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 | Bildquelle: Paul-Philipp Braun

Beschreibung:
Bildquelle: Paul-Philipp Braun

ThSV gewinnt gegen SC Leipzig mit 27:23

Auch der Ligaprimus vermochte den ThSV Eisenach nicht zu stoppen! Die Wartburgstädter entzündeten im Spitzenspiel der 2. Handballbundesliga im zweiten Spielabschnitt ein Osterfeuer per exzellente, bezwangen vor der Saisonrekordkulisse von 3.005 Zuschauern Tabellenführer SC DHfK Leipzig mit 27:23 (12:15) und eroberten nach nun 31:3 Punkten aus den letzten 17 Partien einen Aufstiegsplatz.

„Wir haben hart gearbeitet, aber auch viel miteinander gesprochen. Die Entwicklung der Mannschaft ist unverkennbar“

strahlte Eisenachs Trainer Velimir Petkovic, der mit „Petko! Petko“ – Rufen von den Rängen gefeiert wurde. Er meinte den Zuwachs an mentaler Stärke! „Die Mannschaft glaubt an sich, auch nach Rückständen.“ In der Vorwoche drehte der ThSV Eisenach in einem packenden Finish in der Stuttgarter Porsche Arena einen 5-Tore-Rückstand gegen den TV Bittenfeld noch zum 26:25-Sieg. Am Ostersamstag verwandelte der ThSV Eisenach einen 5-Tore-Rückstand gegen den SC DHfK Leipzig mit einer famosen zweiten Halbzeit in einen 27:23-Sieg.

ThSV Eisenach mit 7:0-Tore-Lauf
„Du musst erst in der Abwehr stabil stehen, dann kannst Du auch vorne Tore werfen“, lautet eine der Erfolgsformeln von Trainer-Haudegen Velimir Petkovic. Seine Mannschaft setzte das bestens um, gestattete dem Titelträger und Aufsteiger in spe nach dem Seitenwechsel nur noch 7 Tore. Die Abwehr mit einem zur Hochform auflaufenden Keeper Rene Villadsen, einem immer wieder energisch in die Zweikämpfe gehenden und erfolgreich abschließenden Aivis Jurdzs (10 Treffer), einem sich von Fehlwürfen aus der ersten Halbzeit nicht entmutigen lassenden Dener Jaanimaa (dessen Gesamtquote freilich viel Luft nach oben ließ) sowie eine stimmgewaltige Kulisse im Rücken waren die Trümpfe der Wartburgstädter. Nach Ballgewinnen starteten die Gastgeber nun auch zu Tempogegenstößen. Bjarki Elisson versenkte zum 16:16 (37.). Kurz darauf folgten atemberaubende zehn Minuten. Der ThSV Eisenach verwandelte einen 16:17-Rückstand (38.) in eine 23:17-Führung (48.).
„Wir haben eine ganz junge Mannschaft, die sich an eine solche Atmosphäre erst gewöhnen muss, im Übereifer den Vorsprung nicht behaupten konnte“, warb DHfK-Coach Christian Prokop um Verständnis. Sein Team präsentierte sich in den ersten 30 Minuten meisterlich; auch wenn die Verantwortlichen die Eisenacher Hallenjournale mit Gratulationswünschen zum Titel und Aufstieg aus der Kabine entfernten, „damit unsere Spieler das nicht vorab lesen“, so die Begründung. „Mit der ersten Halbzeit war ich hundertprozentig zufrieden: hinten eine bärenstarke Abwehr, vorn cleveres Nutzen der Torchancen. Wir hatten Eisenach im Griff“, resümierte Christian Prokop. Im Positionsangriff vermochte der ThSV Eisenach die Sachsen nur selten auszumanövrieren. Aivis Jurdzs hielt mit seinen 6 Vorpausen- Treffern aus dem Rückraum seine Farben auf Tuchfühlung.

Junge Leipziger Mannschaft konnte Eisenacher Osterfeuer nicht löschen
„Wir mussten zu schnell den Ausgleichstreffer hinnehmen, brachten die Werner-Aßmann-Halle zum Brodeln, was wir verhindern wollten“, fügte der Coach des SC DHfK Leipzig hinzu. Ein 7:0-Tore-Lauf brachte die komplette Kehrtwendung der Partie. Leipzigs sonstige Trümpfe stachen nicht mehr. Trainer Christian Prokop versuchte mit personellen Wechseln, Maximilian Janke rückte auf die Regieposition, sowie einem Griff in die Taktikkiste, bei Ballbesitz kam für den Torhüter ein zusätzlicher Feldspieler, die drohende zweite Niederlage in Folge abzuwenden. Beim 25:22 (54.) keimte leise Hoffnung. Dann servierte Eisenachs Keeper Rene Villadsen der Rekordkulisse das Sahnehäubchen des Abends: Er zirkelte aus dem eigenen Wurfkreis das Leder in der verwaisten Leipziger Kasten zum 26:22 (57.), einen Orkan auf den Rängen auslösend. Damit waren letzte Zweifel über die Punktvergabe behoben. „Heute gönne ich mir mal ein Bierchen“, strahlte der gerade eine Diät absolvierende Schlussmann. „Um im Aufstiegskampf erfolgreich zu bestehen, brauchen wir zwei gute Torhüter“, unterstrich Velimir Petkovic. In jüngster Vergangenheit hatte Stanislaw Gorobtschuk die Nase vorn, setzte dann der eingewechselte Preben Villadsen (wie in Stuttgart) wichtige Impulse. Der ThSV Eisenach profitiert zweifellos von seinem breiten Kader, muss er doch seit Wochen auf seine verletzten Stammkräfte Hannes Jon Jonsson, Girts Lilienfelds und Benjamin Trautvetter verzichten. Nicolai Hansen und Branimir Koloper ergänzten sich gegen Leipzig prächtig an der Kreismitte und im Deckungszentrum, standen phasenweise bei Ballbesitz auch gemeinsam auf dem Parkett.

Sklenak-Verletzung trübte den Abend
Herber Wermutstropfen beim Sieger: Spielgestalter Tomas Sklenak, nach einem Kreuzbandriss im Vorjahr gerade wieder mit ansteigender Form und dem Spiel seines Teams auch gegen Leipzig wichtige Impulse verleihend, musste 100 Sekunden vor Ultimo mit einer Knieverletzung vom Parkett und ins nahe gelegene St. Georg-Klinikum.

Tabellenführer mit starker Abwehr und konsequentem Umkehrspiel
Der ThSV Eisenach startete mit der Erfolgsformation der letzten Wochen. Adrian Wöhler begann zunächst auf Rechtsaußen. Jan Forstbauer löste Dener Jaanimaa für Abwehraufgaben ab. Der Tabellenführer, mit Philipp Pöter an den Schalthebeln im Rückraum, Goalgetter Philipp Weber im linken und Max Emanuel im rechten Rückraum, den bulligen Alen Milosevic am Kreis, übernahmen nach der 2:1-Führung der Hausherren (6.) klar das Sagen. Bis auf Aivis Judzs liefen sich die Hausherren in der Defensive fest. Ballgewinne in der Abwehr gelangen nicht, der SC DHfK Leipzig schloss aus dem Positionsangriff konsequent ab. Im Gegenteil! Mit präzisem Umkehrspiel konterten die Leipziger die Eisenacher zum 3:7 (14.) aus. Eine Eisenacher Auszeit und personelle Änderungen verpufften nahezu ergebnislos. Philipp Weber, Alen Milosevic und Max Emanuel versenkten zum 8:13 (25.). Der mitgereiste Leipziger Anhang jubelte lautstark. Die Würfe von Eisenachs Linkshänder Dener Jaanimaa (6 im ersten Abschnitt) fanden allesamt nicht den Weg ins Netz; auch, weil im Leipziger Kasten Felix Storbeck glänzend hielt. „Den letzten Vorpausentreffer durften wir schon nicht kassieren“, ärgerte sich Christian Prokop. Der Mitte der ersten Halbzeit die Rechtsaußenposition übernehmende Linkshänder Nick Heinemann lochte mit der Sirene zum 12. Eisenacher Treffer ein.

Zehnminütiger Albtraum für den Tabellenführer
Mit Wiederanpfiff der die Partie sicher leitenden Referees Holger Fleisch und Jürgen Rieber entzündete der ThSV Eisenach sein Osterfeuer. In den umliegenden Orten wurde es vielfach aufgrund der Witterung abgesagt, in der Werner-Aßmann-Halle loderte es. Keeper Rene Villadsen und Rückraumspieler Dener Jaanimaa zündelten erfolgreich. Dener Jaanimaa wuchte eine Freiwurfablage zum Anschlusstreffer ein (15:16, 34.). Nun gelangen den Hausherren die im ersten Abschnitt vermissten Ballgewinne. Bjarki Elisson vollendete zum 16:16 (37.). Die Leipziger ahnten nichts Gutes. Eine Auszeit bremste die Eisenacher nicht. Wie entfesselt trumpften sie in Abwehr und Angriff auf, trafen vom 16:17 (38.) zum 23:17 (48.). Ein Albtraum für den Ligaprimus! Der Spitzenreiter biss sich an Eisenachs Abwehr und Torhüter Rene Villadsen die Zähne aus, verzweifelte regelrecht. Toma Sklenak hielt auf der Regieposition des ThSV Eisenach das Tempo hoch, brachte seine arteigenen Stärken voll ein. Branimir Koloper verwertete Zuspiele vom Kreis. Die Leipziger antworteten jedoch prompt durch den eingewechselten Maximilian Janke (23:20, 51.). Zwei „Fackeln“ von Aivis Jurdzs zappelten zum 25:20 (53.). Die Leipziger nutzen eine Überzahl, um zu verkürzen (25:22, 54.). Dann handelte sich Philipp Weber eine von lediglich drei Zeitstrafen gegen den SC DHfK Leipzig ein. Zunächst ließ Bjarki Elisson das Leder ins Toraus gleiten. Kurz darauf parierte ThSV-Keeper Rebe Villadsen und trug sich mit einem präzisen Wurf aus dem eigenen Kreis in das Spielprotokoll ein (26:22, 57.). Es folgte die tragische Unterbrechung nach der ohne gegnerische Einwirkung entstandenen Verletzung von Tomas Sklenak nach einer Offensivaktion. Die Sanitäter fuhren den Routinier vom Parkett und sogleich ins Krankenhaus. Diesen Schock hatten die Eisenacher auf Parkett und Rängen zu verdauen!

Traditionsderby im Erzgebirge
Für den THSV Eisenach geht es am Sonntag, 12.04.2015 zum Handball-Klassiker ins Erzgebirge. Der mit seiner Heimstärke wuchernde EHV Aue ist Gastgeber. Anwurf ist um 17.00 Uhr in der Erzgebirgshalle. Eine erneut ganz schwere Aufgabe für die Wartburgstädter! Der EHV Aue kann auf 23:7 Heimpunkte verweisen.

Statistik

ThSV Eisenach: Gorobtschuk (1.-22./ 2 Paraden), Villadsen (ab 22./ 16 Paraden); Elisson (4), Sklenak (2), Wöhler, Jurdzs (10), Luther, Jaanimaa (4), Fostbauer, Schliedermann, Hansen (1), Heinemann (2/1), Koloper (2)

SC DHfK Leipzig: Storbeck (1.-40./ 11 Paraden), Tovas (ab 40./ 3 Paraden); Naumann, Emanuel (2), Krzikalla (4), Pöter (3), Oehlrich (1), Binder (2), Janke (2), Roschek, Weber (5/1), Milosevic (4), Pechstein, Streitenberger

Zeitstrafen:
ThSV Eisenach 6 x 2 Min. (Hansen u. Koloper je 2 x 2 Min., Elisson, Forstbauer je2 Min.)
SC DHfK Leipzig 3 x 2 Min. (Binder, Roscheck u. Weber je 2 Min.)

Siebenmeter:
ThSV Eisenach 2/1 (Elisson scheitert an Storbeck, Heinemann verwandelt gegen Storbeck)
SC DHfK Leipzig: Weber verwandelt gegen Villadsen)

Schiedsrichter: Fleisch/Rieber

Zuschauer: 3.005

Beste Spieler
ThSV Eisenach: Villadsen, Jurdzs
SC DHfK Leipzig: Krzikalla, Milosevic

Spielfilm: 2:1 (6.), 4:8 (16.), 7:12 (23.), 12:15 (30.), 16:17 (38.), 23:17 (48.), 25:22 (54.), 27:22 (59.), 27:23 (60.)

Th. Levknecht

 

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Foto: ©

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