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ThSV feiert 33:29 (16:13)-Sieg über den EHV Aue

Bei der Neuauflage des ewig jungen Traditionsderbys zwischen dem ThSV Eisenach und dem EHV Aue loderte wieder das Feuer bis unter das Hallendach. Rasse und Klasse, Emotionen pur – die Saison-Rekordkulisse von 1630 Zuschauern wurde ständig in Atem gehalten.
Zusätzliches Öl ins Feuer gossen die jungen Unparteiischen Immel/Klein (Tönisvorst/Ratingen), die 30 Strafminuten (20 für Eisenach) und 16 Strafwürfe verhängten, mit ihren Entscheidungen in beiden Lagern für heftigen Unmut sorgten.
Wie so oft in den Jahrzehnten zuvor, der Heimvorteil gab wohl letztendlich den Ausschlag zum 33:29 (16:13)-Erfolg des ThSV Eisenach. «Wir haben kämpferisch alles gegeben, überwiegend mit dem Stammaufgebot die Partie bestritten», resümierte Eisenachs Trainer Hans-Joachim Ursinus. Er betraute dieses Mal Christoph Jauernik mit der Rolle des Regisseurs. Der 23-Jährige forcierte ständig das Tempo, setzte aber auch selbst zum Torwurf an. Kilian Kraft zerrte aus dem rechten Rückraum ständig an den Ketten. Martin Hoffmann unterstrich auf Rechtsaußen und bei Tempogegenstößen sein Leistungshoch. Der «Mann von der Waterkant» variiert jetzt seine Würfe und hat Erfolg. Die im Rückraum personell gebeutelten Gäste aus dem Erzgebirge fighteten vorbildlich. «Wir haben den Ausgang der Partie lange offen gehalten. In der Schlussphase mussten wir dem Kräfteverschleiß Tribut zollen. In den entscheidenden Phasen versäumten wir es, die Bigpoints zu machen», bilanzierte Maik Nowak. Der Coach des EHV Aue meinte da speziell die Phase um die 40. Spielminute. Eisenachs Karsten Wöhler sah nach der dritten Zeitstrafe die rote Karte. Kilian Kraft musste für zwei Minuten auf die Bank. Die Werner-Aßmann-Halle kochte, drohte überzuschäumen. Aues Eric Meinhardt, mit stoischer Ruhe 10 (!!) Strafwürfe versenkend, traf vom Punkt zum 21:21-Ausgleich. Der ThSV Eisenach überstand die 4:6 Unterzahl schadlos. Zu ungestüm marschierten die Gäste in Richtung Eisenacher Gehäuse. Wieder komplett versenkten Benjamin Trautvetter und Martin Hoffmann zum 23:21 (42.). Eine Vorentscheidung fiel erst später. Maik Nowak, der Coach des EHV Aue, hatte zu heftig reklamiert, kassierte eine Zeitstrafe (46.), die Alexander Matschos für seinen Trainer «abbrummte». Marcel Schäfer egalisierte dennoch die Eisenacher Führung zum 24:24-Ausgleich (47.). Eisenachs Trainer Hans-Joachim Ursinus schickte mit Till Riehn nun seinen zweiten Regisseur auf das Parkett, Christoph Jauernik kam nur noch in der Abwehr. Rückraum-Power war angesagt. Tomas Sklenak tankte sich zum 25:24 durch. Zwei Fackeln von Kilian Kraft zischten an EHV-Keeper Rostislav Badura ins Netz. Nach einer Parade von ThSV-Schlussmann Timo Meinl legten die Eisenacher blitzschnell den Hebel auf Angriff um, hob Martin Hoffmann das Leder zum 28:24 (51.) ins Netz. Timo Meinl blieb im Duell mit dem Ex-Eisenacher Alexander Urban Sieger (54.). Der nach dem vorzeitigen Aus von Karsten Wöhler die Linksaußenposition besetzende Alexander Schiffner, kurz zuvor nach am Torhüter der Gäste gescheitert, machte es im zweiten Versuch besser, traf zum 29:25 (54.) und wurde anschließend auf der Bank von Kilian Kraft vor Freude schier erdrückt. Die Gäste mobilisierten die letzten Kräfte, durften beim 29:27 (Urban, 56.) nochmals hoffen. Mit dem Rücken zum Tor stehend, drückte Eisenachs Benjamin Trautvetter geradezu artistisch vom Kreis das Leder zum 30:27 ins Netz (57.). Im Alles oder Nichts öffnete der EHV Aue die Deckung. Die eigenen Fans bereits stehend in Siegesstimmung, behielten die Eisenacher auf dem Parkett den Durchblick. Tomas Sklenak und Martin Hoffmann nutzten Tempogegenstöße zum 32:27 (59.). Die Neuauflage eines echten Traditionsderbys war entschieden!

Die Eisenacher jubelten. «Wir verlassen trotz der Niederlage erhobenen Hauptes die Halle, freuen uns schon auf das Rückspiel», ließ Maik Nowak schon mal eine Kampfansage als Abschiedsgruß zurück. Am 23. April 2008 dürfte das Feuer wieder lodern. Dann in der Erzgebirgshalle….

Statistik
ThSV Eisenach: Meinl, Nositschka (bei 5 Strafwürfen); Hoffmann (7), Trautvetter (3), Kraft (6), Sklenak (4), A. Wöhler (n.e.), Weiß, Riehn, Schiffner (1), Mellack (1), K. Wöhler (6/4), Bojinovic (n.e.), Jauernik (5/1)

EHV Aue: Skabeikis (1.-27.), Badura; Schäfer (5), Meinhardt (11/10), Kleiner, Serafimovics (1), Urban (4), Kurzweg (n.e.), Schmidt, Richter, Uematsu (3), Rothenburger (1/1). Matschos (4), Hilbig (n.e.)

Zeitstrafen: Eisenach 10 x 2 Min./ Rot gegen K. Wöhler n. 3.ZS, 39.; Aue 5 x 2 Min.
Siebenmeter: Eisenach 5/5; Aue 11/11

Rainer Beichler | | Quelle:

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