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 | Bildquelle: Th. Levknecht 

Beschreibung:
Bildquelle: Th. Levknecht 

ThSV-C-Jugend Platz 4 in Mitteldeutschland

In Thüringen dominierten die 13/14-jährigen ThSV-Talente klar

Mit nur kleinem Kader eroberte die männliche Jugend C des ThSV Eisenach den Landesmeistertitel in Thüringen und landete in der Bestenermittlung des Mitteldeutschen Handballverbandes auf einem überaus beachtlichen 4. Platz.

Wir sprachen mit Benjamin Riemann, dem Coach der männlichen Jugend C des ThSV Eisenach:
Wie haben Sie die Lage vor der Saison eingestuft=
 
Vor der Saison habe ich die Lage als schwer eingeschätzt. Der Großteil der Mannschaft aus der Saison 12/13, welche Thüringenmeister wurde und zudem den dritten Platz bei der MHV Meisterschaft erreichte hatte, ist in die B-Jugend gewechselt. Somit blieben aus der Vorsaison mit Noah Streckhardt, Philipp Ihrcke, Jacob Schellbach und John Martin nur noch vier Spieler übrig. Hinzu kamen aus der eigenen D-Jugend sechs neue Spieler (Szep-Kis, Brenner, Schneider, Heinz, Rentsch, Weise). Vom SV Behringen/Sonneborn kam Janik Hemleb, entschied sich für Handball unter leistungssportlichen Gesichtspunkten. Mit diesem Kader sollte die Zielsetzung Platz 1-3 in Thüringen sein, wobei der Titelgewinn nicht als genaues Ziel definiert wurde.
 
Wie hat das recht unerfahrene Team die Saison angegangen?
 
In der Vorbereitung haben wir neben dem Kreispokalsieg in Treffurt mehrere Turniere in der Nähe gespielt (Behringen, Mühlhausen und Erfurt) und auch diese gewonnen. In einem höherklassigen Turnier, dem Börde-Cup in Magdeburg, wurden wir von der Realität eingeholt und sind auf Platz 13 gelandet, wobei die schwere Vorrundengruppe mit den Teams aus Cottbus (Turniersieger), Minden und dem SC Magdeburg ihren Teil dazu beigetragen hat. Mit gemischten Gefühlen sind wir in die Meisterschaftssaison gestartet.
 
Haben die negativen Erfahrungen auf die Meisterrunde gewirkt?
 
Eigentlich nicht! Wir hatten zu Beginn gleich ein schweres Heimspiel gegen die SG Motor Arnstadt, welche zum Saisonende den zweiten Platz belegte. Jedoch zeigte sich hier die Unerfahrenheit der Mannschaft. Kevin Szep-Kis fiel verletzt aus und so standen nur drei echte Leistungsträger (Streckhardt, Ihrcke, Hemleb) zur Verfügung. Jedoch besiegten hierbei Noah Streckhardt und Philipp Ihrcke die Arnstädter Mannschaft im Alleingang und erzielten zusammen 27 Treffer zum 31:26 Sieg!! Und so lief es dann bis zu den Weihnachtsferien im Punktspielbetrieb in Thüringen erfolgreich. Alle Spiele konnten gewonnen werden, jedoch nur selten relativ deutlich. Wir legten Wert darauf, neben den Leistungsträgern sämtlichen Akteuren längere Einsatzzeiten einzuräumen. da neben den Leistungsträgern alle Spieler viele Spielanteile bekamen.
 
Warum lief es nur in Thüringen erfolgreich?
 
Wir hatten am 3. Oktober ein Leistungsturnier in Magdeburg gespielt, bei dem wir von zehn Mannschaften den letzten Platz belegten. Hier zeigten sich deutliche athletische und koordinative Nachteile. Uns fehlte ein qualitativ und quantitativ ausgeglichener Kader, um eine bessere Rolle zu spielen. Jedoch nahmen die Jungs diese Ergebnisse mit auf den Weg und versuchten, hart daran zu arbeiten, um den Rückstand zu verkürzen.
 
Wie lief es in der Rückrunde?
 
In der Rückrunde wurden häufig höhere Siege eingefahren, jedoch stieg damit die Selbstgefälligkeit. Negativer Höhepunkt war dann das Unentschieden in Jena, als wir es nicht schafften eine 4-Tore-Führung über die Zeit zu bringen. Zudem kam in der Rückrunde ein bisschen Verletzungspech auf und somit rutschte bereits Jonas Hennig aus unserer D-Jugend mehrmals mit in den Kader auf. Am Ende konnten wir souverän den Titel in Thüringen mit 27:1 Punkten und 496: 325 Toren gewinnen.
 
Und danach kam die MHV Meisterschaft?
 
Genau, danach kam die MHV Meisterschaft mit einem Qualifikationsturnier in Eisenach. Daran nahmen der SC DHfK Leipzig (Vizemeister Sachsen) und die HSG 2000 Wolfen (Vizemeister Sachsen-Anhalt) teil. Da am Vortag bereits das andere Qualifikationsturnier in Aus stattfand (mit NSG AUE, SC Magdeburg und Motor Arnstadt) gingen wir mit gemischten Gefühlen in das Turnier, da Arnstadt am Vortag mit zwei deftigen Niederlagen und 33:103 Toren ausschied. Jedoch waren die Spiele der Eisenacher Jungs alle sehr spannend. Gegen Leipzig waren wir 35 Minuten auf Augenhöhe und verloren am Ende zu deutlich mit 27:36, wobei dort die Wechselbank für Leipzig der entscheidende Vorteil war. Da der SC DHfK Leipzig das Team der HSG Wolfen im zweiten Spiel mit 32:28 geschlagen hatte, musste wir gegen Wolfen gewinnen, um uns für Final Four in Magdeburg zu qualifizieren. In einem sehr engen Spiel lagen wir zur Halbzeit bereits mit 17:20 in Rückstand. Wolfen baute seine Führung sogar auf 26:22 aus. Jedoch kam dann eine von mir nie geglaubte kämpferische Leistung zustande und wir konnten mit einem Schlagwurf von Noah Streckhardt drei Sekunden vor dem Ende noch mit 29:28 gewinnen und uns somit für das Final Four qualifizieren. Das Happyend wurde natürlich frenetisch bejubelt.
 
Warum haben Sie nicht mehr an den Sieg geglaubt?
 
Die Vorzeichen standen beim 26:22 für Wolfen für uns schlecht: Philipp Ihrcke saß verletzt auf der Bank und Janik Hemleb spielte unter heftigen Krämpfen, zu dem schwanden die Kräfte der zwei übrig gebliebenen Leistungsträger Kevin Szep-Kis und Noah Streckhardt; dazu kam noch, dass wir bis zu diesem Zeitpunkt kein Torwartspiel hatten. Jedoch kamen dann durch Fabio Weise sehr viele Paraden und Philipp Ihrcke biss nochmals auf die Zähne, obwohl er kaum noch laufen konnte. Nach dem Siegtreffer konnte ich das ganze kaum Glauben und sank erst mal von allen Kräften verlassen auf den Hallenboden, bis mich dann unser Jugendkoordinator Christian Roch mehr oder weniger aufgehoben hat….
 
Und dann ging es nach Magdeburg zum Endrunde um den Titelträger des Mitteldeutschen Handballverbandes? Wie waren dort die Prognosen und wie lief es?
 
Natürlich waren die Prognosen schlecht. Gegen Leipzig hatten wir in der Vorrunde verloren und die Titelträger aus Magdeburg und Aue waren natürlich auch große Kaliber. Allein die Teilnahme war schon ein riesiger Erfolg für die Mannschaft! Wir hatten es im Halbfinale mit dem späteren Sieger aus Aue zu tun. Philipp Ihrcke scherzte schon vor der Erwärmung, dass ich ihm ruhig vorher sagen könnte, dass wir gegen eine Männermannschaft spielen. Die Jungs aus dem Erzgebirge waren das mit Abstand körperlich stärkste Team und so war unser Team ein wenig eingeschüchtert. Zur Halbzeit lagen wir bereits 9:17 zurück, wobei wir viel Pech im Abschluss hatten und aus sieben Pfostenwürfen sieben Kontertore kassierten. In der Halbzeit haben wir dann mit dem Team entschieden, das Spiel «abzuschenken» und uns aufs Spiel um Platz 3 zu konzentrieren. Somit erhielten die Reservespieler die Gelegenheit, sich zu präsentieren und diese machten ihre Sache sehr gut. Bis zum 20:33 hielten sich die Jungs wacker, erst dann legte Aue nochmals einen Gang zu und gewann am Ende mit 40:20.
 
Ging der Plan auf?
 
Fast. Wir hatten nur eine Stunde Pause zwischen den Spielen. Es ging wieder gegen Leipzig, die am Ende zu hoch ihr Halbfinale gegen den SC Magdeburg verloren hatten. In einem Spiel auf Augenhöhe ging es mit 15:13 für Leipzig in die Pause. Leider entschieden hier die so genannten Nuancen für das Team aus Leipzig und wir mussten am Ende mit 26:31 die Segel streichen und wurden Vierter. Das heißt jedoch, wir sind die viertbeste Mannschaft Mitteldeutschlands und brauchen uns nicht zu verstecken! Somit war das Ganze ein ganz enormer Erfolg für uns.
 
Wie sieht Ihr Gesamtfazit aus?
 
Wir haben uns ganz deutlich im Verlauf der Saison gesteigert. Einzelne Spieler zeigten in mehreren Spielen, zu was sie im Stande sind, jedoch müssen wir noch an der Kontinuität arbeiten. Gerade das Final Four sollte in den Spielern den Wunsch geweckt haben, sich noch deutlich zu steigern, um enge Spiele wie gegen Leipzig auch als Sieger beenden zu können. Was ich nicht sehr gut fand, dass es vom Thüringer Handballverband keine Auswahlmannschaft der Jahrgänge ´99 gab, da sich dort die Spieler Streckhardt, Ihrcke, Szep-Kis und Hemleb auf höherem Niveau mit Jungs aus anderen Bundesländern hätten messen können, sich auch somit steigern! In Thüringen konnte sie kaum ein Gegenspieler aufhalten, was natürlich kontraproduktiv auf die Entwicklung ist.
 
Was gibt es noch anzumerken?
 
Ich möchte mich bei allen Eltern bedanken, denn ohne sie wäre es nicht immer möglich gewesen, die Jungs zu den Spielen zu bringen. Auf die Eltern war immer Verlass, so sollte es im Jugendhandball sein! Zusätzlich möchte ich mich noch beim Trainerteam bedanken. Ohne die konstruktiven Gespräche mit Christoph Jauernik, Uli Enke, Frank Stange und Christian Roch wäre der Weg noch viel steiniger gewesen. Hierzu muss man sagen, dass wir als Team wirklich funktionieren und für einander da sind, uns gegenseitig aus der Patsche helfen. Zum Trainerteam gehören natürlich auch noch Rene Villadsen als Torwarttrainer und Adrian Wöhler als Turntrainer. Gerade bei Adi haben sich im vergangen Jahr deutliche Erfolge gezeigt, so ist die THV-Auswahl mit 11 von 12 Spielern aus Eisenach bei der DHB Sichtung als bester Turnverband hervorgegangen. Danke nochmal für Adis Engagement! Ein ruhender Pol ist zudem unser Physio Arne Köhler, der alles möglich macht, dass die Jungs nach Verletzungen wieder fit werden, auch hierfür ein dickes Danke! Ebenfalls möchten wir uns beim kleinen Org-Team mit Klaus Bauer, Frank Schlosser und Dir bedanken: Ohne euch würden wir es nicht schaffen, diese abzusichern!

Foto: ©Th. Levknecht 

Foto: ©Th. Levknecht 

Frank Bode | | Quelle:

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