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 | Bildquelle: Th. Levknecht

Beschreibung:
Bildquelle: Th. Levknecht

ThSV Eisenach II mit Überraschung zum Saisonstart

Bärenstarke Abwehr legt im zweiten Abschnitt Grundstein zum 20:20-Remis gegen MHV-Absteiger LSV Ziegelheim/ Herausragend: Tim Voigt und Marcus Römer

«Damit hatte im Vorfeld kaum einer gerechnet», strahlte Benjamin Riemann, der Coach des ThSV Eisenach II. Das neuformierte Team – unter Mithilfe des SV Wartburgstadt Eisenach – knöpfte dem LSV Ziegelheim, immerhin Absteiger aus der Mitteldeutschen Oberliga, nach einem 9:13-Halbzeitrückstand durch ein 20:20-Remis einen Zähler ab. «Eine bärenstarke Abwehr im Zusammenspiel mit Torhüter Marcus Römer ließ im zweiten Abschnitt nur noch 7 Gegentore zu», verwies Benjamin Riemann auf einen wichtigen Aspekt. Mit spektakulären Paraden machte der 19-jährige Eisenacher Keeper seinen Vorderleuten immer wieder Mut. Tim Voigt war in Angriff und Abwehr der überragende Eisenacher Spieler. Den Gastgebern gelang es aber nicht, die Kreise des Goalgetters des LVZ Ziegelheim, Steffen Moritz, einzuengen. Der inzwischen 38-jährige Rückraumspieler des Teams aus dem Altenburger Land drückte dem Spiel seiner Farben klar den Stempel auf. Nahezu jede Angriffsaktion wurde von ihm eingeleitet oder abgeschlossen (12 Tore). «Abstimmungsprobleme in der Abwehr waren nicht zu leugnen», befand Benjamin Riemann kritisch. Wie seine Crew einen 11:15-Rückstand (35.) in eine 18:17-Führung (46.) umwandelte, nötigte höchsten Respekt ab. Da lief nämlich wahrlich nicht alles rund, wurde im ungestümen Wollen mehrfach gepatzt. Philipp Hempel hatte sogar eine 2-Tore-Führung auf der Hand, doch sein Siebenmeter landete am Holz (47.). Dann warf Steffen Moritz, der «alte Fuchs», seine ganze Erfahrung in die Waagschale, brachte mit drei Treffern den LSV Ziegelheim wieder in Führung (19:20, 54.). Tim Hohmann, frisch vom einjährigen Intermezzo bei der HSG Werratal zurück, unterlief ein Stürmerfoul. Und dann scheiterte ausgerechnet der bis dahin so treffsichere Tim Voigt freistehend am David Püschel im Gästekasten (56.). Doch kein Verzagen in den Eisenacher Reihen! Marcus Römer hielt mit zwei Glanzparaden sein Team auf Tuchfühlung. Markus Schneider fasste sich auf Linksaußen ein Herz, behauptete sich im Zweikampf und netzte zum 20:20-Gleichstand ein (59.). Doch noch waren über eine Minute zu spielen, im Handball eine Ewigkeit. Die ThSV-Abwehr kämpfte wie die Löwen. Tim Hohmann kassierte eine Zeitstrafe. Aber selbst in Überzahl gelang dem LSV Ziegelheim kein gezielter Torwurf mehr. Im Gegenteil, durch Zeitspiel der Gäste kamen die Hausherren nochmals in Ballbesitz, doch die Uhr war herunter gelaufen. «Das war ein Punkt für den Klassenerhalt. Ich bin stolz auf das gesamte Team», betonte Benjamin Riemann. Der als «Kiebitz» die Partie verfolgende Stefan Albrecht, Trainer des Nordhäuser SV, beim dem die Eisenacher in der nächsten Woche anzutreten haben, dürfte über den couragierten Auftritt des »neuen» ThSV II verwundert gewesen sein.

Oldie Steffen Moritz trifft für Ziegelheim zunächst nach Belieben
Der ThSV Eisenach II setzte von Beginn auf eine versetzte 5:1-Abwehr, mit Tim Voigt vorgezogen. Im Rückraum agierten zunächst Philipp Hempel, Steven Wagner und Malte Düwel. Diese initiierten Ballstafetten zur Kreismitte, wodurch der 0:2-Rückstand (2.) durch den 5. Treffer von Tim Voigt in eine 5:4-Führung (10.) umgewandelt wurde. Bei den Handballern vom Landsportverein Zielheim netzte Routinier Steffen Moritz jedoch fast nach Belieben ein oder setzte seine Mitspieler, wie beim 6:10 (durch Marcel Jahn) in Szene. ThSV-Keeper Marcus Römer hatte bis dahin bereits zwei Strafwürfe abgewehrt. «Schlitzohr» Steffen Moritz sorgte auch für den Halbzeitstand. Beim ThSV Eisenach II vermochte sich Philipp Hempel in den Zweikämpfen nicht entscheidend zu behaupten, seinen Würfen fehlte Power.

Marcus Schneider netzt selbstbewusst von Linksaußen zum Ausgleichstreffer ein
Eine Überzahl nutzten die Eisenacher zu Beginn der zweiten Halbzeit zu zwei Treffern zum 11:13 (32.). Eisenacher Würfe aus dem Rückraum wurden vielfach geblockt oder landeten neben dem Gästegehäuse. Ronny Wunderlich verwertete ein Moritz-Anspiel zum 11:15 (35.). In den nächsten 25 Minuten ließ der ThSV Eisenach II nur noch fünf Treffer zu! Philipp Urbach (im Doppelpack) und Tim Voigt per Tempogegenstoß netzten zum Anschlusstreffer ein (14:15, 38.). Noch behaupteten die Gäste eine knappe Führung (15:17, 40.). Mit elegantem Heber versenkte Marcus Schneider zum 16:17 (41.), besorgte Philipp Hempel trotz der vorherigen «Fahrkarten» mit einer Energieleistung das 17:17 (42.) und nutzte einen an Tim Voigt verursachten Strafwurf zum 18:17 (46.). Die Chance von gleicher Stelle zum möglichen 19:17 ließ er aus (47.). Mit Tim Hohmann im rechten und Steven Wagner im linken Rückraum sowie Philipp Hempel auf der mittleren Aufbauposition gingen die Hausherren in die dramatische Schlussphase, in der vornehmlich ThSV-Schlussmann Marcus Römer eine Vorentscheidung zugunsten des LSV Ziegelheim verhinderte. Es blieb beim 19:20 (54.). Marcus Schneider gelang der völlig verdiente Ausgleichstreffer

Statistik

ThSV Eisenach II: Römer, Trabert; Düwel (1), Bube, Schinke, Felsberg (1/1), Urbach (3), Oelschläger, Hempel (4/3), M. Schneider (3), Hohmann, Voigt (8), Gellrich, Wagner

LSV Ziegelheim: Püschel, Rüger; Börngen, Harles, Tetzner, Moritz (12/1), Pfefferkorn, Wunderlich (3), Wildenhain (1), Dietrich, Jahn (2), Biedermann (1), Klupsch (1), Lehmann

Siebenmeter: ThSV II 5/4 – Ziegelheim 3/1

Zeitstrafen: ThSV II 5 x 2 Min. – Ziegelheim 2 x 2 Min.

Schiedsrichter: Langbein/Schmidt

Zuschauer: 100

Tim Vopigt war mit 8 Treffern bester ThSV-Werfer

Foto: ©Th. Levknecht

Frank Bode | | Quelle:

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