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 | Bildquelle: Rolf Ruppenthal

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Bildquelle: Rolf Ruppenthal

ThSV Eisenach schöpft neue Hoffnung im Abstiegskampf

Wartburgstädter mit 27:21 (15:12)-Erfolg bei der ebenfalls abstiegsbedrohte HG Saarlouis/ Kapitän Daniel Luther: Sieg nicht überbewerten!

Die Abwehr riegelte im Zusammenspiel mit Torhüter Jan-Steffen Redwitz ab, der Angriff fand gute Lösungen gegen die verschiedenen Deckungsvarianten. Der ThSV Eisenach feierte im letzten Spiel der Hinrunde einen 27:21 (15:12)-Erfolg bei der HG Saarlouis und schöpfte neue Hoffnung in Sachen Klassenerhalt. Diese Hoffnung soll am 2. Weihnachtsfeiertag weiter genährt werden, wenn die Wartburgstädter in einem echten Handball-Klassiker den EHV Aue empfangen: Dienstag, 26.12.2017 um 19.30 Uhr in der Werner-Aßmann-Halle. Achtung! Das Team aus dem Erzgebirge vermeldet zuletzt 4 Siege in Folge, sprüht vor Selbstbewusstsein.

Sichere Abwehr – Facettenreicher Angriff
„Wir haben uns endlich wieder als Team präsentiert. Mit Emotionen auf dem Parkett, den Wechselspielern auf der Bank und dem Betreuerteam“, strahlte der vom Co- zum Cheftrainer beförderte Arne Kühr und ergänzte, „jeder brachte seine Qualitäten in den Gesamterfolg ein“. Die Ein- und Auswechslungen das Trainerduos Kühr/Kühr erwiesen sich als Volltreffer. Duje Miljak kam für Alexander Saul in der Abwehr. Die zu Beginn der zweiten Halbzeit gekommenen Marcel Popa und Nicolai Hansen sowie der im rechten Rückraum für Furore sorgende Alexander Saul waren die Protagonisten zur erneuten 5-Tore-Führung (18:13, 35.). Selbstbewußt dominierten die Eisenacher das Vier-Punkte-Spiel. Stanislaw Gorobtschuk parierte als Sahnehäubchen zwei Siebenmeter (37./47.). Das Torhüterduell ging klar an das Eisenacher Duo Redwitz/Gorobtschuk. Angriffszüge zu beide Außen (Weyhrauch, Wöhler), Kombinationen zum Kreis (Niemeyer, Hansen) und Torgefahr aus dem Rückraum (Gerlich, Saul), dazu das Marschieren von Marcel Schliedermann in die Nahtstellen der gegnerischen Abwehr, der Eisenacher Positionsangriff wartete facettenreich auf. Beim Gastgeber nahm, mit Blick auf die sich anbahnende Heimniederlage, die Verunsicherung zu. Eisenachs Matthias Gerlich bediente zunächst Adrian Wöhler, ließ dann gleich dreifach das Leder im Saarländer Kasten zappeln. Beim 25:17 (55.) war der Doppelpunktgewinn in trockenen Tüchern. „Entscheidend, wir verwandelten vor der Pause einen 7:9-Rückstand in eine 15:10-Führung um“, betonte Arne Kühr.

Matthias Gerlich: Wir haben uns konsequent an unseren Plan gehalten
„Wir haben im Vorfeld die Saarländer genau studiert, haben uns dann an unseren Plan gehalten, sind in die Schwachstellen der Abwehr marschiert. Unsere Deckung im Zusammenspiel mit dem Torhüter agierte über die gesamte Distanz stabil. Auch beim 2-Tore-Rückstand haben wir nicht unseren Rhythmus verloren. Ich bin sehr, sehr glücklich“, erklärte am Samstagmorgen Eisenachs Rückraum-Shooter Matthias Gerlich.

Wermutstropfen: Daniel Luther verletzt
Im linken Rückraum begann Daniel Luther. Der Eisenacher Kapitän musste schon nach wenigen Minuten mit einer Zerrung passen. Sein Einsatz erscheint für das Traditionsderby am Dienstag ausgesprochen fraglich. Er verhehlte auch im Glücksgefühl nicht die Defizite, „Uns unterlaufen einfach noch zu viele Fehler. Diese konnten wir in Saarlouis im Spielverlauf reduzieren. Wir dürfen den Sieg nicht überwerten. Im Normalzustand wäre es ein Pflichtsieg gewesen.

HG-Trainer Philipp Kessler: Die Jungs sind extrem verunsichert
Als zweitligatauglich bezeichnete der Pressedienst der HG Saarlouis nur das Publikum in der in der Stadtgartenhalle: Die Rekordkulisse von 1475 Zuschauern versuchte alles, um ihr Team anzutreiben. Es half nicht. Nach der eigenen 10:8-Führung übernahmen die Eisenacher die Spielkontrolle. Ein 7:0-Tore-Lauf bedeutete mehr als eine Weichenstellung. „Wir haben ein großes Kopfproblem, die Jungs sind extrem verunsichert.“, so beschreibt es Phillip Kessler, der Coach der HG Saarlouis. Die Saarländer wollten ein Zeichen setzen, allein das Wollen reichte an diesem Abend aber einfach nicht.

Mit 7:0-Tore-Lauf die Richtung klar angezeigt
Die Wartburgstädter mussten neben Justin Mürköster (zu Wochenmitte nach Kreuzbandriss operiert) auch auf Ibai Meoki verzichten. Der Spanier hätte nur zu gern an seiner einstigen Wirkungsstätte gespielt, trug er doch bis zum Sommer das Trikot der Saarländer. Kniebescherden zwingen ihn aktuell zum Pausieren. So lastete wieder viel Verantwortung auf Marcel Schliedermann als Spielgestalter, doch auch Matthias Gerlich war nicht nur wieder erfolgreichster Werfer (7 Tore) sondern auch vielfach Vorlagengeber. Zunächst begann Daniel Luther im linken Rückraum, der Eisenacher Kapitän musste schon nach 6 Minuten verletzungsbedingt passen. Die Gastgeber starteten mit dem festen Willen, ihre Niederlagenserie zu beenden und dieses Vier-Punkte-Spiel für sich zu entscheiden. Temposcharfe Angriffszüge, alle Akteure waren auch ohne Ball in Bewegung, darauf setzen die Hausherren. Die Thüringen waren von Beginn mit ganz viel Herzblut dabei. Die Eisenacher verfehlten gleich zwei Mal aus der eigenen Hälfte den verwaisten Kasten der Saarländer. Missglückte Fehlabspiele und Missverständnisse, die Eisenacher ließen sich nicht entmutigen. Auch Matthias Gerlich steckte nicht den Kopf in den Sand. Aus einem 6:7-Rückstand (15.) machte die HG Saarlouis eine 9:7-Führung (18.). Marcel Schliedermann marschierte in die Nahtstellen der Abwehr, scheute keinen Zweikampf, glich im Doppelpack zum 10:10 aus (22.) und setzte zugleich die Segel auf dem ThSV-Schiff auf volle Kraft voraus. Willy Weyhrauch, Matthias Gerlich und Alexander Saul besorgten eine 5-Tore-Führung für die Wartburgstädter (15:10, 18.)

Marcel Popa trifft nahezu vom eigenen Kreis in verwaisten Kasten der Saarländer
Nach dem Seitenwechsel ließen die Eisenacher mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung keinen Zweifel am Ausgang der Partie aufkommen. Auch ein Wechsel auf der Regieposition, Julius Linskog Andersson kam, änderte nichts. Mit zwei abgewehrten Siebenmetern, von Lars Weissgerber und und Julius Linskog Andersson, zog der für diese Aktionen eingewechselte Stanislaw Gorobtschuk den Gastgebern den letzten Nerv. Marcel Popa zirkelte das Leder von kurz hinter dem eigenen Kreis in den Saarländer-Kasten (30.). Auch wenn den Männern von der Wartburg im Angriff nicht alles gelang, die Defensive bügelte es wieder aus. Adrian Wöhler traf zum 21:15 (46.) und 22:16 (50.). Dann gab Matthias Gerlich Kostproben seines Wurfrepertoires, erhöhte mit drei Treffern in Folge zum 25:17 (55.). Die Partie war entschieden!

Foto: Th. Levknecht

Foto: Rolf Ruppenthal

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Neuauflage eines Traditionsderbys am 2. Weihnachtsfeiertag
Am zweiten Weihnachtsfeiertag absolviert die Liga bereits den ersten Spieltag der Rückrunde. Der ThSV Eisenach empfängt am Dienstag, 26.12.2017 um 19,30 Uhr in einem Handball-Klassiker den EHV Aue. Im Jahr 1961 hat die lange Geschichte der Aufeinandertreffen zwischen Teams aus Aue und Eisenach begonnen. Die Statistik weist bisher 93 (!) Vergleiche auf. Wenn das kein Traditionsderby ist. Die 94. Auflage steigt. Neben dem Derby steht Abstiegskampf an. Für beide. Damit hatte im Sommer keiner gerechnet. Der ThSV Eisenach war mit einem Sieg in der Erzgebirgshalle in die Saison gestartet, es folgte eine ungeahnte Niederlagenserie, mit dem schlechtesten Saisonstart seit über 40 Jahren. Doch auch der EHV Aue, kam nicht in die Puschen, schaffte kürzlich – mit dem Ex-Eisenacher Alexander Koke als Aushilfskraft sowie der Rückkehr von Kapitän und Spielgestalter Eric Meinhardt – mit 4 (!!) Siegen in Folge die Trendwende. Für beide Teams steht vor sicherlich stimmungsvoller Kulisse ganz viel auf dem Spiel.

Eintrittskarten sind vorab online unter www.thsv-eisenach.de sowie am Spieltag ab 18.15 Uhr in allen Preiskategorien an der Abendkasse erhältlich!

Statistik HG Saarlouis – ThSV Eisenach

HG Saarlouis:
Schulz, Jonczyk; Kreis, Hartz, Leist (1), Kolodziej (2), Murawski, Weissgerber (3/3), Barkow (2), A. Müller (2), J. Müller (5), Andersson, Polydore (1), Engels (4), Noll (1/1)

ThSV Eisenach:
Redwitz, Gorobtschuk, Brand; Iffert, Wöhler 4, Luther, Gerlich 7/1, Miljak, Schliedermann 3, Hansen 1, Streckhardt, Popa 2, Niemeyer 2, Baur, Weyhrauch 3, Saul 5/2

Siebenmeter
HG Saarlouis: 6/4 – ThSV Eisenach: 4/ 3

Zeitstrafen
HG Saarlouis 5 x 2 Minuten – ThSV Eisenach 5 x 2 Minuten

Schiedsrichter:
Andreas Briese/ Kim von der Beeck

Zuschauer:
1.475

Steffen E. | | Quelle:

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