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ThSV: Handschke-Team stockt Erfolgsserie auf 17:3 Punkte auf

Der ThSV Eisenach trennt sich vom seit Wochen feststehenden Meister und Erstbundesligaaufsteiger HSG Düsseldorf 27:27-Remis, stockt seine Erfolgsserie auf 17:3 Punkte aus den letzten Begegnungen auf, behauptet Tabellenplatz 4, war nach dem Abpfiff vor der stimmungsvollen Saisonrekordkulisse der 2250 Zuschauer zunächst dennoch enttäuscht. Wer hätte das vor einem halben Jahr gedacht, als die Wartburgstädter im Tabellenkeller hindümpelten? «Das zeigt, auf welch hohem Niveau wir uns inzwischen befinden. Die Mannschaft ist so ehrgeizig, einfach mehr zu wollen», betonte Maik Handschke, der Coach des ThSV Eisenach. Seine Schützlinge waren in der ersten Halbzeit drauf und dran, die Gäste vom Rhein zu überrollen. «Der ThSV Eisenach hat uns nach allen Regeln der Handballkunst auseinander genommen», gestand Georgi Sviridenko, der Coach der Düsseldorfer, zugleich Weißrusslands Nationaltrainer.
Die Gastgeber, letztmalig von Karsten Wöhler als Kapitän auf das heimische Parkett geführt, brannten ohne ihren Regisseur Pavel Prokopec, der wegen Rückenbeschwerden passen musste, nur zur moralischen Unterstützung auf der Wechselbank Platz nahm, mit einem höllischen Tempo ein wahres Feuerwerk ab. Tomas Sklenak initiierte Angriff auf Angriff, startete selbst immer wieder energisch durch. Düsseldorfs Abwehrchef Patrick Fölser kam ständig zu spät, kassierte in der 9. Minute bereits die zweite Zeitstrafe, war damit noch gut bedient, denn sein übles Einsteigen gegen Tomas Sklenak schrie förmlich nach der roten Karte. Dass er die Partie beendete, hatte er den schwachen Unparteiischen Kern/Kuschel (Bellheim/Hagenbach) zu verdanken, die in der zweiten Halbzeit mit ihren Entscheidungen für viel Unverständnis auf der Eisenacher Bank sorgten.
Die Düsseldorfer Angriffsbemühungen zerschellten immer wieder am neuformierten (weil ja Pavel Prokopec fehlte) Eisenacher Deckungsinnenblock mit Daniel Luther und Benjamin Trautvetter. Im Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter Radek Musil wurde der künftige Erstbundesligist ausgebremst. Eine der vielen rasanten Ballstafetten führte zum 17:8 (Sklenak, 26.)! Nach dem Seitenwechsel stellten die Gäste mit Erfolg auf ein defensives Abwehrsystem um. Der Mitte der ersten Halbzeit in den Kasten gewechselte Altmeister Almantas Savonis (39 Jahre) steigerte sich von Minute zu Minute. Valdas Novickis kurbelte unaufhörlich das Angriffsspiel der Düsseldorfer an. Andrej Kogut (7 Treffer) wuchtete aus dem Rückraum ein. Die Eisenacher vermochten indes das Feuer der ersten Halbzeit nicht wieder entfachen. «Wir konnten nicht genügend rotieren. Uns fehlte der erforderliche Angriffsdruck aus dem Rückraum», gestand ThSV-Coach Maik Handschke. Das Fehlen ihres «Häuptlings» Pavel Prokopec vermochten die Eisenacher in der zweiten Halbzeit nicht zu kompensieren. Da Christoph Jauernik und Philipp Emmelmann erneut verletzungsbedingt fehlten, Philipp Lindner auf Klassenfahrt weilte, fehlten Maik Handschke personelle Alternativen. Die Gäste mit deutlich höherer Schlagzahl zur ersten Halbzeit, sowohl in der Vorwärts- als auch in der Rückwärtsbewegung, waren beim 20:17 (40.) bereits wieder auf Tuchfühlung, der Ausgang der Partie offen. Bis zum 25:21 (Daniel Luther mit seinem 5. Tor, 49.) hielten die Eisenacher die Gäste auf Distanz. Offenkundig der Kräfteabfall bei den Wartburgstädtern, die das Spiel über die Außen vernachlässigten. Der Ex-Eisenacher (Saison 2000/2001) Andrej Kourtchev markierte für die Düsseldorfer den Anschlusstreffer (26:25, 55.).

Erneut folgenschwere Entscheidung des Schiedsrichterduos Kern/Kuschel
Die Eisenacher hoffen, den Sieg über die Ziellinie zu retten. Der nach einer kurzen Konzentrationspause, Youngster Julian Krüger hütete zwischen der 48. und 55. Minute den ThSV-Kasten, zurückgekehrte Radek Musil tauchte bei einem Siebenmeter von Düsseldorf Frank Berblinger blitzschnell ab, verhinderte den Ausgleichstreffer. Auf der Gegenseite, nach Heinrichs-Foul an Tomas Sklenak, bewies Karsten Wöhler Nervenstärke, verwandelte gegen Almantas Savonis vom Punkt zum 27:25 (58.). Der in der zweiten Halbzeit stark auftrumpfende Valdas Novickis traf zum neuerlichen Anschlusstreffer (27:26, 59.). Die Spielleiter verhängten zudem eine Zeitstrafe gegen Girts Lilienfelds. Die Unparteiischen Kern/Kuschel, am 10. November des Vorjahres mit einem heftigst umstritten Strafwurf in der Schlusssekunde für die 30:31-Niederlage des ThSV Eisenach bei der SG Bietigheim beteiligt, sahen Karsten Wöhler beim Torwurf übergetreten. Wieder Karsten Wöhler. Im November des Vorjahres wollten Thomas Kern und Thomas Kuschel ein Foul des Eisenacher Kapitäns gesehen haben, obwohl nahezu alle in der Halle ein Stürmerfoul ausgemacht hatten. Wieder eine folgenschwere Entscheidung gegen Karsten Wöhler, gegen den ThSV Eisenach! Im Gegenzug markiert Florian von Gruchalla den 27:27-Ausgleich. Da waren noch 54 Sekunden zu spielen. Einen Luther-Wurf blocken die Gäste ab. Mit diesem Remis finden die Erfolgsserien beider Mannschaften ihre Fortsetzung. Die Freude der Düsseldorfer über die Punkteteilung war freilich intensiver…

Statistik

ThSV Eisenach: Musil, Krüger; Hoffmann (2), Trautvetter (5), Lipsky, Sklenak (7/1), A. Wöhler, Luther (5), Schiffner, K. Wöhler (3/1), Lilienfelds (4), Prokopec, Szep-Kis (1)

HSG Düsseldorf: Puhle, Savonis; Heinrichs (1), Berblinger, Artmann, Pöter, Fölser (4), Novickis (4), Kourtchev (4), Kogut (7), Wernicke (3), von Gruchalla (2), Sulc (1)

Siebenmeter: Eisenach 3/2; Düsseldorf 1/0

Zeitstrafen: Eisenach 2 x 2 Min.; Düsseldorf 5 x 2 Min.

Rainer Beichler | | Quelle:

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