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Ausgelassener Jubel bei den Eisenachern Lars Kremmer (parierte 20 Bälle und Rückraumspieler Markus Collatz (markierte 5 Treffer) | Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Beschreibung: Ausgelassener Jubel bei den Eisenachern Lars Kremmer (parierte 20 Bälle und Rückraumspieler Markus Collatz (markierte 5 Treffer)
Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Keeper Lars Kremmer überragt beim „Heimspiel“ im Sportzentrum Breitungen

ThSV Eisenach II bejubelt 33:24 (15:16)-Erfolg bei der HSG Werratal / Lars Kremmer pariert 20 Bälle / 6-Nationenteam der Südthüringer im zweiten Abschnitt platt

ThSV-Anhänger, die jubeln wollen, müssen derzeit zur zweiten Männermannschaft kommen. Am Samstagabend machte sich eine nicht unbeträchtliche Zahl auf den Weg über die Hohe Sonne ins Sportzentrum nach Breitungen. Sie wurden mit insgesamt nahezu 300 Zuschauern Augenzeuge eines rasanten Derbys in der Thüringenliga, das der ThSV Eisenach II im zweiten Abschnitt eindeutig dominierte, nach einem 15:16-Halbzeitrückstand  überaus klar mit einem 33:24-Sieg beendete. Aus einer geschlossenen Eisenacher Mannschaftsleistung ragte Torhüter Lars Kremmer heraus. Der 19-jährige Sohn von Hartmut Kremmer, dem 1. Vorsitzenden der HSG Werratal, parierte 20 Bälle, darunter 6 von 11 den Gastgebern zugesprochenen Siebenmetern. Für ein Derby mit solcher Brisanz verliefen die 60 Minuten ausgesprochen fair, auf dem Parkett und den Rängen. Ein Großteil der Spieler kennt sich gut. Die Referees Jens Hanse und Volker Leinhos hatten alles im Griff.

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach • Armend Alaj resolut, beobachtet von den zuschauenden ThSV-Bundesligaspielern Marcel Niemeyer und Marcel Schliedermann.

Arne Kühr: Wir setzten den Blinker links
Darin waren sich alle einig, die Gäste von der Wartburg profitierten von ihrem breiten Kader. Während bei den Gastgebern ein Großteil nahezu durchspielen musste, konnte der ThSV Eisenach II seinen Spielern Verschnaufpausen gönnen, oder im zweiten Abschnitt  gar nahezu völlig frische Spieler (Tom Kreutzer, Armend Alaj, Noah Streckhardt) auf das Parkett schicken. „Wir hatten durch unsere dünn besetzte Bank einfach zu wenig Wechselmöglichkeiten. Zudem ließen wir zu viele gute Torchancen aus“, bilanzierte Roman Schäfer, der Torhüter der HSG Werratal, wie mehrere seiner Teamkollegen vor einiger Zeit im Nachwuchs des ThSV Eisenach. Er hatte im ersten Abschnitt mit 9 abgewehrten Bällen einen nicht unerheblichen Anteil an der knappen Pausenführung seines Teams. „Mit Peter Deli fehlte zudem unser torgefährlichster Spieler“, schob Kay Gehri aus den HSG-Vorstandsreihen nach. Die neu zusammengestellte und noch junge Mannschaft brauche Geduld. „Ab der 40. Minute war der Kräfteverschleiß unverkennbar. Mit Energie und Kraft wurde der ThSV Eisenach II seiner Favoritenrolle vollauf gerecht“, konstatierte Dejan Leskovsek, der Coach der HSG Werratal. Seine Schützlinge vermochten Überzahlphasen nur selten zu nutzen. In der Schlussviertelstunde wurde die HSG Werratal von den Gästen regelrecht überrollt, vom 20:21 (44.) zum 23:33 (60.).

Gut herausgespielte Tore, Treffer über die 1. Welle oder die schnelle Mitte, freute sich Arne Kühr. Wir haben den Blinker links gesetzt, strahlte der Coach des ThSV Eisenach II.

In den letzten Jahren gab es für die Bundesliga-Reserve auf dem heißen Breitunger Parkett nichts zu holen. Armend Alaj, setzte nach seiner Einwechslung kurz nach Wiederanpfiff mit ganz viel Einsatz aus dem rechten Rückraum besondere Akzente.

Ab der 40. Minute klappte bei uns nahezu alles, strahlte er, vergaß aber auch nicht, nach einem Super-Start kamen wir in der ersten Halbzeit unnötig ins Straucheln.

Christian Lämmerhirt, in der Vorsaison im Trikot der HSG Werratal, stillte mit insgesamt 8 Krachern aus dem Rückraum seinen Torhunger. Nach 11-monatiger verletzungsbedingter Zwangspause feierte der junge Pascal Küstner ein hoffnungsvolles Comeback. Benjamin Trautvetter spielte am Kreis seine ganze Routine aus. Letztlich blieb es nur ein statistischer Wert, dass der ThSV Eisenach II keinen seiner 3 Strafwürfe unterbrachte. Er führt mit 9:1 Zählern, punktgleich mit dem VfB TM Mühlhausen (36:21-Sieger über den SV Aufbau Altenburg) die Tabelle an. Der Spielplan sieht das direkte Aufeinandertreffen für Sonntag, 22.10.2017 um 16.00 Uhr in der Werner-Aßmann-Halle vor.

Christian Lämmerhirt mit direkt verwandeltem Freiwurf
Der ThSV Eisenach II, mit Sascha Kleint auf Links- und Luca Baur auf Rechtsaußen, Christian Lämmerhirt, Philipp Emmelmann (ab Mitte 1. Halbzeit Qendrim Alaj) und Markus Collatz im Rückraum, Benjamin Trautvetter am Kreis und Lars Kremmer im Tor, wollte von Beginn für klare Verhältnisse sorgen. Auf Pass von Philipp Emmelmann traf Luca Baur zum 1:4 (5.). Ein schulbuchmäßiger Konter über drei Stationen, von Schlussmann Lars Kremmer eingeleitete, führte durch Luca Baur zum 3:6 (7.). Doch dann ging das hohe Tempo auf Kosten der Präzision. HSG-Keeper Roman Schäfer setzte deutliche Zeichen, entschärfte auch einen Emmelmann-Siebenmter. Ivan Tosino markierte den 7:7-Ausgleichstreffer (13.). Der nahezu ständig als Spielgestalter geforderten Marko Oluic brachte seine Farben mit 8:7 (16.) und 9:8 (18.) in Führung. Für frischen Wind sorgte Noah Streckhardt. Nach einem Wechselfehler standen die Gäste mal wieder in Unterzahl auf dem Parkett. Es wurde hektischer, auch durch das übereifrige Eingreifen der extra angesetzten Spielaufsicht. Tom Winner, vor Jahren beim ThSV Eisenach, vollendete vom Kreis zum 13:11 (26.). Spektakulär die letzte Aktion der ersten Halbzeit. Christian Lämmerhirt hämmerte – im Stil des Berliner Nationalspielers Steffen Fäth –  das Leder über die Abwehrmauer zum Eisenacher Anschlusstreffer ins Netz.

ThSV Eisenach II überrollt die HSG Werratal
Frisches Personal beim ThSV Eisenach II zu Beginn des zweiten Abschnittes mit Tom Kreutzer und Armend Alaj. ThSV-Keeper Lars Kremmer lief indes zur Hochform auf, kaufte Marko Oluic gleich zwei Siebenmeter ab (34./37.), parierte doppelt nach Gegenstößen der Gastgeber. Dann fanden sich die „alten Latschen“, Philipp Emmelmann (aus dem Rückraum) und Benjamin Trautvetter (am Kreis), wie beim 16:17 (37.). Das Team aus der Werner-Aßmann-Halle gab fortan die Führung nicht mehr aus der Hand. Tom Kreutzer vollendete zum 20:23 (45.), Markus Collatz zum 21:25 (49.), Christian Lämmerhirt zum 23:28 (54.). Noah Streckhardt schloss per Gegenstoß kaltblütig zum 23:30 ab (55.). Den konsternierten und ausgelaugt wirkenden Gastgebern blieben nur noch Verzweiflungswürfe. Sehenswert der Diagonalpass von Qendrim Alaj zu Tom Kreutzer, der zum 23:32 vollendete (58.). Nur knapp entging die HSG Werratal einer zweistelligen Heimniederlage. Ein tanzendes und singendes Team des ThSV Eisenach II, das hatte es lange nicht auf dem Parkett des Sportzentrums Breitungen  gegeben. Und jene ThSV-Anhänger, die am Samstagabend den Trip über die Hohe Sonne anderen Vergnügungen vorgezogen hatten, wurden vortrefflich belohnt…!

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach • Benjamin Trautvetter spendet seinem ehemaligen Zweitbundesligatrainer Achim Ursinus, jetzt sportlicher Berater der HSG Werratal, Trost.

Statistik
HSG Werratal: Schäfer, Fehr; Pauli (1),  Storch, Skrzypczak (4/1), Okaj (2), Winner (2), Leinhos, Oluic (7/3), Dolak (3/1), Hoffmann, Tosino (5)
ThSV Eisenach II: Kremmer, Noack; Küstner (1), Trautvetter (3), Urbach, Lämmerhirt (8), Emmelmann (1), Kleint (2), A. Alaj (2), Kreutzer (4), Collatz (5), Baur (4), Streckhardt (2), Q. Alaj (1)
Siebenmeter: HSG Werratal 11/5 – ThSV Eisenach II 3/0
Zeitstrafen: HSG Werratal 3 x 2 Min. – ThSV Eisenach II 7 x 2 Min.
Schiedsrichter: Hanse/Leinhos
Zuschauer: 300

Andrea T. | | Quelle:

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