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Ernüchterung vor dem Fest: Niederlage nach 27:24-Führung

Der ThSV Eisenach kann gegen Concordia Delitzsch nicht gewinnen. Im dritten Punktspiel gegen die Sachsen kassierten die Wartburgstädter die dritte Niederlage. Erwartungsvoll bevölkerten nahezu 2000 Zuschauer die Werner-Aßmann-Halle, waren zwei Tage vor Weihnachten bereits in Festtagsstimmung, erwarteten einen Sieg ihrer Mannschaft. Beim Abpfiff machte sich jedoch Ernüchterung breit. Die Gäste tanzten hingegen ausgelassen auf dem Parkett, feierten mit ihren mitgereisten Anhängern. Die Eisenacher hatten eine 28:29 (12:13)-Niederlage zu verdauen. «Wir sind als erster auf die Ziellinie eingebogen, standen am Ende aber mit leeren Händen da», haderte ThSV-Coach Hans-Joachim Ursinus. Seine Schützlinge lagen nach 54 Minuten mit 27:24 vorn, schafften es aber nicht, den sprichwörtlichen Sack zuzubinden. «Unsere Abwehr kam zu keiner Balleroberung mehr. Unser Torhüter konnte keinen Ball mehr parieren. Nach vorn gelang uns kein Treffer», skizziert Hans-Joachim Ursinus die entscheidende Phase, die sein Team auch noch in Unterzahl absolvieren musste. Eine fragwürdige Zeitstrafe gegen Adrian Wöhler dezimierte das ThSV-Team. Ein Sklenak-Treffer fand zudem keine Anerkennung. Benjamin Trautvetter, zuvor viele Glanzlichter vom Kreis setzend, überzog das Risiko mit einem Wurf von Linksaußen (!), den Gästekeeper Gabor Pulay parierte. Uwe Jungandreas, der Coach von Concordia Delitzsch, spielte sein letztes Trumpfas mit Hirotaka Kawade aus. Der kleine Japaner wurde erneut zum Alptraum der Eisenacher, marschierte wieselflink in Richtung Meinl-Gehäuse. Gemeinsam mit Rückraumrecken Krzysztof Zart setzte er die Big Points, traf selbst zum 27:28 (59.). Kilian Kraft glich Sekunden später für Eisenach zum 28:28 aus (59.). Im Gegenzug drückte der alte Fuchs Vladimir Maltsev Eisenachs junge Abwehrspieler in den Kreis. Die Unparteiischen Harms/Mahlich (Magdeburg/Stendal) entschieden auf Abwehr durch den Kreis. Ulrich Streitenberger verwandelte auch seinen siebten Strafwurf zum 28:29 (60.). Doch noch waren 47 Sekunden zu absolvieren. Hans-Joachim Ursinus sah zunächst wegen zu energischer Beschwerde Gelb, griff selbst zur grünen Karte. Auszeit. Letzte Absprachen, um wenigstens einen Zähler zu retten. Christoph Jauernik, an diesem Tag wohl seine beste Leistung im Eisenacher Trikot abliefernd, übernahm die Verantwortung beim Torwurf. Doch Concorden-Torhüter Gabor Pulay stand goldrichtig.
«Nach einer langen Durststrecke von sieglosen Spielen endlich wieder ein Doppelpunktgewinn. Concordia Delitzsch lebt noch», so Uwe Jungandreas. «Wir haben im Angriff diszipliniert gespielt. Nicht überragend, das können wir auch nicht», fügte der Trainer von Concordia Delitzsch an. Ein Sonderlob zollte er seinem 37-jährigen Oldie Vladimir Maltsev, der nach fast 20 Jahren als Profi nun einem «normalen» Job nachgeht und sich dennoch für die Mannschaft «quält». «Unser Angriffsspiel ist einfach zu ausrechenbar», legte Eisenachs Trainer Hans-Joachim Ursinus den Finger in die Wunde. Karsten Wöhler stand wegen einer Oberschenkelverletzung ebenso nicht zur Verfügung wie der weiter an Knieproblemen laborierende Vladimir Bijonovic. Daniel Luther (Trümmerbruch der Nase) und Alexander Schiffner (Anbruch Wadenbein) fehlten ebenso verletzungsbedingt. Personelle Alternativen waren somit rar. Tomas Sklenak versuchte stets durchzustarten, doch die Defensive der Gäste machte geschlossen dicht. Wie es gehen kann, zeigten die Eisenacher zwischen der 46. und 54. Minute, als sie mit viel Bewegung mit und ohne Ball, mit Dubletten (vornehmlich von Kilian Kraft ausgelöst) Benjamin Trautvetter am Kreis in Szene setzten, einen 19:21-Rückstand in einen 27:24 Vorsprung verwandelten.

Tusp Obernburg – am Mittwoch nächste schwere Heimaufgabe
Bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag, am Mittwoch, 26.12.07 absolviert der ThSV Eisenach sein nächstes Heimspiel. Dann gastiert bereits um 18.00 Uhr Tuspo Obernburg in der Werner-Aßmann-Halle. Obernburg befindet sich zuletzt deutlich im Aufwind (Sieg gegen Ligaprimus Dormagen und in Delitzsch!). Das zeigt schon die Schwere der Aufgabe fürdie Eisenacher. Im Tor des Tuspo Obernburg steht mit Milos Hacko der überragende Torhüter der Liga. Im Rückraum setzt der mit Zweitspielrecht des TV Großwallstadt zum Einsatz kommende Philipp Müller die Akzente. «Vom Torhüter bis zum Linksaußen ist Obernburg sehr gut besetzt», weiß Eisenachs Trainer Hans-Joachim Ursinus. Er hatte am Sonntag Oberschenkelverletzungen bei Adrian Wöhler und Tomas Sklenak zu vermelden, die dadurch auch nicht am Training teilnehmen konnten. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, eventuell kann Karsten Wöhler wieder mitwirken.
Der ThSV Eisenach bittet vom Vorverkauf in der HME-Tankstelle in der Langensalzaer Straße regen gebrauch zu machen. Die Tageskasse öffnet am Mittwoch um 16.45 Uhr.

Prominenter Gast
Erfolgreiche Eisenacher Erstbundesligageschichte lebt am Mittwoch wieder auf. Stephane Joulin, einstiger Weltklasse-Rechtsaußen im Trikot des ThSV Eisenach, weilt zu weihnachtlicher Stippvisite mit seiner Lebensgefährtin in der Wartburgstadt und ist Gast zum Punktspiel des aktuellen ThSV-Teams gegen Tuspo Obernburg.

Statistik
ThSV Eisenach: Meinl, Nositschka (35.-50. sowie bei einem Siebenmeter); Hoffmann (4), Trautvetter (6), Kraft (5), Sklenak (2), A. Wöhler (1), Weiß (n.e.), Riehn (1), Mellack, K. Wöhler (n.e.), Jauernik (9/6)
Concordia Delitzsch: Pulay, Jungmann (bei einem Siebenmeter); Löffler (1), Meiner (1), Streitenberger (10/7), Oehlrich (3), Kählke, Kawada (1), Maltsev (3), Weiß, Jacob (3), Vogt, Zart (5), Bergelt (2)
Zeitstrafen: Eisenach 5 x 2 Min. – Delitzsch 5 x 2 Min.
Siebenmeter: Eisenach 7/6 – Delitzsch 7/7

Rainer Beichler | | Quelle:

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