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Starke Spiele im Johannistal

In vier Partien wurden die restlichen Viertelfinalisten der 9. Wartburg-Open ermittelt. Und der Tag begann mit einem zweistündigen Krimi auf dem Centre Court, wo der an Nummer eins gesetzte David Nalbandian äußerst glücklich weiterkam. Ihm lieferte der 21-jährige Mannheimer Jakob Herm-Zahlava, der nur durch eine Wildcard ins Hauptfeld gerutscht war, einen beherzten Kampf. Der erste Durchgang ging im Tiebreak an den Deutschen, der öfters die Initiative ergriff, aber danach abbaute und den zweiten Satz glatt mit 1:6 verlor. Im entscheidenden Durchgang schien er dann wieder obenauf, besaß beim 3:1 gleich drei Breakchancen – nutzte diese aber nicht. Dennoch lag Herm-Zahlava später mit 5:2 vorn, hatte kurz darauf einen Matchball, scheiterte jedoch an seinen Nerven. «Ich musste da den Sack einfach zubinden», ärgerte er sich später selbst am meisten. Nalbandian, der schon in der ersten Runde gegen Jan Kroslak (Slowakei) nur knapp dem k. o. entging, bestrafte die Nervosität bei seinem Gegner und behielt im abschließenden Tiebreak glücklich die Oberhand.
Der Turnier-Favorit trifft nun im morgigen Halbfinale auf den Essener Oliver Gross. Der 28-Jährige setzte sich ebenfalls nach großem Kampf gegen den argentinischen Qualifikanten Martin Vassallo Arguello durch. Der erste Durchgang war an Dramatik kaum zu überbieten. Bis zum 6:6 gestalteten beide Akteure das Spiel völlig ausgeglichen. Im Tiebreak zog dann der Deutsche klar mit 5:0 in Front, band aber erst beim 11:9 den Sack endgültig zu. Sein extrem laufstarker Kontrahent wurde danach besser und behielt im zweiten Satz mit 6:3 die Oberhand. Anschließend ging dem 21-Jährigen, der insgesamt sechs Matches binnen sieben Tagen absolvieren musste, die Puste aus. Er haderte zunehmend mit sich selbst und einigen umstrittenen Schiedsrichter-Entscheidungen. 1:6 gab er den entscheidenden Satz ab, heimste jedoch Lob von Oliver Gross ein: «Was er an Bällen holt, ist einfach unglaublich. Er kriegt welche, an die 90 Prozent der anderen Spieler nicht einmal heran kommen würden.»
Als zweiter Deutscher zog Tomas Behrend aus Sundern in die Runde der letzten Vier ein. Er schlug im rein deutschen Duell den Berliner Björn Phau in zwei Sätzen. Zunächst sah es nach einer klaren Angelegenheit für den Favoriten aus. Er dominierte das Match nach Belieben (6:1). Im zweiten Durchgang steigerte sich jedoch der 21-Jährige Phau. Beim Stand von 6:5 fehlten ihm bei eigenem Service lediglich zwei Punkte zum Satzausgleich. Diese gelangen ihm nicht, und so ging er im entscheidenden Tiebreak zu null unter. Ebenfalls den Tiebreak im dritten Satz ohne einen Punktverlust gewann Martin Verkerk. Damit behielt der Niederländer über Fernando Gonzales aus Chile die Oberhand. Die ersten beiden Sätze gingen jeweils deutlich an einen Spieler, danach lieferten sie sich einen packenden Schlagabtausch, den letztlich der Zwei-Meter-Hüne aus Holland gewann.
Als erstes Paar erreichten Yves Allegro und Gabriel Trifu das Doppel-Finale. Das schweizerisch-rumänische Gespann war für die in Eisenach an Nummer zwei gesetzten Diego del Rio/Vadim Kutsenko eine Nummer zu groß. Für ihren klaren 6:1, 6:2-Erfolg benötigten die Sieger nicht einmal eine Stunde. Das zweite Semifinale steigt am morgigen Samstag. Dabei trifft das deutsche Duo Tomas Behrend/Franz Stauder (Sundern/Halle) auf die an Nummer vier geführten Juri Schukin und Thomas Zib (Russland/Tschechien).
Ergebnisse, Einzel, Viertelfinale: David Nalbandian (Argentinien) – Jakob Herm-Zahlava 6/7 (3), 6/1, 7/6 (2); Oliver Gross (Essen) – Martin Vassallo Arguello (Argentinien) 7/6 (9), 3/6, 6/1; Tomas Behrend (Sundern) – Björn Phau 6/1, 7/6 (0); Martin Verkerk (Niederlande) – Fernando Gonzales (Chile) 1/6, 6/0, 7/6 (0).
Doppel, Halbfinale: Yves Allegro / Gabriel Trifu (Schweiz/Rumänien) – Diego del Rio / Vadim Kutsenko (Argentinien/Usbekistan) 6/1, 6/2.
Am heutigen Samstag: Einzel-Halbfinals und zweites Doppel-Halbfinale (ab 13 Uhr).

Der Argentinier mit großem Kampf
Tomas Behrend
Gross ist weiter
Verkerk eine Runde weiter
Der Chilene unterlag knapp
Phau in Aktion
Phau mit Ball
Starkes Spiel und schwache Nerven: Phau
Zuschauer

Rainer Beichler |

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