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 | Bildquelle: Levknecht

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Bildquelle: Levknecht

ThSV Eisenach stoppt die Mannschaft der Stunde

Wer hätte das gedacht? Der ThSV Eisenach stoppte die Mannschaft der Stunde in deren Heimstätte! Die Wartburgstädter, ohne drei Stammkräfte, siegten beim TV Korschenbroich, der sich mit 13:1-Punkten bis auf den dritten Tabellenplatz katapultiert hatte, mit 31:29 (19:12). Nahezu völlig losgelöst tanzten die Eisenacher nach schweiß- und nervenaufreibenden Schlussminuten auf dem Parkett der mit 740 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Waldsporthalle. «Eine überragende Mannschaftsleistung, die verdientermaßen mit zwei Zählern belohnt wurde», attestierte Kalid Khan, der Coach des TV Korschenbroich, den Gästen aus Thüringen. Diese boten in der ersten Halbzeit glanzvollen Handball in Abwehr und Angriff. «Gerade zu sensationell», war ThSV-Coach Maik Handschke voll des Lobes. «Wir haben unser taktisches Konzept bestens umgesetzt, im Angriff geduldig gespielt, in der Abwehr mit hervorragender Beinarbeit die so brandgefährliche Offensivabteilung der Hausherren ausgebremst», betonte Maik Handschke.
Seine Schützlinge zelebrierten bis Mitte der zweiten Halbzeit Angriffshandball zum Zungeschnalzen! Geradezu lehrbuchreife Ballstafetten über mehrere Stationen zum stets anspielbereiten Benjamin Trautvetter an der Kreismitte, ein aus der Bewegung scharf und präzise abziehender Daniel Luther, der sich von schmerzhafter Attacken nicht einschüchtern ließ, führten vom 4:4 (8.) zum 4:8 (13.) und 12:19-Halbzeitstand. Der zuletzt so erfolgsverwöhnte Aufsteiger zeigte sichtlich Nerven, die Eisenacher indes trumpften auf.

In der Schlussphase musste gezittert werden
Treffer in Sekundenabständen auf beiden Seiten prägten den Auftakt der zweiten Halbzeit. Eine geradezu traumhafte Angriffsaktion schloss Benjamin Trautvetter auf Zuspiel von Pavel Prokopec zum 19:26 (40.) ab. Nervenflattern beim Toptorjäger der Liga, bei David Breuer, der im Siebenmeterduell mit Eisenachs jungem Schlussmann Stanislaw Gorobtschuk das Leder am Kasten vorbei jagte (41.). Alexander Koke, unauffällig, mannschaftsdienlich, mit viel Übersicht, legte zu Benjamin Trautvetter ab, der zum 19:27 einlochte (42.). Der TV Korschenbroich stellte auf eine ausgesprochen offensive Abwehrvariante um, entfachte damit die Leidenschaft in den eigenen Reihen und auf den Zuschauerplätzen. Balleroberung hieß das Ziel der Hausherren. Nach dem 23:29 (Luther, 47.) wurde es hochgradig spannend, weil den Eisenachern in den folgenden 13 Minuten nur noch ein Treffer, allerdings der letztlich entscheidende, gelang. «Gegen diese offensive Abwehrvariante kamen wir ohne Linkshänder nicht mehr zu gebundenem Spiel, strahlten einfach zu wenig Torgefahr aus», bilanzierte Maik Handschke. Einige zumindest fragwürdige Entscheidungen der Spielleiter Kern/Kuschel kamen den zum Schlussspurt ansetzenden Gastgebern sehr gelegen. Überzahlsituationen nutzte der TV Korschenbroich, um wie entfesselt das Eisenacher Gehäuse anzusteuern und fünf Treffer in Folge zu markieren. Radek Musil parierte zwei Mal spektakulär, doch gegen den dritten Versuch von Marcel Görden zum 28:29 (54.) war auch er machtlos. In Unterzahl (Zeitstrafe gegen Sklenak) wuchtete Daniel Luther zum 28:30 (55.) ein. Nur kurzes Durchatmen im Eisenacher Lager. Eine Abwehraktion von Till Bitterlich wollen die Unparteiischen im Kreis gesehen haben. David Breuer verwandelt den Strafwurf zum 29:30 (56.). Alles ist wieder offen! Nichts für schwache Nerven. Zuspielfehler ThSV Eisenach, Stürmerfoul TV Korschenbroich. Daniel Luther wird rüde in die Beine gefahren und muss von Physiotherapeutin Petra Wallstein behandelt werden. Einen Ball von Eisenachs Kapitän Pavel Prokopec meistert Thomas Bauer, der österreichische Nationaltorwart im Kasten des TV Korschenbroich (59.). Der TV Korschenbroich auf dem Weg zum Ausgleichstreffer? Die Eisenacher behalten in aufgeheizter Atmosphäre kühlen Kopf. Daniel Luther angelt sich das Leder aus den Reihen der Gastgeber. Der ThSV Eisenach startet zum Tempogegenstoß. Eine Fackel von Daniel Luther, seinem 10. Treffer, schlägt zum 29:31 ein. Da sind noch exakt 29 Sekunden zu absolvieren. Die Gastgeber versuchen alles, bekommen bereits vier Sekunden später einen Strafwurf zugesprochen. Doch David Breuer donnert das Leder ans Gebälk. Wenig später tanzt ein Eisenacher Freudenknäuel auf dem Parkett, feiern die mitgereisten Anhänger ausgelassen den zweiten Auswärtssieg der Saison.
Jede Serie geht einmal zu Ende. An diesem Tag endete die Erfolgsserie des TV Korschenbroich. Der ThSV Eisenach hätte nichts dagegen, nach dem zweiten Sieg in Folge nun eine eigene Erfolgsserie zu starten. Am kommenden Samstag, 06.12.09 erwartet die Handschke-Crew um 19.30 Uhr in der heimischen Werner-Aßmann-Halle Concordia Delitzsch.

Statistik

TV Korschenbroich: Leclaire, Bauer; Deppisch (3), Gelbke, Kasal, D. Breuer (9), S. Breuer (5), Görden (4), M. Breuer (2), Piske (2), Marquardt, Ilper (1), Rommelfanger (3)

ThSV Eisenach: Musil, Gorobtschuk (37.-50.); Hoffmann (3), Trautvetter (7), Sklenak (4), A. Wöhler, Luther (10), Bitterlich, Schiffner (2), Lindner, Heinemann, Koke (1), Prokopec (4)

Siebenmeter: Korschenbroich 6/4; Eisenach 0

Zeitstrafen: Korschenbroich 1 x 2 Min.; Eisenach 5 x 2 Min.

Foto: ©Levknecht

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Rainer Beichler | | Quelle:

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