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 | Bildquelle: Th. Levknecht

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Bildquelle: Th. Levknecht

Handball: Nachdreher ThSV Eisenach siegt im Spitzenspiel

ThSV Eisenach entscheidet mit famosem Schlussspurt Spitzenspiel für sich

Wartburgstädter siegen nach 19:24-Rückstand beim TV Bittenfeld mit 26:25
Aivis Judzs nach Vaterfreuden mit Siegtreffer

Was für ein Schlussspurt! Im Spitzenspiel der 2. Handballbundesliga der Männer feierte der ThSV Eisenach mit einem famosen Schlussspurt beim Tabellen-Zweiten TV Bittenfeld einen 26:25 (12:14)-Erfolg und schob sich damit bis auf einen Zähler an das Team aus einem Waiblinger Vorort heran.

Deckungsumstellung nach 5-Tore-Rückstand brachte die Wende
Der ThSV Eisenach lag vor über 6.200 Zuschauern in der Stuttgarter Porsche Arena gegen den gastgebenden TV Bittenfeld eingangs der Zielgeraden, in der 51. Minute, mit 19:24 im Rückstand. „Unser Trainerfuchs hat in solchen Phasen immer noch was Überraschendes in petto; in Stuttgart die Umstellung der Deckung und ein Torwartwechsel“, strahlte Eisenachs Keeper Stanislaw Gorobtschuk, der 45 Minuten mit einer starken Leistung aufwartete, 16 Bälle (darunter einen Strafwurf) parierte, bei dem dann aber die Spannkraft nachließ. „Du brauchst nur zwei bis drei Bälle zu halten“, lautete die Aufgabe von Velimir Petkovic für den ab der 52. Minute das ThSV-Gehäuse hütenden Rene Villadsen. Der 28-jährige Däne erfüllte exakt. Eisenachs Trainer Velimir Petkovic gelang mit der Umstellung auf eine 5:1-, phasenweise sogar eine 4:2-Deckung, der entscheidende Schachzug. Seine Mannschaft praktizierte diese offensive Deckungsarbeit mit körperlicher und geistiger Fitness sowie ganz viel Leidenschaft und Kampfbereitschaft. Bjarki Elisson sorgte als „Indianer vor der Abwehr“ für helle Aufregung bei den Gastgebern, bei denen von Sekunde zu Sekunde die Nervosität zunahm. „Uns gelangen schnelle Tore im Gegenstoß“, strahlte Velimir Petkovic. Eisenachs Toptorjäger Bjarki Elisson (11 Treffer in Stuttgart!) versenkte zum Anschlusstreffer (23:24, 55.). Marcel Schliedermann im Schlussabschnitt regelrecht explodierend, beherzt in die Zweikämpfe gehend, beantwortete den 25. Treffer der Hausherren postwendend. Dann war Rene Villadsen mit den Fußspitzen zur Stelle, jagte der erstbundesligaerfahrene Lars Friedrich das Leder weit über das Eisenacher Gehäuse, stoppte Dominik Weiß Eisenachs Marcel Schliedermann nur auf Kosten einer Zeitstrafe (59.).

ThSV Eisenach wollte nicht nur den Spatz sondern die Taube auf dem Dach
Der ThSV Eisenach ging in Überzahl in die letzten 110 Sekunden. Nicolai Hansen behauptete sich mit Einsatz und Raffinesse am Kreis und versenkte zum 25:25 (59.). Dreißig Sekunden vor dem Abpfiff parierte Eisenachs Keeper Rene Villadsen erneut. Jetzt wollte der ThSV Eisenach mehr wie den Spatz auf dem Dach. Während einer Auszeit 15 Sekunden vor Ultimo besprach Velimir Petkovic mit seinem Team den letzten Angriffszug. Nach einer Freiwurfablage zog Aivis Jurdzs ab, Dragan Jerkovic, der Ex-Eisenacher im Kasten des TV Bittenfeld, mit einer glanzvollen Leistung bis dahin, berührte zwar noch das Leder, doch dieses überquerte kurz vor der Sirene die Torlinie zum siegbedeutenden Treffer für die Wartburgstädter. Aivis Jurdzs, während der englischen Woche zuvor 23 Treffer markierend, schlaflose Nächte zu Wochenmitte bei der Geburt seiner Tochter Amanda, in Stuttgart allerdings mit Ladehemmung, besorgte nach den Vaterfreuden den Siegtreffer. „Ich konnte nicht auf die Uhr blicken, wusste nicht, wie vieler Sekunden noch zu spielen waren. Ich musste jedoch schnell abschließen, zog aus 9 Metern ab und der Ball war drin“, strahlte Aivis Jurdsz tags darauf bei einer Autogrammstunde zum 25-jährigen Jubiläum von Auto-Meier im Gewerbegebiet Eisenach-Krauthausen. (Subaru-Vetragshändler vor Ort. Subaru Deutschland unterstützt seit Jahren den ThSV Eisenach als Premiumpartner.) Der linke Rückraumspieler bekannte aber auch ehrlich: „Bis zur 51. Minuten haben wir zu viele gute Torchancen ausgelassen. Die Torgefahr aus dem Rückraum war einfach zu gering.“ Und dann flachste der Routinier noch: „Den Freiwurf zum letzten Treffer haben wir drei Wochen trainiert.“ Dem war natürlich nicht so. Doch die Arbeit im Training hat sich ausgezahlt. „Fünf Wochen harte Trainingsarbeit werden nun belohnt“, betonte Velimir Petkovic. Der sonst so kritische Coach hatte nach der Partie in der Porsche Arena ungewohnte Worte auf den Lippen: „Eine überragende kämpferische Leistung mit ganz viel Leidenschaft; ich bin stolz auf meine Mannschaft“. Velimir Petkovic, nahezu zehn Jahre Coach in Schwaben, bei Frisch Auf Göppingen, musste ganz viele Hände schütteln. Seine Arbeit genießt hier allerhöchste Anerkennung. Nun profitiert der thüringische Traditionsverein davon.
Der ThSV Eisenach kann auf 29:3 Punkte aus den letzten 16 Spielen verweisen und klopft unüberhörbar an die Tür zur 1. Handballbundesliga. Das hätten Mitte Oktober, zum Amtsantritt von Velimir Petkovic, die kühnsten Optimisten unter der Wartburg nicht erträumt.

„Rennsteiglied“ auf schwäbischem Parkett
Ein Prozent der 6.200 Zuschauer in der Porsche-Arena, die per Fanbus und Pkw`s angereisten Fans des ThSV Eisenach, die im Spielverlauf sich mächtig Gehör verschafft hatten, jubelten ausgelassen mit dem Team. Thüringens Nationalhymne „Das Rennsteiglied“ wurde inbrünstig auf schwäbischen Parkett intoniert!

Karsten Wöhler: Kampf bis zur letzten Sekunde wurde belohnt
„Ein unglaublich emotionsvolles Spiel vor toller Kulisse“, befand Eisenachs Manager Karsten Wöhler. „Wir sind lange einem Rückstand hinterher gelaufen, haben aber bis zur letzten Sekunde gekämpft. Natürlich hatten wir zum Ende etwas Glück, doch dieses haben wir uns hart erarbeitet und zwei Pluspunkte erkämpft“.

Dragan Jerkovic: Ich hoffe Bittenfeld und Eisenach steigen gemeinsam auf
„Ich habe noch viele Freunde in Eisenach. Ich hoffe, beide Mannschaften, der TV Bittenfeld und der ThSV Eisenach, schaffen den Aufstieg“, betonte Bittenfelds Torhüter Dragan Jerkovic vor dem Anpfiff. Der inzwischen 39-Jährige, von 2001 bis 2005 im Kasten der Wartburgstädter, hätte mit insgesamt 17 teilweise spektakulären Paraden (er wehrte u.a. alle drei dem ThSV Eisenach zugesprochenen Siebenmeter ab) und seinem torgefährlichen Rückraumspieler Michael Schweikhardt (10 Treffer) den Aufstiegshoffnungen der Eisenacher fast einen kleinen Dämpfer versetzt. Der Vertrag des Oldies beim TV Bittenfeld wurde gerade verlängert. Auf seine „alten Tage“, nach Stationen in Frankreich, erfüllte sich sein Wunsch nach Deutschland und einer Rückkehr in die Handballbundesliga.

Geburtstagsständchen für Kapitän Benjamin Trautvetter
Bestens gelaunt durch den Sieg im Spitzenspiel trällerte das Team zu mitternächtlicher Stunde ein Geburtstagsständchen in den Stuttgarter Himmel. Benjamin Trautvetter, der verletzte Kapitän, beging sein inzwischen 30. Wiegenfest. (Wie doch die Zeit vergeht.). Erst in den frühen Morgenstunden erreichte der Mannschaftsbus die heimische Werner-Aßmann-Halle. Zur Mittagszeit weilten Tomas Sklenak, Daniel Luther und Aivis Jurdzs bereits wieder zur Autogrammstunde bei Auto-Meier; um die Verbundenheit und den Dank für Subaru Deutschland als langjährigen Partner des ThSV Eisenach zu dokumentieren.

Nun kommt der Tabellenführer
Am Samstag, 04.04.2015, Ostersamstag, empfängt der ThSV Eisenach den souveränen Tabellenführer SC DHfK Leipzig. Anwurf ist um 19.30 Uhr in der Werner-Aßmann-Halle. Ein Handballkracher zum Osterfest! Eintrittskarten sind online unter www.thsv-eisenach.de und in der ThSV-Geschäftsstelle in der Werner-Aßmann-Halle (links neben der ThSV-Sportlerklause) erhältlich. Der ThSV Eisenach empfiehlt Sichern der Tickets, sind bereits viele Eintrittskarten schon weg.

Statistik TV Bittenfeld – ThSV Eisenach 25:26 (14:12)

TV Bittenfeld: Jerkovic (17 Paraden), Müller (n.e.); Schimmelbauer (1), Schöbinger (3), N.Kretschmer (1), Weiß (2), M. Schweikardt (10/2), Friedrich (2), M`Bengue (1), Baumgarten (2), Sundberg (1), Seiz (2), Heib, F.Kretschmer

ThSV Eisenach: Gorobtschuk (16 Paraden/ 1. bis 52.Min.), Villadsen (3 Paraden, ab 52.Min.); Elisson (11), Sklenak (1), Wöhler (3), Jurdzs (1), Luther, Jaanimaa (1), Forstbauer (1), Schliedermann (3), Hansen (3), Heinemann, Koloper (2), Seifert

Siebenmeter: TV Bittenfeld 3/2 – ThSV Eisenach 3/0

Zeitstrafen: TV Bittenfeld 5 x 2 Min. – ThSV Eisenach 4 x 2 Min.

Schiedsrichter: Immel/Klein

Zuschauer: 6.211 in der Porsche Arena Stuttgart

Th. Levknecht

Th. Levknecht

Foto: Th. Levknecht

Lisa H. | | Quelle:

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