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ThSV Eisenach setzt Siegesserie fort

Der ThSV Eisenach feierte mit einem 35:23 (18:11)-Erfolg über TV Groß-Umstadt den sechsten Sieg in Serie, doch so richtig glücklich fühlte sich Trainer Adalsteinn Eyjolfsson nicht. «Es spricht für unsere Qualität, 70 bis 80 Prozent unseres Leistungsvermögens reichten zu einem 12-Tore-Sieg. Doch mir fehlten die uns zuletzt auszeichnende Leidenschaft und Emotionen», resümierte der Isländer. Seine Gemütslage wurde sicherlich auch durch das erneute Punkten der unmittelbaren Konkurrenten um die Qualifikationsplätze für die neue eingleisige 2. Handballbundesliga getrübt.
Der HC Erlangen riss in einem famosen Schlussspurt noch das Ruder gegen den TV Neuhausen herum, siegte nach einem 18:20-Rückstand (52.) noch mit 22:21. Ein vom Ex-Eisenacher Danijel Grgic in allerletzter Sekunde verwandelter Siebenmeter bescherte der HG Saarlouis beim 27:27 gegen die HSG Düsseldorf noch einen Zähler. Spannungsgeladene Spieltage stehen bevor, trennen den Tabellen-Sechsten, den TV Korschenbroich (35:21 Punkte), und den Tabellen-Elften, die HG Saarlouis, (31:27) ganze vier Zähler.
Der ThSV Eisenach untermauerte mit dem klaren Sieg seinen Anwartschaft auf die Tickets für die neue zweithöchste Spielklasse, rangiert mit 33:23-Punkten auf Platz 9 und hat im Torverhältnis (plus 97 Tore) quasi einen Zusatzpunkt. Ein Schlüsselspiel dürfte das ewig junge Traditionsderby zwischen dem ThSV Eisenach und dem EHV Aue am Samstag, 30.04.2011 in der Werner-Aßmann-Halle werden. Der ThSV Eisenach empfiehlt seinen Anhängern, auch aufgrund der großen Nachfrage aus dem Erzgebirge, sich im Vorverkauf die Tickets zu sichern. Der Vorverkauf rollt bereits in den bekannten Vorverkaufsstellen! Doch zunächst steht am Ostermontag (25.04.11) die schwere Auswärtsaufgabe bei der SG Bietigheim an.

Selbst mit angezogener Handbremse zu schnell für die Gäste
Trotz «angezogener Handbremse» hielt der ThSV Eisenach manch «Bonbon» für die stimmungsvolle Kulisse der über 1500 Zuschauer bereit. Die an diesem Wochenende zu einer Sichtung beim ThSV Eisenach weilenden dreißig Handballtalente aus ganz Deutschland tauchten mit ihren Familien am Samstagabend als Besucher des Zweitbundesligaspieles genussvoll in das Fluidum Werner-Aßmann-Halle ein. ThSV-Kapitän Benjamin Trautvetter traf per spektakulären Rückhandtreffer auf Zuspiel von Eryk Kaluzinski zum 6:3 (10.). Die Defensivabteilung des Tabellen-Vorletzten, eigentlich ihr Paradestück, war völlig überfordert. «Besonders zu Beginn agierten wir fast ohne Gegenwehr», merkte Ralf Ludwig, der Coach des TV Groß-Umstadt, an. Leichtfüßig entwischte immer wieder Linkshänder Girts Lilienfelds, der zum 16:8 (26.). vollendete. Kurz zuvor sorgte ThSV-Keeper Stanislaw Gorobtschuk an seinem 23. Geburtstag für Beifallsstürme, als er einen Strafwurf von Florian See parierte. Die Gäste waren dem Kombinationswirbel der Eisenacher in keinster Weise gewachsen, vermochten diesen oftmals nur regelwidrig zu unterbinden. Alexander Koke verwandelte alle acht seinen Farben zugesprochenen Siebenmeter, ließ beiden sich im Strafwurfduell probierenden Schlussleuten Jens Elsner und Julian Sahm nicht die Spur einer Chance.
Alexander Koke löste dann auch vom Punkt mit seinem Treffer zum 23:13 (40.) die erste Laola-Welle auf den Rängen aus. «Dass unsere Möglichkeiten nicht ausreichen, um in Eisenach zu gewinnen, war mir schon klar, doch wir ließen es auch an Willen und Kampfgeist vermissen», zeigte sich Gästetrainer Ralf Ludwig verärgert, der zudem vielfach mit den Unparteiischen Markus Kropp/Sebastian Siebert haderte. Daniel Luther, in der Abwehr (wieder mit Eryk Kaluzinski im Innenblock) und im Angriff überzeugend, wuchtete zum 27:15 (45.) ein. Die Gäste vom Fuße des Odenwaldes waren tempomäßig völlig überfordert.
Tomas Sklenak und Alexander Koke kurbelten ohne große Anstrengung das Angriffsspiel der Eisenacher an. «Angesichts fehlender personeller Alternativen schwinden bei uns die Kräfte. Das ist nicht neu», argumentierte Ralf Ludwig, der Coach des Aufsteigers vom Sommer, der auf einen Lizenzantrag auch angesichts der sportlichen Ergebnisse für die nächste Saison verzichtete. ThSV-Coach Adalsteinn Eyolfsson schickte auch seine «zweite Reihe» auf das Parkett. Gabor Langhans und der von Linksaußen zur Kreismitte eingelaufene Alexander Schiffner fanden sich beim Treffer zum 32:20 (53.) zum Duett. Alexander Koke legte für den wenige Tage zuvor sein 21. Lebensjahr vollendenden Gabor Langhans auf, der zum 33:20 einnetzte (54.).

Torgefahr von allen Positionen
ThSV-Coach Adalsteinn Eyjolffson wartete mit einer Neuerung gegenüber den letzten erfolgreich bestrittenen Begegnungen auf; Daniel Luther begann im linken Rückraum. Eryk Kaluzinski kam zunächst nur für Abwehraufgaben, löste da Girts Lilienfelds ab. Girts Lilienfelds traf zum 3:2 (6.) und die Hausherren gaben fortan die Führung nicht mehr ab. Der TV Groß-Umstadt versuchte mit leicht durchschaubaren Angriffszügen seine Rückraumspieler Florian See und Nico Büdel (Rang 7 in der Torjägerliste der Liga) in Wurfposition zu bringen. Das Strickmuster war schnell erkannt. Ganz anders der ThSV Eisenach, wo alle Spieler in den Kombinationsfluss einbezogen waren, die Außen zum Kreis einliefen, geschickt Überzahlsituationen geschaffen wurden. Girts Lilienfels bediente den an der Kreismitte auftauchenden Tomas Sklenak, der zum 10:6 vollendete (17.). Daniel Luther bewies Auge, legte das Leder zu Kapitän Benjamin Trautvetter, der seine Klasse am Kreis einmal mehr unterstrich, zum 15:7 einlochte (24.). Nach Regelwidrigkeit am nachsetzenden Nick Heinemann zeichnete sich Alexander Koke per Strafwurf für das 17:9 (28.) verantwortlich.
Mit Radek Musil im Tor und Erik Kaluzinski im linken Rückraum im Vorwärtsgang ging es in die zweiten 30 Minuten. Routinier Radek Musil meldete sich gleich zu Wort, als er einen Siebenmeter von Torjäger Nico Büdel abwehrte (35.). Sekunden später zappelte auf Vorlage von Adrian Wöhler ein Trautvetter-Ball zum 20:12 im Gästekasten. Während auf dem Parkett zwischen den Spielern beider Teams ein entspanntes Klima herrschte, rieb sich Gästetrainer Ralf Ludwig mit den Spielleitern und war nach einem Rededuell mit den Unparteiischen während einer Auszeit mit einer gelben Karte noch gut bedient. Seine Schützlinge vermochten auch nach der Auszeit den Elan der Eisenacher nicht zu bremsen. Nach Regelwidrigkeiten an Nick Heinemann und Daniel Luther verwandelte Alexander Koke die fälligen Siebenmeter zum 24:13 (41.). Manch gelungene Kombination, wie jene zwischen Alexander Koke und Benjamin Trautvetter zum 29:16 (48.) honorierten die Zuschauer mit viel Beifall. Die letzte nennenswerte Aktion der Partie: ThSV-Torhüter Radek Musil parierte in der Schlussminute einen weiteren Siebenmeter. Da begleiteten die Zuschauer bereits stehend das Geschehen auf dem Parkett. «Eigentlich können wir besser Handball spielen», versuchte Gästetrainer Ralf Ludwig zu erklären. Im Hinspiel hatte der ThSV Eisenach mit 19:20 den Kürzeren gezogen und zwei wichtige Zähler liegen gelassen,,,,

Statistik

ThSV Eisenach: Gorobtschuk, Musil (ab 31.); Trautvetter (4), Sklenak (3), Wöhler (4), Koke (8/8), Luther (4), Bitterlich, Kaluzinski (2), Adams, Schiffner (1). Langhans (1), Heinemann (2), Lilienfelds (6)

TV Groß-Umstadt: Elsner, Sahm; Grunwaldt, Mauch, See (3/1), Werner (2), Buschsieper, Panagiotis (3), Geißler (2), Acic (2), Schmidt, Büdel (6/2), Kramer (5), Schulz

Siebenmeter: Eisenach 8/8; Groß-Umstadt 6/3

Zeitstrafen: Eisenach 4 x 2 Min.; Groß-Umstadt 1 x 2 Min.

Rainer Beichler | | Quelle:

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