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 | Bildquelle: © Fotostudio Gräbedünkel / ThSV Eisenach

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Bildquelle: © Fotostudio Gräbedünkel / ThSV Eisenach

ThSV Eisenach will trotz personeller Probleme „besseren Lauf beweisen“

Wartburgstädter empfangen den Wilhelmshavener HV / Erneut Fragezeichen um den Einsatz von Kreisspieler Marcel Niemeyer / Dirk Holzner, Willy Weyhrauch, Olafur Bjarki Ragnarsson nicht dabei

Den dritten Heimsieg im dritten Heimspiel hat der ThSV Eisenach im Visier. Durch den 34:28-Auswärtssieg bei der HG Saarlouis gehen sie gestärkt in die Partie gegen ein Team aus Nordniedersachsen. Die Wartburgstädter erwarten am Samstag, 01.10.2016 um 19.30 Uhr in der heimischen Werner-Aßmann-Halle den derzeit 20. der Tabelle, den bisher punktlosen Wilhelmshavener HV.

Vor der Partie gegen die Norddeutschen sprachen wir mit Christoph Jauernik, dem Coach des ThSV Eisenach:
Wann reifte bei Ihnen der Entschluss, in Saarlouis auf den siebenten Feldspieler zu setzen?
Wir haben die durch Neuerungen im Regelwerk sich ergebende Möglichkeit des 7 gegen 6 bereits während der Saisonvorbereitung im Training bearbeitet, es ja auch in einem Vorbereitungsturnier praktiziert. In der Videoanalyse vor unserem Trip ins Saarland haben wir die unterschiedlichen offensiven Abwehrvarianten der HG Saarlouis gesehen. Wie gesehen, hatten wir bis zum vergangenen Spieltag vornehmlich auf das 6 gegen 6 gesetzt. Wir haben das 7 gegen 6 als probates Mittel konsequent vorbereitet, haben in Saarlouis jedoch im 6 gegen 6 begonnen. In den ersten Minuten unterliefen uns im Angriff technische Fehler. Auch als Hilfe für die Mannschaft, diese zu stärken, haben wir auf 7 gegen 6 umgestellt. Das ist in der ersten Halbzeit sehr gut aufgegangen. Uns unterlief kein technischer Fehler mehr, wir mussten nur einen Gegentreffer ins leere Tor hinnehmen.

Das Risiko, dieses taktische Mittel einzusetzen ist hoch. Ihre Mannschaft musste in Saarlouis im zweiten Abschnitt mehrere Treffer in das leere Tor hinnehmen…?
Das Risiko mit dem leeren Tor ist existent. Mit einem Feldspieler mehr wird der Druck auf die gegnerische Abwehr nicht unerheblich erhöht. Schauen wir auf die Statistik die Partie in Saarlouis: Wir mussten 7 Treffer ins leere Tor hinnehmen, 2 Bälle landeten über unserem Kasten, 3 Ballgewinne durch uns und eine gelungene Parade unseres sprintenden Torhüters. Wir spielen in der 2. Handballbundesliga; elementare technische Fehler werden im direkten Gegenstoß mit einer Trefferquote von 80 bis 90 % bestraft, obwohl ein Torhüter im Kasten steht. Das ist alles zu relativieren. Ein Fazit über diese Regeländerung zu ziehen, dafür ist die Zeit noch viel zu kurz. Das Risiko ist vertretbar, wenn der Angriff gegen eine starke Abwehr Probleme hat. Bei einer Steigerung der Effizienz, um zum Erfolg zu kommen, ist dieses Risiko aus meiner Sicht vertretbar.

Sehen Sie die Strategie vom Auswärtsspiel im Saarland auch als Signal an die Konkurrenz, „ihr braucht nicht auf eine offensive Abwehr gegen uns zu setzen, wir haben die richtige Antwort parat“?
Na klar, das war auch ein Signal an Teams, die darauf gehofft hatten, uns mit offensiven Abwehrvarianten in die Bredouille bringen zu können. Aber auch durchaus denkbar, dass wir gegen 6:0-Abwehrformationen dieses taktische Mittel einsetzen.

Die Liga hat vier Spieltage absolviert, erlaubt ein Blick auf die Tabelle schon eine erste Wertung?
Viele enge Spielausgänge waren bisher zu verzeichnen. Wer dieses Wochenende souverän aufspielte, verlor eine Woche später unerwartet. Es ist vorab kaum ein Favorit auszuweisen. Teams, die auf eine gewisse Eingespieltheit durch gegenüber der Vorsaison kaum veränderte personelle Zusammensetzungen bauen können, sind  im Vorteil. Die SG Bietigheim beweist das, aber auch der VfL Bad Schwartau und die HG Saarlouis. Für uns stehen 6:4 Punkte zu Buche. Wir haben beide Heimspiele siegreich beendet, aber auch gezeigt, dass wir auswärts gewinnen können. Die Niederlagen haben wir analysiert, entsprechende Schlüsse gezogen, arbeiten intensiv weiter. Statt auf die Tabelle blicken wir vorrangig auf unsere eigene Weiterentwicklung.

Nun kommt mit dem Wilhelmshavener HV der 20. der Tabelle, noch ohne Pluszähler. Wie wollen Sie die Partie angehen?
Die Norddeutschen sind unglücklich gestartet, waren in Leutershausen ganz nah am Sieg, gestalteten in der Vorwoche die Partie gegen Tabellenführer Bietigheim bis in die Schlussminuten ausgeglichen. Trügerisch, das Team mit einem Blick auf die Tabelle zu bewerten. Eine Mannschaft, mit guten Einzelspielern. Sie verfügen beispielsweise über zwei ganz starke Rückraumspieler. Ich erwarte eine Wilhelmshavener Mannschaft, die alles versuchen wird, uns das Leben so schwer wie möglich zu machen. Wir wollen zeigen, dass wir den besseren Lauf haben.

Mit welchem Aufgebot können die Fans rechnen? Wie steht es am die länger Verletzten?
Dirk Holzner fehlt weiterhin. Willy Weyhrauch wurde beim im Training lädierten rechten Arm vom  Spezialisten operiert. Wir müssen bei ihm mit einer längeren Ausfallzeit rechnen. Auch der an Bandscheibenproblemen laborierende Olafur Bjarki Ragnarsson wurde während der Woche beim Spezialisten behandelt, erhielt eine Injektion in den Rücken. Sein Einsatz ist eher unwahrscheinlich. Wadenprobleme machen Marcel Niemeyer arg zu schaffen. Er absolvierte Extra-Training beim Physiotherapeuten. Über seinen Einsatz werden wir wohl erst am Spieltag entscheiden. Der Vaterfreuden entgegensehende Daniel Luther wird wahrscheinlich wieder dabei sein. Auch Rechtsaußen Tom Seifert steht wieder im Aufgebot.

Foto: Der ThSV Eisenach bangt erneut um den Einsatz seines Kreisläufers Marcel Niemeyer.

Andrea T. | | Quelle:

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