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Eisenachs Präsident Gero Schäfer (li.) in der Vowoche in der Erzgebirgshalle, beim Wiedersehen mit dem ehemaligen ThSV-Keeper Radek Musil (re.), jetzt Co- und Torwarttrainer des EHV Aue, sowie eingefleisachten Eisenacher Handballfans | Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Beschreibung: Eisenachs Präsident Gero Schäfer (li.) in der Vowoche in der Erzgebirgshalle, beim Wiedersehen mit dem ehemaligen ThSV-Keeper Radek Musil (re.), jetzt Co- und Torwarttrainer des EHV Aue, sowie eingefleisachten Eisenacher Handballfans
Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Mit guten Leistungen Zuschauer anlocken und neue Sponsoren gewinnen

Im Interview zur Lage beim ThSV Eisenach: Gero Schäfer, Präsident des ThSV Eisenach

Handball-Zweitbundesligist ThSV Eisenach ist mit einem 24:20-Derbysaieg beim EHV Aue bestens aus den Startlöchern gekommen. Zum ersten Heimspiel erwarten die Wartburgstädter am Samstag, 02.09.2017 um 19.30 Uhr mit der HSG Nordhorn-Lingen ein Team, dem gute Chancen im Aufstiegsrennen zuerkannt werden. Unmittelbar vor dem Anpfiff verabschieden die Eisenacher ihren langjährigen Kapitän Benjamin Trautvetter, über viele Jahre ein Gesicht des Traditionsvereins.

Zur Situation beim ThSV Eisenach sprachen wir mit Gero Schäfer, dem Präsidenten des ThSV Eisenach:
Der Sieg im Erzgebirge, ein Auftakt nach Maß. Was erwarten Sie von Ihrer Mannschaft für die gerade begonnene Zweitbundesliga-Saison?
Wir haben uns alle riesig über den Auftaktsieg gefreut. Allerdings schien mir der EHV Aue an diesem Tag noch nicht in der Form, um dem THSV Eisenach entscheidend Paroli bieten zu können. Wir werden im Heimspiel gegen die HSG Nordhorn-Lingen, einem Spitzenteam der Liga, sehen, wo wir stehen. Die Gäste werden auch in diesem Jahr zum Kreis der Aufstiegsfavoriten gezählt.

Wie sieht die wirtschaftliche Basis aus?
In den 8 Jahren meiner Präsidentschaft ging es bis zum 2. Aufstieg in die DKB Handball-Bundesliga immer bergauf. Wir sind das „Abenteuer stärkste Liga der Welt“ so angegangen, um der hohen Erwartungshaltung im Umfeld zu entsprechen, haben uns finanziell bis zur Decke gestreckt. Wir wollten zugleich den Druck auf die Politik hochhalten, damit eine den Erstbundesliga-Standards entsprechende neue Spielstätte entsteht. Das Spieljahr endete mit Platz 16 und dem erneuten Abstieg. Wir waren wirtschaftlich an unsere Grenzen gegangen. Nach dem Abstieg haben wir unsere Mannschaft umgebaut, mehr auf junge deutsche Spieler gesetzt, waren guter Dinge, einen  Platz unter den ersten Fünf zu erreichen. Die bekannte Langzeitenverletzten-Welle in der Rückrunde verhinderte die Umsetzung. Dadurch konnten wir die kalkulierten Zuschauereinnahmen nicht erreichen. Einige langjährige Sponsoren haben ihr finanzielles Engagement reduziert oder gar völlig beendet.  Unser Etat zur Vorsaison reduzierte sich um etwa 10 Prozent. Alle Verantwortungsträger, die Gesellschafter der Marketing GmbH, der Vorstand des Vereins und Marketing-Geschäftsführer Karsten Wöhler haben mit vollem Einsatz versucht, die entstandene Lücke zu schließen. Wir sind optimistisch, mit unserer punktuell verstärkten Mannschaft unser Ziel, eine Platzierung unter den ersten Sechs, erreichen zu können. Das werden die Zuschauer honorieren. Dadurch wird es uns ebenso gelingen, neue Sponsoren für das Projekt ThSV Eisenach zu begeistern.

Allenthalben werden der Bergische HC und HBW Balingen als für die ersten beiden Plätze gesetzt eingeschätzt, wie sehen Sie die Liga?
Der Bergische HC und die HBW Balingen-Weilsetten sind die klaren Favoriten für den Aufstieg. Das ist ja auch deren erklärtes Ziel. Aber auch den VfL Lübeck-Schwartau, die DJK Rimpar Wölfe, den HSC Coburg, die SG BBM Bietigheim und die HSG Nordhorn-Lingen sehe ich im Favoritenfeld für den Aufstieg, wenn sie von Verletzungen verschont bleiben. Die HBL hat ja beschlossen, dass ab dieser Saison nur noch zwei Teams von der 2. in die 1. Liga aufsteigen. Dadurch wird es für Vereine mit mittlerem Etat noch deutlich schwerer, ins Oberhaus aufzusteigen.

Die riesige ThSV-Fangemeinde stellt sich immer wieder die Frage nach einer neuen Spielstätte, damit ihre Mannschaft konkurrenzfähig ist. Wie ist da der Stand?
Im Juni hat der Eisenacher Stadtrat in seltener Einmütigkeit beschlossen, das Ausschreibungsverfahren für den Bau einer neuen Sportstätte voraussichtlich im O1 auf dem ehemaligen AWE-Gelände,  die allen Sportvereinen zu Gute kommt, in Gang zu setzen. Der Kauf des Grundstückes durch die SWG schaffte Fakten. Für den eingeschlagenen Weg sind wir dem Land Thüringen, der Stadt und der SWG sehr dankbar. Der weitere Verfahrensweg liegt in den Händen von Land und Stadt. Wenn wir als ThSV Eisenach gebraucht werden, bringen wir uns ein. Wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn das Projekt schnellstmöglich umgesetzt wird. Nur mit einer neuen Spielstätte sind wir zukunftsfähig!

Schauen wir in Ihrem Verein eine Etage unter das Zweitligateam. Sie haben die zweite Mannschaft mit Heimkehrern personell aufgerüstet. Ist da der Titel in der Thüringenliga der Männer das Ziel?
Wie bereits vermerkt, wir setzen im Kader unseres Zweiligateams verstärkt auf junge deutsche Spieler. Aus unserer eigenen A-Jugend sind 6 Talente in das erweiterte Aufgebot gerückt. Für deren sportliche Entwicklung ist es wichtig, dass sie lange Einsatzzeiten erhalten. Das wird wohl vorerst in der 2. Liga nicht der Fall sein. Um sich für höhere Aufgaben zu entwickeln und zu empfehlen haben wir zwei unserer eigenen Talente mit einem Zweitspielrecht für den in der 3.Liga spielenden Kooperationspartner HSV Bad Blankenburg ausgestattet. Um allen unseren Talenten im Spielbetrieb die Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten, ist die Thüringenliga in der Qualität nicht ausreichend. Der Aufstieg unserer Zweiten in die Mitteldeutsche Oberliga steht auf unserer Agenda. Dann könnten alle unsere Talente im eigenen Verein Wettkampfpraxis sammeln, brauchen nicht räumliche Entfernungen zu bewältigen. Unser Ziel ist es, in dieser oder der nächsten Saison mit unserer zweiten Mannschaft in die Mitteldeutsche Oberliga aufzusteigen.

Andrea T. | | Quelle:

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