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 | Bildquelle: © Fotostudio Gräbedünkel / ThSV Eisenach

Beschreibung:
Bildquelle: © Fotostudio Gräbedünkel / ThSV Eisenach

ThSV Eisenach trotz Formanstieg mit Niederlage im Klassiker

SC Magdeburg nach 18:18 eingangs der Schluss-Viertelstunde cleverer • Wartburgstädter unterliegen noch klar mit 23:29 (11:13)

Das Endresultat täuscht, auch wenn die 76. Auflage des Handball-Klassikers zwischen dem ThSV Eisenach und dem SC Magdeburg mit einer 23:29 (11:13)-Niederlage der Wartburgstädter endete.

Ab der 40. Minute waren wir das bessere Team,

stellten Steffen Stiebler und Bennet Wiegert fest, bis vor noch nicht allzu langer Zeit selbst am Ball, und nun als Sportlicher Leiter und Trainer Verantwortungsträger des Traditionsclubs von der Elbe. Diese Aussage bedeutet aber auch, bis zur 40. Minute war der ThSV Eisenach nicht nur gleichwertig, wohl sogar einen Tick besser. Gestützt auf einen 17 Bälle abwehrenden Svetislav Verkic im Tor und einem starken, seine Fähigkeiten voll ausschöpfenden Rückraumspieler Marcel Schliedermann, vermochten die  abstiegsbedrohten Wartburgstädter mehrfache 2-Tore-Führungen (u.a. 16:14, 36.) nicht zu behaupten. Zu viele Höhen und Tiefen prägten ihr Spiel. Nach dem 18:18 (45. Min.) patzten die Eisenacher, selbst in Überzahl, dominierten die Elbestädter um Regisseur Michael Haaß mit cleverer Spielweise und einem aus dem Rückraum explodierenden Michael Daamgard, versenkten zum 20:27 (55.).

In Stresssituationen trafen wir leider nicht die richtigen Entscheidungen. Das war ausschlaggebend,

konstatierte Eisenachs Trainer Gennadij Chalepo.

Ausgelassene Siebenmeter zählten zu Schlüsselszenen
Hinzu kamen zwei im Schlussgang ausgelassene Siebenmeter. Nach Regelwidrigkeit an Branimir Koloper entschieden die Unparteiischen Fabian Baumgart und Sascha Wild beim Stand von 18:21 auf Siebenmeter für den ThSV Eisenach (47.). Nachdem Tomas Urban das Leder von der ominösen Linie per Aufsetzer über den SCM-Kasten gesetzt hatte (27.),  schnappte sich Nick Heinemann, viele Jahre die Nummer 1 des ThSV Eisenach für die Strafwürfe, das Leder. Magdeburgs Keeper Dario Quenstedt, bis in die Schlussphase im Duell mit seinem Eisenacher Kollegen Svetislav Verkic nur zweiter Sieger, meisterte den Wurf. Nick Heinemann angelte sich den Abpraller – und brachte auch diesen nicht am 25-jährigen Schlussmann vorbei. Riesenjubel beim Magdeburger Team und dem hinter dem Querstedt-Kasten postierten SCM-Anhang. Ein psychologischer Knacks für das Spiel des ThSV Eisenach. Wenig später (53.)  scheiterte der Verantwortung übernehmende Adrian Wöhler  (Wo waren da die Arrivierten im Kader?)  per Siebenmeter auch an Mario Quenstedt, der im Schlussgang zu einem Faktor seines Teams wurde. Sekunden später versenkte Ex-Nationalspieler Michael Haaß, in der nächsten Saison für Aufsteiger in spe, dem HC Erlangen, die Fäden knüpfend, zum 19:25 (54.). Die Partie war entschieden. „Wir blieben stetes in der Spur“, freute sich der einstige Abwehr-Recke Steffen Stiebler. In Europameister Fynn Lemke hat der SC Magdeburg inzwischen vorzüglichen „Ersatz“ für Abwehraufgaben. Die SCM-Verantwortlichen hatten im Vorfeld befürchtet, ihr Team könnte sich angesichts bevorstehender wichtiger Aufgaben im DHB-Pokal-Halbfinale und EHF-Viertelfinale nicht focusieren. Lediglich Top-Torjäger Robert Weber schien gedanklich woanders. Trotz einer deutlichen Formverbesserung reichte es für den ThSV Eisenach nicht zu Zählbarem. „Wir hoffen, im nächsten Jahr gibt es erneut diese stets stimmungsvollen Derbys“, waren sich Steffen Stiebler und Bennet Wiegert einig. Mit einem Sieg im Rücken gingen ihnen diese Worte leicht über die Lippen, die Eisenacher hätten dies  Punktedringender  gebraucht. Nach einer ziemlich verkorksten Punktspielsaison mit einem Trainerwechsel Mitte Dezember rangiert der  im Sommer des Vorjahres  hochdotierte SC Magdeburg in der Tabelle jenseits von Gut und Böse, nur„im grauen Mittelmaß“, aktuell auf Platz 10. „Der SC Magdeburg ist eine Spitzen-Mannschaft“, unterstrich Gennadij Chalepo mit Blick auf den ausgesprochen namhaften Kader der Elbestädter. Er und wohl alle 2.800 Zuschauer in der Werner-Aßmann-Halle hatten einen Formanstieg mit einer spürbaren positiven Einstellung des gesamten Teams des ThSV Eisenach vermerkt.

Das gibt uns Hoffnung,

betonte Gennadij Chalepo.

Rückstand zum ersten Nichtabstiegsplatz beträgt weiterhin nur einen Zähler
Das rettende Ufer, der erste Nichtabstiegsplatz ist nur einen Zähler entfernt. Am Mittwoch, 20.04.2016 gastiert der ThSV Eisenach beim TSV Hannover-Burgdorf. Danach steht das Abstiegsderby bei HBW Balingen-Weilstetten auf dem Spielplan (Freitag, 29.04.2016).

Nach einer 8:6-Führung die Linie verloren
Beide Teams setzten von Beginn auf einen Angriffs- und Abwehrwechsel. Europameister Fynn Lemke (SCM) und Dusko Celica (ThSV) kamen für Abwehraufgaben. Beide Team bevorzugten zunächst den ruhigen Spielaufbau, um dem Gegner keine Kontermöglichkeiten zu eröffnen. Der ThSV Eisenach, mit Adrian Wöhler auf Links- und Nickheinemann auf Rechtsaußen, Borut Mackovsek, Olafur Bjarki Ragnarsson und Bogdan Criciotoiu im Rückraum, Nicolai Hansen am Kreis und Svetislav Verkic im Tor beginnend, startete mit den überraschenden Spielzügen. Adrian Wöhler setzte zum 3:1 nach (10.). Eine Crciotuoi- Fackel zappelte zum 5:3 im SCM-Gehäuse. ThSV-Schlussmann Svetislav Verkic kaufte SCM-Außen Yves Grafenhorst das Leder ab. Das Feuer loderte unter den ThSV-Anhängern. In Überzahl kassierten die Hausherren den 6:6-Ausgleichstreffer durch den zum Auftakt starken Nemanja Zelenovic (18.). Die Elbestädter liefen sich in der Eisenacher Abwehr fest. Borut Mackovsek und der verletzt in die Partie gegangene Bogdan Criciotoiu brachten die Thüringer mit 8:6 in Vorhand (20.). Bennet Wiegert schickte Ex-Auswahlspieler Michal Haaß als Regisseur. Der wohl entscheidende Schachzug des SCM-Trainers! Die Eisenacher wackelten urplötzlich: Ballverluste, Fehlwürfe. Binnen drei Minuten wurde aus dem 8:6 (20.) ein 8:10 (23.). Marcel Schliedermann rückte bei den Einheimischen auf die Schaltzentrale. Mit seiner arteigenen Spielweise übernahm er das Zepter. Doch während die Eisenacher sich ihre Torchancen kraftaufwendig erarbeiten mussten, vielfach über Nicolai Hansen am Kreis, kamen die Elbestädter zu einfachen Treffern aus dem Rückraum. Da wirkte die Eisenacher Abwehr zu passiv. Beim Stand von 11:13 wurden die Seiten gewechselt.

„In Stress-Situationen die falschen Entscheidungen getroffen.“
Mit viel Schwung, Kreativität und Entschlossenheit startete der ThSV Eisenach in den zweiten Abschnitt. Auf Vorlage von Adrian Wöhler versenkte Nicolai Hansen. Die Hausherren waren am Drücker. Marcvel Schliedermann bediente Nicolai Hansen, ging beherzt in die Zweikämpfe und vollendete im Doppelpack zum 16:14 (36.). ThSV-Keeper Svestislav Verkic kaufte Robert Weber den zweiten Siebenmeter ab, parierte auch kurz den Wurf das Top-Torjägers von Außen. Bei dem Lattenknaller von Borut Mackovsek fehlten wohl nur Millimeter am 17:14 (36.). Der SC Magdeburg wackelte, schickte mit Erfolg Michael Damgaard ins Rennen. Er traf auch in Magdeburger Unterzahl zum 16:16 (40.). Um die Spielfähigkeit zu erhöhen, beorderte ThSV-Coach Gennadij Chalepo seinen Isländer Olafur Bjarki Rahnarsson in den linken Rückraum. Missverständnisse, Zuspielfehler und misslungene Torwürfe häuften sich. Das 17:18 (43.). egalisierte Nick Heinemann auf Vorlage von Olafür Bjarki Ragnarsson zum 18:18 (44.). „In Tress-Situationen trafen wir die falschen Entscheidungen“ ließ Gennadij Chalepo hernach verlauten. Mario Quenstedt im SCM-Kasten entschärfte nun zahlreiche Würfe, wie einen Heinemann-Siebenmeter (47.). einschließlich Nachwurf.  Michael Damgaard markierte das 18:21 (48.).  Das Eisenacher Spiel hatte einen erheblichen Knacks. Daran konnte auch eine Auszeit nichts ändern. Michael Haaß kontrollierte mit seinem SC Magdeburg Spiel und Gegner, netzte im Doppelpack zum 19:24 ein (54.). Robert Weber traf 20:27 (55.). Die Entscheidung über die Punktevergabe war gefallen.

Statistik
ThSV Eisenach: Verkic (17 Paraden – 26 Gegentore), Redwitz (50.-54./ 0 Paraden – 3 Gegentore); Wöhler (2), Luther, Celica, Ragnarsson (2), Hruscak (1), Schliedermann (4), Hansen (4), Urban (1), Heinemann (1), Koloper, Mackovsek (4), Criciotoiu (4)
SC Magdeburg: Quenstedt: (14 Paraden – 23 Gegentore), Green (n.e.); Musa, Musche (2), van Olphen, Bagerstedt (2), Grafenhorst (3), Haaß (5), Bezjak, Weber (4), Schöngarth (2), Damgaard (6), Zelenovic (5), Lemke
Siebenmeter: ThSV Eisenach 4/1 (Urban verwandelt 1 x gegen Quenstedt, Urban wirft 1 x gegen Quenstedt über das Tor, Heinemann und Wöhler scheitern je 1 x an Quenstedt)
SC Magdeburg: Weber scheitert 2 x an Verkic, Musche verwandelt 1 x gegen Verkic)
Zeitstrafen: ThSV Eisenach 3 x 2 Min. (Celica, Hansen, Heinemann je 2 Min.) / SC Magdeburg 5 x 2 Min. (Musa, Haaß, Bezjak, Schöngarth, Lemke je 2 Min.)
Schiedsrichter: Baumgart/Wild
Zuschauer: 2.802
Spielfilm: 4:2 (11.), 8:6 (20.), 8:10 (23.), 11:13 (29.), 16:14 (36.), 16:16 (40.), 18:18 (44.), 18:21 (48.), 20:27 (55.), 23:29 (60.)
Beste Spieler: ThSV Eisenach: Schliedermann, Verkic / SC Magdeburg: Haaß, Damgaard

Foto: Borut Mackovscekj konnte nur selten so powern

Andrea T. | | Quelle:

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  • Beobachter

    Nun braucht Eisenach wohl doch keine 1.-Liga-taugliche Sporthalle mehr!

    • vigilando ascendimus

      Klare Ansage von Rot-Rot-Grün: Wie in der DDR: Keine Abstriche bei unseren „Diplomaten im Traningsanzug“ – koste es in Eisenach, Erfurt, Jena und Oberhof, was es wolle. ;-)

      Wir haben es doch!

  • vigilando ascendimus

    p. s.: Eisenach muss aufpassen, dass es von der Landesregierung nicht vergiftete Geschenke bekommt. Nach dem Bau einer neuen Halle muss die Stadt schließlich die neue Halle u n d die Werner-Aßmann-Halle unterhalten.

    Wie ist es eigentlich mit der Zuwegung und Parkplätzen bei einer neuen Halle am Petersberg bestellt?

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