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Bildquelle: EOL/Archiv

Handball: «Will meinen Freunden in Mühlhausen helfen!»

Rainer Osmann (58 Jahre), Urgestein des Eisenacher Handballs, Jahrzehnte bei Motor und später dem ThSV Eisenach Spieler, Kapitän, Co-Trainer, Trainer (als verantwortlicher Coach mit dem ThSV Eisenach 1997 in die 1. Handballbundesliga aufgestiegen), vom August 2001 bis Januar 2008 Trainer der Nationalmannschaft Österreichs, sitzt nun in Mühlhausen (Unstrut-Hainich-Kreis), auf der Trainerbank bei Landesligist VfB TM Mühlhausen.
Thomas Levknecht sprach hierzu mit Rainer Osmann:

Die Meldung, Rainer Osmann hilft als Trainer bei Landesligist VfB TM Mühlhausen aus, sorgte allenthalben für eine deftige Überraschug. Wie kam es dazu?
Rainer Osmann: Mit Verantwortlichen des Mühlhäuser Handballs, mit Thomas Fick und Ronald Fernschild, pflege ich seit vielen Jahren freundschaftliche Kontakte. Der Vorstand des VfB TM Mühlhausen setzte sich am Mittwochvormittag mit mir in Verbindung. Am Abend zuvor hatte Peter Hattenbach als verantwortlicher Trainer überraschend das Handtuch geworfen. Der VfB Mühlhausen stand also drei Tage vor dem Punktspielstart ohne Trainer da. Als verantwortlicher Trainer in Mühlhausen zu übernehmen, das konnte ich mir nicht vorstellen. Doch ich wollte meinen ehrenamtlich mit viel Herzblut wirkenden Freunden helfen. Ich sicherte ihnen zu, die nächsten zwei Wochen, gemeinsam mit Thomas Walter, den Trainings- und Wettkampfbetrieb zu leiten. Für einen überschaubaren Zeitraum! Während dieser Zeit werde ich mich auch unterstützend einbringen, einen neuen Coach zu engagieren. Der VfB begeht im nächsten Jahr sein 100-jähriges Vereinsjubiläum und hat in Sachen Handball einiges vor.

Sie leiteten bereits die ersten Trainingseinheiten in einer Sporthalle, die sicher Erinnerungen wachrief?
Rainer Osmann: Bevor in Eisenach die Sporthalle in der Katzenaue, die heutigen Werner-Aßmann-Halle, 1984 eröffnet wurde, mussten wir unsere Heim-Punktspiele in der 1. Liga der DDR während der Jahre zuvor in Erfurt und auch eine Spielzeit in Mühlhausen, in jener Sporthalle Damaschkestraße, austragen. Beim letzten Spiel in der Damaschkestraße unterlagen wir seinerzeit dem ASK Vorwärts Frankfurt/Oder und stiegen ab. Der sofortige Wiederaufstieg folgte allerdings. Als ich am Donnerstagabend die erste Trainingseinheit mit dem VfB-Team leitete, wurden Erinnerungen aus jener Zeit als Spieler wach. Die zur Sporthalle gehörende Schule steht allerdings seit Jahren leer, soll in absehbarer Zeit abgerissen werden.
Der komplette Kader des VfB TM Mühlhausen war am Donnerstagabend da und überzeugte mit großem Trainingsfleiß. Ich werde in der Zeit bis zum Monatsende drei Trainingseinheiten in der Woche und das jeweilige Punktspiel am Wochenende absichern. Die Zeit nehme ich mir für die Freunde in Mühlhausen

Aber es ist doch sicherlich eine Umstellung vom Profibereich in den Amateursektor?
Rainer Osmann: Das ist schon ein Unterschied, ob ich Hochleistungsprofis oder reine Amateure trainiere. Eine völlig neue Aufgabe, die, so bekenne ich, aber auch einen besonderen Reiz hat.

Spielten finanzielle Aspekte eine Rolle?
Rainer Osmann: Definitiv nicht! Ein reiner Freundschaftsdienst für drei Wochen. Der VfB TM Mühlhausen stand praktisch zum Saisonstart ohne Trainer da. Mit dem Nordhäuser SV und Suhl treffen die Mühlhäuser gleich auf zwei Topteams der Spielklasse. Ohne Trainer eine kaum erfolgreich zu bewältigende Aufgabe.

Ist eine Rückkehr in das große Handballgeschäft geplant?
Rainer Osmann: Beim Deutschen Sportfernsehen (DSF) habe ich für Oktober bei einer Handballübertragungen als Co-Kommentator zugesagt. Nahezu zeitgleich mit dem Hilfeersuchen aus Mühlhausen erreichte mich eine konkrete Anfrage aus dem Handball-Hochleistungsbereich. Ich werde alles sondieren, nehme mir für die Entscheidung Zeit.

Rainer Beichler | | Quelle:

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