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ThSV: Hochklassig!

Der ThSV Eisenach startete mit einer Punkteteilung, mit einem 32:32 (13:13) gegen den Bergischen HC, einem hochkarätig besetzten heißen Titelanwärter, in die so bedeutungsvolle Saison 2010/2011.
«Eine hochklassige Partie, ungeheuer dynamisch, in toller Atmosphäre mit letztlich gerechtem Ausgang», waren sich die Trainer HaDe Schmitz (BHC) und Adalsteinn Eyjolfsson (Eisenach) nach dem Abpfiff einig.
«Absolutes Spitzenniveau in der zweiten Liga», so der Tenor unter den Handballkennern. Spielerisch und kämpferisch (mit überwiegend fairen Mitteln!) boten beide Teams bereits zum Saisonauftakt Spitzenkost an. «Einem körperlich starken Kontrahenten setzten wir eine vorbildliche Einstellung mit vielen Emotionen entgegen. Jeder spürte, die Jungs im ThSV-Trikot sind mit Herz und Seele für ihren Verein dabei», betonte ThSV-Coach Adalsteinn Eyjolfsson. Er konnte sich jedoch nicht den Zusatz verkneifen, dass er lieber beide Punkte verbucht hätte. «Von solchen Unentschieden darf es gerade zuhause nicht mehr viele geben», unterstrich der Isländer in Diensten des ThSV Eisenach, damit auch den eigenen Siegeswillen untermauernd.
Er hat ab sofort eine weitere Unterstützung an seiner Seite. Der langjährige Rückraumspieler Krisztian Szep-Kis feierte am Samstag auf der ThSV-Bank seinen Einstand als Co-Trainer. «Ich freue mich, Szepi für diese Aufgabe gewonnen zu haben», erklärte ThSV-Marketing-Geschäftsführer Karsten Wöhler. Der bei den ThSV-Fans sehr beliebte Ungar hatte im Vorjahr verletzungsbedingt seine Kariere beendet.

Der ThSV Eisenach trumpfte zu Beginn beider Halbzeiten auf. Mit viel Tempo wurden die «Bergischen Löwen» durcheinander gewirbelt, Räume für den starken Kreisläufer Benjamin Trautvetter geschaffen. Neuzughang Eryk Kaluzinski gefiel mit Vollstreckerqualitäten aus dem Rückraum. Adrian Wöhler glänzte auf Linksaußen. 5- und 4-Tore-Führungen (10:5, 17./ 20:16, 39.) der Wartburgstädter wurden vom körperlich robusten Titelaspiranten jedoch rasch egalisiert (12:12, 27./ 24:24, 48.), dabei Schwächen im Deckungsverband der Hausherren nutzend. «Wir schlossen nach diesen Führungen unsere Angriffszüge zu früh ab», kritisierte Adalsteinn Eyjolfsson. Bei drei Pfostentreffern hatte seine Crew zudem viel Pech. BHC-Kraftpaket Kenneth Klev wuchtete aus dem Rückraum ein. Die Gäste initiierten immer wieder Angriffszüge zum treffsicheren Linksaußen Jens-Peter Reinarz (10 Tore). In der Schlussphase hieß das Erfolgsrezept des Bergischen HC, Ballstafetten zum nun groß auftrumpfenden Henning Quade an der Kreismitte, der zum 29:30 (55.) einnetzte. Anders als in der Vorsaison, der ThSV Eisenach «packte noch eine Schippe drauf». Dafür gab es anerkennende Worte vom BHC-Trainer-Haudegen Hans-Dieter (HaDe) Schmitz: «Der ThSV Eisenach zeigte sich gegenüber dem Vorjahr deutlich stärker, konditionell und Dank mehr personeller Alternativen». Da kam noch einmal gehörig Feuer unter den Kessel. Die über 1400 Zuschauer legten sich ebenso nochmals mächtig ins Zeug. Angriffspower pur war angesagt. Die BHC-Abwehr vermochte Benjamin Trautvetter, Tomas Sklenak und Girts Lilienfelds (spielte nach seiner beim Sparkassencup erlittenen Verletzung mit einem Ohrschutz) nur regelwidrig zu stoppen. Alexander Koke behielt gleich dreifach vom Punkt die Nerven. Beim 32:31, exakt 39 Sekunden vor der Sirene, hatte der ThSV Eisenach beide Zähler in Reichweite. BHC-Rückraumspieler Jiri Vitek nutzte 13 Sekunden später seine ganze Klasse und Routine, zog aus dem rechten Rückraum zum 32:32-Ausgleich ab. Zählbares gelang dem ThSV Eisenach in den verbleibenden 26 Sekunden nicht mehr. «Das Spiel gegen ein Topteam der Liga hat gezeigt, wir haben eine starke Truppe, wir brauchen uns vor niemandem zu verstecken», erklärte ein aufgekratzter ThSV-Präsident Gero Schäfer.

Titelanwärter vom ThSV-Power überrascht
«Wir wussten, Eisenach wird energisch beginnen, ließen uns dennoch überraschen», bilanzierte BHC-Trainer HaDe Schmitz die Auftaktphase. «Mit viel Tempo zogen wir die BHC-Deckung auseinander, schufen Räume für unseren Kreisläufer», freute sich ThSV-Coach Adalsteinn Eyjolfsson. Die großgewachsene und robuste Hintermannschaft der Gäste hatte immer wieder das Nachsehen. Da entwischte auf der rechten Seite Girts Lilienfelds, wie vor dem 3:2 (8.), unterstrich Eryk Kaluzinski seine Shooterqualitäten, wie beim 6:4 (13.), wurden Kombinationen zu Benjamin Trautvetter am Kreis präzise durchgespielt, wie beim 8:5 (16.). Schnörkellos beim Torwurf, Adrian Wöhler erhöhte im Doppelpack von Linksaußen auf 10:5 (17.). Hans-Dieter Schmitz und Chrischa Hannawald, das Trainergespann des Bergischen HC, zückte die grüne Karte. Klare Worte und eine Umbesetzung auf der Regieposition. Der Norweger Kristoffer Moen löste Alexander Oelze, von Erstbundesligist HBW Balingen-Weilstetten im Sommer gekommen, ab. Das Spiel der Gäste gewann deutlich an Qualität. Sie fingen einen Tempogegenstoßversuch der Eisenacher ab, nutzten eine Zeitstrafe gegen Nick Heinemann, um mit vier Treffern in Folge beim 10:9 (22.) wieder auf Tuchfühlung zu sein. Adalsteinn Eyjolfsson brachte «neues Personal», mit Alexander Koke, Gabor Langhans und Alexander Schiffner. Der für Routinier Jan Stochl ins Gästegehäuse gekommene junge Mario Huhnstock meisterte einen Kaluzinski-Ball. Den Ausgleichstreffer der Gäste verhinderte zunächst ThSV-Schlussmann Radek Musil, als er im Siebenmeterduell mit Alexander Oelze Sieger blieb (26.). Dann klatschte ein Koke-Ball ans Holz und im Gegenzug besorgte dann doch Simon Kluge den 12:12-Ausgleichstreffer (27.).

«Benne» Trauvetter staubt ab, Alexander Koke mit Kaltblütigkeit vom Punkt
Mit hohem Tempo, viel Bewegung mit und ohne Ball, startet der ThSV Eisenach in den zweiten Abschnitt. Eine Kombination auf Linksaußen schloss Adrian Wöhler zum 19:16 (38.) ab. Eryk Kaluzinski marschierte nach einer Balleroberung mit Vehemenz gen BHC-Kasten und lochte zum 20:16 (39.) ein. «Gegen die Schlagwürfe der Eisenacher fanden wir kein probates Mittel», bemängelte BHC-Trainer HaDe Schmitz. Doch immer wieder zappeln auch die Würfe von Kenneth Klev im Eisenacher Kasten. Radek Musil räumte kurzzeitig seinen Platz für Stanislaw Gorobtschuk. Aus dem Rückraum zog Daniel Luther für den ThSV Eisenach auf 21:18 (42.) ab. Eisenachs Deckungsverband wird jedoch porös. «Wir müssen weiter intensiv arbeiten, um Schwachstellen in der Abwehr auszumerzen», unterstreicht Adalsteinn Eyjolfsson. Auslösehandlungen der Gäste werden nicht frühzeitig gestoppt. Jens-Peter Reinarz (auf Linksaußen) und Henning Quade, für den vom THW-Kiel gekommenen 2.03-Meter Mann Henderik Peikeler jetzt an der Kreismitte, werden von ihren Teamkollegen immer wieder «gefüttert». Der auch wieder auf das Parkett zurückgekehrte Alexander Oelze marschierte zum 24:24-Ausgleich durch (48.). Benjamin Trautvetter, der Kapitän der Thüringer, setzt am Kreis jedem zurückspringenden Ball nach, drückt so das Leder zum 26:25 (50.) und 28:27 (53.) über die Linie. Mit kraftvoller Dynamik und der Raffinesse ihres Henning Quade am Kreis versucht der Vorjahres-Vize die big points und die Entscheidung zu seinen Gunsten zu setzen, hofft beim 30:31 (56.) auf den Doppelpunktgewinn zum Saisonstart. Doch der ThSV Eisenach der Saison 10/11 ist eben nicht der der Saison 09/10…! Mit einer Punkteteilung gegen ein Topteam der Liga ist er jedenfalls überaus ansprechend und hoffnungsvoll in die neue Saison gestartet.

Statistik

ThSV Eisenach: Musil, Gorobtschuk; Trautvetter (7), Sklenak (2), A. Wöhler (5), Koke (7/5), Luther (2), Bitterlich, Kaluzinski (6), Schiffner (1), Langhans, Heinemann, Lilienfelds, Hruby

Bergischer HC: Stochl, Huhnstock; Behr (1), Hoße, Vitek (4), Hinze, Klev (5), Quade (5), Henkel, Moen (1), Kluge (1), Oelze (2), Reinarz (10/1), Pekeler (3)

Siebenmeter: ThSV Eisenach 5/5; Bergischer HC 3/1

Zeitstrafen: ThSV Eisenach 3 x 2 Min.; Bergischer HC 2 x 2 Min.

Schiedsrichter: Moles/Pittner

Rainer Beichler | | Quelle:

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