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Bildquelle: Levknecht

ThSV Eisenach glänzte auch am Vorweihnachtsabend

Fest in Eisenacher Hand war am Vorweihnachtsabend die Sparkassenarena in Elsenfeld, die Heimstätte des Tuspo Oberburg. Die Mannschaft des ThSV Eisenach hatte zu einem fulminanten Schlussspurt auf dem Parkett angesetzt, die Hundertschaft mitgereister Anhänger hatte längst das akustische Duell mit den «restlichen» 1350 Zuschauern auf den Rängen für sich entschieden. Nach einer von beiden Seiten sehr intensiv geführten Partie glänzten die Wartburgstädter mit ihrer neuen Qualität.
Die Gastgeber führten nach 49 Minuten 20:18. Zehn Minuten später hieß es jedoch 20:26 (59.), beim Schlusspfiff 22:26 (12:12).
«Wir haben die Ruhe bewahrt, unseren Aufwärtstrend bestätigt», strahlte Eisenachs Trainer Maik Handschke. Seine Schützlinge, konditionell topfit, setzten die Vorgaben konsequent um, ließen sich auch von der bekanntermaßen rustikalen Gangart der Gastgeber nicht beeindrucken. Die Eisenacher rührten in der Abwehr in der entscheidenden Phase im Zusammenspiel mit Torhüter Radek Musil regelrecht Beton an, beeindruckten mit bestens strukturierten Angriffszügen und präzisen Torwürfen.
Tuspo Obernburg, von Minute zu Minute kopfloser, technische Fehler produzierend, ging angesichts der Dominanz der Wartburgstädter regelrecht unter. Marcel Klein, der den erkrankten Thorsten Schmid als Trainer auf der Tuspo-Bank vertrat, war des Lobes voll über die Gäste aus Eisenach; über die Fans und die mit überzeugendem Gegenstoßspiel aufwartende Mannschaft. «Wahrscheinlich spielte die Psyche eine wichtige Rolle», betrieb Marcel Klein Ursachensuche für die erst zweite Heimniederlage von Tuspo Obernburg.

Atemberaubender Schlussspurt
Die Schlussphase, nach der 20:18-Führung (49.) der Hausherren, begeisterte die blau-weißen Fans! Pavel Prokopec, in der Rolle des Regisseurs zuletzt aufblühend, traf im Doppelpack zum 20:20 (51.). Ballgewinn. Steilvorlage auf den rechts gestarteten Martin Hoffmann, der Klassekeeper Milos Hacko mit seinem Ball zum 20:21 (52.) keine Abwehrchance ließ. Obernburgs Hannes Volk stoppte sich selbst mit einem Schrittfehler. Ein Prokopec-Ball landete am Holz. ThSV-Keeper Radek Musil kaufte Obernburgs Otto Fetser das Leder ab. Ballstafette zum Kreis, zu Benjamin Trautvetter. Dieser, bis dahin zumeist gut abgeschirmt, bekommt im zweiten Zupacken das Leder unter Kontrolle und drückt es zu seinem ersten und einzigen Treffer über die Linie (55.). Nach einer Auszeit von Obernburg erneut technischer Fehler. Tomas Sklenak, Eisenachs Rückraumturbo nutzt aus dem rechten Rückraum startend eine Lücke zum 20:23 (56.). Obernburgs Otto Fetser und Eisenachs Pavel Prokopec müssen kurz hintereinander für zwei Minuten auf die Bank. Eisenachs Adrian Wöhler erobert das Leder aus den Obernburger Reihen, bedient den sprintenden Philipp Emmelmann. «Mir blieb ja nicht anders übrig, als den Ball ins Tor zu werfen», flachste der erfolgreiche Werfer zum 20:24 (57.). Mit brachialer Gewalt, mit der Brechstange, antworten die Gastgeber. Zunächst pariert Radek Musil im großen Stil, dann jagt Philipp Reuter den Ball weit über das Eisenacher Gehäuse. ThSV-Coach Maik Handschke greift zur grünen Karte, schwört seine Mannen auf die nicht einmal mehr drei Minuten ein. Der im Rückraum gekommene Alexander Schiffner legt zum Linksaußen lauernden Adrian Wöhler ab, der kaltblütig zum 20:25 (58.) versenkt. Das alles direkt vor dem Eisenacher Fanblock! Ergebnislos der nächste Tuspo-Angriffsversuch. Im Gegenzug wird Martin Hoffmann nur regelwidrig gestoppt. Pavel Prokopec verwandelt den fälligen Siebenmeter zum 20:26 (59.); zur Glückseeligkeit und vorzeitigen Weihnachtsbescherung.
Die Treffer zum 22:26-Endstand sind unbedeutende Ergebniskosmetik für die Gastgeber. Grenzenlos der Jubel im Eisenacher Lager.
Der so ersehnte Auswärtssieg um Punkte war perfekt.

Intensiver und überwiegend ausgeglichener Schlagabtausch
In der Stammformation der jüngsten Zeit hatten die Eisenacher in der Auftaktphase zunächst leichte Vorteile. Karsten Wöhler lochte von Linksaußen zum 3:4 (6.) ein, scheiterte aber vom Punkt an Tuspo-Schlußmann Milos Hacko (11.). Zum gewohnten Spielfluss fanden die Eisenacher gegen die aggressive Abwehr der Obernburger nicht. Deren Rückraumspieler Felix Hain indes narrte die Defensive der Eisenacher zum 7:5 (16.). Otto Fetser verwandelte vom Punkt zum 8:5 (17.). ThSV-Coach Maik Handschke versuchte mit personellen Wechseln (Schiffner, Luther) das Aufbauspiel zu verbessern, zudem dadurch Überraschungsmomente zu schaffen. Mit Erfolg. Girts Lilienfelds wuchtete zum 8:8 (23.) ein. Tomas Sklenak explodierte immer wieder aus dem Rückraum. Coach Maik Handschke sorgte für Verschnaufpausen seines «Turbos». Daniel Luther traf für seine Farben zum 12:12-Halbzeitstand.
Pavel Prokopec und Girts Lilienfelds trafen nach Wideranpfiff der Unparteischen Baumgart/Wild zum 12:14 (32.). Mit Philipp Reuter auf vorgeschobener Position gegen Tomas Sklenak versuchten die Gastgeber Eisenachs Angriffspower zu stoppen. Nicht zimperlich die Abwehrarbeit der Obernburger, von großer Toleranz der Spielleiter geduldet. Ein offener Schlagabtausch war angesagt. Otto Fetser traf von Rechtsaußen zum 16:15 (39.). Endlich klappte mal das Zuspiel zu Benjamin Trautvetter, doch dessen Ball klatschte ans Holz (44.). Doch dann betätigte sich Tomas Sklenak als Vorlagengeber für Pavel Prokopec, der das 17:18 (45.) markierte. Mit geradezu wütenden Angriffsaktionen reagierte Obernburg, traf zum 20:18 (49.). Doch dann kam die große Zeit des ThSV Eisenach, mit einem Abwehrbollwerk und 8 Treffern in Folge.

Mit Optimismus zum Jahresausklang zur TSG Münster
«So richtig auf den Geschmack gekommen, wollen wir auch in Münster gewinnen, uns für die Heimniederlage zum Saisonauftakt revanchieren», blickt ThSV-Kapitän Karsten Wöhler auf den Samstag, 27.12.08.
Zum Rückrundenstart, der letzten Partie im Jahr 2008 und vor der Punktspielpause im Januar, empfängt die TSG Münster mit ihren Ex-Nationalspielern Jan-Olaf Immel, Steffen Weber und dem aus dem «Handball-Ruhestand» zurückgekehrten Rückraumkanonier Ziad Rejab um 18.00 Uhr die Wartburgstädter.
Bei einem vollen Erfolg würde die Crew von Maik Handschke den Platz in der Tabelle mit der TSG Münster tauschen. «Die Aufgabe wird aber noch schwieriger wie Obernburg», unterstreicht Kreisspieler Benjamin Trautvetter. Die Eisenacher werden wahrscheinlich ihre jüngst so erfolgreiche Formation aufbieten können.

Wichtig zu wissen: Die Partie wird in der Kreissporthalle Main-Taunus (Fassungsvermögen 1100 Zuschauer) in 65830 Kriftel, Schmelzweg ausgetragen! ThSV-Fans wird eine rechtzeitige Anreise empfohlen. Im Sonderbus des ThSV-Fanprojektes (Abfahrt 14.00 Ihr Parkplatz Katzenaue) sind noch einige Plätze frei.

Statistik

Tuspo Obernburg: Hacko; Wilhelm, Milde (3/1), Schmid, Niznan (2), Conrad (3), Fetser (4/2), Justus (1), J. Klimmer, Hain (5), Volk (3), M. Klimmer, Reuter (1), Schmittner

ThSV Eisenach: Musil, Nositschka; Hoffmann (1), Trautvetter (1), Sklenak (6), A. Wöhler (1), Luther (2), Emmelmann (1), Schiffner, K. Wöhler (3/1), Lilienfelds (5), Jauernik, Prokopec (6/2), Szep-Kis

Siebenmeter: Obernburg 4/3 – Eisenach 4/3
Zeitstrafen: Obernburg 3 x 2 Min. – Eisenach 5 x 2 Min.

Foto: ©Levknecht

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Rainer Beichler | | Quelle:

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