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 | Bildquelle: © sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

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Bildquelle: © sportfotoseisenach / ThSV Eisenach

ThSV Eisenach muss nach einem Jahr das Oberhaus wieder verlassen

Nachgefragt bei Karsten Wöhler, Geschäftsführer und Sportlicher Leiter der ThSV-Marketing GmbH

Der Versuch des Traditionsvereines von der Wartburg, als Aufsteiger mit einem neuformierten 10-Nationen-Team den Klassenerhalt in der DKB Handball-Bundesliga zu schaffen ist misslungen. Mit einem Auswärtsspiel bei der MT Melsungen ging am Sonntag das vierte Eisenacher Erstbundesligakapitel seit 1990 zu Ende.

Wir sprachen mit Karsten Wöhler, dem Geschäftsführer und Sportlichen Leiter der ThSV-Marketing GmbH

Wie sehr schmerzt der zweite Abstieg binnen vier Jahren?
Der schmerzt natürlich sehr! Wir sind enttäuscht. Wir hatten uns erhofft, die Klasse zu halten. Wir haben dafür 30 Prozent mehr Personalkosten eingesetzt wie in der Erstliga-Saison 2013/2014. Für einen Verein mit kleinem Budget ein Kraftakt! Ich stehe auch heute dazu: Vom Potential unserer Spieler wäre der Klassenerhalt möglich gewesen. Wir hofften, mit Velimir Petkovic einem ganz erfahrenen Trainer, dass es ihm gelingt, eine Truppe zusammenzuschweißen, die die Liga hält. Es hat, zur Enttäuschung von uns allen, nicht funktioniert. Wir hatten keine gefestigte Mannschaft, die sich für den ThSV Eisenach zerreißt. Die Trennung von Velimir Petkovic war aus unserer Sicht unumgänglich.

Woran lag es hauptsächlich? Erwies sich die personelle Radikalkur im Sommer vorigen Jahres als falsch?
Eigentlich für Eisenach untypisch, die Abwehr im Zusammenspiel mit dem Torhüter war der Schwachpunkt. Wir waren die Mannschaft mit der schlechtesten Abwehr und den meisten Gegentoren. Über die gesamte Saison kamen wir dadurch zu viel zu wenig einfachen Treffern nach Gegenstößen, über die erste und zweite Welle.

Sie waren während Ihrer eigenen langen leistungssportlichen Kariere im Handballoberhaus als kampfstarker Linksaußen bekannt. Jenes lodernde Feuer für den ThSV Eisenach wurde in der abgelaufenen Saison von der aktuellen Generation  mehrfach vermisst…?
Im Vergleich zur Erstligasaison 2013/2014 haben wir Kampf und Leidenschaft, der unbedingte Wille, des öfteren vermisst. Das lag sicherlich auch daran, dass unserem 10-Nationen-Team die Identifikation mit dem ThSV Eisenach fehlte. Vielleicht war es für einige nur der zu erledigende Job. Wir sind nicht der Heimatverein.

Nach dem Abstieg deutet sich ein personeller Kurswechsel an?
Nach den Erfahrungen der gerade abgeschlossenen Saison werden wir in Zukunft auf eine Mischung aus jungen hungrigen deutschen Spielern, auch aus der Region, auch aus unserer eigenen erfolgreich arbeitenden Nachwuchsabteilung setzen, punktuell verstärkt mit erfahrenen Spielern. Wir brauchen ein gefestigtes Mannschaftsgefüge. Die Fluktuation von 14 Spielern binnen zwei Jahre stand dem entgegen. Wir setzen künftig auf Nachhaltigkeit. Dafür müssen wir für Kontinuität im Kader sorgen. Unser Ziel ist es, in naher Zukunft in der DKB Handball-Bundesliga zu spielen und uns dort etablieren.

Das Land Thüringen und die Stadt Eisenach haben sich entschlossen, nicht die in die Jahre gekommene Werner-Aßmann-Halle (im Jahr 1984 eröffnet) umzubauen sondern eine neue erstbundesligataugliche Spielstätte in Eisenach zu errichten, Das Land fördert dieses Vorhaben mit 9 Millionen Euro. Wie wichtig ist für den ThSV Eisenach dieses Vorhaben?
Neben den beiden Erstbundesliga-Aufstiegen binnen kürzester Zeit ist es für uns der allergrößte Erfolg, das in Eisenach eine neue voll umfänglich Erstligastandards gerecht werdende Spielstätte errichtet wird. Das sehen wir auch als Wertschätzung des Landes und der Stadt für den ThSV Eisenach als sportliches Aushängeschild und als Wertschätzung für unsere Arbeit der letzten 6 Jahre. Der ThSV Eisenach bekommt, beginnend vom Jugendbereich bis zum Bundesligateam, eine Perspektive. Wir erhalten mit einer zeitgemäßen Spielstätte mit einem Fassungsvermögen bis zu 4.000 Zuschauern die Voraussetzungen, um uns in der 1. Liga etablieren zu können. Die Eröffnung ist für Juli/ August 2018 vorgesehen. Die Stanortfrage ist jetzt weitgehend geklärt. Alle ziehen an einem Strang. Wir sind optimistisch.

Mehrere Spieler verlassen den ThSV Eisenach, wurden nach dem Heimspiel gegen den THW Kiel verabschiedet
Titelfoto: Rückraum-Recke Azat Valiullin (Mitte) ) wechselt zum TBV Lemgo, hier mit Eisenachs Hallensprecher Jürgen Hausburg, ThSV-Präsident Gero Schäfer, Manager Karsten Wöhler und Pressesprecher Thomas Levknecht

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Foto 2: Branimir Koloper (Mitte) hier mit ThSV-Präsident Gero Schäfer (li.) und Manager Karsten Wöhler

Andrea T. | | Quelle:

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