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ThSV Eisenach mit 24:24-Remis bei der SG Wallau-Massenheim

Zwei zufriedene Leipziger am Sonntagabend in Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden. Die beide aus Leipzig stammenden Trainer Mike Fuhrig (SG Wallau-Massenheim) und Hans-Joachim Ursinus (ThSV Eisenach) sahen das 24:24 (10:10)-Remis zwischen beiden Teams als dem Spielverlauf gerecht werdend. Zudem hielten zwei Serien. Nachdem Ex-Nationalspieler Mike Fuhrig im November auf den Trainerstuhl rückte, blieb der einstige Erstliga-Renommierclub (nach Lizenzentzug 2005 Neustart in der Regionalliga) in der «Heimstätte» Sporthalle Elsässer Platz in Wiesbaden ungeschlagen. Der ThSV Eisenach bleibt nach 5:1 Punkten im Jahr 2008 noch unbezwungen, freut sich auf den «Kracher» am Dienstag, 26.02.08 um 20.00 Uhr in der heimischen Werner-Aßmann-Halle gegen den Tabellen-Zweiten und Aufstiegsanwärter HSG Düsseldorf.

Eine leidenschaftlich kämpfende Abwehr mit einem guten Timo Meinl im Tor, ein bärenstarker Benjamin Trautvetter am Kreis (9 Tore) und ein im zweiten Abschnitt aus dem Rückraum regelrecht explodierender Pavel Prokopec (7 Treffer) waren die Säulen einer mit viel Herzblut auftrumpfenden Eisenacher Mannschaft.
«Wir fanden ganz schlecht ins Spiel», räumte Eisenachs Trainer Hans-Joachim Ursinus ein. Das unorthodoxe Abwehrsystem der Gastgeber mit einem versetzten Spieler bereitete den Eisenachern erhebliche Probleme. «Wir hatten zwar im Training dieses System nachgestellt, doch die praktische Umsetzung im Wettkampf der Wallauer ist natürlich ein anderer Maßstab», so Hans-Joachim Ursinus. Eisenachs Abwehr war hingegen von Beginn auf Betriebstemperatur. Wallaus Offensive agierte holprig, brachte in der Auftaktphase gleich zwei Strafwürfe nicht im Kasten von ThSV-Keeper Timo Meinl unter. So stand es, untypisch für den aktuellen Handball, nach 12 Minuten gerade einmal 2:2. Beide Teams operierten mit harten Bandagen. In der 13. Minute kassierten die Eisenacher bereits ihre fünfte Zeitstrafe! Die Übersicht verloren sie auch in Unterzahl nicht. Frühzeitig waren Till Riehn und Pavel Prokopec mit der zweiten Zeitstrafe belastet und damit Rot gefährdet. Daniel Luther kam dann für Abwehraufgaben. Nach dem torarmen Auftakt entwickelte sich dann ein äußerst intensiv geführter Schlagabtausch. Der im Vorfeld wegen einer anstehenden Schulter-OP als verletzt gemeldete Wilm Hetkampf traf für Wallau zum 4:3 (17.). Tomas Sklenak zog kraftvoll zum 7:7 (25.) ab. Ein Zuspiel von Till Riehn versenkte Oldie Andrej Kastelic elegant von Linksaußen zum 7:8 (26.). Till Riehn und Christoph Jauernik wechselten sich auf der Regieposition ab, hatten aber keine zündenden Ideen parat, um Wallaus Abwehrriegel entscheidend zu knacken. Wuchtige Angriffszüge der Hausherren führten zum 10:8 (28.). Die Eisenacher antworteten noch vor der Pause. Benjamin Trautvetter markierte im Fallen den Anschlusstreffer. Der eingewechselte Andreas Nositschka blieb im Siebenmeterduell gegen Wallaus Tobias Hahn Sieger. Ein Schlagwurf von Till Riehn zischte mit der Sirene zum 10:10 Halbzeitstand ins Netz.

Prokopec und Trautvetter trumpfen auf
Nach Wiederanpfiff erhöhten die Schützlinge von Mike Fuhrig den Angriffsdruck. Drei Fehlversuche und zwei Ballverluste der Eisenacher nutzten die Gastgeber zum 15:11 (36.). Hans-Joachim Ursinus handelte, besetzte fortan seinen Rückraum mit Pavel Prokopec, Daniel Luther und Tomas Sklenak, die, nun rotierend, die Segel auf Sturm setzten. «Unser Spiel war bis dahin einfach zu statisch», so der ThSV-Coach zur Variante ohne etatmäßigen Regiespieler. Das war zugleich das Signal für Pavel Prokopec, dem in der ersten Halbzeit nicht allzu viel gelang. Mit drei Treffern in Folge leitete er die Aufholjagd ein. Nach zwei Meinl-Paraden «legte» Benjamin Trautvetter nach einem Tempogegenstoß das Leder zum Anschlusstreffer ins Netz (16:15, 40.). Drei vergebliche Anläufe zum Ausgleichstreffer. Martin Hoffmann donnerte das Leder mutterseelenallein ans Holz. Doch dann verwertete Benjamin Trautvetter ein Sklenak-Zuspiel zum 16:16-Ausgleich (44.). Der Abwehr der Hessen wurde von Eisenachs Aufbauspielern im Zusammenspiel mit Kreisspieler Benjamin Trautvetter nun gehörig eingeheizt. Eisenachs Abwehr kämpfte wie die Löwen. Das Feuer der Leidenschaft loderte, sehr zur Freude des lautstarken Anhangs aus Eisenach. Pavel Prokopec strotzte schier vor Selbstbewusstsein, verwandelte nervenstark nach Regelwidrigkeit an Benjamin Trautvetter vom Punkt zum 18:18 (49.). Eisenachs Abwehr rührte Beton an. Kein Durchkommen für die Hessen in dieser Phase. Ein Sklenak-Kracher lässt das Netz zum 18:19 wackeln (50.). Der eingewechselte Wallauer Schlussmann Matthias Beer musste den Ball von Benjamin Trautvetter zum 18:20 passieren lassen (51.), gab seinen Mannen aber dann neuen Halt. Die erste Heimniederlage unter Mike Fuhrig sollte unbedingt abgewendet werden. Spannung und Dramatik waren angesagt. Sebastian Linder verwandelte einen Strafwurf zum 22:21 (55.). Der auch unter Bedrängnis geradezu traumhaft das Leder behauptende Benjamin Trautvetter brachte per Doppelschlag seine Farben mit 22:23 (56.) in Vorhand. Andrej Kastelic traf aus ungünstigem Winkel nur das Holz (58.). Auf der Gegenseite vermochte Daniel Luther Wallaus Anspiel zum Kreis nur regelwidrig zu stoppen. Sebastian Linder behielt gegen Timo Meinl die Nerven: 23:23 (59.). Eine hitzige Schlussminute war eingeläutet. Pavel Prokopec übernahm Verantwortung, sein präziser Wurf schlug zum 23:24 ein. Noch waren 30 Sekunden zu absolvieren. Wallau nahm seinen Torhüter zugunsten von Feldspieler Luis Garbo vom Parkett. Und dieser traf sieben Sekunden vor Ultimo zum 24:24-Ausgleich, blieb verletzt im Eisenacher Kreis liegen. Unterbrechung. Ein schneller Gegenstoß in das verlassene Wallauer Gehäuse war dadurch nicht möglich. Einen Sieger hatten die umkämpften 60 Minuten wohl auch nicht verdient!

Statistik
SG Wallau-Massenheim: Tillmann, Beer (ab 50.); Ehrmann (2), Hetkamp (2), Lorenz (2), Plattner (2), Gassmann, Garbo (1), Bonnkirch (4), Zölls, Linder (6/3), Schimmelbauer (1), Hahn (4/2), Meireis
ThSV Eisenach: Meinl, Nositschka (bei zwei Strafwürfen); Hoffmann (1), Trautvetter (9), Sklenak (2), A. Wöhler, Weiß, Riehn (3), Luther, Mellack, K. Wöhler, Kastelic (2), Jauernik, Prokopec (7/2)
Zeitstrafen: Wallau 6 x 2 Min. /Rot gegen Plattner nach 3. ZS, 59.; Eisenach 9 x 2 Min.

Siebenmeter: Wallau 8/5; Eisenach 2/2
Schiedsrichter: Immel/Klein (Tönisvorst/Ratingen)
Zuschauer: 850 in Wiesbaden

Rainer Beichler | | Quelle:

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