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 | Bildquelle: Paul-Philipp Braun

Beschreibung:
Bildquelle: Paul-Philipp Braun

Spielbericht ThSV Eisenach – TuS Nettelstedt-Lübbecke

Ein Auftakt nach Maß! Der ThSV Eisenach feierte beim Comeback in der DKB Handball-Bundesliga einen 31:30 (18:16)-Erfolg über den TuS Nettelstedt-Lübbecke. Rückraum-Recke Azat Valiullin (2,05 Meter) wuchtete mit der Schluss-Sirene eine Freiwurfablage zum siegbedeutenden Treffer ein. Keiner der Augenzeugen stellte den verdienten Sieg in Abrede.  Die Wartburgstädter führten 15:12 (24.), 20:16 (32.) und 27:24 (49.), mussten durch den starken Rückraum der Ostwestfalen ( Jens Schöngarth und Vuko Borozan mit zusammen 14 Treffern) den Ausgleichstreffer hinnehmen, sodass es zum Herzschlagfinale mit Happyend kam. Die Werner-Aßmann-Halle glich einem Tollhaus. Fans und Mannschaft jubelten, als hätten sie bereits den Klassenerhalt perfekt gemacht. Die „blau-weiße Wundertüte“ (ThSV Eisenach), im Sommer mit 9 Neuzugängen personell völlig umgekrempelt, verbuchte im Duell mit der „rot-schwarzen Wundertüte“, dem 6 Neuzugänge vermeldenden TuS Nettelstedt-Lübbecke, gleich am ersten Spieltag zwei wichtige Punkte. „Wir tankten zugleich enorm viel Selbstvertrauen“, unterstrich Eisenachs Trainer Velimir Petkovic. Seine Schützlinge hatten das vorwöchentliche Pokal-Debakel gegen die ambitionierte MT Melsungen  (18:30) einfach abgeschüttelt. Die Hoffnung, dass der gerade eingeläutete 10. Erstligasaison (nach den Aufstiegen 1991, 1997 und 2013) eine weitere folgen kann, bekam jedenfalls Nahrung.

Daniel Luther glänzte als Spielgestalter

Wir zündeten von Beginn ein Riesenfeuerwerk, gingen beherzt in die Zweikämpfe, resignierten nicht,  wenn 3- oder 4-Tore-Führungen verloren gingen. Alle übernahmen Verantwortung. Jeder gab sein Bestes. Natürlich gibt es noch einiges zu verbessern

bilanzierte ein strahlender Eisenacher Kapitän Daniel Luther. Auf ungewohnter Position im Rückraum Mitte gehörte er zweifellos zu den Besten seines Teams, ließ auch seine Wurfqualitäten beim Doppelschlag kurz nach Wiederbeginn (32.)  und beim „Knaller“ zum 22:19 (37.) aufblitzen. Reserven beim ThSV Eisenach lagen auf der Torhüterposition. Beide Schlussleute parierten zusammen gerade einmal 5 Bälle.

Und wir haben dennoch gewonnen, gegen den ganz starken Rückraum des TuS Netteldstedt-Lübbecke. Das verdient allerhöchste Anerkennung

vermerkte Velimir Petkovic. Er hob Azat Valiullin und Bogdan Criciotoiu heraus. Letzterer brauchte bereits nach wenigen Spielminuten das Handtuch zum Schweißabwischen, er lieferte dennoch einen fast 60-minütigen engagierten Einsatz in Angriff und Abwehr. „Azat Valiullin sollte eigentlich zweiter Mann hinter Aivis Jurdzs werden. Jetzt lastet die Hauptverantwortung im linken Rückraum auf ihn, obwohl er sich von Lok Tscheljabinsk gekommen, in Deutschland, beim ThSV Eisenach erst einmal einleben muss“, erklärte Velimir Petkovic. Im Hochgefühl des Sieges war der russische Recke beim nicht leichten mdr-Interview sogar zu Scherzen aufgelegt, machte sich kleiner, damit ihn das Mikrofon des Reporters erreichte…

Starker Einstand von Neuzugang Dirk Holzner auf Linksaußen
Auf Linksaußen zeigte Dirk Holzner, dass ihm die großen Schuhe von Bjarki Elisson, der den ThSV Eisenach  in Richtung Füchse Berlin verlassen hat, durchaus passen. Er, in der Vorsaison 257 Zweitligatreffer markierend und damit Platz 3 in der Torjägerliste der 2. Liga (Platz 1 ging mit 279 Treffern an Bjarki Elisson),  traf von Linksaußen und von der Siebenmeterlinie, versenkte insgesamt 10 Bälle. Das freute auch Andrej Kastelic, einst erfolgreich auf Linksaußen und von der Strafwurflinie beim ThSV Eisenach, der Augenzeuge der Partie war.

Ex-Eisenacher Gabor Langhans mit wenigen Spielanteilen
Goran Suton, der neue Coach des TuS Nettelsteedt-Lübbecke, im Sommer von der HG Saarlouis gekommen, war etwas verärgert. „So einen Treffer in letzter Sekunde darf man nicht kassieren. Im ersten Abschnitt agierten wir zu ungeduldig, schlossen im Angriff zu schnell ab, kassierten dadurch Gegenstoß-Treffer. Einen Rückstand in der besonderen Atmosphäre der Werner-Aßmann-Halle aufzuholen, das kostet enorm viel Energie. Wir schafften es, hätten den einen Punkt verteidigen müssen“, konstatierte Goran Suton, einst Spieler unter Velimir Petkovic.  Der Ex-Eisenacher Gabor Langhans kam nur zu Kurzeinsätzen, fabrizierte dabei zwei Stürmerfouls. „Gabor Langhans ist noch angeschlagen. Das hat sich auf seine Leistung ausgewirkt. Er kämpft sich erst wieder zurück.  Wenn er völlig gesund ist, wird er wieder sein Leistungsvermögen ausschöpfen“, argumentierte Goran Suton.

Nur zwei Aufstiegshelden in der Startformation
Mit Dirk Holzner auf Links- und Tomas Urban auf Rechtsaußen, Azat Valiullin im linken und Bogdan Criciotoiu im rechten Rückraum, Daniel Luther in der Rolle des Spielgestalters, Nicolai Hansen am Kreis und Svetislav Verkic startete der ThSV Eisenach. Damit standen vom Aufstiegsteam nur noch zwei Akteure auf dem Parkett: Daniel Luther und Nicolai Hansen. Die Gastgeber begannen mit Herz und Leidenschaft. Nicolai Hansen, stets am Kreis rackernd und nur auf Kosten von Strafwürfen gestoppt, vollendete per Gegenstoß zum 5:3 (8.). Als Bogdan Criciotuio sein frühzeitig zerrissenes Trikot auf der Bank wechseln musste, trafen die Gäste zum 6:7 (Nicklas Pieczkowski, 12.). Tim Remer staubte zum 6:8 ab (13.). Nach Balleroberungen initiierten die Eisenacher Gegenstöße. Ohne Nervenflattern  versenkte Dirk Holzner bei seinem Erstliga-Debüt zum 9:9 (per Gegenstoß) und zum 10:9 (von der Siebenmeterlinie nach Regelwidrigkeit an Nicolai Hansen). Der erneut feurige Dusko Celica, gerade eingewechselt, netzte zum 11:9 ein (18.). Inzwischen hatte Mit Olafur Bjarki Ragnarsson  ein weiterer Neuzugang die mittlere Aufbauposition übernommen. Ein Torhüterwechsel bei den Ostwestfalen vermochte Eisenachs Angriffspower nicht einzudämmen. Azat Valiullin hämmerte per Schlagwurf zum 14:12 ein (23.). Dirk Holzner nutzte  eine Steilvorlage seines Keepers zum 15:12 (24.). Mit schöner Regelmäßigkeit schlugen die Fackeln von Jens Schöngarth im Eisenacher Kasten ein. Die Ostwestfalen um Team-Manager Zlatko Feric, einst Trainer beim ThSV Eisenach, hofften zur Halbzeitpause.

Herzschlagfinale mit Happyend
Mit Daniel Luther wieder als Regisseur, der gleich per Doppelschlag zum 20:16 einwuchtete, ging es in den zweiten Abschnitt. Die Gäste nutzten Überzahlsituationen zum 22:22-Ausgleich (41.). Nick Heinemann, mit 31 Lenzen inzwischen ein Routinier, versenkte – gerade eingewechselt – zum 23:22 (42.). Bogdan Criciotuio wuchtete zum 24:23 ein. Azat Valiullin scheiterte am Gästekeeper, doch „Schlitzohr“ Nick Heinemann verwertete den Abpraller zum 27:24 (49.). Der ThSV Eisenach war nach einer Balleroberung auf dem Weg zum 28:24, da stoppte ihn eine Entscheidung der Spielaufsicht, von Berndt Dugall. Die grüne Karte der Ostwestfalen soll Sekundenbruchteile zuvor gelegen haben. Auszeit und Ballbesitz für den TuS Nettelstedt-Lübbecke. Heftige Proteste seitens der Eisenacher Verantwortlichen und eine brodelnde Halle waren die Folge. Bange Frage: Sollte das die Schlüsselszene der Partie werden? Kurz darauf brachten Azat Valilllin und Branimir Koloper das Leder nicht unter. Jens Schöngarth netzte zum Anschlusstreffer für die Gäste ein (27:26, 53.). Mit Dusko Cellica und Olafur-Bjarki Ragnarsson im Rückraum läuteten die Eisenacher die Schlussphase ein. Dusko Celica traf zum 28:26 (54.). Die Gäste antworteten zum 28:28 (55.). Olaf-Bjarki Ragnarsson düpierte mit technisch gekonnter Einlage die Gästeabwehr zum 30:29 (59.). Sekunden später zappelte das Leder erneut im Eisenacher Kasten (59.).  Der Ball blieb danach in den Eisenacher Reihen. Coach VElimir Petkovic rief sein Team 25 Sekunden vor Ultimo zur Besprechung, schickte Daniel Luther wieder auf das Parkett. Sechs Sekunden vor der Sirene Freiwurf für den ThSV Eisenach. Die Ablage landete zur vollendeten Eisenacher Glückseeligkeit zwischen dem Fuß des Torhüters und dem Pfosten im Netz! Azat Valiullin war der gefeierte Mann.

Statistik

ThSV Eisenach:
Verkic (1.-30./ 43.-55. – 5 Paraden/ 21 Gegentore), Redwitz (31.-42./ 55.-60. – 0 Paraden/ 9 Gegentore); Wöhler, Luther (3), Celica (4), Ragnarsson (1), Schliedermann, Hansen (1), Urban, Holzner (10/5), Heinemann (2), Koloper, Valiullin (6), Criciotoiu (4)

TuS Nettelstedt-Lübbecke:
Blazicko (1.-20./ 37.-60. –  4 Paraden/  20 Gegentore), Skok (20.-37. – 11 Gegentore); Herth, Bechtloff, Langhans, Tauabo (2), Pieczkowski (3), Lazovic, T. Suton (1), Schagen (4/2), Schöngarth (8), Borozan (6), Klimek (1), Remer (5)

Zeitstrafen:
ThSV Eisenach 4 x 2 Min.
(Celica 2 x 2 Min.; Hansen, Urban je 2 Min.)

 TuS Nettelstedt-Lübbecke 2 x 2 Min.
 (Schöngarth, Klimek je 2 Min.)

Siebenmeter:
ThSV Eisenach 5/5
(Holzner verwandelt 3 x gegen Blazicko u. 2 x gegen Skok)

TuS Nettelstedt 2/2
 (B. Schagen verwandelt 1 x gegen Verkic und 1 x gegen Redwitz)

Schiedsrichter: Brodbeck/Reich
Zuschauer: 2220

 Spielfilm: 6:5 (10.), 6:8 (13.), 13:10 (21.), 18:16 (29.), 20:16 (32.), 22:22 (41.), 27:24 (49.), 28:26 (54.), 28:28 (55.), 30:30 (59.), 31:30 (60.)

Beste Spieler:
ThSV Eisenach: Luther, Holzner, Valiullin
TuS Nettelstedt-Lübbecke: Schöngarth, Borozan

Steffen E. | | Quelle:

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