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Handball-Testspiel: Mehr als respektabel

Der Fünfzehnte der 2. Handballbundesliga Süd, der ThSV Eisenach, zog sich in einem Testspiel jüngst gegen den in Bestbesetzung angereisten Sechsten der 1. Handballbundesliga, dem VfL Gummersbach, mit 31:37 (14:16) ausgesprochen achtbar aus der Affäre.
Die Gummersbacher unterzogen sich diesem Test in Vorbereitung auf ihr Punktspiel am Sonntag beim TV Großwallstadt. «Eine respektable Leistung,» attestierte Eisenachs Trainer Maik Handschke, bis 2003 als Aktiver beim VfL Gummersbach, seinen Schützlingen. «Die anfängliche Ängstlichkeit haben wir dann rasch abgelegt, kamen mit sehenswerten Spielzügen zum Erfolg», konstatierte Maik Handschke. Schwächen im Innenblock der Gummersbacher Deckung nutzten die Eisenacher mit Spielzügen zum an der Kreismitte auftrumpfenden Benjamin Trautvetter (7 Treffer).

«Fehler unsererseits wurden natürlich eiskalt bestraft», gestand Maik Handschke. Das Gummersbacher Starensemble, über 1000 Länderspiele aufweisend, darunter Österreichs Auswahl-As Viktor Szliagyi und dem mit 101 Treffern auf Platz 2 der aktuellen Torjägerliste des deutschen Oberhauses rangierenden serbischen Auswahlspieler Momir Ilic, dokumentierte insbesondere in punkto Schnelligkeit und Sprungkraft den Unterschied zwischen erster und zweiter Liga. «Für uns ein Bonbon auf unserem beschwerlichen Weg heraus aus den Niederungen der 2. Liga», erinnerte Maik Handschke an den Punktspielalltag.
Mit Blick auf das nächste Spiel seines Teams am Mittwoch, 10.12.08 um 20.00 Uhr in der heimischen Werner-Aßmann-Halle gegen den TV Bittenfeld verfolgte der an einer Fußverletzung laborierende Rückraumspieler Pavel Prokopec die Partie ausschließlich in der Zuschauerrolle.

Die Wartburgstädter konnten nach Auswahleinsätzen wieder ihren Linkshänder Girts Lilienfelds im rechten Rückraum aufbieten, der an diesem Tag seinen 26. Geburtstag feierte. Eisenachs Kapitän Karsten Wöhler sprühte auf Linksaußen vor Tatendrang, traf zum 2:2 (5.), verwandelte nach Regelwidrigkeit an ihm selbst vom Punkt zum 4:4 (8.). Sprungkraft und Dynamik, mit diesen Pfunden wucherte die Rückraumreihe der Gummersbacher, wie beim 5:8 (11.) durch den 90-fachen kroatischen Auswahlspieler Drago Vukovic.
Wer nun mit einer einseitigen Partie rechnete, sah sich getäuscht. Eisenachs Tomas Sklenak donnerte das Leder ans Holz, den Abpraller versenkte Benjamin Trautvetter einsatzstark zum 7:9 (15.). Martin Hoffmann traf von Rechtsaußen mit schnörkellosem Wurf, vorbei an Ungarns 170-fachen Auswahlkeeper Nandor Fazekas zum 8:9 (16.). Christoph Jauernik und Tomas Sklenak lösten sich beim ThSV Eisenach in der Regierolle ab. Mit verändertem Deckungssystem stoppte Gummersbach Eisenachs Angriffsbemühungen, erhöhte die eigene Schlagzahl im Vorwärtsgang zum 11:16 (Szilagyi, 27.). Gummersbach schien gedanklich schon auf dem Weg in die Halbzeitpause. Die Eisenacher eroberten sich dreifach das Leder und verkürzten auf 14:16 (30.).

Eisenacher Erfolgsrezept: Kombinationen zur Kreismitte
Den überwiegenden Teil der zweiten Halbzeit bestritt der ThSV Eisenach mit seiner jungen Garde, mit Alexander Schiffner in der Rolle des Spielmachers, Daniel Luther im linken Rückraum, Adrian Wöhler auf Linksaußen und Andreas Nositschka im Tor, unterstützt durch Oldie Krisztian Szep-Kis im rechten Rückraum. «Da war keinerlei Abfall vom Niveau zu erkennen», freute sich Eisenachs Trainer Maik Handschke. Im Gegenteil, Alexander Schiffner stellte seine Regiequalitäten unter Beweis. Er forcierte ständig das Tempo, sorgte für Spielfluss, initiierte Kombinationen zum am Kreis lauernden Benjamin Trautvetter. Die individuelle Klasse sprach natürlich für den VfL Gummersbach, wie beim 15:20 (Ilic, 35.).
Doch die Eisenacher blieben dran. Die Nobodys trauten sich was zu: Daniel Luther zog platziert zum 19:23 (40.) ab. Alexander Schiffner traf mit ansatzlosem Wurf zum 20:24 (41.). Kess luchste Adrian Wöhler den Gästen das Leder ab, versenkte zum 23:28 (48.), nachdem er kurz zuvor aussichtsreich gescheitert war. Robert Gunnarsson, der wuchtige Kreisspieler des VfL Gummersbach (105 Länderspiele für Island), war von Eisenachs Abwehr kaum noch zu bremsen. Der Franzose Andrey Tuzolana löste mit seiner Sprungkraft, wie beim 23:29 (48.) Raunen auf den Rängen aus. Ein Klassenunterschied, auch wenn die Gäste offensichtlich mit angezogener Handbremse nun operierten, war offenkundig. Gummersbachs Anfälligkeit im Deckungszentrum, nach schnellen Ballpassagen, nutzte Eisenach mit Kombinationen zur Kreismitte aus. Alexander Schiffner und Benjamin Trautvetter fanden sich mehrfach zum Duett. Benjamin Trautvetter beendete mit seinem Treffer zum 31:37-Endstand einen überaus unterhaltsamen Handballabend. Die über 400 Zuschauer dankten mit reichlich Beifall nach dem Abpfiff.

Statistik
ThSV Eisenach: Musil, Nositschka; Hoffmann (2), Trautvetter (7), Sklenak (3), A. Wöhler (2), Luther (3), Emmelmann, Schiffner (2), K. Wöhler (9/5), Lilienfelds (1), Jauernik, Szep-Kis (2), Prokopec (n.e.)
VfL Gummersbach: Fazekas, Stojanovic; Krantz (4), A. Wagner (1), Vukovic (5), Ilic (2), Eisenkrätzer, Gunnarsson (4), Alvanos (4), Szilagyi (3/1), Pfahl (3), Rahmel (1), Zrnic (7/2), Tuzolana (3)

Siebenmeter: Eisenach 6/5 – Gummersbach 3/3
Zeitstrafen: Eisenach 2 x 2 Min. – Gummersbach 3 x 2 Min.

Rainer Beichler | | Quelle:

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