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 | Bildquelle: Fotostudio Gräbedünkel / ThSV Eisenach

Beschreibung:
Bildquelle: Fotostudio Gräbedünkel / ThSV Eisenach

Ohne Haftmittel kein Druck

ThSV-Talente unterliegen in der A-Jugend-Thüringenliga dem SV Einheit Bad Salzungen mit 19:22 (8:11)/ Gute Note nur für Torhüter Marius Noack

Der ThSV Eisenach bestreitet auch in dieser Saison seine Punktspiele in der Handball-Thüringenliga der männlichen Jugend A mit seinen B-Jugendlichen. Zum Auftakt in das neue Jahr bezogen die Schützlinge von Christian Roch im nach Bad Salzungen verlegten A-Jugend-Thüringenliga-Heimspiel gegen den SV Einheit Bad Salzungen eine 19:22 (8:11)-Niederlage. Der von Gerd Simon betreute Handball-Nachwuchs der Kur- und Kreisstadt tanzte nach dem Abpfiff in der Werner-Seelenbinder-Halle ausgelassen auf dem Parkett. „Ein verdienter Teamsieg“, urteilte ein aufgekratzter Gerd Simon, zugleich Herz und Seele der Handballabteilung des SV Einheit Bad Salzungen. Seine Crew setzte ihre körperliche Überlegenheit effizient ein. Die Eisenacher hatten eminente Schwierigkeiten mit dem Haftmittelverbot, ihnen fehlten beim Torwurf Schärfe und Präzision. Allein 4 (!) ausgelassene Siebenmeter sind dieser Kategorie zuzuordnen. Sie landeten am Holz, neben dem Tor oder wurden wegen Übertretens abgepfiffen. Die handballerischen Qualitäten der 15/16-jährigen ThSV-Talente reichten in einer „Partie auf dürftigem Niveau“ (ThSV-Coach Christian Roch) sowie „beidseits vielen ausgelassenen Torchancen“ (Einheit-Trainer Gerd Simon) gegen teilweise um zwei Jahre ältere Konkurrenten nicht zu einem Punktgewinn. „Im Schlussabschnitt, als die Eisenacher in Führung gingen, behielten wir die Ruhe, trafen vom 18:19-Rückstand zum 22:19 Sieg“, zollte Gerd Simon seinem Team ein ganz dickes Kompliment. Die Wartburgstädter  boten über weite Strecken nur Handball-Schmalkost.

Zwanzig gute Minuten im Angriff der zweiten Halbzeit reichten nicht aus. Besonders im ersten Abschnitt spielten wir zu langsam, zu pomadig, um gegen die körperlich überlegenen Bad Salzunger zum erfolgreichen Torwurf zu kommen,

konstatierte Christian Roch. Das Leistungsgefälle in seinen Reihen war groß, konnte durch Kleingruppen-Aktionen (Daniel Bohrt – Maximilian Staib) nicht kaschiert werden. Eine gute Note verdiente sich durchgängig lediglich Torhüter Marius Noack, der 15 Bälle parierte. Beim SV Einheit Bad Salzungen, der von der Wucht seiner Aufbaureihe entscheidend profitierte, überzeugte einmal mehr Max von Fintel, der – bei entsprechendem Training – durchaus höherklassig spielen könnte. Ein Angebot des ThSV Eisenach, mit der Option in der Jugend-Bundesliga zu spielen, hatte er im Sommer des Vorjahres jedoch ausgeschlagen.

Im Angriff zu pomadig
Die Bad Salzunger zeigten sich von Beginn hoch motiviert und konzentriert, legten eine 3:0-Fürung vor (7.). Das Eisenacher Spiel nahm keine Fahrt auf, auch wenn Felix Krajewski zwischenzeitlich zum 5:5-Gleichstand traf (18.). Das Eisenacher Angriffsspiel zerschellte an der 6:0-Deckung auf der Gegenseite. Im Zweikampf blieben sie – körperlich unterlegen – stets nur zweiter Sieger. Lief das Leder schnell durch die eigenen Reihen, hatten die „Schlackse“ auf der Gegenseite ihre Schwierigkeiten, doch die Torchancen von Rechtsaußen blieben ungenutzt.  Mit Julius Brenner, Daniel Bohrt und Maximilian Staib im Rückraum, Wieland Schneider am Kreis Tim Heinz auf Rechts- und Felix Krajewski auf Linksaußen agierten sie zu pomadig. Das dürfte auch bei Eisenachs langjährigem Erstligatrainer Hans-Joachim Ursinus, der Zeuge der Partie war, ein Kopfschütteln ausgelöst haben. Anders die Bad Salzunger, die couragiert und sich ihrer Mittel sicher das Zepter fest in ihren Händen hielten, jede gelungene Aktion, ob im Angriff oder in der Abwehr, geradezu enthusiastisch bejubelten, zum 5:8 (Max von Fintel, 21.) einnetzten und auch mit einem 3-Tore-Plus in die Halbzeitpause gingen.

Im Schlussgang gepatzt
Nach dem Seitenwechsel nahm das Eisenacher Angriffsspiel, nun mit Nicholas Rentsch auf Rechtsaußen,  endlich Fahrt auf, stand auch die Abwehr im Zusammenspiel mit dem Torhüter kompakter. Nachdem Maximilian Staib schon zwei „Fahrkarten“ von der Siebenmeterlinie fabriziert hatte, donnerte auch Felix Krajewski einen Strafwurf neben den Bad Salzunger Kasten (33.). Die Kur- und Kreisstädter hatten zunächst noch passende Antworten parat (11:14, 38.). Markus Messing schmetterte den vierten Eisenacher Strafwurf ans Holz (41.). „Langsam gehen uns die Feldspieler für diese Aufgabe aus“, scherzte Christian Roch sarkastisch. Nach Regelwidrigkeit an Julius Brenner schritt Daniel Bohrt zur ominösen Linie – und verwandelte zum 14:15-Anschlußtreffer (43.). Sollte sich die Waage zugunsten der leistungsorientiert trainierenden Eisenacher wenden? Die Bad Sazunger kamen mächtig ins Rudern. Maximilian Staib und Daniel Bohrt trafen zum 16:15 (46.). Die Bad Salzunger vertrauten ihren wuchtigen Rückraumspielern, überstanden auch eine Unterzahlphase nahezu schadlos. Eine wohl temperierte Steilvorlage von Keeper Marius Noack nutzte Maximilian Staib zum 18:17 für den ThSV Eisenach (50.). Daniel Bohrt versenkte einen an Maximilian Staib verwirkten Strafwurf zum 19:18 (52.). Doch das war der letzte ThSV-Treffer. Mit schier unbändigem Willen und auf die Wurfkraft von Lucas Schumann, Max von Fintel und Lawrence Hergt (zusammen 16 Tore) vertrauend, krempelten die Schützlinge von Gerd Simon die Ärmel hoch. Julius Brenner unterlief ein Schrittfehler, ein Bohrt-Wurf verfehlte den Kasten, ein weiterer wurde geblockt. Die Bad Salzunger lochten zum 19:21 (58.) ein und ließen sich den vor dem Anpfiff kaum für möglich gehaltenen Doppelpunktgewinn nicht entreißen.

Statistik
ThSV Eisenach: Noack, Gaier, Martin; Staib (5), Brenner (1), Heinz (2), Schneider, Rentsch, Bohrt (7/3), Messing (1), Krajewski (3)
SV Einheit Bad Salzungen: Bartölke; Panasenko (1), Meyer, von Fintel (5/1), Ziegler (1), Krech, Reum (1), Leinhas, Hergt (5), Schumann (6/1), Weyrauch (3)
Siebenmeter: ThSV Eisenach 7/3 / SV Einheit Bad Salzungen 2/2
Zeitstrafen: ThSV Eisenach: Rot (Matchstrafe) für Krajewski nach Foulspiel / SV Einheit Bad Salzungen 2 x 2 Min.
Schiedsrichter: Kowald/Kowald
Zuschauer: 50

Foto: Nur ThSV-Keeper Marius Noack wußte durchgängig zu überzeugen

Andrea T. | | Quelle:

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