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ThSV Eisenach mit bärenstarkem Rückraum

Der ThSV Eisenach feierte mit einem 33:26 (18:13)-Sieg über den Bergischen HC einen erfolgreichen Auftakt zur Attacke Klassenerhalt. Die direkten Mitkonkurrenten um den Ligaverbleib punkteten ebenfalls doppelt: HBW Balingen-Weilstetten mit einem 31:26 über den TuS Nettelstedt-Lübbecke und GWD Minden mit einem 34:27 über den TV Emsdetten.

Der Sieg des ThSV Eisenach war also von eminenter Bedeutung, um die Konkurrenz nicht davonziehen zu lassen. Der ThSV Eisenach wahrte den Rückstand (3 Zähler) auf den ersten Nichtabstiegsplatz, derzeit von GWD Minden belegt. Doch nun sind auch die HSG Wetzlar und der Bergische HC in Reichweite, liegen nur vier Punkte von den Wartburgstädtern. Der Bergische HC setzte in Eisenach seine Talfahrt fort (2:20 Punkte aus den letzten Begegnungen) und befindet sich nach 13:7 Punkten zum Saisonauftakt nun mitten im Abstiegskampf.

Ein bärenstarker Rückraum und eine leidenschaftliche kompakte Abwehrarbeit gaben den Ausschlag für den fünften Saisonsieg des Aufsteigers von der Wartburg, der verletzungsbedingt gleich auf drei Rückraumspieler (Jonsson, Lilienfelds, Luther) verzichten musste, bei dem Neuzugang Mikel Aguirrezabalaga Garcia einen ersten Kurzeinsatz hatte. Das Duell der Spielmacher zwischen Tomas Sklenak (Eisenach) und dem österreichischen Auswahl-As Victor Szilagyi (BHC) ging klar an den tschechischen Nationalspieler im Trikot der Thüringer. Dieser zündete ein exzellentes Angriffsfeuerwerk mit den torhungrigen Rückraumkollegen Dener Jaanimaa und Aivis Jurdzs, die je neun Bälle versenkten. Beide Gästetorhüter schauten den «Fackeln» verdutzt hinterdrein. Björgvin Gustavsson und Mario Huhnstock, die Schlussleute des Bergischen HC, vermochten im ganzen Spiel nur sieben Bälle zu parieren. Sie bekamen von ihren Vorderleuten allerdings auch wenig echte Hilfe.

«Der Eisenacher Rückraum brillierte mit hoher Wurfqualität. Da hatten wir das Nachsehen. Eigentlich wollten wir die Partie so lange wie möglich offen halten, doch der ThSV Eisenach stellte bereits in der ersten Halbzeit die Weichen», konstatierte Ex-Auswahlspieler Michael Hegemann. Der knapp 37-Jährige kam beim Bergischen HC für Abwehraufgaben auf das Parkett. Er sah die Gastgeber vom 9:8 (17.) auf 17:10 (27.) enteilen. Eisenachs Linkshänder Dener Jaanimaa sprühte vor Tatendrang, ließ sich nicht stellen. Im gesamten Spielverlauf waren die Eisenacher einfach zu schnell für ihre körperlich robusten Gegenüber. «Wir verloren völlig unsere Linie, wurden ausgekontert», gestand Sebastian Hinze, der Coach des Bergischen HC. Eisenachs Bjarki Elisson (insgesamt 8 Treffer) untermauerte seine Tempogegenstoßqualitäten.

ThSV Eisenach: Personelle Ressourcen optimal eingesetzt
Die Eisenacher Abwehr stutzte hingegen die Krallen der «Bergischen Löwen». Das Wiedermitwirken von Branimir Koloper nach langer Pause (Bandscheiben-OP) trug zu mehr Kompaktheit bei. «Große Klasse, was Nicolai Hansen und Branimir Koloper im Deckungsinnenblock leisteten» unterstrich ThSV-Kapitän Benjamin Trautvetter. «Branimir Koloper und Nicolai Hansen verstehen sich blind, ergänzen sich bestens», konstatierte Adalsteinn Eyjolfsson. Der Coach des ThSV Eisenach strich die kollektive Leistung heraus. Die Mannschaft habe hervorragend für die Rückraumspieler Dener Jaanimaa und Aivis Jurdzs gearbeitet. Der isländische Coach in Diensten der Wartburgstädter freute sich über die Konstanz seiner Crew. Lediglich in der Phase nach dem 21:17 (36.) stotterte kurzzeitig der ThSV-Motor.

«Doch da unterliefen uns zu viele Fehler. In den entscheidenden Momenten agierten wir nicht souverän, nicht abgezockt genug», bilanzierte Sebastian Hinze, der personell aus dem Vollen schöpfen konnte, sein eingespieltes Team zur Stelle hatte, den Ex-Eisenacher Duje Miljak jedoch die Zuschauerrolle zudachte. «Er ist nach einer Verletzung noch nicht wieder richtig fit», argumentierte BHC-Trainer Sebastian Hinze. Er schickte im zweiten Abschnitt seinen beiden etatmäßigen Spielgestalter im Angriff gemeinsam auf das Parkett: Alexander Oelze auf der zentralen Aufbauposition und Victor Szilagyi im linken Rückraum. Alexander Oelze mühte sich, agierte selbst torgefährlich. In ernsthafte Bedrängnis vermochte der Bergische HC den von Minute zu Minute selbstbewusster auftrumpfenden ThSV Eisenach nicht zu bringen. Dener Jaanimaa wuchtete mit seinem achten Treffer zum 23:18 (42.) ein und zeigte sich wenig später als Vorbereiter für Benjamin Trautvetter, der zum 25:18 einnetzte (45.).

Kurz zuvor hatte die ThSV-Abwehr einen Wurfversuch abgeblockt, nahm Bjarki Elisson das Leder auf und vollendete zum 24:18 (43.). Victor Szilagyi, der Kopf des Bergischen HC, scheiterte hingegen an Eisenachs Torhüter Rene Villadsen, der bei einer soliden Leistung 13 Bälle abwehrte
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Die Schlussviertelstunde wurde zur Aivis-Jurdzs-Show. Der 30-jährige linke Rückraumspieler zeigte der BHC-Abwehr nur die Hacken, versenkte binnen zwölf Minuten gleich fünf Bälle, netzte auch zum 28:21 (50.) ein. Die Entscheidung über die Punktevergabe war gefallen. Die sich erneut für den BHC abzeichnende Niederlage ließ sogar den erfahrenen Victor Szilgayi eine Zeitstrafe wegen Reklamierens kassieren (56.). Das hungrigere Team, das seine personellen Ressourcen optimal zum Einsatz brachte, kassierte sie. Die verzückte Eisenacher Anhängerschaft intonierte Thüringens Nationalhymne, das Rennsteiglied.

Der Anfang ist gemacht
Die Hoffnung auf den Klassenerhalt bekam neue Nahrung. Nicht nur der Sieg, vor allem die Leistung gegen den Bergischen HC, gegen den der ThSV Eisenach in den letzten Jahren (bis auf ein Remis) stets den Kürzeren gezogen hatte, sorgt für Optimismus im Eisenacher Lager.
Der Weg zum erhofften Ziel ist freilich steil und steinig. Die Wochen der Wahrheit stehen an. Am Samstag, 22.02.2013 steigt in Eisenach ein weiteres eminent wichtiges Match, wenn der ThSV Eisenach den TV Emsdetten erwartet. Zuvor, bereits am Mittwoch, 12.02.2014 gastiert der ThSV Eisenach beim übermächtigen Ligakrösus THW Kiel. Da kann der Underdog völlig befreit aufspielen, wird der spanische Neuzugang Mikel Aguirrezabalaga Garcia zur Integration sicherlich längere Einsatzzeiten bekommen.

Statistik
ThSV Eisenach: Villadsen (13 Paraden/26 Gegentore), Gorobtschuk; Trautvetter (1), Elisson (8/1), Sklenak (2), Wöhler, Jurdzs (9), Pucelj, Jaanimaa (9), Hansen, Aguirrezabalaga. Vrazalic (3/2), Heinemann (1), Koloper

Bergischer HC: Gustavsson (3 Paraden/15 Gegentore), Huhnstock (ab 24. Min., 4 Paraden 18 Gegentore); Hermann (2), Sabljic, Hegemann, Gunnarsson, Nippes (5), Oelze (6/2), Artmann (2), Wöss (2), Weiß (1), Gutbrod (3), Szilagyi (3), Berggren (2)

Siebenmeter: ThSV Eisenach 4/3 (Vrazalic verwandelt 1x gegen Gustavsson und 1 x gegen Huhnstock, scheitert 1 x an Huhnstock; Elisson verwandelt 1 x gegen Huhnstock)
Bergischer HC 2/2 (Oelze verwandelt 2 x gegen Villadsen)

Zeitstrafen: ThSV Eisenach 3 x 2 Min (Jaanimaa 2 x 2 Min, Koloper 2 Min.)
Bergischer HC 5 x 2 Min. (Hegemann 2 x 2 Min., Weiß, Berggren, Szilagyi je 2 Min.)

Rainer Beichler | | Quelle:

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