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Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Mit „Rot“ für Nicolai Hansen ging die Hoffnung vom Parkett

ThSV Eisenach unterliegt am Mittwochabend ohne vier Rückraumspieler bei der TSG Ludwigshafen-Friesenheim mit 23:29 (9:13) / Samstag soll im Heimspiel gegen den TV Neuhausen doppelt gepunktet werden

„Wenn man seinen vollzähligen Kader mit hoher Qualität zur Verfügung hat, kann ein ganz anderer Handball gespielt werden, von dem alle im Team parzipieren“, erklärte ein aufgekratzter Benjamin Matschke, Coach der TSG Ludwigshafen-Friesenheim, nach dem 29:23 (13:9)-Erfolg seiner Schützlinge über den ThSV Eisenach. Damit traf der „Eulen“-Trainer den Nagel auf den Kopf. Die ohnehin von Langzeitverletzungen gehandicapten Thüringer musste kurzfristig auf ihren Spielmacher Olafur-Bjarki Ragnarsson verzichten, der mit einem Magen-Darm-Infekt am Mittag passen musste. Dem ThSV Eisenach fehlten damit 4 Rückraumspieler, darunter mit Marcel Schliedermann und Olafur Bjarki Ragnarsson beide Spielgestalter. Die Gastgeber hatten mit Alexander Feld für diese Position nicht nur einen bereits bei anderen Vereinen (Leipzig, Dormagen, Hamburg) sich auszeichnenden Mann, dieser konnte sich voll auf seine Angriffsaktivitäten konzentrieren, wurde für Abwehraufgaben abgelöst.

Taktische Raffinessen hielten den ThSV Eisenach lange auf Schlagdistanz
Beim ThSV Eisenach musste der erst kürzlich von der SG Flensburg-Handewitt gekommene Toms Lielais diese so wichtige Rolle übernehmen, mühte sich auch nach Kräften. Der kreative Kopf vermochte er freilich nicht zu sein. ThSV-Coach Christoph Jauernik versuchte mit verschiedenen taktischen Raffinessen die Personalknappheit im Rückraum zu lindern, ging vielfach volles Risiko. Er brachte den 7. Feldspieler, versuchte es mit gleich drei Kreisspielern. Diese taktischen Varianten und personelle Wechsel sorgten dafür, dass die Wartburgstädter bis zur 49. Minute auf Tuchfühlung blieben (21:18 für die Gastgeber). Nach seiner dritten Zeitstrafe musste Nicolai Hansen vollends vom Parkett.

Ihn konnten wir als Säule im Deckungsinnenblock nicht ersetzen, unterstrichen Eisenachs Trainer Christoph Jauernik und Manager Karsten Wöhler.

Im Angriff fehlte den Rückraumspielern für das Finish die erforderliche Frische. Mathias Lenz im Kasten der Gastgeber, aufgrund von Verletzungen der beiden Stammtorhüter reaktiviert, wurde ein wichtiger Faktor, hatte sich inzwischen auf die Würfe von Eisenachs Rückraum-Linken Matthias Gerlich eingestellt.  Der in Mannheim tätige Mathematiklehrer parierte insgesamt 17 Bälle. „Der Topwert unserer Torhüter im bisherigen Saisonverlauf. Er erlebt gerade seinen 10. Frühling“, freute sich Benjamin Matschke. Vielfach über den Tempogegenstoß, auch mit Würfen quer über das Feld ins verwaiste Eisenacher Gehäuse, enteilte die TSG Ludwigshafen-Friesenheim auf 29:21 (57.). Selbst Torhüter Mathias Lenz beteiligte sich an der Trefferausbeute. Jan Remmlinger spielte seine Qualitäten aus, netzte insgesamt 7 Bälle ein und wurde von seinem Coach mit einem Sonderlob bedacht.

Marcel Niemeyer und Willy Weyhrauch mit positiven Akzenten
„Wir haben uns nach Kräften gewehrt“, betonte ThSV-Coach Christoph Jauernik.

Mit Olafur-Bjarki Ragnarsson, zuletzt mit überzeugenden Leistungen aufwartend, fehlte uns der Kopf, wollte Karsten Wöhler vermerkt wissen. Wir hätten aber auch die eine oder andere Torchance mehr nutzen müssen. In der Summe war es dann für uns eine unlösbare Aufgabe, konstatierte der Eisenacher Manager, der an der kämpferischen Einstellung seiner Mannschaft keinerlei Abstriche machte.

Positiv und zugleich hoffnungsvoll, die Leistung vom in der 43. Minute eingewechselten Willy Weyhrauch, der – vor drei Jahren mal als Leihgabe der Füchse Berlin für einige Spiele bei der TSG Ludwigshafen-Friesenheim –  drei Bälle von Rechtsaußen einnetzte.

Willy hat gezeigt, welch Potential in ihm steckt, konstatierte Karsten Wöhler erfreut.

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Foto 2: Willy Weyhrauch deutete sein Potential mit Nachdruck an.

Marcel Niemeyer unterstrich im gesamten Spielverlauf mit seiner körperlichen Präsenz an der Kreismitte seine hohe Wertigkeit für die Eisenacher Mannschaft. Vom ersten Fehlwurf ließ er sich nicht entmutigen, markierte selbst 5 Treffe und konnte zwei Mal nur auf Kosten von Strafwürfen gestoppt werden, die Tomas Urban jeweils im Nachwurf einlochte. Dass Eisenachs Keeper Jan-Steffen Redwitz (in der 48. Minute gekommen), noch einen Siebenmeter-Heber vom seine letzte Saison spielenden Philipp Grimm herunterfischte, Marcel Niemeyer und Willy Weyhrauch noch das Leder versenkte, hatte allenfalls nur noch statistischen Wert. Benjamin Matschke und sein Team sowie die knapp 1.300 Besucher waren – nach 5-wöchiger Heimabstinenz – einfach nur happy!

Ein abstiegsbedrohter Erstbundesligist am Samstag zu Gast
Im 6. Heimspiel binnen 8 Wochen empfängt der ThSV Eisenach am Samstag, 01.04.2017 um 19.30 Uhr mit dem TV Neuhausen einen ehemaligen Erstbundesligisten (Saison 2012/2013), der in akuter Abstiegsangst schwerbt, der Sturz in die Drittklassigkeit droht. Der Punkterückstand zu den Nichtabstiegsplätzen ist bereits enorm. „Die Hälfte der Liga kämpft um den Klassenerhalt. Wir haben mit die schlechteste Ausgangssituation. Und dennoch ist es möglich dieses „kleine“ Handballwunder“ zu schaffen. Wenn wir nicht dran glauben würden, hätten wir schon verloren“, erklärt Alexander Job, seit 3 Wochen Trainer. Der TV Neuhausen verbuchte erst 5 Saisonsiege, einen davon gegen den ThSV Eisenach! Diese vermeidbare Niederlage, weil bis in die Schlussphase dominierend, wurmt die Wartburgstädter noch heute. Diese zwei Zähler mehr hätten den Jauernik-Schützlingen  gut zu Gesicht gestanden! Revanche ist angesagt. Dabei hoffen sie auf das Wiedermitwirken des am Mittwoch krankheitsbedingt pausierenden Olafur-Bjarki Ragnarsson.  Ein besonderes Spiel für Eisenachs Keeper Jan-Steffen Redwitz, der auch schon das Trikot des TV Neuhausen trug.

Wir werden uns auf eine offensive Abwehr einrichten, erklärt Eisenachs Trainer Christoph Jauernik mit Blick auf den Samstag.

Eintrittskarten in allen Kategorien an der Abendkasse
Tickets sind im Vorverkauf online unter www.thsv-eisenach.de, in der ThSV-Gewschäftsstelle und allen Pressehäusern der Mediengruppe Thüringen erhältlich. An der Tageskasse können ab 18.15 Uhr Tickets in allen Preiskategorien erworben werden.

Statistik vom Mittwochabend
TSG Lu.-Friesenheim: Röppke, Lenz 1; Grimm 5/2, Dietrich 1, Haider 3, Hess 1, Feld 3, Remmlinger 7, Falk 4, Durak, Djozic, Weber 2, Dippe 1, Schmidt 1
ThSV Eisenach: Gorobtschuk, Redwitz, Brand; Wöhler 1, Gerlich 5, Miljak 2, Hansen, Urban 5/1, Holzner 1, Heinemann, Kaufmann, Lielais 1, Niemeyer 5, Weyhrauch 3
Siebenmeter: TSG Lu.-Friesenheim: 4/2 – ThSV Eisenach: 3/1
Zeitstrafen: TSG Lu.-Friesenheim: 5x 2 Minuten / ThSV Eisenach: 6x 2 Minuten/Rot für Hansen 49. nach 3. ZS)
Schiedsrichter: Dauben/Rohmer
Zuschauer: 1.286

Titelfoto: Marcel Niemeyer mit kraftvollem Einsatz.

Andrea T. | | Quelle:

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