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Nach 134 Sekunden: Die schnellste Auszeit!

Der ThSV Eisenach präsentierte sich als spiel- und kampfstarke Einheit, beantworte die jüngsten Kritiken mit einem 32:26 (17:13)-Erfolg über die HG Oftersheim /Schwetzingen und blickt nun mit großer Freude dem Pokalhit am kommenden Mittwoch, 31.10.07 um 18.00 Uhr in heimischer Halle gegen Erstbundesligist Frisch Auf Göppingen entgegen.
Besonders herauszustreichen: Streckenweise verzückten Formationen mit einem Durchschnittsalter von gerade einmal 22 Jahren die über 1200 Zuschauer. In der Sieben zu Beginn der zweiten Halbzeit standen sechs (!!) Spieler, die die eigene Nachwuchsabteilung durchliefen: Alexander Schiffner (20 Jahre) auf Links- und Adrian Wöhler (20) auf Rechtsaußen, Daniel Luther (20) im linken Rückraum, Christoph Jauernik (23) auf der Regieposition, Benjamin Trautvetter (22) am Kreis und Andreas Nositschka (20) im Tor; vervollständigt durch Tomas Sklenak (25) im rechten Rückraum. ThSV-Coach Hans-Joachim Ursinus zeigte sich über die Leistung seiner «Jugendbrigade» hoch erfreut, zollte Adrian Wöhler ein Sonderlob, der als Rechtshänder von Rechtsaußen nicht nur wegen seiner 5 Tore überzeugte. Stamm-Rechtsaußen Martin Hoffmann blieb nach zuletzt enttäuschenden Vorstellungen nur der Platz auf der Bank. «Andreas Nositschka ist aus dem Schatten getreten», ging ebenso ein Sonderlob des ThSV-Trainers an den jungen Keeper, der nach 21 Minuten den etwas glücklosen Timo Meinl abgelöst hatte.

Beim Einlaufen der ThSV-Crew entrollten die Fans ein riesiges Transparent mit der Aufschrift «Jetzt erst recht»; quasi als Aufforderung an die eigene Mannschaft. Doch der Sekundenzeiger hatte gerade einmal zwei Umdrehungen vollzogen, da griff Eisenachs Trainer Hans-Joachim Ursinus bereits zur grünen Karte. Auszeit nach gerade einmal 134 Sekunden! «Wohl die schnellste Auszeit, die die Werner-Aßmann-Halle erlebt hat», so der ThSV-Coach und ergänzte im gleichen Atemzug, «und die wirkungsvollste Auszeit». Der ThSV Eisenach lag 0:3 zurück. Im Abwehrverband klaffte ein Riesenloch. Hans-Joachim Ursinus beorderte den bereits beim Auswärtsspiel in Bittenfeld überzeugenden Daniel Luther für Vladimir Bojinovic auf das Parkett. Volltreffer! Die Abwehr gewann sofort an Stabilität. In der Offensive wurden mit viel Ideen und Spielwitz die Gäste von einer Verlegenheit in die andere gestürzt. Der Rückraum mit Till Riehn, Tomas Sklenak und Daniel Luther erhöhte ständig die Torgefahr. Till Riehn traf zum 5:4 (7.). Tomas Sklenak powerte zum 6:4 (9.) ein. Die Eisenacher ließen sich die Führung nicht mehr aus der Hand nehmen. Die HG Oftersheim/Schwetzingen zeigte sich beeindruckt. «Wir trafen im Angriff zu viele falsche Entscheidungen», resümierte HG-Trainer Jochen Zürn. Nur Matthias Conrad vermochte zunächst aus dem linken Rückraum das Leder zu versenken. HG-Torhüter Bastian Rutschmann bekam nach starkem Auftakt das Leder nur noch hinter der Linie zu fassen. Nach Regelwidrigkeit an Eisenachs Linksaußen Karsten Wöhler verwandelte Kilian Kraft den fälligen Siebenmeter zum 8:5 (16.). Die Einsätze von Kilian Kraft beschränkten sich auf vier Strafwürfe, von denen er drei im Ziel unterbrachte. Ansonsten saß der Schwarzschopf auf der Bank. Die effektive Rückraumbesetzung war gefunden. Auf der Regieposition ergänzten sich Till Riehn und Christoph Jauernik prächtig. Die offensive Abwehr der Gäste, vor der Eisenachs Coach Hans-Joachim Ursinus im Vorfeld gehörig Respekt hatte, wurde mit schnellen Ballstafetten ausmanövriert. Selbstbewusst zog Daniel Luther zum 11:8 (19.) ab, schlenzte das Leder im resoluten Nachsetzen zum 12:9 (20.) ins Netz. Für die Qualität der Eisenacher an diesem Tag sprach das besonnene Agieren in Unterzahl. «Mit Treffern in Unterzahl bauten wir unser eigenes Selbstvertrauen auf. Dieses schwand bei den Gästen dadurch im gleichen Maße», bilanzierte ThSV-Coach Hans-Joachim Ursinus. Adrian Wöhler traf von Rechtsaußen zum 15:11 (27.). Sein älterer Bruder Karsten musste wenig später zum zweiten Male auf die Strafbank. (Die Unparteiischen Gante/Steinebach waren gut beraten, jede aufkommende Härte im Keim zu ersticken, hatten die Partie sicher im Griff!). Kasten Wöhlers zweite Zeitstrafe war Anlass für Hans-Joachim Ursinus mit Alexander Schiffner der aktuellen Torjäger des eigenen Oberligateams (zuletzt zwischen 12 und 15 Treffern pro Spiel) auf Linksaußen zu bringen. Der vor Jahren aus Suhl ins ThSV-Nachwuchsprojekt gekommene Blondschopf zeigte keinerlei Anpassungsschwierigkeiten, ließ sich von einem Fehlversuch kurz vor der Halbsirene nicht beeindrucken.

Mit sichtlicher Freude am gemeinsamen Handballspielen zündeten die jungen Eisenacher ein regelrechtes Feuerwerk. Immer wieder eine Augenweide, das Durchsetzungsvermögen von Benjamin Trautvetter am Kreis, wie auf Jauernik-Vorlage zum 19:15 (35.). Nach einem Ballgewinn schickte Daniel Luther Linksaußen Alexander Schiffner, der dann seinen ersten Treffer bejubeln konnte (20:16, 36.). Bei einem weiteren Tempogegenstoß war Adrian Wöhler schneller am Ball als der heraus geeilte Gästekeeper, hob das Leder schlitzohrig zum 23:17 ins verlassene Gehäuse (41.). Eisenachs Defensivabteilung einschließlich des guten Andreas Nositschka stoppte die Angriffsbemühungen der Gäste, schaltete immer wieder blitzschnell auf Angriff um. Alexander Schiffner schloss einen dieser Tempogegenstöße zum 26:18 (45.) ab. Die Entscheidung war gefallen! Tomas Sklenak brillierte mit seinen Solis. «Unsere Abwehr hatte nicht die Qualität, um dessen Aktionsradius einzuengen», gestand HG-Trainer Jochen Zürn. Die Eisenacher kombinierten munter drauf los, zauberten gar für die Galerie, wie bei der Dublette zu Alexander Schiffner zum 30:22 (50.).
«Bei aller Freude, wir werden das Resultat nicht überbewerten», zeigte Hans-Joachim Ursinus gleich den Blick für die Realität. Zu welch Leistungen die eigenen jungen Dachse im Zusammenspiel untereinander (!!) fähig sind, war nicht zu übersehen. Alle im Eisenacher Lager hoffen, die kurzzeitige Talsohle ist bewältigt, das Wallau-Syndrom aus Köpfen und Gliedern verbannt.

Völlig gelöst kann der ThSV Eisenach in die Partie der 3. DHB-Pokal-Hauptrunde am Mittwoch, 31.10.07 um 18.00 Uhr in der heimischen Werner-Aßmann-Halle gegen Erstbundesligist Frisch Auf Göppingen gehen, die sich die Freunde des kleinen runden Leders an diesem gesetzlichen Feiertag nicht entgehen klassen sollten, Eintrittskarten sind im Vorverkauf zum Preis von 9,00 € bei freier Platzwahl in der ThSV-Geschäftsstelle und in der HME-Tankstelle in der Langensalzaer Straße erhältlich!

STATISTIK
ThSV Eisenach: Meinl, Nositschka (ab 21.); Hoffmann (n.e.), Trautvetter (6), Kraft (3/3), Sklenak (2), A. Wöhler (5), Schiffner (3), Riehn (2), Luther (4), Mellack, K. Wöhler (2), Bojinovic (2), Jauernik (3)

HG Oftersheim/Schwetzingen: Rutschmann, Röll (ab 42.); Hundt (1), Conrad (6), Buschsieper (3), Knierim (1), Zellmer, Bogusch, Meiser (2), Mauer (5/5), Litzinger (3), Polifka, Bechthold (5)

Siebenmeter: Eisenach 5/3 – Oftersheim/Schwetzingen 6/5

Zeitstrafen: Eisenach 8 x 2 Min. – Oftersheim/Schwetzingen 6 x 2 Min.

Rainer Beichler | | Quelle:

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