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ThSV-Coach: «Ich dachte, wir wären weiter»

Schade, dass aufgrund technischer Probleme die über 1400 Zuschauer am Samstagabend die Pressekonferenz nach dem Abpfiff nicht verfolgen konnten. Maik Handschke, der Trainer des ThSV Eisenach, reagierte trotz des 26:23 (12:9)- Erfolges seiner Crew über die TSG Groß-Bieberau höchst verärgert. Der so kühle Norddeutsche geriet regelrecht in Rage, sprach von fehlender Konzentration und Einstellung, von fehlendem Teamgeist. «Ich dachte wir wären weiter. Durch unsere Dusseligkeit über einen längeren Zeitraum bauten wir die Gäste regelrecht auf, mussten um die zwei Pluspunkte bis zur Ziellinie zittern. Jeder soll nur seinen Job machen. Es reicht vollends, wenn die Mannschaft gewinnt», zeigte sich der Ex-Nationalspieler sarkastisch. «Nicht die persönliche Trefferausbeute zählt. Jeder hat Anteil am Erfolg. Mancher kommt nur für Abwehraufgaben, mancher nur für kurzzeitige Spezialaufgaben. Auch der Malocher ist ganz wichtig. Jeder hat seine Aufgabe innerhalb der 60 Minuten zu erfüllen», das unterstreichend donnerte Maik Handschke mit der Handkante auf den Tisch und war selbst etwas erschrocken. «Jetzt war ich wohl ein Stück Trappatoni», gestand der ThSV-Coach.

Was war geschehen? Seine Crew begann in Abwehr und Angriff höchst konzentriert und engagiert. Die Gäste aus dem Odenwald sahen kaum einen Stich. Temposcharfe Ballstafetten wurden mit präzisem Torwurf abgeschlossen. Die Eisenacher Abwehr mit einem glänzend aufgelegten Torhüter Radek Musil gestattete Groß-Bieberau in der 21. Minute erst das zweite Feldtor, schaltete nach Balleroberungen blitzschnell auf Angriff um. Mit dem selbstbewusst auf Linksaußen auftrumpfenden Alexander Schiffner schienen die Eisenacher beim 11:4 (Sklenak, 20.) einem sicheren und souveränen Sieg entgegenzusteuern. Doch dann schienen Absprachen und festgelegte Abläufe Schall und Rauch. Eisenachs Fehlerquote ermutigte den Aufsteiger, dessen bundesligaerfahrener Stammkeeper Alexander Beck krankheitsbedingt (bis auf einen Siebenmeter) nur auf der Bank saß, zur Aufholjagd. «Wir kämpften nun auch beherzt», befand Thomas Göttmann, der Gästecoach. Beim 11:9 (Konrad, 28.) war die TSG Groß-Bieberau auf Tuchfühlung, beim 18:18 (Göbel, 43.) auf Gleichstand und beim 19:20 (Kossler, 45.) gar in Vorhand. Maciej Nowakowsky zog immer wieder erfolgreich aus dem rechten Rückraum ab (20:21, 47.). «Mit völlig unnötigen Zeitstrafen machten wir uns das Leben zusätzlich schwer», war Maik Handschke stinksauer.

«Kämpfen und siegen», skandierten die Fans von den Rängen. Kämpfen und siegen hieß nun auch das Motto der Eisenacher auf dem Parkett. Trainer Maik Handschke bewies zudem viel Geschick bei personellen Veränderungen. Oldie Krisztian Szep-Kis kam für den blassen Girts Lilienfelds im rechten Rückraum, der noch an einer Fußverletzung laborierende Kapitän Karsten Wöhler für Alexander Schiffner auf Linksaußen und Pavel Prokopec kehrte nach einer Verschnaufpause für die entscheidende Phase auf die Regieposition zurück. Der 28-jährige Tscheche schwang sich zum Kopf in der Abwehr und im Angriff auf. Die Entscheidung fiel auf der Ziellinie, nach dem 22:22 (51.).

«Mein Dank gilt den gestandenen Spielern», betonte Maik Handschke. Anspiele von Tomas Sklenak, Krisztian Szep-Kis und Pavel Prokopec zur Kreismitte, zu Benjamin Trautvetter, bedeuteten die entscheidenden big points zum 25:22 (Prokopec per Strafwurf, 57.). «Eisenachs Kreisspieler Benjamin Trauvetter bekamen wir einfach nicht in den Griff», sah TSG-Trainer Thomas Göttmann, der gemeinsam mit Maik Handschke beim Erwerb der A-Lizenz die Schulbank drückte, einen Grund für die dritte Niederlage in Folge. «Mit 21 Pluspunkten nach 21 Spieltagen weisen wir in Deutschlands zweithöchster Liga als Dorfclub dennoch eine beachtlich Bilanz auf», fügte Thomas Göttmann an. Nach dem 9. Saisonsieg hat der ThSV Eisenach nun 20 Pluspunkte auf dem Konto, konnte zwar noch nicht den Tabellenplatz 12 verlassen, rückte den davor postierten Vertretungen jedoch ganz nah.

Statistik

ThSV Eisenach: Musil, Krüger; Hoffmann, Trautvetter (7), Sklenak (5), A. Wöhler, Luther, Emmelmann (1), Schiffner (4), K. Wöhler, Lilienfelds, Prokopec (8/3), Szep-Kis (1)

TSG Groß-Bieberau: Hümmer, Beck; Göbel (2), Knobloch (3/3), Seeger, Nowakowski (5), A. Rybakov (2), Konrad (1), Schellhaas, Bauer (2), Neumann, Schubert, D. Rybakov (2), Kossler (6/2)

Siebenmeter: Eisenach 3/3; Groß-Bieberau 6/5

Zeitstrafen: Eisenach 5 x 2 Min.; Groß-Bieberau 2 x 2 Min.

Rainer Beichler | | Quelle:

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