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Ernüchterung pur: ThSV-Talente ratlos gegen offensive Abwehr

Die neuformierte männliche Jugend A des ThSV Eisenach startete mit einer ernüchternden 26:35 (10:16)-Heimniederlage gegen die HSG Völklingen in die Qualifikationsrunde zur Nachwuchs-Bundesliga. Die Gäste aus dem Saarland, zuvor bereits zwei Begegnungen absolvierend (ein Remis, eine Niederlage), verbesserten ihre Chancen mit diesem von der Mannschaft und den mitgereisten Anhängern lautstark gefeierten Auswärtssieg auf einen der begehrten drei Plätze gehörig. Das Vorhaben der Eisenacher, mit zwei Siegen in den beiden Heimspielen die Grundlage für eines der begehrten Tickets zu schaffen, wurde gleich ad acta gelegt.

«Unser Hauptproblem lag im Angriff. Wir fanden gegen die offensive Abwehr zu wenige Lösungen, verwickelten uns in Zweikämpfe, erspielten uns kaum Torchancen», bilanzierte ein sichtlich enttäuschter ThSV-Coach Christoph Jauernik.
Nach einer Viertelstunde war bereits mehr als eine Vorentscheidung gefallen. Die ThSV-Talente waren zum 2:10 (15.) ausgekontert worden. Eisenachs Rückraumakteure setzten immer wieder aus großer Entfernung zum zumeist erfolglosen Torwurf an. Die sich durch die offensive Abwehr der Gäste bietenden Räume wurden einfach nicht genutzt, das Spiel über Außen fand eigentlich überhaupt nicht statt. Das Mittel, Einlaufen der Außen im Rücken der gegnerischen Abwehr, schien zumindest an diesem Tag bei den Eisenachern nicht bekannt.
Vielfach über die linke Seite, mit dem starken Yves Kunkel (10 Treffer), starteten die Gäste zu Tempogegenstößen durch. Mit einer Vielzahl technischer Fehler leisteten die Eisenacher dem zusätzlich Vorschub. An den 35 Gegentoren trifft die drei eingesetzten Eisenacher Schlussleute Adrian Winkler, Lukas Frohmüller und Roman Schäfer (Neuzugang vom TUS Helmingen) die wenigste Schuld. Im Gegenteil, mit zwanzig abgewehrten Bällen verhinderten sie eine noch deutlichere Pleite! In der Schlussphase wirkten die Gastgeber geradezu konsterniert. Der HSG Völklingen, durch völlig unnötige Härte im Schlussabschnitt reduziert auf dem Parkett, gelang mit nur drei Spielern gar der Treffer zum 20:33 (54.). Mit einem technischen Fehler (J. Hohmann) in dreifacher Überzahl hatten die Eisenacher hierzu die Einladung ausgesprochen.

Der Auftakt mit zwei Singwald-Treffern zur 2:1-Führung (7.) erwies sich letztlich als Strohfeuer. Die Eisenacher verzweifelten geradezu an der offensiven Abwehr der Saarländer. Eine frühe Auszeit (11.) und personelle Wechsel brachten nicht die erhoffte Wende; auch wenn sich Neuzugang Christopher Stölzner (vom HSV Ronneburg) nach seiner Einwechslung im Rückraum sichtlich mühte und seine Qualitäten andeutete. Der Krebsschaden an diesem Tag, die Eisenacher hatten einfach kein umsetzbares Rezept gegen das Abwehrsystem der Gäste. Linkshänder Konstantin König versuchte es aus dem rechten Rückraum, wie beim 5:12 (20.). Das Spiel über den Kreis, wie beim 6:12 (21.) und 7:14 (25.) durch Tim Hohmann erfolgreich abgeschlossen, fand zu wenig statt. Die Rückraumspieler stießen nicht in die sich bietenden Räume.
Die erhoffte Aufholjagd nach Wiederanpfiff der sicher amtierenden Unparteiischen Jacob/Kuss blieb aus. Erneut wurden die Eisenacher klassisch zum 13:22 (Peter Walz, 36.) ausgekontert. Spätestens jetzt waren «alle Messen gelesen». ThSV-Keeper Lukas Frohmüller wehrte den zweiten Siebenmeter ab, doch seine Teamkollegen zeigten sich weiter ratlos gegen die Abwehr der Gäste. Eine präzise Steilvorlage des eingewechselten Torhüters Janik Guther verwertete dessen Zwillingsbruder Jonas Guther zum 15:26 (46.). Nun durften auch sämtliche Wechselspieler auf Seiten der Gäste ran und beteiligten sich am munteren Torwerfen. Eric Grünmeier versenkte zum 21:34 (56.). In den Schlussminuten gelangen Kristap Svanks und Jan Ritz die Treffer zur Ergebniskosmetik.

«Vom Engagement her kann ich mit meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Durch diese Heimniederlage sind wir allerdings bereits nach der ersten Partie dieser Qualifikationsrunde gehörig unter Druck», betonte Christoph Jauernik, gemeinsam mit Uli Enke für die A-Jugend des ThSV Eisenach verantwortlich.

Statistik
ThSV Eisenach: Winkler (1.-15.), Frohmüller (15.-48.), Schäfer (48.-60.); T. Hohmann (3), J. Hohmann, Svanks (3), Böttger, Singwald (9/2), König (4), Ritz (3/1), St. Frohmüller (2), Koch, Stölzner (2)

HSG Völklingen: Quarz, Ja. Guther (ab 39.); Grünemeier (2), Scheidt (4), Wolfskeil, Resch (4), Jo. Guther (1), Berstecher (1), Servello (3), Walz (7), Gabler, Louis (2), Mebus (2), Kunkel (10)

Zeitstrafen: Eisenach 6 x 2 Min.; Völklingen 7 x 2 Min.
Siebenmeter: Eisenach 4/3; Völklingen 2/0

Rainer Beichler | | Quelle:

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