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 | Bildquelle: Fotostudio Gräbedünkel

Beschreibung:
Bildquelle: Fotostudio Gräbedünkel

ThSV Eisenach beschenkt sich selbst und verzaubert Saison-Rekordkulisse

Aufsteiger kann nach 28:26-Erfolg über den Bergischen HC auf den Klassenerhalt hoffen

Der ThSV Eisenach beschenkte sich am Vorweihnachtsabend mit einem 28:26 (13:15)-Sieg über den Bergischen HC selbst. Die Saison-Rekordkulisse von über 3.000 Zuschauern feierte mit stehenden Ovationen und dem innbrünstig vorgetragenen Rennsteiglied eine vor Leidenschaft sprühende Eisenacher Mannschaft, die in einer von beiden Seiten sehr intensiv geführten Partie (insgesamt 32 Strafminuten) zwei ganz wichtige Punkte im Abstiegskampf eroberte. Der Aufsteiger von der Wartburg hält Kontakt zu den in der Tabelle davor platzierten Teams, hofft in puncto Ligaverbleib. Der Bergische HC, am Vortag in die Wartburgstadt angereist, im komfortablen „Sophienhotel“ logierend, rutschte mit dieser Niederlage tief den Abstiegstrudel. „Unfassbar“ war das meistbenutzte Wort bei den Verantwortlichen des Fusionsklubs aus Wuppertal und Solingen.

Famoser Eisenacher Schlussspurt

Wir haben auch beim 4-Tore-Rückstand nicht aufgegeben,

strahlte Velimir Petkovic, der sonst auch gegenüber dem eigenen Team kritische Eisenacher Trainer. Beim 18:22 (45.) schien der Bergische HC  auf dem Weg zum Doppelpunktgewinn in diesem Abstiegshit. Dass die Wartburgstädter auf Reichweite geblieben waren, hatten sie zum großen Teil  ihrem vor zwei Wochen verpflichtetem Rückraum-Shooter Borut Mackovsek (insgesamt 7 Feldtore) zu verdanken. Velimir Petkovic, dem Trainer-Fuchs gelang der entscheidende Schachzug. Die Einwechslung von Keeper Jan-Steffen Redwitz war die Initialzündung zu einem Schlussviertelstunden-Feuerwerk. Über weite Strecken der Partie schien es nämlich so, dass der erstmals nach einer langen Verletzungspause wieder für den Bergischen HC mitwirkende Viktor Szilagyi den Unterschied ausmachen sollte. Der 37-jährige 196-fache österreichische Nationalspieler glänzte mit seinen Führungsqualitäten gepaart mit eigener Torgefahr. Der ins Eisenacher Gehäuse gekommene Jan-Steffen Redwitz kaufte dem Routinier gleich zwei Bälle ab. Bei dem Ausnahmekönner schienen auch die Kräfte zu schwinden, wenngleich BHC-Coach Sebastian Hinze das auf der Pressekonferenz verneinte. Im Spiel nach vorn packten die Gastgeber gleich zwei Schippen drauf. Marcel Schliedermann zündete mit zwei Treffern die Lunte. Die zuletzt gescholtenen Außen Dirk Holzner (links) und Nick Heinemann (rechts) versenkten mit Konsequenz.

Meine Jungs bewiesen ganz viel Charakter,

betonte Velimir Petkovic.

Wir behielten keinen kühlen Kopf,

räumte Sebastian Hinze ein. In der durch nicht wenige Schiedsrichterentscheidungen immer hitziger werdenden Atmosphäre behielten die Eisenacher kühlen Kopf, verwandelten den 18:22-Rückstand (45.) in eine 27:24-Führung (58.). Der Handballtempel Werner-Aßmann-Halle brodelte. Tomas Urban (Eisenach) kassierte eine Zeitstrafe. Die Gäste verkürzten durch Arnor Gunnarrson (per Strafwurf) und Christian Hoße (von Außen). Da waren noch 40 Sekunden zu spielen. Da hielt es keinen auf den Plätzen. Geschickt behaupten die Hausherren das Leder, ehe Borut Mackovsek bei angezeigtem Zeitspiel eine Freiwurfablage zur vollendeten Glückseeligkeit einschmetterte.

Bergische Löwen übernahmen nach Szilagyi-Einwechslung und Deckungsumstellung das Sagen

Der Auftakt schien für den ThSV Eisenach nach Plan zu laufen. Bei hohem Tempo und Passgenauigkeit wurden die von Olafur-Bjarki Ragnarsson eingeleiteten Angriffszüge mit schön herausgespielten Torchancen genutzt. Nicolai Hansen versenkte zum 8:5 (13.). Die 3:3-Abwehr der Gäste wurde ausmanövriert. Nick Heinemann vollendete schnörkellos zum 10:7 (16.). Der BHC stellte auf eine defensivere Abwehrarbeit um, sah sich durch einen Torwartwechsel (Christopher Rudeck kam) gefestigt. Der nun im Angriff eingewechselte Viktor Szilagyi war sofort der Chef der Gäste. Die Hausherren standen mehrfach, teilweise in doppelter Unterzahl, auf dem Parkett. Der Volkszorn entlud sich über die Referees Robert Schulze und Tobias Tönnies. Die Eisenacher wichen vom Siegerpfad ab. Die Gäste nutzten die Überzahlsituationen zum 11:13 (22.) und 13:15 zur Halbzeitpause.

Eisenacher Sturmflut im Schlussgang
Auch nach Wiederbeginn bestimmte der Bergische HC zunächst das Geschehen. „Wir machten ganz viel richtig. Hatten in Überzahl die Chance, unsere Führung sogar auszubauen“, bilanzierte ein enttäuschter Sebastian Hinze. „Die Spielsteuerung ging nach dem 20:23 verloren, wir übten auf die Abwehr nicht mehr so viel Druck aus. Die bis dato uns auszeichnende Konsequent ging verloren“, bilanzierte Sebastian Hinze. De Frage, ob bei seinem Regisseur die Kräfte schwanden, verneinte er zur Pressekonferenz. Zu einem Kurzcomeback kam beim ThSV Eisenach der zuletzt wegen des Bruchs des Ringfingers an der Wurfhand verletzt pausierende aber unbedingt dabei sein wollende Azat Valiullin. ThSV-Coach Velimir Petkovic zog alle personellen Karten. Marcel Schliedermann rechtfertigte nach seiner Einwechslung das Vertrauen des Trainers, suchte den Zweikampf und setzte damit die Segel auf Sturm. Der ThSV Eisenach belohnte sich selbst.

Am Sonntag geht`s in die Hauptstadt
Auch zum Weihnachtsfest sind  tägliche Trainingseinheiten angesagt. Zum letzten Punktspiel des Kalenderjahres 2015 und vor der Punktspielpause gastiert der ThSV Eisenach am Sonntag, 27.12.2015 in der Hauptstadt. Die Füchse Berlin empfangen als klarter Favorit um 15.00 Uhr das Team von der Wartburg.

Statistik
ThSV Eisenach: Verkic (1.-44./ 8 Paraden – 21 Gegentore), Redwitz (44.-60./ 7 Paraden – 5 Gegentore); Luther, Celica, Ragnarsson (1), Schliedermann (2), Hansen (2), Urban (3), Holzner (5/2), Heinemann (4), Koloper (2), Mackovsek (7), Valiullin, Criciotoiu (2)
Bergischer HC: Gustavsson (1.-16. – 55.-60./ 4 Paraden – 12 Gegentore), Rudeck (16.-55./ 10 Paraden – 16 Gegentore);  Preuss (1), Hoße (3), Gunnarsson (5/1), Nippes (3), Oelze, Hermann (2), Weiß (4), Gutbrod (4), Szilagyi (4), Jonovski, Aflitulin, Gipperich, Artmann)
Siebenmeter: ThSV Eisenach 2 /2 (Holzner verwandelt 2 x gegen Rudeck) / Bergischer HC 1/1 (Gunnarsson verwandelt 1 x gegen Redwitz
Zeitstrafen: ThSV Eisenach 7 x 2 Min. (Celica 2 x 2 Min., Schliedermann, Hansen, Urban, Valiullin, Criciotoiu je 2 Min.) / Bergischer HC 9 x 2 Min. (Preuss, Hermann, Weiß u. Jonovski je 2 Min., Gutbrod 2 Min.)
Schiedsrichter: Schulze/ Tönnies
Zuschauer: 3005
Beste Spieler: ThSV Eisenach: Mackkovsek, Redwitz / Bergischer HC Szilagyi, Rudeck
Spielfilm: 4:7 (7.), 10:7 (16.), 11:13 (22.), 13:15 (28.), 16:17 (35.), 18:22 (45.), 22:24 (50.), 27:24 (58.), 27:26 (60.), 28:26 (60.)

Foto: Bestens gelaunt verabschiedete sich der ThSV Eisenach von seinen Fans

Andrea T. | | Quelle:

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