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ThSV Eisenach schwimmt weiter auf einer Erfolgswelle

Der ThSV Eisenach bleibt in der Erfolgsspur! Die Wartburgstädter feierten ihren ersten Punktspielsieg in der Nordstadthalle Schwetzingen überhaupt, bauten mit einem 32:30 (17:14)-Erfolg über die gastgebende HG Oftersheim/Schwetzingen ihre Erfolgsserie auf nunmehr 13:1 Punkte aus, rückten auf Tabellenplatz 7 vor. Für die Thüringer wurde es jedoch kein Frühlingsspaziergang ins Badische, weil der als Absteiger bereits feststehende Tabellenletzte ausgesprochen couragiert und schwungvoll agierte. «Herzerfrischender schneller Handball», verteilte Eisenachs Trainer Maik Handschke an die jungen Gastgeber ein dickes Kompliment.
Dass es praktisch bis zur Schlusssirene spannend blieb, daran hatten aber auch die Eisenacher eine Hauptaktie. Nach der 9:7-Führung der Hausherren (16.) erhöhten die Handschke-Schützlinge deutlich das Tempo, Tomas Sklenak und Pavel Prokopec (zusammen 17 Treffer) starteten energisch aus dem Rückraum durch, trafen zum 9:15 (25.). «Eisenachs Rückraumwerfer bekamen wir einfach nicht unter Kontrolle», gestand HG-Coach Eyub Erden.
«Eigentlich hatten wir mit diesem 6-Tore-Plus alles im Griff, brachen dann urplötzlich aus unserem Konzept aus, schlossen unsere Angriffszüge zu früh ab, Einzelaktionen gewannen die Oberhand. Mit geradezu dummen Aktionen bauten wir die Gastgeber regelrecht wieder auf», ärgerte sich Maik Handschke. Der kurz zuvor eingewechselte junge Johannes Drieß agierte bei einer Abwehraktion zu feurig, wurde mit Rot zum Abkühlen unter die Dusche geschickt (28.), was die ohnehin wenigen Wechselmöglichkeiten für Maik Handschke weiter schrumpfen ließ, fehlten doch bereits vier Akteure wegen Verletzungen (Emmelmann, Jauernik) und Sperren (Karsten und Adrian Wöhler). Die Gastgeber schalteten nach Eisenacher Patzern blitzschnell auf Angriff um. Rechtsaußen David Ewald versenkte drei Bälle in Folge. Nach Wiederanpfiff der Unparteiischen Klaes/Moser aus Saarbrücken, die sich vielfach den Unmut der Gastgeber zuzogen, traf auch Rückraumspieler Sergiu Dumitru, sorgte für den Anschlusstreffer zum 19:20 (37.).

Mit Angriffszügen über Außen erfolgreich
Die Eisenacher erinnerten sich, Handball kann auch überaus erfolgreich über die Außenpositionen gespielt werden. Schnelle Ballstafetten zu Linksaußen sahen Alexander Schiffner als sicheren Vollender. Girts Lilienfeld zog von Rechtsaußen resolut ab. Pavel Prokopec nutzte die Schwächen im Deckungsinnenblock der HG Oftersheim/Schwetzingen. Beim 20:25 (44.) schien die Weichenstellung klar. Doch dem Hoch folgte wieder ein Tal. «Wieder ging uns die Souveränität verloren. Daran müssen wir weiter arbeiten», notierte sich Maik Handschke. Nach drei Kontertreffern von Benjamin Hundt zum 24:26 (50.) schöpfte die HG Oftersheim/Schwetzingen neue Hoffnung, erwachte die nur 350-köpfige Kulisse. Doch die Eisenacher haben ja einen Tomas Sklenak in ihren Reihen, der mit seiner Dynamik, seinen kraftvollen Solis auch an diesem Abend sich nicht an die Ketten legen ließ. Mit der Einwechslung von Philipp Lindner lag Eisenachs Trainer Maik Handschke zudem goldrichtig. Der 18-Jährige brachte in Abwehr und Angriff neuen Schwung, entpuppt sich immer mehr zu einem Konkurrenten für «Platzhirsch» Benjamin Trautvetter. Martin Hoffmann besetzte die Rechtsaußenposition, sorgte für mehr Stabilität in der Abwehr. Girts Lilienfelds rückte in den rechten Rückraum. Tomas Sklenak, von einem Gegenspieler scharf attackiert, legte zu Philipp Lindner ab, der zum 28:31 versenkte (56.). Doch die Wartburgstädter mussten noch bangen, ja zittern. Nach einer Dublette mit Alexander Schiffner wurde Philipp Lindner regelwidrig gestoppt. Benjamin Trautvetter, bereits in der ersten Halbzeit als Siebenmeter-Werfer eingesprungen (Pavel Prokopec, zuvor zwei Strafwürfe sicher verwandelnd, scheiterte nach Foul an ihm selbst, 15.), vier Bälle vom Punkt sicher unterbringend, scheiterte an HG-Torhüter Matthias Baur. Nach der dritten Zeitstrafe war für Eisenachs «Häuptling» Pavel Prokopec die Partie vorzeitig beendet. (57.). In Unterzahl ging es für die Eisenacher in die Schlussminuten. Benjamin Hundt (per Siebenmeter) und ein Rückraum-Kracher von Sergiu Dumitru (Eisenachs Daniel Luther konnte kurz zuvor HG-Keeper Matthias Baur nicht überwinden), ließen die Hausherren beim 30:31 (59.) plötzlich an einem Punkt schnuppern. Wie wertvoll Tomas Sklenak für den ThSV Eisenach ist, untermauerte der Tscheche eindrucksvoll. Vor zwei Wochen sicherte er mit einem Treffer fünf Sekunden vor Ultimo einen Punkt bei der HR Ortenau. In der Stadtsporthalle Schwetzingen übernahm er erneut die Verantwortung, zündete den Turbo, startete zum alles entscheidenden Treffer (seinem 9. in dieser Partie), zum 30:32 durch. Der Bann Stadtsporthalle Schwetzingen war gebrochen. Ausgelassen tanzten die ThSV-Spieler, umjubelt vom mitgereisten Anhang, auf dem Parkett.

Auftaktviertelstunde ging an die HG Oftersheim/Schwetzingen
«Unsere Fans hatten sich die Aufgabe wohl wesentlich leichter vorgestellt. Aber bei einem solch motivierten Schlusslicht können nicht im Vorbeigehen die Punkte mitgenommen werden.» Die Aussage vom Eisenachs Coach Maik Handschke untermauerte der künftige Regionalligist mit Nachdruck. Mit einer offensiv ausgerichteten Abwehr, phasenweise sogar im 3:3 System, bereiteten sie Eisenachs Offensive zunächst Kopfzerbrechen. Allein Tomas Sklenak vermochte mit seiner individuellen Klasse sie auszumanövrieren. Wie ein Wirbelwind narrte Frank Scholl Eisenachs Abwehr, traf zum 5:3 (8.). Viel Bewegung mit und ohne Ball, viel Spielfreude – Tugenden, mit denen die HG Oftersheim/Schwetzingen zunächst wucherte (7:4, Scheffzek, 11.). Um die Spielfähigkeit zu erhöhen kam Linkshänder Krisztian Szep-Kis im Angriff für Daniel Luther. Klare Worte während einer Auszeit fanden erst mit Verspätung Umsetzung. Die Gastgeber wirbeln weiter, treffen zum 9:7 (16.). Auch weil die Eisenacher zum wiederholten Male eine alte Weisheit, das der gefoulte Spieler nicht selbst zum Strafwurf antreten soll, nicht beherzigten (15.).
Die Gastgeber übertrieben den Einsatz, Sebastian Scheffzek und Mark Zorn kassierten kurz hintereinander Zeitstrafen. Ein Doppelschlag von Pavel Prokopec führte zum 9:9-Ausgleich (18.) – und den erfolgreichen Werfer für zwei Minuten auf die Bank. Doch das Eisenacher Angriffsspiel hatte richtig Fahrt aufgenommen. Alexander Schiffner spielte seine Schnelligkeit und Geschmeidigkeit auf Linksaußen aus. Tomas Sklenak zog scharf und platziert ab, den HG-Schlußleuten immer wieder das Nachsehen gebend. Mit all seiner Routine zirkelte Krisztian Szep-Kis das Leder zum 9:15 (25.) ins Netz. Keeper Radek Musil war zudem bei einem Siebenmeter blitzschnell abgetaucht, parierte das Leder (22.). Doch aus einem geruhsamen Handball-Samstagabend wurde es nichts für die Aktiven und die mitgereisten Fans des ThSV Eisenach.
«Wir wollten 60 Minuten Tempo-Handball zeigen. Das ist uns gelungen. Wir wollten die 6:0 Abwehr der Eisenacher mit viel Bewegung überlisten. Das ist uns vielfach gelungen. Wir wollten an die Abwehrleistung vom Auswärtsspiel bei Aufsteiger Düsseldorf anknüpfen. Das ist uns nicht gelungen. Trotz eines klaren 6-Tore-Rückstandes haben wir nicht den Kopf in den Sand gesteckt», bilanzierte Eyub Erden, der Trainer der HG Oftersheim/Schwetzingen, der im Hinblick auf die nächste Saison in der Regionalliga viel Optimismus verbreitete. Eisenachs Trainer Maik Handschke richtet seinen Blick zunächst auf die noch vier zu absolvierenden Begegnungen bis zum Saisonende. «Wir wollen noch so viele Punkte wie möglich auf der Habenseite verbuchen. Parallel läuft natürlich die Vorbereitung auf die nächste Saison», so Maik Handschke, der in der Vorwoche seinen Vertrag unter der Wartburg bis zum Sommer 2011 verlängerte.

Erfolgsserie soll fortgeführt werden!
Die nächste Aufgabe des ThSV Eisenach: Im Heimspiel gegen Tuspo Obernburg am Samstag, 02.05.09 um 19.30 Uhr soll die Erfolgsserie fortgeführt werden.

Statistik

HG Ofterheim/Schwetzingen: Baur, Roll; Hundt (5/2), Dumitru (5), Schmidt, Masica, Hubert (3/2), Scheffzek (3), Volz (1), Zellmer (1), Bogusch (3), Zorn, Ewald (4), Scholl (5)

ThSV Eisenach: Musil, Krüger; Hofmann, Trautvetter (4/4), Sklenak (9), Drieß, Lindner (1), Luther, Schiffner (4), Lilienfelds (3), Prokopec (8/2), Szep-Kis (3)

Siebenmeter: HG Oftersheim/Schwetzingen 5/4; ThSV Eisenach 8/6

Zeitstrafen: HG Oftersheim/Schwetzingen 5 x 2 Min.; ThSV Eisenach 5 x 2 Min., Rot für Drieß nach grobem Foulspiel (27.), Rot für Prokopec nach 3. ZS (57.)

Schiedsrichter: Klaes/Moser (Saarbrücken)

Rainer Beichler | | Quelle:

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