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Mit voller Kapelle in eigener Halle

Fesch sieht er aus, Benjamin Trautvetter, der stets Optimismus ausstrahlende Kapitän des ThSV Eisenach, mit seinem neuen Haarschopf. Er führt sein Team mit deutlich gekürztem Haar am Samstag, 12.09.2010 zum stets brisanten thüringisch-fränkischen Nachbarschaftsvergleich mit dem HSC Coburg auf das Parkett der Werner-Aßmann-Halle (Anwurf 19.30 Uhr). Man braucht kein Prophet zu sein, da wird es heiß hergehen. Der Schweiß bei den Aktiven wird kräftig fließen. Kurze Haare sind da vorteilhaft.
Das Ziel des ThSV Eisenach ist klar, mit dem Heimvorteil im Rücken soll am dritten Spieltag der erste Doppelpunktgewinn gelingen, der Auftritt beim TV Bittenfeld in der Vorwoche zugleich als «Ausrutscher», der gründlich analysiert wurde, zu den Akten gelegt werden. Die Vorzeichen sind für die Wartburgstädter bestens. «Eine solide Trainingswoche, alle sind an Deck, der Grippe-Virus ist verbannt», berichtet ThSV-Coach Adalsteinn Eyjolfsson und rechnet damit, am Samstag seine stärkste Formation zur Stelle zu haben. Auch der zuletzt erkrankte Peter Hruby ist wieder dabei. «Egal, ob Coburg auf eine defensive Abwehrvariante oder eine offensive, wie zuletzt im Heimspiel beim 24:24 gegen Aue setzt, wir sind darauf vorbereitet», erklärt Adalsteinn Eyjolfsson.
Gerade gegen eine offensive Abwehr muss der Ball schnell laufen. Daher wichtig für die Spielfähigkeit der Gastgeber, Linkshänder Girts Lilienfelds ist wieder fit. Die Eisenacher kennen aber auch die alte Handball-Weisheit, der Grundstock des Erfolges wird zumeist in der Abwehr gelegt. Und da offenbarten die Wartburgstädter zuletzt erhebliche Schwächen; mit einer viel zu passiven Abwehr den TV Bittenfeld regelrecht zum munteren Torwerfen einladend. «Wir müssen zurück zu unserer stabilen Abwehr aus der Zeit der Vorbereitung», betont Adalsteinn Eyjolfsson. Es gebe keinen Grund die Abwehrphilosophie des Trainers in Frage zu stellen, betont der routinierte Neuzugang Eryk Kaluzinski, dessen Qualitäten im Angriff und in der Abwehr gefragt sind. Die Absprachen und die Vorgaben müssten noch besser, noch exakter eingehalten werden. Sicher ist sich der 33-Jährige bei der Beantwortung der Frage nach dem Sieger am Samstagabend. «Coburg reist zwar mit einer gut besetzten Mannschaft an, doch wir spielen zuhause, wir werden mit der Unterstützung unserer Fans den ersten Doppelpunktgewinn der Saison landen. Davon bin ich überzeugt!»

Ex-Eisenacher Ronny Göhl führt den HSC Coburg als Kapitän an
Der HSC Coburg, in dieser Saison mit dem Ex-Eisenacher Ronny Göhl als inzwischen dienstältesten Spieler (2005 der Wechsel vom Thüringischen nach Oberfranken) als Kapitän, setzt entgegen der früher üblichen Verpflichtungen von Nationalspielern und Torschützenkönigen auf eine neue Strategie, zumal hochkarätige Namen zu keinem mannschaftlichen Erfolg führten. In der Saison 08/09 wurde erst im Saisonendspurt der Klassenerhalt gesichert (Tabellenplatz 15), in der letzten Saison, mit der Zielstellung «Coburg will nach oben» und Blick erste Bundesliga, wurde nach Trainerwechsel (Raimo Wilde kam im Winter für Georgi Sviridenko) und der Trennung von «Stars» gar nur Tabellenplatz 17 erreicht. Nur durch Fusionen und Nichtbeantragung von Lizenzen anderer Zweitligisten verblieb der HSC Coburg in der zweithöchsten Spielklasse. Diese Saison steht unter der Überschrift «der Star ist die Mannschaft», wird auf Teamgeist gebaut. Vier junge deutsche Spieler wurden als Zugänge vermeldet, die neue Strategie untermauernd. Derjenige, der diese Strategie mit ausgerufen hatte, Siegfried Roch, der einstige Nationaltorhüter und Kenner der Handballszene, im Dezember des Vorjahres als sportlicher Leiter beim HSC Coburg installiert, hat kurz vor dem Saisonstart allerdings sein Amt niedergelegt. Die von ihm mit gesäte Saat soll den HSC Coburg in die eingleisige 2. Handballbundesliga führen. Im nächsten Jahr wird die neue 3500 Zuschauer fassende neue Arena in Coburg fertig, und die soll Bundesligahandball sehen. «Die Mannschaft spielt unberechenbarer, nicht mehr so statisch. Zusammenhalt wird groß geschrieben», berichten Augenzeugen.

Der HSC Coburg wird in Eisenach verletzungsbedingt voraussichtlich auf Ex-Nationalspieler Christian Rose, Torhüter Rene Selke und Jan Kästner verzichten müssen. Mit Johan Andersson, Jonathan Rivera und Matthias Werner im Rückraum, dem zuletzt groß auftrumpfenden Linksaußen Hajk Karapetjan und natürlich Ronny Göhl auf Rechtsaußen haben die Oberfranken starke Individualisten in ihrem Aufgebot.

Tickets noch in ausreichender Zahl an der Tageskasse
Eintrittskarten sind noch in allen Preiskategorien am Spieltag an der Tageskasse der Werner-Aßmann-Halle ab 18.15 Uhr erhältlich. Der ThSV Eisenach appelliert erneut an die per Pkw zum Spiel kommenden Besucher, Zufahrtwege für Rettungsfahrzeuge – dazu gehört das Hörselufer! – sowie Grundstückseinfahrten unbedingt freizuhalten. Die Fläche des Hartplatzes Katzenaue steht nicht mehr zum Parken zur Verfügung. Dafür kann der Parkplatz der Berufsakademie in der Amrastraße genutzt werden. Handballfans aus Eisenach sollten ohnehin die Stadtbusse der KVG Eisenach zur Hin- und Rückfahrt nutzen. Die gekennzeichneten Parkflächen am Sportlereingang und der Stirnseite der Werner-Aßmann-Halle sind Parkkarteninhabern vorbehalten!

Rainer Beichler | | Quelle:

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