die von den eigenen Fans erwartete Aufholjagd nach Wiederanpfiff. Der Pausenstand von 11:15 hatte noch alle Optionen offen gelassen. «In Überzahl patzten wir gleich dreifach», schüttelte Adalsteinn Eyjolfson frustriert den Kopf. «Unsere Deckungsarbeit war eine einzige Katastrophe. Wir ließen unsere Torhüter sträflichst im Stich», bekannte Eisenachs Linksaußen Bjarki Elisson. Die Keeper der Wartburgstädter, Rene Villadsen und Stanislaw Gorobtschuk, parierten zusammen ganze 9 Bälle. «Der TV Emsdetten hat clever gespielt und ebenso clever abgeschlossen», erklärte Rene Villadsen. Eisenachs Angriffsspiel war weit entfernt von der Qualität des siegreichen Heimspieles gegen den Bergischen HC. Einzig Nicolai Hansen erreichte an der Kreismitte Normalform, rackerte einsatzstark. So genannte hundertprozentige Torchance ließen seine Teamkollegen allerdings aus. Der Tabellen-Letzte kontrollierte das Spiel. Aivis Jurdzs verkürzte zwar nach einer Freiwurfablage zum 15:18 (38.), doch danach war wieder bei TVE-Keeper Nils Babin Endstation, der insgesamt 15 Bälle abwehrte. Adalsteinn Eyjolfsson zog alle möglichen Optionen, fand aber keine durchschlagende. «Wir agierten gelähmt, ja geradezu ängstlich», so der Eisenacher Trainer. Ein gesunder Hannes Jon Jonsson hätte in der Spielgestalterrolle neue Akzente setzen können. Der gerade 34 Jahre gewordene Isländer schuftet ebenso wie die Rückraumkollegen Girts Lilienfelds und Daniel Luther am Comeback.

Im Schlussspurt fiel der Anschlusstreffer – Mehr aber nicht
Nach dem 16:21 (45.) setzte der ThSV Eisenach zum Schlussspurt an. Faruk Vrazalic verwandelte zwei an Bjarki Elisson verwirkte Siebenmeter, Tomas Sklenak wuchtete mit Energieleistungen doppelt ein und auch Dener Jaanimaa hatte das Zielwasser endlich parat. Er bediente Nicolai Hansen, der mit seinem fünften Treffer zum 22:24 einlochte (52.). Eine Balleroberung verwertete Bjarki Elisson zum 23:24-Anschlußtreffer (52.). Sollte dieses wichtige Match den aus Eisenacher Sicht erhofften Ausgang noch nehmen? Im Gegenzug fand ein Ball von Emir Arnasson den Weg zum 23:25 ins Eisenacher Gehäuse (53.). Kurz darauf tankte sich Dener Jaanimaa zum 24:25 durch (54.). Der TV Emsdetten verlor wenige Augenblicke später durch eine Knieverletzung (Diagnose erst zu Wochenbeginn) seinen torgefährlichen Regisseur Olafur Ragnarsson. Neuzugang Palle Hansen traf aber zum 24:26 (55.). Die Eisenacher ließen zwei Chancen verstreichen. Stattdessen netzte Emsdettens eingewechselter Routinier Elvir Selmanovic zum 24:27 (57.) ein. Der TV Emsdetten ließ sich den ersten Auswärtssieg seiner Erstligageschichte nicht entreißen. «Siege in der prickelnden Eisenacher Atmosphäre schmecken besonders gut», erklärte ein losgelöster TVE-Keeper Nils Babin. Sein Eisenacher Kollege Rene Villadsen gab sich wenige Minuten nach der unerwarteten Niederlage schon wieder kämpferisch: «Da müssen wir halt jetzt beim TuS Nettelstedt-Lübbecke doppelt punkten.» Da muss der ThSV Eisenach freilich ein ganz anderes Gesicht zeigen.

Schlechtes Omen schon vor dem Anpfiff
Das «Vorgeplänkel» unmittelbar vor dem Anpfiff gegen den TV Emsdetten sollte sich als schlechtes Omen herausstellen. Die Gäste bemängelten etwa eine Viertelstunde vor dem Anpfiff das Licht in einem Torbereich. Ein Strahler war ausgefallen. «So ein Defekt ist nicht voraussehbar, selbst bei einer Kontrolle am Vortag», argumentierte Uwe Teichmann, der stets engagierte Hallenmeister der Werner-Aßmann-Halle. Jutta Ehrmann-Wolf, die die Spielaufsicht hatte, forderte die Behebung. Zusätzliche Strahler wurden eingeschaltet, damit die erforderliche Lichtfrequenz hergestellt. Der Anpfiff verzögerte sich dadurch um fünf Minuten. Mit den veränderten Strahlern konnte aber nicht die gewohnte Einlaufzeremonie einschließlich Präsentation erfolgen.

Statistik
ThSV Eisenach: Villadsen (4 Paraden/ 15 Gegentore), Gorobtschuk (16.- 48. Min., 5 Paraden/ 13 Gegentore); Trautvetter, Elisson (5), Sklenak (3), Wöhler, Jurdzs (5), Pucelj, Jaanimaa (3), Hansen (5), Aguirrezabalaga, Vrazalic (5/3), Heinemann, Koloper

TV Emsdetten: Babin (15 Paraden/ 25 Gegentreffer), Feshanka (14.-16.Min., 0 Paraden/1 Gegentor); Selmanovic (1), Bozovic, Lokkebo (4/1), Thünemann (7), Halibegovic (2), Ragnarsson (4), Schulz, Hansen (3), Paladin, Arnason (1), Gretarsson (3), Koch (3)

Siebenmeter: ThSV Eisenach 3/3 (Vrazalic verwandelt 3 x gegen Babin)
TV Emsdetten 1/1 (Lokkebo verwandelt 1 x gegen Villadsen)

Zeitstrafen: ThSV Eisenach 3 x 2 Min. (Koloper, Vrazalic, Aguirrezabalaga je 2 Min.)
TV Emsdetten 3 x 2 Min. (Ragnarsson, Hansen, Arnarson je 2 Min.)
Schiedsrichter: Fabian Baumgart/Sascha Wild
Zuschauer: 2380
Beste Spieler: ThSV Eisenach: Hansen
TV Emsdetten: Babin, Thünemann, Ragnarsson

Thomas Levknecht

Rainer Beichler | | Quelle:

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