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Was für ein zuletzt ungewohntes Gefühl! DEr ThSV Eisenach jubelt im Castello Düsseldorf | Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Beschreibung: Was für ein zuletzt ungewohntes Gefühl! DEr ThSV Eisenach jubelt im Castello Düsseldorf
Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

Na bitte! Der ThSV Eisenach kann doch noch siegen!

Wartburgstädter beendeten mit einem 32:27 (18:12)- Sieg bei den HC Rhein Vikings lange Durststrecke • Tempogegenstöße ein Schlüssel zum Erfolg

Das schmucke Castello zu Düsseldorf war fest in Eisenacher Hand! Das Team, ein echtes Kollektiv, setzte auf dem Parkett ein maßgeschneidertes Konzept bestens um. Die blau-weiße Anhängerschar hatte das Sagen auf den Rängen. Der ThSV Eisenach beendete eine ganz lange Durstrecke mit einem souveränen 32:27 (16:12)-Erfolg beim HC Rhein Vikings. Sie setzten unmittelbar mit dem Anpfiff den Blinker und düsten davon (4:12, 18.). Ein 20:31 leuchtete vor Beginn der Schlussphase auf der Anzeigetafel (49.). Danach gestatteten die Eisenacher, die nun ihre Jugendbrigade auf dem Parkett hatten, dem ohne ihren etatmäßigen Spielgestalter Alexander Oelze (verletzt) angetretenen Gastgeber,  noch Ergebniskosmetik, sodass das Endresultat dem HC Rhein Vikings schmeichelte.

Balleroberungen und Tempogegenstöße
Zu den Protagonisten zählten – in Abwehr und Angriff – Daniel Luther und Marcel Schliedermann sowie die beiden Außen Willy Weyhrauch und Adrian Wöhler, die vielfach per Gegenstoß einnetzten. Willy Weyhrauch benötigte für seine 9 Treffer 10 Würfe, Adrian Wöhler für 6 Torerfolge 7 Versuche.

Die erfolgreich abgeschlossenen Gegenstöße beruhten freilich auf unserer Abwehrleistung, betonte Willy Weyhrauch, der selbst mehrfach das Leder stibitzte.

Die 5:1-Abwehrvariante, zunächst mit Daniel Luther, dann auch mit Matthias Gerlich auf vorgezogener Position, störte den Spielaufbau der Gastgeber empfindlich.

Das war der Schlüssel zum Erfolg, strahlte Eisenachs Coach Christoph Jauernik.

Unter Druck patzten die Rhein Vikings gleich von Beginn.

Unsere famose Anfangsphase stärkte natürlich unser Selbstvertrauen, betonte der immer besser in Form kommende rechte Rückraumspieler Alexander Saul, mit 7 Treffern zweitbester Werfer seines Teams.

Eisenachs Kapitän Daniel Luther bediente Adrian Wöhler zum 0:5 (7.).

Wir haben nicht nachgelassen, Spiel und Gegner kontrolliert, freute sich Adrian Wöhler.

Der zuletzt mit Abwehrstärke beeindruckende Aufsteiger sah nur die Hacken der Eisenacher. „Wir spielten im ersten Abschnitt undiszipliniert und taktisch nicht clever“, konstatierte Ceven Klatt, der Coach des HC Rhein Vikings. „Wir kamen überhaupt nicht in die Zweikämpfe“, konstatierte Rene Witte, der aus Eisenach stammende Geschäftsführer des HC Rhein Vikings. Für ihn und seinem Bruder Rigo Witte, als Mannschaftsleiter fungierend, war die Partie gegen den „Heimatverein“ (so Rene Witte) schon eine besondere. Beide hatten sich den Verlauf im Schmuckkästchen Castello freilich anders vorgestellt!

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach • Der Kapitän marschiert voran: Eisenachs Daniel Luther.

Intensive Arbeit mit den Physiotherapeuten trägt Früchte

Nach elfmonatiger Verletzungspause wird Daniel Luther mit auf ihn zugeschnittenen Trainingseinheiten immer fitter. Um nicht zwei Angriffs- und Abwehrwechsel bei unserem 5:1-Deckungssystem zu benötigen, vertraute ich ihm in Abwehr und Angriff, argumentierte ThSV-Coach Christoph Jauernik.

Für Defensivaufgaben wurde nur Abwehrchef Duje Miljak eingewechselt. Marcel Schliedermann, auch erst kürzlich nach langer Abstinenz aufgrund eines schweren Autounfalls zurück, scheute keinen Zweikampf, auch nicht gegen den vom Gastgeber nachverpflichteten 117-fachen slowenischen Auswahlspieler Miladin Kozlina, kein Kind von Traurigkeit. „Für 60 Minuten reicht es bei ihm noch nicht, aber für 40“, erklärte Eisenachs Manager Karsten Wöhler. Die Pysios leisteten eine tolle Arbeit. „Diese konzentrierte Arbeit der letzten Wochen hat sich ausgezahlt“, strahlte auch Alexander Nöthe aus dem Team der Physiotherapeuten.

Mit diesem Erfolgserlebnis wollen wir beim anstehenden Doppelspiel-Wochenende nachlegen, betonten Karsten Wöhler und Christoph Jauernik.

Der Bann ist gebrochen. Eine Schwalbe macht freilich noch keinen Sommer. Am Freitag, 10.11.2017 kommt der HSC Coburg zum thüringisch-fränkischen Derby (Anwurf um 19.30 Uhr)!

Rasch auf die Überholspur gewechselt und davon gedüst
Der ThSV Eisenach, mit Adrian Wöhler auf Links- und Willy Weyhrauch auf Rechtsaußen, Daniel Luther, Marcel Schliedermann und Alexander Saul im Rückraum, Marcel Niemeyer am Kreis (für Abwehraufgaben von Duje Miljak abgelöst) und Jan-Steffen Redwitz im Tor startet – für die Gastgeber überraschend – mit ganz viel Selbstbewusstsein. Die Eisenacher eroberten sich Ball auf Ball. Die Gastgeber vermochten nicht regelkonform die Eisenacher Am Torwurf zu hindern. Alexander Saul verwandelte nach Regelwidrigkeiten an Adriqan Wöhler und Marcel Niemeayer (3./6.) und Adrian Wöhler besorgte das 0:5 (7.). Auszeit durch die Gastgeber, die nun Felix Handschke brachten. Unter den Augen seines in der Halle weilenden Vaters Maik Handschke (einst Coach beim ThSV Eisenach, jetzt beim luxemburgischen Handballverband angestellt), brachte Handschke junior frischen Wind. Doch die Eisenacher ließen sich nicht beeindrucken, setzten auf ihr von Christoph Jauernik ausgetüfteltes Konzept. Willy Weyhrauch traf per Gegenstoß zum 2:8 (12.). Marcel Schliedermann bediente den eingewechselten Matthias Gerlich zum 4:12 (18.). In Unterzahl netzte Alexander Saul zum 6:13 ein (22.). Hart bedrängt zog Matthias Gerlich zum 8:15 ab (27.). Staunen unter den 900 Anhängern des HC Rhein Vikings!

Foto: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach • Eisenachs Konterspezialist Will Weyhrauch auf dem Weg zu einem seiner 9 Tore.

Nach Eisenachs 11-Tore-Führung Ergebniskosmetik durch die Gastgeber
Ungebremst kamen die Eisenacher aus den Katakomben. Stanislaw Grobtwschuk kam in den Eisenacher Kasten. Die Hausherren zeigten festen Willen, die Partie noch zu kippen. Doch sie hatten die Rechnung ohne die Gäste von der Wartburg gemacht. Daniel Luther stillte seinen Torhunger (33./34./37.). Alexander Saul ließ sich nicht stoppen (15:23, 38.). Schnelles Umschaltspiel war weiter angesagt. Willy Weyhrauch und Adrian Wöhler schlossen die Gegenstöße ab. Beim 17:27 (44.) betrug das Polster erstmals 10 Treffer. Matthias Gerlich schmetterte eine Freiwurfablage ins Netz. ThSV-Keeper Stanislaw Gorobtschuk kaufte dem frei vor ihm auftauchenden Felix Handschke das Leder ab (49.). „Im Schlussgang wahrten wir zumindest das Gesicht“, bilanzierte Ceven Klatt.

Unsere Schwächephase haben wir dieses Mal an Ende gelegt, schmunzelte Eisenachs Adrian Wöhler.

Statistik
HC Rhein Vikings: Moldrup, Bozic; Gipperich (8), Hoße (4/3), Aust (4), Klasmann (3), Kozlina, Heider (1), Weis (1), Johnen, Coric (1), Pankover, F. Handschke (3), Artmann (1), Bahn (1)
ThSV Eisenach: Redwitz, Gorobtschuk; Iffert, Wöhler (6), Meoki, Luther (4), Gerlich (4/1), Miljak (1), Richardt (1),  Streckhardt, Popa, Mürköster, Niemeyer, Weyhrauch (9), Saul (7/2)
Siebenmeter: HC Rhein Vikings 4/3  /  ThSV Eisenach 5/3
Zeitstrafen: HC Rhein Viklings 3 x 2 Min.  /  ThSV Eisenach 6 x 2 Min.
Schiedsrichter: Lier/Lier
Zuschauer: 950 im Castello Düsseldorf

Andrea T. | | Quelle:

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